Adjektive im Journalismus

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moro
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Adjektive im Journalismus

Beitrag von moro »

Aus einem anderen Thread:
Wenn man sich nur anschaut, mit welcher Penetranz das "rechtspopulistische" vor der AfD-Nennung steht, kann man schon vermuten, dass es sich um Redaktionsvorgaben handelt.
Ersteres nervt mich auch permanent, Letzteres glaube ich nicht mal. Ich erinnere mich, wie es viele Jahre lang bei jedem Erdbeben irgendwo auf der Welt dann in den Nachrichten hieß, es habe eine Stärke von soundsoviel "auf der nach oben offenen" Richter-Skala gehabt. Man hörte niemals "Richter-Skala" ohne dieses "nach oben offene". (Konsequenterweise hätte es in jedem Wetterbericht heißen müssen, dass morgen eine Temperatur von (z.B.) 10 Grad auf der nach oben offenen Celsius-Skala erwartet wird.)

Bei der Richter-Skala hat das mittlerweile nachgelassen. Bei (manchen) Parteien ist es immer noch die Regel. Ich halte das für journalistische Gedankenlosigkeit - so hat man das formuliert, als die Partei neu und den Lesern vielleicht noch unbekannt war, und so formuliert man das immer so weiter, ohne Rücksicht darauf, dass mittlerweile wohl wirklich jeder Zeitungsleser die Partei kennt und sich seine - wie auch immer geartete - Meinung dazu gebildet haben dürfte.

Ich stimme insoweit PurpleRain im anderen Thread zu: Viele Adjektive sind einfach schlechter Journalismus.

Gruß,
moro

BäckerHD
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Re: Adjektive im Journalismus

Beitrag von BäckerHD »

Ich applaudiere zu diesem Thread, bin aber nicht moros Pressesprecher.

Blaise
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Re: Adjektive im Journalismus

Beitrag von Blaise »

Es ist wirklich unangebracht, die AfD mit dem Adjektiv "rechtspopulistisch" zu reduzieren. Ich glaube, die meisten AfD´ler auch "BB" sind.

Blöd und Böse.
Blaise

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Man muss die Tatsachen kennen, bevor man sie verdrehen kann (Mark Twain)

Oktavia
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Re: Adjektive im Journalismus

Beitrag von Oktavia »

Blaise hat geschrieben:Es ist wirklich unangebracht, die AfD mit dem Adjektiv "rechtspopulistisch" zu reduzieren. Ich glaube, die meisten AfD´ler auch "BB" sind.

Blöd und Böse.
Frauen die AfD wählen kann man tatsächlich unterstellen, dass sie entweder nicht lesen können oder wollen, dass sie masochistisch veranlagt sind oder dass sie liebend gern dem Manne untertan sein wollen.
Männer die AfD wählen sind auf jeden Fall hoch intelligent. Bei einem Wahlsieg dieser "Partei" können sie endlich wieder allein die Deutsche Frau begrabbeln und begatten :evil:
Wer Zynismus findet darf ihn gern behalten :shock:
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Name4711
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Re: Adjektive im Journalismus

Beitrag von Name4711 »

Naja, wer so tut, als spiele die Wortwahl keine kalkulierte Rolle, macht anderen oder sich selbst was vor...

So sind alle Diktaturen mit denen man gute Geschafte macht noch immer vertreten durch ihre "Regierung" - laufen die Geschäfte schlecht hat man es mit einem "Regime" zu tun.
Entsprechend haben diese es dann auch entweder mit "Terroristen" oder "Freiheitskämpfern" zu tun. :mrgreen:

PurpleRain
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Re: Adjektive im Journalismus

Beitrag von PurpleRain »

PurpleRain hat geschrieben:Das Allerletzte finde ich, ist die Wählerbeleidigung, die hier und anderswo unweigerlich beginnen wird.
Tja, auf lupenreine Demokraten ist Verlass
Oktavia hat geschrieben:Frauen die AfD wählen kann man tatsächlich unterstellen, dass sie entweder nicht lesen können oder wollen, dass sie masochistisch veranlagt sind oder dass sie liebend gern dem Manne untertan sein wollen.
Männer die AfD wählen sind auf jeden Fall hoch intelligent. Bei einem Wahlsieg dieser "Partei" können sie endlich wieder allein die Deutsche Frau begrabbeln und begatten :evil:
Immer am demokratischen Grundsatz "Wer nicht meiner Meinung ist, ist entweder dumm oder böse" festhalten :mrgreen:
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FM
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Re: Adjektive im Journalismus

Beitrag von FM »

Die AfD war ursprünglich (unter Lucke) eine eher wirtschaftsliberale Partei, jetzt hat sie sich zur aktuellen Auflage von dem verändert, was mal Republikaner, Schill, DVU, PRO NRW, NPD usw. waren. Insofern ist das Adjektiv nicht unangebracht, da es eben nicht immer schon einfach nur eine fremdenfeindliche Partei war.

Auch bei der Partei "Die LINKE" würde ich ergäönzen "die aus der SED und später PDS hervorgegangene", weil eben die Bezeichnung "Linke" alleine ziemlich unklar ist.

Aber rechtlich gesehen: egal, fällt unter Pressefreiheit. Wenn es jemanden stört, kauft er die Zeitung eben nicht mehr.

