Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Moderator: FDR-Team

karli
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von karli »

Farmer2 hat geschrieben:Ein Tankwart muss auch nicht die Zapfpistolen anketten und mit einem extra Schloss sichern. Es könnte ja ein Kleinkind das nicht lesen kann vorbeikommen und sich damit mit Benzin übergiesen.
Farmer2 hat geschrieben:Wenn ein Kind auf einer Baustelle unerlaubt spielt ist es auch selber schuld wenn es in die Baugruppe fällt.
Betreibern solcher Gegebenheiten obliegt grundsätzlich die Verkehrssicherungspflicht.
Hierbei ist zumindest sicherzustellen, daß niemand unbeabsichtigt zu Schaden kommt.
Dabei muss der Verkehrssicherungspflichtige sicher nicht alle theoretisch möglichen, auch vorsätzlichen Eventuallitäten und Aktivitäten Dritter abwägen. Schon gar nicht kriminelle Absichten, wie Diebstahl.
Offenbar befindet sich die beschriebene Lokalität etwas weiter Draussen, sodaß es recht Lebensfremd erscheint, daß sich Kleinkinder, ohne entsprechende Aufsicht dort aufhalten.
Und auch denen bringt man recht früh bei, daß man nicht klaut und sein Obst und Gemüse vor dem Verzehr wäscht.
Und, da das Spritzen von Feldfrüchten durchaus üblich und legal ist, könnte man ggfs. dadurch auftretende Magenverstimmungen dem Allgemeinen Lebensrisiko zuordnen.
Alles Andere wäre entsprechend nachzuweisen, was ich persönlich, selbst bei Vorsatz, für recht schwierig halten würde.
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
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PurpleRain
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von PurpleRain »

Irgendwie übersehen hier die meisten Diskussionsteilnehmer das Hauptproblem.
Froggel hat geschrieben:
Farmer2 hat geschrieben:Strafanzeige bringt nichts. Wurde schon erfolglos versucht.
Eigentlich sollte bei dem Schreiben der Staatsanwaltschaft bezüglich der Einstellung des Verfahrens auch gestanden haben, dass man Privatrechtlich schon noch dagegen vorgehen kann. Eine Zivilklage gegen den Täter könnte also schon etwas bringen.
Die bringt vielleicht dem beauftragten Anwalt ein Honorar, dem Geschädigten aber nur Mehrkosten. Oder wollen Sie behaupten, da würde jemand zum Ersatz von 1,50€ verurteilt, wenn er dies einfach ableugnen kann.

Tatsächlich ist dies einfach ein rechtsfreier Raum. Oder hat hier jemand einen konstruktiven Vorschlag, wie das Problem des Geschädigten gelöst werden kann?
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C31H42N2O6
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von C31H42N2O6 »

Naja. Wie schützen denn andere Gewerbetreibende ihre Waren und Produkte? Überwachung und Sicherung. Dadurch entstehen den Ladenbesitzern auch Kosten.

karli
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von karli »

C31H42N2O6 hat geschrieben:Naja. Wie schützen denn andere Gewerbetreibende ihre Waren und Produkte? Überwachung und Sicherung. Dadurch entstehen den Ladenbesitzern auch Kosten.
Da reden wir allerdings von einem Laden mit einer überschaubaren Grösse und während dessen regulärer Öffnungszeiten und nicht von einer Landwirtschaftlichen Fläche unbekannter Grösse, vermutlich weit draussen und 24 Stunden geöffnet.
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Ronny1958
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von Ronny1958 »

Das ist dann aber nur noch eine Frage des Aufwandes.
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

Farmer2
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von Farmer2 »

[quote="karli"Betreibern solcher Gegebenheiten obliegt grundsätzlich die Verkehrssicherungspflicht.
Hierbei ist zumindest sicherzustellen, daß niemand unbeabsichtigt zu Schaden kommt.
Dabei muss der Verkehrssicherungspflichtige sicher nicht alle theoretisch möglichen, auch vorsätzlichen Eventuallitäten und Aktivitäten Dritter abwägen. Schon gar nicht kriminelle Absichten, wie Diebstahl.[/quote]

Genau. Auf meinem Grund und Boden habe ich die Freiheit mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln zu hantieren. Wenn dann jemand unbefugt eindringt und sogar noch Früchte klaut dann ist das sein Problem!

