Zwei-Klassen-Justiz

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freemont
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Re: Zwei-Klassen-Justiz

Beitrag von freemont » 10.05.17, 09:31

cmd.dea hat geschrieben:
freemont hat geschrieben:Berechtigte Kritik ist "mit Dreck bewerfen"
Ob es überghaupt berechtigte Kritik ist, war von Anfang an das Thema, wozu viel geschrieben wurde, was Sie natürlich nicht gelesen haben (dass Sie Dinge ohne ausreichende Informationen beurteilen, ist hingegen altbekannt). Ihr Einwand ist daher irrelevant.
wenn man "keine Ahnung hat" ist man gar nicht autorisiert zu kritisieren.
Das Sie das wundert, erstaunt mich nicht.
Und Sie wollen das auch noch als Glanzstück des Rechtsstaats verkaufen mit dem die "Interessen der Opfer gefördert" werden.
Sie haben wie üblich den Beitrag nicht gelesen und daher natürlich auch nicht verstanden.

Ich schäme mich jetzt tatsächlich für Sie.

cmd.dea
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Re: Zwei-Klassen-Justiz

Beitrag von cmd.dea » 10.05.17, 09:46

freemont hat geschrieben:Ich schäme mich jetzt tatsächlich für Sie.
Weil Sie meine Beiträge nicht lesen? Da kann ich doch nichts dafür.

Aber gut, machen wir doch einmal wieder unser lustiges Spiel, in dem Sie irgendwelche Dinge behaupten, ich Sie dann frage, woher Sie das haben, und Sie sich dann wieder kleinlaut aus der Diskussion zurückziehen.

Sie haben behauptet:

Und Sie wollen das auch noch als Glanzstück des Rechtsstaats verkaufen mit dem die "Interessen der Opfer gefördert" werden.

Und jetzt zeigen Sie mir bitte einmal, wo das steht oder wo ich mich überhaupt dazu positioniert habe, ob die Ermittlungsarbeit in dieser Sache ordnungsgemäß gelaufen ist oder nicht.


Und wenn Sie schon dabei sind:

Ich warte nach wie vor hier (Sie haben behauptetet: In der Threaderöffnung stünde, dass die Klageänderung erklärt worden sei, und ich fragte wo das da stehen soll) und hier (Sie haben behauptetet: Kein Mensch weiss, ob der Verzug vor der Rechtshängigkeit vorgelegen hat, bzw. ob das bewiesen werden kann, und ich fragte, welche Relevanz das dort habe) auf Ihre Antworten. Alles Fälle irgendwelcher Behauptungen von Ihnen auf deren Erklärung/Beleg ich noch immer warte.

Auf jetzt. Diesmal glaube ich ganz fest an Sie, dass Sie das hinkriegen. Es geht los....

gmmg
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Re: Zwei-Klassen-Justiz

Beitrag von gmmg » 10.05.17, 12:06

cmd.dea hat geschrieben:Und jetzt zeigen Sie mir bitte einmal, wo das steht oder wo ich mich überhaupt dazu positioniert habe, ob die Ermittlungsarbeit in dieser Sache ordnungsgemäß gelaufen ist oder nicht.
Wenn ich hier mal mit einhaken darf weil es mich auch betrifft: Sie positionieren sich natürlich nur selten direkt, schieben aber ständig Aussagen wie "eine lange und damit sorgfältigere Ermittlungsarbeit" ein um quasi den Eindruck zu vermitteln, dass die Ermittlungszeit von 7 Jahren an sich ein ganz besonderes Qualitätsmerkmal wäre. Man könnte dann meinen am BER wird auch ein ganz besonderes Meisterstück abgeliefert. Und auch wenn ich vom Bau wenig Ahnung habe liegt für mich auf der Hand, dass es umgekehrt ist.
Wenn man die von Ihnen postulierte Sorgfältigkeit damit kritisiert, dass bspw. ein Gutachter beautragt wurde bei dem Befangenheit zu befürchten ist, dann tun Sie so als liese sich das prinzipiell nicht im Vorhinein klären, was nun überhaupt nicht überzeugend erscheint. Wenn die Staatsanwaltschaft dies nicht tut oder dazu in der Lage ist scheint es mir nicht weit her zu sein mit der Kompetenz und Sorgfalt.
cmd.dea hat geschrieben:Tatsächlich bestätigt sich auch hier das, was ich von Anfang an gesagt habe: Ihnen geht es primär nur darum, "die da oben" im Allgemeinen und die StA im Besonderen mal ordentlich mit Dreck zu bewerfen. Dass eine lange und damit sorgfältigere Ermittlungsarbeit, die ja nun nach eingehender Überprüfung durch das OLG tatsächlich auch dazu geführt hat, dass das Verfahren eröffnet wird, damit eventuell genau Ihren Zweck erfüllt und die Interessen der Opfer gefördert haben könnte, stört da natürlich nur.
Da ist sie wieder, die ewige Sorgfältigkeit. Und es ist dann alles prima, wenn nach 7 Jahren die Klage endlich angenommen und es Erklärungen für die Verzögerungen gibt? Nun, es gibt für fast alles Erklärungen, nur leider sind sie mitunter nicht zufriedenstellend. Dies ist für mich hier der Fall, und dann erlaube ich mir auch spitze Kritik vorzubringen, ganz ohne Fachmannn zu sein. Oder darf nur eine erlauchte Gemeinschaft darüber sprechen? Dass gerade die Richterriege darin geübt ist jegliche äußere Kritik am System zurückzuweisen ist ja hinlänglich bekannt.

