Führen von Hieb- und Stichwaffen (WaffG)

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lucid
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Führen von Hieb- und Stichwaffen (WaffG)

Beitrag von lucid » 05.08.16, 11:00

Hallo,

wenn ich das richtig sehe sind Hieb- und Stichwaffen, z.B. ein Samuraischwert oder Degen, keine verbotenen Waffen nach Anlage 2 WaffG.
Allerdings besteht ein Führungsverbot nach § 42a WaffG Abs. 1. Nummer 2.
(1) Es ist verboten
1. Anscheinswaffen,
2. Hieb- und Stoßwaffen nach Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 2 Nr. 1.1 oder
3. Messer mit einhändig feststellbarer Klinge (Einhandmesser) oder feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 cm
zu führen.
Ausnahme:
(2) Absatz 1 gilt nicht
1. für die Verwendung bei Foto-, Film- oder Fernsehaufnahmen oder Theateraufführungen,
2. für den Transport in einem verschlossenen Behältnis,
3. für das Führen der Gegenstände nach Absatz 1 Nr. 2 und 3, sofern ein berechtigtes Interesse vorliegt.
Weitergehende Regelungen bleiben unberührt.

(3) Ein berechtigtes Interesse nach Absatz 2 Nr. 3 liegt insbesondere vor, wenn das Führen der Gegenstände im Zusammenhang mit der Berufsausübung erfolgt, der Brauchtumspflege, dem Sport oder einem allgemein anerkannten Zweck dient.
Ist Selbstverteidigung ein berechtigtes Interesse? Ist Notwehr ein "allgemein anerkannter Zweck"?

Mir ist bewusst, dass es für die Erteilung von Waffenscheinen nicht so ist, aber hier wird wohl ein anderes berechtigtes Interesse gemeint sein.
Ansonsten wären Schwerter strenger reguliert als Schusswaffen, denn für letztere kann man zumindest eine Erlaubnis erwerben.

Das scheint auch absurd, da offen getragene Schwerter viel mehr als (erlaubte) Messer eine Defensivwaffe sind.

J.A.
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Re: Führen von Hieb- und Stichwaffen (WaffG)

Beitrag von J.A. » 05.08.16, 13:07

Ohne jetzt geprüft zu haben, ob die Anlagen usw. richtig zugeordnet sind...

...wenn das potenzielle Recht auf Selbstverteidigung (also die theo. mögliche Tatsache beim Spaziergang in eine Selbstverteidigung-/Notwehrsituation geraten zu können) ein "berechtigtes Interesse" idS. wäre, könnte man sich das Verbot komplett schnenken, da dann immer und bei jedem ein berechtigtes Interesse vorläge.
Aus "Stilblüten der Justiz":
"Die Reifeverzögerung des heranwachsenden Angeklagten ist dermaßen ausgeprägt, dass er in seiner Entwicklung einem Jugendrichter gleichzustellen ist"

Name4711
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Re: Führen von Hieb- und Stichwaffen (WaffG)

Beitrag von Name4711 » 05.08.16, 19:15

Wer will auch schon mit dem Degen durch die Fußgängerzone pilgern - den nehmen sie doch, Waffengesetz hin oder her, sowieso zur Untersuchung mit... Da denken doch die Touristen der Zirkus ist in der Atadt und die Terroristern platzen gleich vor Lachen :devil: spart den Sprenggürtel :lachen:

lucid
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Re: Führen von Hieb- und Stichwaffen (WaffG)

Beitrag von lucid » 06.08.16, 15:07

J.A. hat geschrieben:Ohne jetzt geprüft zu haben, ob die Anlagen usw. richtig zugeordnet sind...

...wenn das potenzielle Recht auf Selbstverteidigung (also die theo. mögliche Tatsache beim Spaziergang in eine Selbstverteidigung-/Notwehrsituation geraten zu können) ein "berechtigtes Interesse" idS. wäre, könnte man sich das Verbot komplett schnenken, da dann immer und bei jedem ein berechtigtes Interesse vorläge.
Naja, das Argument würde aber nur für defensiv-Waffen funktionieren.