PurpleRain
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Re: Adjektive im Journalismus

Beitrag von PurpleRain »

FM hat geschrieben:Die AfD war ursprünglich (unter Lucke) eine eher wirtschaftsliberale Partei, jetzt hat sie sich zur aktuellen Auflage von dem verändert, was mal Republikaner, Schill, DVU, PRO NRW, NPD usw. waren. Insofern ist das Adjektiv nicht unangebracht, da es eben nicht immer schon einfach nur eine fremdenfeindliche Partei war.
Bei der SPD wäre dann wohl "wählerverräterisch" angebracht, von anderen Parteien und Personen mal ganz zu schweigen.
Ich zitiere mich mal einfach aus dem Originalthread:
PurpleRain hat geschrieben:Nachdem die Journalisten das Monopol über die Nachrichtenverbreitung verloren haben, wollen sie sich wohl ein neues Geschäftsfeld in der Erziehung der Leser eröffnen.
FM hat geschrieben:Aber rechtlich gesehen: egal, fällt unter Pressefreiheit. Wenn es jemanden stört, kauft er die Zeitung eben nicht mehr.
Versuche ich ja, doch die GEZ oder neuerdings eine ihrer Nachfolgeorganisationen zwingt mich trotzdem, das Zeugs zu kaufen. :wink:
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Tastenspitz
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Re: Adjektive im Journalismus

Beitrag von Tastenspitz »

Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters. Und man kann denselben Sachverhalt eben immer auch unterschiedlich schreiben:
Bsp:
"Bis fast zu ein Viertel aller Wähler in einem Bundesland wählt AFD "
"Im Schnitt haben fast 83% der Wahlberechtigten nicht die AFD gewählt"
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Oktavia
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Re: Adjektive im Journalismus

Beitrag von Oktavia »

PurpleRain hat geschrieben:
PurpleRain hat geschrieben:Das Allerletzte finde ich, ist die Wählerbeleidigung, die hier und anderswo unweigerlich beginnen wird.
Tja, auf lupenreine Demokraten ist Verlass
Oktavia hat geschrieben:Frauen die AfD wählen kann man tatsächlich unterstellen, dass sie entweder nicht lesen können oder wollen, dass sie masochistisch veranlagt sind oder dass sie liebend gern dem Manne untertan sein wollen.
Männer die AfD wählen sind auf jeden Fall hoch intelligent. Bei einem Wahlsieg dieser "Partei" können sie endlich wieder allein die Deutsche Frau begrabbeln und begatten :evil:
Immer am demokratischen Grundsatz "Wer nicht meiner Meinung ist, ist entweder dumm oder böse" festhalten :mrgreen:
Du hast hoffentlich realisiert, dass nicht ich AfD WählerInnen als blöd oder Böse bezeichnet habe. Neben denen, die dies Mal nicht NPD gewählt haben weil sie der AfD bessere Chancen zuschreiben, sind sicher viele dabei, die den etablierten mal Stolpersteine zwischen die Haxen werfen wollten. Manche fokussieren auch allein auf das Thema Flüchtlinge und nutzten die Wahlen um darüber abzustimmen.
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PurpleRain
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Re: Adjektive im Journalismus

Beitrag von PurpleRain »

Oktavia hat geschrieben:Du hast hoffentlich realisiert, dass nicht ich AfD WählerInnen als blöd oder Böse bezeichnet habe.
Nein, habe ich nicht. Dass Du AfD-Wähler nicht qualifizierst ist aus
Oktavia hat geschrieben:Frauen die AfD wählen kann man tatsächlich unterstellen...
Männer die AfD wählen sind ...
nur von Pippi Langstrumpf zu entnehmen :kopfstreichel:
Oktavia hat geschrieben:Manche fokussieren auch allein auf das Thema Flüchtlinge und nutzten die Wahlen um darüber abzustimmen.
Vermute ich auch. In der Wahlberichterstattung der ARD ist ja auch eine Umfrage zitiert worden, nach der 70% der Deutschen diese grenzenlose Zuwanderung ablehnen.
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Ronny1958
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Re: Adjektive im Journalismus

Beitrag von Ronny1958 »

Ich werde mich an keiner Beleidigung beteiligen, das sind diese Menschen nicht wert.

Was ich tun werde ist Mitstreiter zu suchen, die mir helfen Sachsen und Sachsen-Anhalt zu umzäunen.

:devil:
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

Blaise
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Re: Adjektive im Journalismus

Beitrag von Blaise »

Ronny1958 hat geschrieben:...Was ich tun werde ist Mitstreiter zu suchen, die mir helfen Sachsen und Sachsen-Anhalt zu umzäunen. :devil:
Maschendroahdzaun?
Blaise

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Tastenspitz
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Re: Adjektive im Journalismus

Beitrag von Tastenspitz »

Nein....Mäschn- Dröht-Saun. Sonst versteht das da keiner. :mrgreen:
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Ronny1958
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Re: Adjektive im Journalismus

Beitrag von Ronny1958 »

Ich bin eher für die Variante, welche Israel benutzt um die Palis im Westjordanland im Zaum zu halten.

Und genauso hoch. :devil:
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

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