Ist die AfD nun eigentlich Links oder Rechts?

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hambre
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Re: Ist die AfD nun eigentlich Links oder Rechts?

Beitrag von hambre » 25.09.17, 14:49

Warum wird die AfD eigentlich als rechts von der CDU geführt?
Weil das danach geht, welche Themen die Partei in den Vordergrund schiebt.
Für mich ist die AfD eine Partei am linken und nicht am rechten Rand.
Mit der Auffassung stehst Du aber ziemlich alleine da. Eine derartige Einstufung würde wohl auch die AfD selbst energisch bestreiten.
Jetzt ist die links-konservativ
Das ist ja nun ein Widerspruch in sich.
Erhöhung des Grundfreibetrags auf das pfändungsfreie Einkommen,"bezahlte Bürgerarbeit", Rente mit noch mehr Steuermitteln finanzieren, Familiensplitting
Und warum sind diese Forderungen "links"? Z.B. würde ich das Thema Familiensplitting eher als konservativ einordnen. Themen, die man offensichtlich und ausschließlich dem linken Spektrum zuordnen könnte, findet man dagegen nicht.

Außerdem sei darauf hingewiesen, dass eine unbestritten rechte Partei vor 80 Jahre den Begriff "sozialistisch" im Namen geführt hat.
Bezogen auf andere Aspekte sind die aber ganz klar links.
Mir fällt da gerade kein Beispiel für ganz klar links ein. Die von Dir genannten Beispiele gehören jedenfalls nicht dazu. Da würde ich sogar so weit gehen, dass einzelne Dinge, die Du ganz klar als links siehst, aus meiner Sicht tendenziell eher rechts sind.
Ne aber ich würde die AfD weder Links noch Rechts einordnen. Die sind irgendwo ganz anders. Vermutlich im Ergebnis eine Partei der Mitte.
So gesehen sind alle Parteien in der Mitte. Schön dass wir jetzt feststellen, dass es ja eigentlich gar keine extremistischen Parteien gibt. :ironie:

Der ganzen Argumentation liegt die irrige Vorstellung zu Grunde, dass es typisch links ist, etwas für Familien, Rentner und die "kleinen Leute" tun zu wollen. Das ist ganz und gar nicht der Fall und daran kann man den Unterschied zwischen links und rechts auch nicht festmachen. Letztlich reklamieren beide politische Richtungen für sich, genau diese Wählergruppen vertreten zu wollen, wenn auch mit deutlich unterschiedlichen Ansätzen.

An dem von Dir genannten Beispiel des Familiensplittings kann man das schön deutlich machen:
Es sind die Linken, die nicht nur kein Familiensplitting wollen, sondern sogar das bestehende Ehegattensplitting abschaffen wollen, weil es nach deren Auffassung zu einer Diskriminierung der Frauen führt. Auch in den Vergangenen Jahren wurde das Thema von den Schwarzen thematisiert und die Einführung des Familiensplittings ist an den Roten gescheitert.

hambre
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Re: Ist die AfD nun eigentlich Links oder Rechts?

Beitrag von hambre » 25.09.17, 14:49

Warum wird die AfD eigentlich als rechts von der CDU geführt?
Weil das danach geht, welche Themen die Partei in den Vordergrund schiebt.
Für mich ist die AfD eine Partei am linken und nicht am rechten Rand.
Mit der Auffassung stehst Du aber ziemlich alleine da. Eine derartige Einstufung würde wohl auch die AfD selbst energisch bestreiten.
Jetzt ist die links-konservativ
Das ist ja nun ein Widerspruch in sich.
Erhöhung des Grundfreibetrags auf das pfändungsfreie Einkommen,"bezahlte Bürgerarbeit", Rente mit noch mehr Steuermitteln finanzieren, Familiensplitting
Und warum sind diese Forderungen "links"? Z.B. würde ich das Thema Familiensplitting eher als konservativ einordnen. Themen, die man offensichtlich und ausschließlich dem linken Spektrum zuordnen könnte, findet man dagegen nicht.

Außerdem sei darauf hingewiesen, dass eine unbestritten rechte Partei vor 80 Jahre den Begriff "sozialistisch" im Namen geführt hat.
Bezogen auf andere Aspekte sind die aber ganz klar links.
Mir fällt da gerade kein Beispiel für ganz klar links ein. Die von Dir genannten Beispiele gehören jedenfalls nicht dazu. Da würde ich sogar so weit gehen, dass einzelne Dinge, die Du ganz klar als links siehst, aus meiner Sicht tendenziell eher rechts sind.
Ne aber ich würde die AfD weder Links noch Rechts einordnen. Die sind irgendwo ganz anders. Vermutlich im Ergebnis eine Partei der Mitte.
So gesehen sind alle Parteien in der Mitte. Schön dass wir jetzt feststellen, dass es ja eigentlich gar keine extremistischen Parteien gibt. :ironie:

Der ganzen Argumentation liegt die irrige Vorstellung zu Grunde, dass es typisch links ist, etwas für Familien, Rentner und die "kleinen Leute" tun zu wollen. Das ist ganz und gar nicht der Fall und daran kann man den Unterschied zwischen links und rechts auch nicht festmachen. Letztlich reklamieren beide politische Richtungen für sich, genau diese Wählergruppen vertreten zu wollen, wenn auch mit deutlich unterschiedlichen Ansätzen.