cmd.dea
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Re: Zwei-Klassen-Justiz

Beitrag von cmd.dea » 10.05.17, 12:53

gmmg hat geschrieben:Sie positionieren sich natürlich nur selten direkt, schieben aber ständig Aussagen wie "eine lange und damit sorgfältigere Ermittlungsarbeit" ein um quasi den Eindruck zu vermitteln, dass die Ermittlungszeit von 7 Jahren an sich ein ganz besonderes Qualitätsmerkmal wäre.
Nein, das ist alleine Ihre Schlussfolgerung aus einer Aussage, die ich nicht getätigt habe.

Der Hinweis auf die Anforderungen dieses Ermittlungsverfahren diente alleine dazu, Ihnen klarzumachen, dass Sie die Sache erstens nicht so einfach beurteilen können. Zweitens geht es schlicht um Informationen, die man eben berücksichtigen muss, will man versuchen, die Dinge zu bewerten.

Dass Sie daraus, dass man die Dinge etwas näher betrachtet, schon schließen, dass ich eine Meinung zu dem Verfahren selbst hätte, ist schlicht ein Fehler Ihrer Beurteilungstätigkeit.
Wenn man die von Ihnen postulierte Sorgfältigkeit damit kritisiert, dass bspw. ein Gutachter beautragt wurde bei dem Befangenheit zu befürchten ist, dann tun Sie so als liese sich das prinzipiell nicht im Vorhinein klären, was nun überhaupt nicht überzeugend erscheint.
Nein, auch das lesen nur Sie so. Allerdings sind die Dinge schlicht etwas komplizierter, so dass eine Schlussfolgerung rückwärts, wie Sie es gerne hätten, eben nicht funkioniert.
Wenn die Staatsanwaltschaft dies nicht tut oder dazu in der Lage ist scheint es mir nicht weit her zu sein mit der Kompetenz und Sorgfalt.
Und da sind wir wieder am Anfang: Das können Sie so nicht beurteilen.
cmd.dea hat geschrieben:Da ist sie wieder, die ewige Sorgfältigkeit. Und es ist dann alles prima, wenn nach 7 Jahren die Klage endlich angenommen und es Erklärungen für die Verzögerungen gibt?
Auch das hat niemand gesagt. Wie bereits mehrfach erklärt, habe ich mich dazu nicht positioniert. Das Sie das nicht verstehen können oder wollen, ist nicht mein Problem.
Nun, es gibt für fast alles Erklärungen, nur leider sind sie mitunter nicht zufriedenstellend.
Da Sie nicht einmal die Erklärungen kennen, ist die Frage, ob diese zufriedenstellen sind, wenig relevant.
Dies ist für mich hier der Fall, und dann erlaube ich mir auch spitze Kritik vorzubringen, ganz ohne Fachmannn zu sein.
Das steht Ihnen frei, so wie ich mir erlaube, die tatsächlichen Hintergründe Ihrer Beiträge ebenfalls zu bewerten.
Dass gerade die Richterriege


Und da es wieder persönlich wird, sind wir auch schon wieder fertig.

