Anwalt stribt = was geschieht mit den dortigen Akten

Moderator: FDR-Team

questionable content
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8260
Registriert: 14.02.05, 19:12
Wohnort: Mein Körbchen.

Re: Anwalt stribt = was geschieht mit den dortigen Akten

Beitrag von questionable content » 10.07.15, 15:32

SusanneBerlin hat geschrieben:So ein mitdenkender Anwalts-Gehilfe würde doch die Akten meistbietend versteigern und den Erlös im Rahmen der Nachlassregelung den Erben zukommen lassen. Natürlich nur, wenn keine befreundeten Anwaltsfreunde sich der Akten initiativ annehmen und ihnen ein neues zuhause geben.
Das dürfte etwas lebensfern sein. Meistens ist der Hausmeister nach so einem Todesfall mit seinem Schlüssel doch schon in der Nacht vorher da und holt sich erstmal, was er so braucht.

Da aber Hausmeister samt Familien und Freunden meist sehr kreativ und außerdem handwerklich begabt sind, wird immer Papier gebraucht. Sei es fürs Polstern beim Umzug, Abkleben bei Malereiarbeiten, gehäckselt als Komposstgrundmasse oder für die Gestaltung von Kunstwerken z.B. aus Papier und Leim oder halt zum Heizen im Bollerofen, wenn der Winter kommt. Wenn die ReNos und Kollegen dann vorfahren ist meist nicht viel mehr zu tun, als den Kanzleikater einzufangen, zu beschmusen und ihm ein neues Zuhause zu geben. Deswegen sind erfahren ReNos im Rentenalter auch meist von so vielen Katzen umgeben.

Alles näher geregelt in der Rechtsanwaltskanzleieinrichtungsverschwindeverordnung (RAKEVV) und der jeweiligen Kanzleitierumsorgeundschmusesatzung (KUSS)...
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.

helmes63
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 961
Registriert: 01.06.12, 11:11

Re: Anwalt stribt = was geschieht mit den dortigen Akten

Beitrag von helmes63 » 11.07.15, 10:24

SusanneBerlin
Das überzeugt mich nicht : das Gericht ist in lfd. Prozesse ja auf jeden Fall eingebunden und wird mitbekommen,
wenn ein Anwalt seine Mandanten nicht mehr vertreten kann. Wieso soll es sich denn nicht einschalten.

übrigens : habe ich gehört, dass dies bei einigen Gerichten auch praktisch gesehen ist.
Für mich in diesem Zusammenhang ist jedoch nicht klar ob die hier angegebene REchtsquelle eine Regelung darstellt, wenn sich keiner zuständig hält, denn das war ja das Ausgangsproblem ...

> denn letzten Beitrag möchte ich am besten gar nicht erst kommentieren !!!

questionable content
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8260
Registriert: 14.02.05, 19:12
Wohnort: Mein Körbchen.

Re: Anwalt stribt = was geschieht mit den dortigen Akten

Beitrag von questionable content » 11.07.15, 11:06

helmes63 hat geschrieben:
übrigens : habe ich gehört, dass dies bei einigen Gerichten auch praktisch gesehen ist.
Wenn man mal annimmt, dass Gleich und Gleich sich gern zusammen gesellt und sie das von Leuten wie Sie selbst gehört haben wollen sagt das vermutlich mal absolut gar nichts.. :)

Mir hat auch dieses Jahr Jemand erzählt, dass das Finanzamt von seinem Kumpel die Niere besteuert hätte. Auf Nachfrage sollte der Betreffende sich die Niere fürs Finanzamt haben lassen müssen. Er war fest überzeugt und meinte das Ernst- sein Kumpel hätte unter Druck vom Amt seine Niere im Ausland verkauft, das wisse er genau. Das hätte er so auch schon öfter gehört.

Klang interessant genug, um mal selbst nachzufragen.

Ergebnis: Der Kumpel hatte sich für eine Nieren-OP bei einem Spezialisten im Ausland entschieden und dass dann von der Steuer abgesetzt.

Klingt irgendwie ähnlich, is´ aber was ganz Anderes.
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.

helmes63
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 961
Registriert: 01.06.12, 11:11

Re: Anwalt stribt = was geschieht mit den dortigen Akten

Beitrag von helmes63 » 15.07.15, 08:29

questionables Beispiel passt hier absolut nicht : ein Vergleich der mehr als hinkt.
Wer will denn hier aussschließen, das das Gericht von dem Anwaltstod durch Mitarbeiter nicht unterrichtet wird ;
das wäre doch wesentlich plausibler als das letzte unsinnige Beispiel !!!

questionable content
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8260
Registriert: 14.02.05, 19:12
Wohnort: Mein Körbchen.