Anders wäre es wenn ich z.B. Zyankali dort hinlege. Das mach ich aber nicht.
Offenbar befindet sich die beschriebene Lokalität etwas weiter Draussen, sodaß es recht Lebensfremd erscheint, daß sich Kleinkinder, ohne entsprechende Aufsicht dort aufhalten.
Und auch denen bringt man recht früh bei, daß man nicht klaut und sein Obst und Gemüse vor dem Verzehr wäscht.
Und, da das Spritzen von Feldfrüchten durchaus üblich und legal ist, könnte man ggfs. dadurch auftretende Magenverstimmungen dem Allgemeinen Lebensrisiko zuordnen.
Alles Andere wäre entsprechend nachzuweisen, was ich persönlich, selbst bei Vorsatz, für recht schwierig halten würde.
sehe ich auch so ;-)

solange ich dem Dieb das Pflanzenschutzmittel nicht selbst direkt einflöse wird es schwierig bis unmöglich Vorsatz nachzuweisen. Solange ich das Mittel im Rahmen des normalen Pflanzenschutzes einsetze bin ich im grünen Bereich.

Dann liegt das Risiko voll beim Dieb. Selber schuld wenn der die Wartezeiten die man zwischen dem Pflanzenschutz und dem Verzehr einhalten muss nicht einhält ;-)

Farmer2
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von Farmer2 »

PurpleRain hat geschrieben:Irgendwie übersehen hier die meisten Diskussionsteilnehmer das Hauptproblem.
Froggel hat geschrieben:
Farmer2 hat geschrieben:Strafanzeige bringt nichts. Wurde schon erfolglos versucht.
Eigentlich sollte bei dem Schreiben der Staatsanwaltschaft bezüglich der Einstellung des Verfahrens auch gestanden haben, dass man Privatrechtlich schon noch dagegen vorgehen kann. Eine Zivilklage gegen den Täter könnte also schon etwas bringen.
Die bringt vielleicht dem beauftragten Anwalt ein Honorar, dem Geschädigten aber nur Mehrkosten. Oder wollen Sie behaupten, da würde jemand zum Ersatz von 1,50€ verurteilt, wenn er dies einfach ableugnen kann.
Bisherigen Strafanzeigen waren gegen unbekannt. Die sind alle im Sande verlaufen. Da war dann auch nichts mit einer Zivilklage.

Das Problem ist nicht der einmalige 1,50€-Schaden. Das Problem ist die Menge der Selbstbedienungen. Da wird laufen, also jeden Tag, gestohlen. Der Schaden summiert sich. Das ist diese Jahr teilweise soweit gegangen das wir von einer bestimmten Gemüsesorte selbst gar nichts ernten konnten. Sobald da was reif war wurde es geklaut.
Tatsächlich ist dies einfach ein rechtsfreier Raum. Oder hat hier jemand einen konstruktiven Vorschlag, wie das Problem des Geschädigten gelöst werden kann?
Eine Option ist diesen Betriebszweig komplett einzustellen und das Feld brach liegen zu lassen oder z.B. Getreide anzubauen. Das würde aber das Familieneinkommen deutlich schmälern. Früchte und Gemüse bringen auf die Anbaufläche bezogen deutlich mehr als Getreide.

Leider haben wir keine Möglichkeit ein anderes Feld für den Obst-/Gemäuseanbau zu verwenden. Die Bodenqualität und schon vorhandene Nutzung (Bäume) usw. der anderen Felder lassen das nicht zu.

Im Grunde ist das eine ähnliche Problematik wie beim Einzelhandel mit den Ladendiebstählen. Da geht es teilweise auch an die wirtschaftliche Substanz.

Wir stehen vor der Alternative wegen den Diebstählen deutliche Einkommenseinbussen zu haben oder uns effektiv zu wehren.

nordlicht02
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von nordlicht02 »

Vielleicht sollten Sie erst einmal eine klare Linie verfolgen und sich nicht widersprechen.
Farmer2 hat geschrieben:
nordlicht02 hat geschrieben:Also: Erwischen Sie den Dieb und zeigen ihn an, ganz einfach.
wurde schon gemacht
hat nichts gebracht. Das Verfahren wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt.
Demnach haben Sie den Dieb erwischt und angezeigt, es wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt.
Und dann:
Farmer2 hat geschrieben:Bisherigen Strafanzeigen waren gegen unbekannt. Die sind alle im Sande verlaufen.
wurde niemand erwischt und Anzeige gegen Unbekannt erstattet.
Ja, was denn nun?