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Re: Zwei-Klassen-Justiz

Beitrag von gmmg » 11.05.17, 18:41

cmd.dea hat geschrieben:Nein, das ist alleine Ihre Schlussfolgerung aus einer Aussage, die ich nicht getätigt habe.
Man kann das bei Ihnen auch zwischen den Zeilen lesen. Sie echauffieren sich hier so gegen meine Kritik, irgend einen Grund muss das ja haben. Bitte unterstellen Sie jetzt nicht wieder ich möchte nur mit Dreck werfen. Oder haben sie mich mit einem Schäufelchen in der Hand gesehen?
cmd.dea hat geschrieben:Dass Sie daraus, dass man die Dinge etwas näher betrachtet, schon schließen, dass ich eine Meinung zu dem Verfahren selbst hätte, ist schlicht ein Fehler Ihrer Beurteilungstätigkeit.
Ich denke schon dass Sie eine Meinung haben. Vielleicht sollten Sie die auch mal kundtun, anstatt sich hinter der Zurückweisung von Kritik zu verstecken.
cmd.dea hat geschrieben:Nein, auch das lesen nur Sie so. Allerdings sind die Dinge schlicht etwas komplizierter, so dass eine Schlussfolgerung rückwärts, wie Sie es gerne hätten, eben nicht funkioniert.
Was erwarten Sie denn, wenn Sie sachliche Kritik mit billigen Aussagen wie der folgenden kontern?
cmd.dea hat geschrieben:Verstehe, die hätten nicht den Gutachter aus der Datei "befangene Gutachter", sondern die daneben mit "nichtbefangene Gutachter" nehmen sollen. Was sind die auch blöd...
cmd.dea hat geschrieben:Das steht Ihnen frei, so wie ich mir erlaube, die tatsächlichen Hintergründe Ihrer Beiträge ebenfalls zu bewerten.
Die Behauptung anderer Hintergründe als hier vorgebracht ist doch reine Spekulation.
cmd.dea hat geschrieben:Und da es wieder persönlich wird, sind wir auch schon wieder fertig.
Ich habe Aussagen zu einer Gruppe von Personen verlinkt. Was ist daran persönlich?

cmd.dea
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Re: Zwei-Klassen-Justiz

Beitrag von cmd.dea » 11.05.17, 19:18

gmmg hat geschrieben:Man kann das bei Ihnen auch zwischen den Zeilen lesen.
Wenn man will, kann man angeblich alles zu interpretieren, wie man es gerne hätte. Da müssten Sie schon mehr bringen. Die wollen mir halt um jeden Preis eine Meinung unterstellen, nur weil ich Ihre völlig substantslosen Behauptungen nicht einfach übernehme. Das funktioniert leider nicht.
Sie echauffieren sich hier so gegen meine Kritik, irgend einen Grund muss das ja haben.
Hat es auch: Ich habe etwas gegen Menschen, die Behauptungen aufstellen und anderen Fehler vorwerfen, ohne Ahnung davon zu haben, worum es überhaupt geht. Das ist nicht nur Diskussionskultur auf Niedrigsnivieau, sondern genau die Art von Hetze, die den an sich wichtigen öffentlichen Diskurs auch oder gerade im Interent so in Verruf bringt. Und Sie sind ein klassisches Beispiel dafür. Keine Ahnung, aber andere erstmal als unfähig betiteln.
Bitte unterstellen Sie jetzt nicht wieder ich möchte nur mit Dreck werfen. Oder haben sie mich mit einem Schäufelchen in der Hand gesehen?
Das haben Sie schon seit dem ersten Beitrag hier jedem gezeigt.
cmd.dea hat geschrieben:Ich denke schon dass Sie eine Meinung haben.
Es ist wirklich faszinierend - ein anderer Ausdruck ist hier nicht mehr passend -, wie undenkbar es für Sie ist, dass man zu einer Sache keine Meinung haben kann. Das scheint für Sie wirklich völlig außerhalb jeder Vorstellungskraft zu sein, egal wie wenig man von der Materie weiß. Aber Ihre Beiträge sprechen natürlich genau diese Sprache. .
cmd.dea hat geschrieben:Was erwarten Sie denn, wenn Sie sachliche Kritik mit billigen Aussagen wie der folgenden kontern?
Da ich keine sachliche Kritik sehe, sondern nur eine Unterstellung, die auf keinerlei Tatsachenkenntnis basiert - was ja Ihrerseits auch nicht bestritten wird - ist die Frage obsolet.
cmd.dea hat geschrieben:Die Behauptung anderer Hintergründe als hier vorgebracht ist doch reine Spekulation.
Da Sie selbst zu geben, von der Materie keine Ahnung zu haben und das auch nicht zu müssen, aber dennoch über eine Materie und Beteiligte urteilen, ist diese nicht allzuweit hergeholt. Sie selbst haben die Beurteilungsgrundlage ja hier ins Forum geschrieben.
cmd.dea hat geschrieben:Ich habe Aussagen zu einer Gruppe von Personen verlinkt. Was ist daran persönlich?
Jaja, iss schon klar.

