Felddiebstahl: Früchte vergiften?

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Farmer2
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von Farmer2 »

nordlicht02 hat geschrieben:Also: Erwischen Sie den Dieb und zeigen ihn an, ganz einfach. Das was Sie vorhaben kann der berühmte Schuss werden, der nach hinten losgeht. Was sogar im Fall des Falles zu hoffen wäre.
wurde schon gemacht

hat nichts gebracht. Das Verfahren wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt.

Wenn ich aber ohne Fahrschein Bahn fahre werde ich bestraft. Da wird nichts eingestellt. Obwohl der Fahrschein deutlich weniger Wert hat als z.B. die Früchte die bei uns da gestohlen wurde.

Wenn der Staat nicht in der Lage ist das Eigentum wirksam zu schützen muss man sich halt anders helfen.

nordlicht02
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von nordlicht02 »

Farmer2 hat geschrieben:Wenn der Staat nicht in der Lage ist das Eigentum wirksam zu schützen muss man sich halt anders helfen.
:roll:
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

Tastenspitz
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von Tastenspitz »

Hat keinen Sinn hier zu argumentieren. Ich bin weg.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

nordlicht02
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von nordlicht02 »

Tastenspitz hat geschrieben:Hat keinen Sinn hier zu argumentieren.
Sieht so aus.
Tastenspitz hat geschrieben:Ich bin weg.
Ich komm mit. :mrgreen:
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

Froggel
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von Froggel »

Farmer2 hat geschrieben:Wenn der Staat nicht in der Lage ist das Eigentum wirksam zu schützen muss man sich halt anders helfen.
Ja, indem man zu rechtlich zulässigen Mitteln greift. Das kann eine Umzäunung sein, das kann aber auch aus zeitweiliger Überwachung bestehen, die dann eine Notwehrreaktion in gesetzlichem Rahmen rechtfertigt.

Wer allerdings so etwas wie Sie vor hat, begeht vorsätzlich Körperverletzung nach § 223 StGB:
§ 223
Körperverletzung


(1) Wer eine andere Person körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.
Wie Sie sehen, ist schon der Versuch strafbar, also bereits das absichtliche Vergiften bestimmter Feldfrüchte in der Absicht, dem Dieb einen gesundheitlichen Denkzettel zu verpassen. Das ist durch den Notwehrparagraphen nicht mehr gedeckt, da man damit keinen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff abwehrt. Das ist in etwa so, wie wenn Sie einen Einbrecher, nachdem Sie ihn kampfunfähig gemacht haben, noch einmal nachtreten, damit er ja nicht noch einmal auf den Gedanken kommt, bei Ihnen einzubrechen.

Das bedeutet für Sie: Sollte der Dieb oder jemand anderes (ich spiele hier auf das bereits genannte, nicht lesefähige Kind an) aufgrund irgendeines dummen Zufalls wegen einer Vorerkrankung durch dieses Mittel zu Tode kommen und es wird die Vergiftung entdeckt, sind Sie dran. Sollte irgendjemand nicht dichthalten, weil er mit Ihnen abrechnen will, sind Sie dran. Sollte es durch irgendeinen anderen Zufall herauskommen, sind Sie dran.

Also fragen Sie sich: Lohnt es sich wirklich, für ein paar geklaute Feldfrüchte in den Knast zu gehen?
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

J.A.
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von J.A. »

Wer allerdings so etwas wie Sie vor hat, begeht vorsätzlich Körperverletzung nach § 223 StGB:
In dem geschilderten Fall sind wir beim § 224, Abs. 1, Nr. 1 StGB, der immerhin eine Mindeststrafandrohung von 6 Monaten Freiheitsstrafe hat. Was den Vorsatz angeht, liegt mind. dolus eventualis (Eventualvorsatz) vor, der für die Strafbarkeit ausreicht.

Was die "Sache" an sich angeht, schliesse ich mich Tastenspitz an:
Hat keinen Sinn hier zu argumentieren.
...denn hier geht es dem TE offebar nicht um eine objektive Auskunft, sondern nur um die Bestätigung/"rechtliche Absegnung", der geplanten Vorgehensweise. Wobei ich mich immer wieder frage, warum bei soviel "Landwirtsschläue" und soviel Sicherheit, dass einem "nichts passieren" kann, überhaupt hier nachgefragt wird. Wenn man sich doch so sicher ist, dann einfach machen. Die Quittung wird kommen, wenn es nach hinten losgeht.
Aus "Stilblüten der Justiz":
"Die Reifeverzögerung des heranwachsenden Angeklagten ist dermaßen ausgeprägt, dass er in seiner Entwicklung einem Jugendrichter gleichzustellen ist"

Name4711
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von Name4711 »

Ich lese hier immer von polizeilicher Gefahrenabwehr... ist das rollkomando jetzt schon auf der suche nach dem Feld? 8) :?:

Roni
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von Roni »

entweder Fake, oder der hat zuviel von seinem Spritzmittel abbekommen 8)

Elektrikör
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von Elektrikör »

Hallo,

ich finde zumindest EINEN Aspekt interessant:
Vergessen wir mal das Vorgeplänkel und konzentrieren uns auf die Frage:
"Ich habe ein Gemüsefeld an einem Radweg. Nun habe ich festgestellt, daß ich Schädlinge auf dem Feld habe und würde gerne dagegen spritzen. Mir ist aber aufgefallen, daß immer wieder Feldfrüchte geklaut werden.
Darf ich nun einfach spritzen?
Muß ich Schilder aufstellen?
Muß ich gar einen Zaun aufstellen?"