Komisch nur, dass andere Gemüsebauern das Problem nicht haben - zumindest nicht in dem Ausmaß. Wie machen die das bloß?
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

rabenthaus
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von rabenthaus »

Hallo,

eigentlich ist es doch ganz einfach die ursprüngliche Frage zu beantworten:

Wenn Sie im ganz normalen Maß Pflanzenschuitzmittel einsetzen und dies lediglich zum Schutz der Pflanzen vor Schädlingen geschieht dann ist das tatsächlich völlig unbedenklich, soweit Sie eben die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben eingehalten haben.

Setzen Sie allerdings pflanzenschutzmittel ein in der Absicht damit Dritte zu vergiften und haben Sie damit vielleicht auch noch Erfolg, dann liegt eine Straftat vor. Ob Kinder oder andere Personen gefährdet werden wissen wir nicht und werden wir auch nicht herausfinden. Wenn da so viele Menschen entlang kommen dann werden da auch immer mal ein paar Kinder dabei sein.
Wir sind dafür, dass wir dagegen sind.

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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von nordlicht02 »

rabenthaus hat geschrieben: Wenn Sie im ganz normalen Maß Pflanzenschuitzmittel einsetzen und dies lediglich zum Schutz der Pflanzen vor Schädlingen geschieht dann ist das tatsächlich völlig unbedenklich, soweit Sie eben die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben eingehalten haben.
Nur, dass sich in dem Fall m. E. die Fragen im ET erübrigt hätten. :wink:
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rabenthaus
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von rabenthaus »

Hallo

ja da haben Sie Recht. Ich denke der TE hat schon einen völlig verblödeten Ansatz genutzt. Hätte er die Frage etwas intelligenter formuliert hätte er von Anfang an bessere Antworten erhalten.
Wir sind dafür, dass wir dagegen sind.

Zafilutsche
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von Zafilutsche »

Hm- die heute extrem billige Technologie ermöglicht es doch, dass man in Echtzeit per Smartphone via E-Mail oder SMS informiert wird wenn der Dieb mal wieder das Feld betritt. Also:
Dieb "In flagranti" festnehmen und das reguläre Programm abfahren.
Strafanzeige + Forderung eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben.
Wenn's sich abzeichnet dass es eben nicht nur um 1 oder zwei Leutchen handelt, sollte man über weitere Optionen nachdenken. Z.B "Zaun höher", "Sichtschutz", "Anpflanzung von extrem stacheligen Hecken",
"Aufgabe" des Früchteanbaus und so weiter ...
Vielleicht macht man aus der not eine Tugend.
Wenn der Markt es doch so hergibt, dass Leute selbst die Früchte ernten und verzehren möchten, könnte man durchaus auch überlegen ob man denn dann nicht einen direkt Vertrieb anbietet.
"Vergiften" ist jedoch ein "noGo"

Name4711
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von Name4711 »

Komisch nur, dass andere Gemüsebauern das Problem nicht haben - zumindest nicht in dem Ausmaß. Wie machen die das bloß?
Tja, wie machen die das nur...

Mit etwas Überlegung wird man darauf kommen, das dieses Problem - wie im Einzelhandel auch - dadurch gelöst wird, dass ein gewisser Prozentsatz im Preis einkalkuliert wird.

Ist es ein psychologisches Problem hilft entsprechendes Fachpersonl - nährt das Geschäft nicht seine Familie, sucht man sich eine Job. Notfalls als Erntehelfer beim Nachbarn.

nordlicht02
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von nordlicht02 »

Name4711 hat geschrieben:..sucht man sich eine Job. Notfalls als Erntehelfer beim Nachbarn.
Der war jetzt aber fies. :lachen:
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

all-in
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Re: Felddiebstahl: Früchte vergiften?

Beitrag von all-in »

solange ich dem Dieb das Pflanzenschutzmittel nicht selbst direkt einflöse wird es schwierig bis unmöglich Vorsatz nachzuweisen. Solange ich das Mittel im Rahmen des normalen Pflanzenschutzes einsetze bin ich im grünen Bereich.
Erntereife Gemüse und Früchte werden von euch mit Giften besprüht, um sie anschliesend auf den Markt zu bringen? :roll:

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