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Re: Zwei-Klassen-Justiz

Beitrag von freemont » 11.05.17, 20:55

gmmg hat geschrieben:
cmd.dea hat geschrieben:Nein, das ist alleine Ihre Schlussfolgerung aus einer Aussage, die ich nicht getätigt habe.
Man kann das bei Ihnen auch zwischen den Zeilen lesen. Sie echauffieren sich hier so gegen meine Kritik, irgend einen Grund muss das ja haben. Bitte unterstellen Sie jetzt nicht wieder ich möchte nur mit Dreck werfen. Oder haben sie mich mit einem Schäufelchen in der Hand gesehen?
...

Das führt doch zu nichts. Man sollte lieber darüber nachdenken, weshalb das denn so unzumutbar lange gedauert hat. Und was man tun kann um das künftig zu vermeiden.

Das Gesamtproblem ist ja auch wichtiges Thema im laufenden NRW-Wahlkampf. Laut Umfragen SPD 30 %, Grüne 7% (2012: 39,1 bzw. 11,3%). Also über 13% verloren. Das hat sehr viel mit der mangelhaften "Sicherheitsarchitektur" zu tun. Der Wähler scheint das Versagen der Politik erkannt zu haben.

In Strafprozssen kann bloß individuelle Schuld festgestellt werden. Das reicht hier bei weitem nicht. Die strukturellen Fehler im System, die das individuelle Versagen auslösen, bleiben so im Dunkeln, es ändert sich nichts. Dann springen eben wieder ein paar Leute im nachgeordneten Bereich über die Klinge, wenn es zum nächsten Skandal kommt. Am eigentlichen Problem ändert sich nichts.

Es besteht jetzt begründete Hoffnung, dass sich nach den Wahlen Vieles ändern wird. In der RiStBV finden sich zu Massenverfahren keine Regelungen. Da würde mir etliches einfallen, was man dort regeln könnte. Im Moment findet sich nur das, das ist zu dünn, da müsste ganz erheblich mehr Feinarbeit geleistet und das Ermittlungsverfahren ins 21. Jahrhundert geführt werden:
5
Beschleunigung

(1) Die Ermittlungen sind zunächst nicht weiter auszudehnen, als nötig ist, um eine schnelle Entscheidung über die Erhebung der öffentlichen Klage oder die Einstellung des Verfahrens zu ermöglichen. Hierbei sind insbesondere die Möglichkeiten der §§ 154, 154a StPO zu nutzen.
(2) Die Ermittlungshandlungen sind möglichst gleichzeitig durchzuführen (vgl. Nr. 12).
(3) Der Sachverhalt, die Einlassung des Beschuldigten und die für die Bemessung der Strafe oder für die Anordnung einer Maßnahme (§ 11 Abs. 1 Nr. 8 StGB) wichtigen Umstände sind so gründlich aufzuklären, dass die Hauptverhandlung reibungslos durchgeführt werden kann.
(4) In Haftsachen sind die Ermittlungen besonders zu beschleunigen. Das gleiche gilt für Verfahren wegen Straftaten, die den öffentlichen Frieden nachhaltig gestört oder die sonst besonderes Aufsehen erregt haben, und für Straftaten mit kurzer Verjährungsfrist.
...
11
Ermittlungen durch andere Stellen
...
(2) Ist zu erwarten, dass die Aufklärung einer Straftat schwierig sein wird oder umfangreiche Ermittlungen erforderlich werden, empfiehlt es sich, die durchzuführenden Maßnahmen und deren Reihenfolge mit den beteiligten Stellen zu besprechen.