Re: Anwalt stribt = was geschieht mit den dortigen Akten

Beitrag von questionable content » 23.07.15, 21:52

helmes63 hat geschrieben:questionables Beispiel passt hier absolut nicht : ein Vergleich der mehr als hinkt.
Nö, das passt ganz eindeutig! Ist doch egal, ob Salami oder Tilsiter - Hauptsache Bratwurst!
Wer will denn hier aussschließen, das das Gericht von dem Anwaltstod durch Mitarbeiter nicht unterrichtet wird ;
das wäre doch wesentlich plausibler als das letzte unsinnige Beispiel !!!
Wie soll das denn passieren?

Es sollte doch allgemein bekannt sein, dass bei großen Persönlichkeiten- Pharaos, Wikingerfürsten, Inhaber von Wurst- und Molkereiimperien, Rechtsanwälten...- die Untergebenen als Grabbeigabe mitbestattet werden, um auch in der Nachwelt zur Verfügung zu stehen! Was soll denn der Anwalt im Afterlife ohne ReNo und Kazleihund?
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.

JuraPunk
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1089
Registriert: 29.04.11, 14:20
Wohnort: NRW

Re: Anwalt stribt = was geschieht mit den dortigen Akten

Beitrag von JuraPunk » 24.07.15, 07:31

Nee, was sind die Kollegen hier fies:

Sie sollten sich schleunigst einen neuen Anwalt suchen, Helmes! § 65 Abs. 1 S. 10 AeG regelt was folgt:

"Dem gestorbenen Anwalt ist vom Verweser mindestens ein Mandant beizugeben, der sich dadurch hervorgetan hat, in mindestens zwei Fällen den erteilten Rechtsrat nicht verstanden und richtig umgesetzt zu haben, den Anwalt hierüber belehrt zu haben und in mindestens zwei Rechtsforen dadurch aufgefallen zu sein, Geschriebenes zu ignorieren und sich eine Rechtslage zusammenzusinnieren, die so allenfalls am letztmöglichen Verweilort des gestorbenen Anwalts Geltung haben würde (querulatorischer Mandant), auf dass dem Anwalt am letztmöglichen Verweilort, welcher der Hölle der jeweiligen Glaubensrichtung des gestorbenen Anwalts zu entsprechen hat, auf ewig der querulatorische Mandant Qualen bereiten möge. Der querulatorische Mandant ist insoweit von einer für ihn bestehenden Höllenpflicht gemäß § 666 der ZuordnungsOrdnung von Menschen Bis In die Ewigkeit (ZOMBIE) in der Fassung vom 01.01.0000, zuletzt geändert durch Art. 5 des Kapitalistischen Gesamtweltordnungsgesetzes vom 03.10.1990 befreit.

II. Absatz 1 Satz 10 ist unverzüglich auch nachträglich dann umzusetzen, wenn der Verweser des gestorbenen Anwaltes den querulatorischen Mandanten im Sinne dieses Gesetzes aus dem Inbegriff der Akten und dem Verhalten des Kanzleikuscheltieres ausgemacht hat. Der querulatorische Mandant ist sodann unverzüglich seiner Bestimmung zuzuführen.

III. Ein Rechtsmittel gegen die Anordnung des Verwesers gemäß Abs. II. ist nicht gegeben.

IV. Der querulatorische Mandant kann sich der Anordnung gemäß Abs. II nur dadurch entziehen, dass er einen neuen Anwalt beauftragt und diesem in notariell beglaubigter Urkunde, welche mit einem Tropfen Blut besiegelt sein muss, zusichert, ihm bereits auf Erden Höllenqualen zu bereiten und das Mandatsverhältnis bis zum Ableben des Anwalts fortzuführen.

V. Die Entzugsmöglichkeit gemäß Absatz IV besteht für jeden querulatorischen Mandanten genau ein Mal. Es ist nach der Beurkundung gemäß Absatz IV. ein bundesweiter Notarsperrvermerk vorzunehmen. Dies ist durch die dauerhaft mit der Stirn des querulatorischen Mandanten verbundenen Aufschrift "Querulant" auch deutlich nach Außen zu verdeutlichen."

Ich hätte ja lieber Querulant auf der Stirn stehen, als jetzt schon meinen Partner für die Ewigkeit gefunden zu haben. Suchen Sie Ihren neuen Anwalt also Weise aus! Viel Glück...

JuraPunk

Antworten