MfG
Alles hier von mir geschriebene stellt meine persönlichGanzFürMichAlleineMeinung dar
Falls in einer Antwort Fragen stehen, ist es ungemein hilfreich, wenn der Fragesteller diese auch beantwortet

webelch
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von webelch »

Wenn Sie doch schon ganz genau wissen was zu tun ist mit welchen Folgen, warum fragen Sie dann hier? Oder war die Trollwiese überfüllt?

Elektrikör
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von Elektrikör »

Hallo,

ist mir nur so in den Sinn gekommen.
Hier auf dem Land haben einige einen Schrebergarten (alles offen, kein Zaun etc.), da hat´s sicherlich auch manchmal diebische Mitbürger.
Wenn da jetzt ein Gartler die chemische Keule einsetzt --> wie sieht´s dann aus?

Darf der das?
Darf er das nicht?
Muß er beschildern?
etc.


Wie gesagt --> nur reine Neugier nach einem spontanen Einfall



MfG
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J.A.
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von J.A. »

Es ist eigentlich ganz einfach:

Wenn mein Paprikafeld von Schädlingen befallen ist und ich es flächendeckend mit irgendwas in einer dafür angemessenen (und erlaubten) Dosis spritze, wird mir zumindest niemand nachweisen können, dass ich auch den Zweck verfolgt habe, Diebesgesindel abzustrafen, falls ich es nicht vorher im halben Dorf herumposaune.

Wenn mein Paprikafeld von Schädlingen befallen ist und ich nur an bestimmten Stellen (möglw. besonders bei Dieben beliebten, weil besonders leicht zuänglichen Stellen) spritze und das in einer (so hohen) Dosis, die für die Schädlingsbekämpfung unnötig ist, aber dafür geeignet beim Diebesgesindel körperliches Unbehagen auszulösen, bin ich schon eher in Erklärungsnot, falls ich mal von einem Strafverfolger dazu befragt werde.
Aus "Stilblüten der Justiz":
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Farmer2
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von Farmer2 »

J.A. hat geschrieben:Es ist eigentlich ganz einfach:

Wenn mein Paprikafeld von Schädlingen befallen ist und ich es flächendeckend mit irgendwas in einer dafür angemessenen (und erlaubten) Dosis spritze, wird mir zumindest niemand nachweisen können, dass ich auch den Zweck verfolgt habe, Diebesgesindel abzustrafen, falls ich es nicht vorher im halben Dorf herumposaune.
richtig
Wenn mein Paprikafeld von Schädlingen befallen ist und ich nur an bestimmten Stellen (möglw. besonders bei Dieben beliebten, weil besonders leicht zuänglichen Stellen) spritze und das in einer (so hohen) Dosis, die für die Schädlingsbekämpfung unnötig ist, aber dafür geeignet beim Diebesgesindel körperliches Unbehagen auszulösen, bin ich schon eher in Erklärungsnot, falls ich mal von einem Strafverfolger dazu befragt werde.
da gibt es auch eine Erklärung:

Der Schädlingsbefall ist nicht homogen. Es wird immer Bereiche geben wo der stärker ist. Es macht dann Sinn die Schädlinge genau in diesen Bereichen zu bekämpfen. Ist sogar ökologischer als mit dem Gieskannenprinzip.

Wenn der Schädlingsbefall zu dem verwendeten Mittel passt ist es unmöglich nachzuweisen das hier Vorsatz im Spiel ist.

Klar sollte man diese Pflanzenschutzmaßnahme nicht publik machen. So was macht schön brav alleine ;-)

Der Gruss an den Dieb erfolgt dann auf dem direkten Weg in seinen Magen ;-)

Im Falle eines Falles wird sich da dann der Staatsanwalt die Zähne ausbeissen.
Zuletzt geändert von Farmer2 am 29.07.15, 19:49, insgesamt 1-mal geändert.

questionable content
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von questionable content »

Übersehe ich auf die Schnelle etwas?

Das ist doch "Bärwurzfall" im neuen Gewand?
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.

FM
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von FM »

Warum fragst Du hier, wenn Du dir so sicher bist die Antwort schon zu wissen?
Farmer2 hat geschrieben:
Tastenspitz hat geschrieben:Das würd ich ganz ganz ganz schnell wieder rückgängig machen!
Wenn ein Kind, dass nicht lesen kann daduch Schaden nimmt, ist die K.... aber sowas von am dampfen.
zum Thema "Gift":

wir verwenden da dann natürlich kein Zyankali oder so was.

Wir haben verschiedene Pflanzenschutzmittel die teilweise schon recht giftig sind. Davon stirbt man aber nicht. Gibt aber einen deftigen Denkzettel. Wer sich da dann den Magen auskotzt überlegt sich zweimal ob er nochmal was klaut.

Genau diese Pflanzenschutzmittel verwenden wir bei uns auf den Feldern. Das die damit behandelten Früchte nicht verkauft bzw. verzehrt werden dürften und nach der Behandlung eine Wartezeit einzuhalten ist steht da laut und deutlich auf den Beipackzetteln. Und genau diese Regelungen halten wir selbstverständlich ein.

Was können wir dafür das der Dieb den Beipackzetteln nicht liest ;-)

Bei der Anwendung dieser Pflanzenschutzmittel müssen wir auch keine Schilder aufstellen. Es gehört auch für Kinder zum allgemeinen Lebensrisiko wenn man meint auf fremden Feldern zu klauen ohne zu wissen ob gerade diese Früchte geniessbar sind oder nicht.

Es gibt keine Vorschrift nach dem wir unsere Früchte nach jeder Pflanzenschutzbehandlung einzeln kennzeichnen müssen.

Wenn da so dein Dieb sich dann den Magen auskotzt dann ist das sein persönliches Problem. Wir haben nur Pflanzenschutz betrieben. Und zwar in dem Umfang wie es auch erlaubt ist.

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