12
Versendung der Akten, Hilfs- oder Doppelakten
(1) Ermittlungsersuchen sind möglichst so zu stellen, dass die Ermittlungen gleichzeitig durchgeführt werden können (Nr. 5 Abs. 2, Nr. 10, 11). Von der Beifügung der Ermittlungsakten ist abzusehen, wenn durch die Versendung eine Verzögerung des Verfahrens eintreten würde und wenn der für die Ermittlung maßgebliche Sachverhalt in dem Ersuchen dargestellt oder aus einem Aktenauszug entnommen werden kann.
(2) In geeigneten Fällen sind Hilfs- oder Doppelakten anzulegen. Dies gilt insbesondere, wenn Haftprüfungen oder Haftbeschwerden zu erwarten sind.
In der Realität gibt es aber ganz andere Probleme, heute, Berliner TSP:

http://www.tagesspiegel.de/berlin/kriti ... 83456.html
„Die Arbeitsbelastung bei der Staatsanwaltschaft bleibt hoch“, sagte der Vorsitzende der Vereinigung Berliner Staatsanwälte (VBS), Ralph Knispel. „Die Kollegen müssen zu viele Dinge erledigen, die nichts mit Strafverfolgung zu tun haben, Akten schleppen, Faxe versenden, Kopien fertigen.“ Alles behindere die Effizienz der Strafverfolgung.
Wenn die hochdotierten Juristen Aktendoppel anfertigen und den Aktenkram erledigen müssen kann das natürlich nichts werden. Die Einstellungen "wegen geringer Schuld" haben sich in den vergangenen 5 Jahren glatt verdoppelt. Die Zweifel am Rechtsstaat wachsen.

Mount'N'Update

Re: Zwei-Klassen-Justiz

Beitrag von Mount'N'Update » 11.05.17, 22:12

gmmg hat geschrieben:Sie positionieren sich natürlich nur selten direkt, schieben aber ständig Aussagen wie "eine lange und damit sorgfältigere Ermittlungsarbeit" ein um quasi den Eindruck zu vermitteln, dass die Ermittlungszeit von 7 Jahren an sich ein ganz besonderes Qualitätsmerkmal wäre. Man könnte dann meinen am BER wird auch ein ganz besonderes Meisterstück abgeliefert. Und auch wenn ich vom Bau wenig Ahnung habe liegt für mich auf der Hand, dass es umgekehrt ist.
Auch wenn Sie Äpfel mit Schraubenzieher vergleichen: Die Ermittlungen dauerten 7 Jahre, der BER ist seit 21 Jahren in Planung, der Flughafen München dauerte 30 Jahre. Ich denke, die Zeit, die die Staatsanwaltschaft benötigte, war unter diesen Umständen doch durchaus angemessen.

Und um es mal ganz klar zu sagen: Schnellschüsse helfen im Rechtsstaat nicht. Zwar kommt es schneller zu einem Prozess, dafür aber - wegen der schlechten Arbeit der Justiz - zum Gang durch alle Instanzen. Ob da wirklich Zeit eingespart wird, bleibt dahingestellt. Personal und Ressourcen jedenfalls nicht.

Wir haben sicher nicht die schnellste Justiz - aber die beste!

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Re: Zwei-Klassen-Justiz

Beitrag von gmmg » 11.05.17, 22:29

Mount'N'Update hat geschrieben:Auch wenn Sie Äpfel mit Schraubenzieher vergleichen: Die Ermittlungen dauerten 7 Jahre, der BER ist seit 21 Jahren in Planung, der Flughafen München dauerte 30 Jahre. Ich denke, die Zeit, die die Staatsanwaltschaft benötigte, war unter diesen Umständen doch durchaus angemessen.
Wer vergleicht denn jetzt diese Zeiträume miteinander? Kleiner Tip: Ich bin es nicht.
Und um es mal ganz klar zu sagen: Schnellschüsse helfen im Rechtsstaat nicht.
Saubere Arbeit aber schon. Das bemängelte Gutachten muss sich die Staatsanwaltschaft zurechnen lassen. Neben der Sorge der Befangenheit des Gutachters Keith Still wurd sein Gutachten als bruckstückhaft bezeichnet.
Und aufgrund der langen Verfahrensdauer "sind mögliche Vergehen der Polizei bereits verjährt". Die, die der Anklagebeörde am nähesten stehen sind schon mal raus. Das wird die auf Opferseite Betroffenen wohl kaum erleichtern.
Mount'N'Update hat geschrieben:Wir haben sicher nicht die schnellste Justiz - aber die beste!
In den Abgasskandal verwickelte VW-Vorstände sehen das sicherlich genauso. :lachen:

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Re: Zwei-Klassen-Justiz

Beitrag von Tastenspitz » 12.05.17, 06:54

gmmg hat geschrieben:Ich bin es nicht.
Stimmt. Ihre Vergleich sind natürlich schlüssig und einschlägig.
gmmg hat geschrieben:Das bemängelte Gutachten muss sich die Staatsanwaltschaft zurechnen lassen.
Ja. Und...?
Ich habe es nicht gelesen. Aber wenn es denn nicht tauglich ist, woher hätte die StA diese Information vorher bekommen können? Vermutlich wurde der Gutachter anhand der Erfahrungen und Reputation ausgewählt. Die Frage ist also, war diese Wahl falsch anhand der zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Informationen.
Vllt. finden sie dazu auch einen erhellenden Artikel.
gmmg hat geschrieben:Und aufgrund der langen Verfahrensdauer "sind mögliche Vergehen der Polizei bereits verjährt".
Möglich. Verjährung ist nun mal ein Rechtsgrundsatz. Weshalb sollte der hier plötzlich nicht mehr gelten?
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

cmd.dea
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Re: Zwei-Klassen-Justiz

Beitrag von cmd.dea » 12.05.17, 07:27

gmmg hat geschrieben:
Mount'N'Update hat geschrieben:Auch wenn Sie Äpfel mit Schraubenzieher vergleichen: Die Ermittlungen dauerten 7 Jahre, der BER ist seit 21 Jahren in Planung, der Flughafen München dauerte 30 Jahre. Ich denke, die Zeit, die die Staatsanwaltschaft benötigte, war unter diesen Umständen doch durchaus angemessen.
Wer vergleicht denn jetzt diese Zeiträume miteinander? Kleiner Tip: Ich bin es nicht.
Sie schrieben also nicht:

Die Ermittlungstätigkeit ist auch egal, wenn sie keine greifbaren Ergebnisse liefert. Das ist wie beim BER: da hat man viel geplant und gebaut. Nur das Ergebnis ist bisher unbrauchbar.

Oder wie genau war das dann gemeint, hm?

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Re: Zwei-Klassen-Justiz

Beitrag von gmmg » 12.05.17, 19:27

Tastenspitz hat geschrieben:Ja. Und...?
Ich habe es nicht gelesen. Aber wenn es denn nicht tauglich ist, woher hätte die StA diese Information vorher bekommen können? Vermutlich wurde der Gutachter anhand der Erfahrungen und Reputation ausgewählt. Die Frage ist also, war diese Wahl falsch anhand der zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Informationen.
Ja ganz schlecht. In meiner Branche ist es üblich, bei Auftragsvergaben auch mal nach dem Zwischenstand zu schauen, und rechtzeitig einzugreifen wenn sich abzeichnet dass der Auftragnehmer nicht wie erwartet vorankommt. In der Justiz scheint man hingegen stark auf das Prinzip Hoffnung zu setzen.

Tastenspitz hat geschrieben:Möglich. Verjährung ist nun mal ein Rechtsgrundsatz. Weshalb sollte der hier plötzlich nicht mehr gelten?
Natürlich gilt der, deshalb muss man sich ja auch ein bisschen ranhalten und nicht auf einen Gutachter warten und Däumchen drehen.

cmd.dea hat geschrieben:Oder wie genau war das dann gemeint, hm?
Das ist eine Gegenüberstellung von Vorgängen, kein Vergleich von Zeiträumen. Ein Gebirge braucht zu seiner Entwicklung Zeit, ebenso wie eine Eintagsfliege. Jetzt verstanden?
cmd.dea hat geschrieben:Ich habe etwas gegen Menschen, die Behauptungen aufstellen und anderen Fehler vorwerfen, ohne Ahnung davon zu haben, worum es überhaupt geht. Das ist nicht nur Diskussionskultur auf Niedrigsnivieau, sondern genau die Art von Hetze, die den an sich wichtigen öffentlichen Diskurs auch oder gerade im Interent so in Verruf bringt. Und Sie sind ein klassisches Beispiel dafür. Keine Ahnung, aber andere erstmal als unfähig betiteln.
Der gravierende Unterschied ist aber: hier ist die Speakers Corner, die Ecke für Unsachlichkeiten. Hier werden keine wichtigen Entscheidungen getroffen oder gar Menschen verurteilt. Was ich hier sage spielt für andere überhaupt keine Rolle, es sei denn sie interessieren sich aus freien Stücken dafür. Daher sind auch andere Maßstäbe anzusetzen als an die Arbeit der Justiz. Wenn ich hier Zeit verplempere ist das meine Privatangelegenheit, die Justiz hat aber einen gesellschaftlichen Auftrag. Das scheint sie manchmal zu vergessen und sich mit Selbstherrlichkeit zu begnügen.