Dass leicht versteckbare Messer erlaubt sind erscheint mir insoweit auch so oder so widersinnig.

Bürgerrecht war früher fast identisch mit dem Recht Waffen zu tragen. Schon seltsam wie sich das entwickelt hat.

SusanneBerlin
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Re: Führen von Hieb- und Stichwaffen (WaffG)

Beitrag von SusanneBerlin » 06.08.16, 15:39

lucid hat geschrieben:Bürgerrecht war früher fast identisch mit dem Recht Waffen zu tragen. Schon seltsam wie sich das entwickelt hat.
Ja wirklich seltsam, dass das Bürgerrecht nicht mehr nur den Männern vorbehalten ist, dass es kein Mindestalter gibt, dass man nicht wohlhabend sein muss, keinen Haus- und Grundbesitz haben muss, dass man keine Aufnahmegebühr zahlen muss, um Bürger zu werden, dass man nicht nur Bürger einer Stadt ist und in anderen Städten keine Rechte hat, dass auch unehelich Geborene Bürger sind, dass man keine Zustimmung der anderen Bürger braucht um aufgenommen zu werden, dass es keine rechtlosen Mitbewohner (Nichtbürger) mehr gibt, und dass wir nicht mehr mit Schwertern herumlaufen! Echt seltsam, wie sich das alles entwickelt hat.
Grüße, Susanne

lucid
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Re: Führen von Hieb- und Stichwaffen (WaffG)

Beitrag von lucid » 06.08.16, 16:42

SusanneBerlin hat geschrieben:
lucid hat geschrieben:Bürgerrecht war früher fast identisch mit dem Recht Waffen zu tragen. Schon seltsam wie sich das entwickelt hat.
Ja wirklich seltsam, dass das Bürgerrecht nicht mehr nur den Männern vorbehalten ist, dass es kein Mindestalter gibt, dass man nicht wohlhabend sein muss, keinen Haus- und Grundbesitz haben muss, dass man keine Aufnahmegebühr zahlen muss, um Bürger zu werden, dass man nicht nur Bürger einer Stadt ist und in anderen Städten keine Rechte hat, dass auch unehelich Geborene Bürger sind, dass man keine Zustimmung der anderen Bürger braucht um aufgenommen zu werden, dass es keine rechtlosen Mitbewohner (Nichtbürger) mehr gibt, und dass wir nicht mehr mit Schwertern herumlaufen! Echt seltsam, wie sich das alles entwickelt hat.
In der Tat.
Jetzt haben alle das Recht zu nix. Toll. :-)

Dass es mit den Waffen auch anders geht zeigt zB Österreich und die Schweiz.

lucid
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Re: Führen von Hieb- und Stichwaffen (WaffG)

Beitrag von lucid » 06.08.16, 16:46

Name4711 hat geschrieben:Wer will auch schon mit dem Degen durch die Fußgängerzone pilgern
Ich!!
Aber es geht mehr um den Terrorslum in dem ich wohne als um Fussgängerzonen.
- den nehmen sie doch, Waffengesetz hin oder her, sowieso zur Untersuchung mit... Da denken doch die Touristen der Zirkus ist in der Atadt und die Terroristern platzen gleich vor Lachen :devil: spart den Sprenggürtel :lachen:
:P

Imho sind Schwerter die effektivste Vertiedigungswaffe sofern man unter Schusswaffen bleiben will.
(Und was Coolness betrifft nur knapp unter Kampfflugzeugen.)

SusanneBerlin
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Re: Führen von Hieb- und Stichwaffen (WaffG)

Beitrag von SusanneBerlin » 06.08.16, 16:59

Imho sind Schwerter die effektivste Vertiedigungswaffe sofern man unter Schusswaffen bleiben will.
Und den Unterschied zwischen Verteidigungs- und Angriffswaffe machen Sie woran fest?

Je cooler die Waffe aussieht, desto weniger wird man angegriffen?