cmd.dea hat geschrieben:Das haben Sie schon seit dem ersten Beitrag hier jedem gezeigt.
Na vor allem einer regt sich auf. Zufällig ein Justizangestellter, der selbst in seiner Freizeit nicht ab kann dass jemand Kritik am System vorbringt. Machen Sie doch mal Feierabend. Und wollten Sie nicht längst hier raus sein? :liegestuhl:

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Re: Zwei-Klassen-Justiz

Beitrag von cmd.dea » 12.05.17, 20:20

gmmg hat geschrieben:Das ist eine Gegenüberstellung von Vorgängen, kein Vergleich von Zeiträumen. Ein Gebirge braucht zu seiner Entwicklung Zeit, ebenso wie eine Eintagsfliege. Jetzt verstanden?
Ich verstehe, dass Sie unsinnige Vergleiche ziehen, von denen Sie später nichts mehr wissen wollen.
cmd.dea hat geschrieben:Der gravierende Unterschied ist aber: hier ist die Speakers Corner, die Ecke für Unsachlichkeiten. Hier werden keine wichtigen Entscheidungen getroffen oder gar Menschen verurteilt. Was ich hier sage spielt für andere überhaupt keine Rolle, es sei denn sie interessieren sich aus freien Stücken dafür. Daher sind auch andere Maßstäbe anzusetzen als an die Arbeit der Justiz. Wenn ich hier Zeit verplempere ist das meine Privatangelegenheit, die Justiz hat aber einen gesellschaftlichen Auftrag. Das scheint sie manchmal zu vergessen und sich mit Selbstherrlichkeit zu begnügen.
Soso, wenn man keine Entscheidungen treffen muss, kann man andere also frei nach Laune und bar jeglicher Informationen mit Dreck bewerfen. Das ist wohl die armseligste Ausrede dafür, unqualifizierte Behauptungen und Vorwürfe von sich zu geben, die ich je gehört habe. Aber es ist zumindest ehrlich.
cmd.dea hat geschrieben:Na vor allem einer regt sich auf. Zufällig ein Justizangestellter, der selbst in seiner Freizeit nicht ab kann dass jemand Kritik am System vorbringt.
Ist schon gut. Dass Ihr Denkschema keinen anderen Schluss zulässt (und Sie wiederum persönlich werden, was Sie wohl nicht anders können), haben Sie ja nun ausreichend unter Beweis gestellt. Es war auch nicht wirklich mehr zu erwarten.

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Re: Zwei-Klassen-Justiz

Beitrag von gmmg » 13.05.17, 23:16

Bevor der Begriff Justizopfer hier noch eine ganz neue Bedeutung erhält mal ganz sachlich gefragt: Wie kann es sein, dass für einige Beteiligte Verjährung eintritt? (Vgl. hier). Es müsste sich doch stets um denselben Tatvorwurf (fahrlässge KV / mit Todesfolge) handeln, und nur der individuelle Beitrag dazu unterschiedlich ausfallen.

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Re: Zwei-Klassen-Justiz

Beitrag von freemont » 15.05.17, 07:40

gmmg hat geschrieben:Bevor der Begriff Justizopfer hier noch eine ganz neue Bedeutung erhält mal ganz sachlich gefragt: Wie kann es sein, dass für einige Beteiligte Verjährung eintritt? (Vgl. hier). Es müsste sich doch stets um denselben Tatvorwurf (fahrlässge KV / mit Todesfolge) handeln, und nur der individuelle Beitrag dazu unterschiedlich ausfallen.

Nachdem das Wahlergebnis jetzt fest steht, wird die "Bosbach-Kommission" eingerichtet werden.

https://www.cdu-nrw.de/sites/default/fi ... ission.pdf

Mitglied ist auch Dr. Lesmeister, Duisburg. Volljuristin, aber auch Polizeikommissarin im Werdegang.

Es tut sich also konstruktiv etwas.

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