Die Rechtslage haben wir ja schon lange verlassen. Jetzt geht es um den Coolness-Faktor der jeweiligen Waffe.
Thread kann also in die SC.
Grüße, Susanne

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Re: Führen von Hieb- und Stichwaffen (WaffG)

Beitrag von Name4711 » 06.08.16, 18:45

SusanneBerlin hat geschrieben:
lucid hat geschrieben: Ja wirklich seltsam, dass das Bürgerrecht nicht mehr nur den Männern vorbehalten ist, dass es kein Mindestalter gibt, dass man nicht wohlhabend sein muss, keinen Haus- und Grundbesitz haben muss, dass man keine Aufnahmegebühr zahlen muss, um Bürger zu werden, dass man nicht nur Bürger einer Stadt ist und in anderen Städten keine Rechte hat, dass auch unehelich Geborene Bürger sind, dass man keine Zustimmung der anderen Bürger braucht um aufgenommen zu werden, dass es keine rechtlosen Mitbewohner (Nichtbürger) mehr gibt, und dass wir nicht mehr mit Schwertern herumlaufen! Echt seltsam, wie sich das alles entwickelt hat.
Naja - wenn man sich gerade den Bereich der Justiz und besonders der Zivilgerichtbarkeit ansieht muss man sich fragen wie weit da die Entwicklung bisher gekommen ist...

Auf der einen Seite ist z.B. die anwaltliche Tätigkeit so geschätzt und geschützt, dass es abseits lächerlicher Beträge an Gerichten einen Anwaltszwang gibt - andererseits sind Beratungs - und PKH so armselig bemessen, dass sich sicher nur die besten ihrers Fachs dafür ein Bein ausreißen :ironie:

Warum dann nicht als ersten Schritt alle Bürger ein Schwert tragen lassen :christmas wär manchem mehr mit gedient...

lucid
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Re: Führen von Hieb- und Stichwaffen (WaffG)

Beitrag von lucid » 06.08.16, 22:01

SusanneBerlin hat geschrieben:
Imho sind Schwerter die effektivste Vertiedigungswaffe sofern man unter Schusswaffen bleiben will.
Und den Unterschied zwischen Verteidigungs- und Angriffswaffe machen Sie woran fest?

Je cooler die Waffe aussieht, desto weniger wird man angegriffen?

Die Rechtslage haben wir ja schon lange verlassen. Jetzt geht es um den Coolness-Faktor der jeweiligen Waffe.
Thread kann also in die SC.
Naja, die Ausgangsfrage wurde noch nicht geklärt.

Die Reichweite von Schwertern ist begrenzt, also muss man relativ nah an den Gegner rankommen, um ihn anzugreifen.
Da man Schwerter kaum verdeckt tragen kann hat jeder die Wahl ob er nahe genug kommen will oder nicht. Man signalisiert damit seine Verteidigungsbereitschaft.
Messer dagegen werden verdeckt getragen, so dass sich der Angreifer harmlos aussehend nähern kann.

Die meisten Kämpfe entstehen ohnehin auch nur, weil der Angreifer sich über die Wehrhaftigkeit (also Bewaffnung) des anderen irrt oder unsicher ist.
Es macht quasi nie Sinn für einen Räuber jem. anzugreifen der offen Waffen trägt weil das viel zu gefährlich ist. Verdeckte Waffen provozieren damit unnötige Konflikte weils ich jeder im Vorteil glaubt. Deshalb sind Messer für meine Begriffe Offensivwaffen.

hawethie
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Re: Führen von Hieb- und Stichwaffen (WaffG)

Beitrag von hawethie » 06.08.16, 22:04

Thread kann also in die SC.
gerne doch
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.

lucid
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Re: Führen von Hieb- und Stichwaffen (WaffG)

Beitrag von lucid » 07.08.16, 07:24

hawethie hat geschrieben:
Thread kann also in die SC.
gerne doch
lucid hat geschrieben: Naja, die Ausgangsfrage wurde noch nicht geklärt.

Ronny1958
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Re: Führen von Hieb- und Stichwaffen (WaffG)

Beitrag von Ronny1958 » 07.08.16, 10:34

hawethie hat geschrieben:
Thread kann also in die SC.
gerne doch
Vielleicht sollte man die Threads welche dieser von mir ignorierte User anstrengt, automatisch in die SC umleiten.

Inhaltlich sind hier für mich nur drei Threads überhaupt sichtbar.
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

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