An dem von Dir genannten Beispiel des Familiensplittings kann man das schön deutlich machen:
Es sind die Linken, die nicht nur kein Familiensplitting wollen, sondern sogar das bestehende Ehegattensplitting abschaffen wollen, weil es nach deren Auffassung zu einer Diskriminierung der Frauen führt. Auch in den Vergangenen Jahren wurde das Thema von den Schwarzen thematisiert und die Einführung des Familiensplittings ist an den Roten gescheitert.

windalf
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Re: Ist die AfD nun eigentlich Links oder Rechts?

Beitrag von windalf » 25.09.17, 15:19

Das ist ja nun ein Widerspruch in sich.
Nö die Partei ist doch voller Widersprüche in sich... Für mich passt das...
Z.B. würde ich das Thema Familiensplitting eher als konservativ einordnen.
Für mich ist Ehegattensplitting konservativ. Familiensplitting links...
So gesehen sind alle Parteien in der Mitte. Schön dass wir jetzt feststellen, dass es ja eigentlich gar keine extremistischen Parteien gibt.
Ne das ist nicht mein Fazit. Mein Fazit ist man kann eine Partei der Mitte sein in dem man am rechten Rand und gleichzeitig am linken Rand extreme Positionen einnimmt.
Der ganzen Argumentation liegt die irrige Vorstellung zu Grunde, dass es typisch links ist, etwas für Familien, Rentner und die "kleinen Leute" tun zu wollen.
Aha und was ist es dann? Die CDU ist originär Arbeitgeberpartei. Diese Themen haben sich doch hauptsächlich nur richtig links innerhalb der CDU gewandelt, weil deren Wählerschaft stark altert.

Der Unterschied "für Familien etwas tun zu wollen" zwischen Links und konservertiv ist, dass die Linken da stumpf jedem was zukommen lassen wollen und die konservativen erher auf Steuererleichtungen setzten. Wer nichts verdient (und damit nichts absetzten kann) bekommt dann halt nix...
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

hambre
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Re: Ist die AfD nun eigentlich Links oder Rechts?

Beitrag von hambre » 25.09.17, 16:25

Nö die Partei ist doch voller Widersprüche in sich... Für mich passt das...
Für mich ist Ehegattensplitting konservativ. Familiensplitting links...
Wenn Du Dir Deine eigenen Definitionen schaffst, dann gelten die Linken vielleicht auch als Rechts.
Mein Fazit ist man kann eine Partei der Mitte sein in dem man am rechten Rand und gleichzeitig am linken Rand extreme Positionen einnimmt.
Die Auffassung teile ich nicht. Außerdem bestreite ich weiter, dass die AfD linke Positionen vertritt.
Die CDU ist originär Arbeitgeberpartei.
Das ist jetzt aber auch eine höchst private Interpretation von Dir, oder? Natürlich ist die CDU keine Arbeitgeberpartei und schon gar nicht ist sie originär Arbeitgeberpartei.
Diese Themen haben sich doch hauptsächlich nur richtig links innerhalb der CDU gewandelt, weil deren Wählerschaft stark altert.
Wieso altert die Wählerschaft der CDU stark? Die CDU war schon immer bei den älteren Wählern signifikant stärker als bei den jüngeren.
Der Unterschied "für Familien etwas tun zu wollen" zwischen Links und konservativ ist, dass die Linken da stumpf jedem was zukommen lassen wollen und die Konservativen eher auf Steuererleichterungen setzten. Wer nichts verdient (und damit nichts absetzten kann) bekommt dann halt nix...
Und warum ist das Familiensplitting dann links für Dich? Das ist doch eine Steuererleichterung für Familien, von der man nur profitieren kann, wenn man auch Steuern zahlt.

Du kannst von mir aus gerne Deine ganz privaten Definitionen von links und rechts erfinden. Allerdings solltest Du Dich nicht wundern, wenn Dich dann niemand versteht.

Celestro
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Re: Ist die AfD nun eigentlich Links oder Rechts?

Beitrag von Celestro » 25.09.17, 16:33

windalf hat geschrieben:Für mich ist Ehegattensplitting konservativ. Familiensplitting links...
Familiensplitting ist an sich weder das eine, noch das andere. Wenn aber eine Partei wie AFD oder CDU / CSU in Richtung Familiensplitting tendieren, weil Sie damit Homosexuelle möglichst von den "Geldtöpfen" fernhalten wollen, so wird die Stoßrichtung damit konservativ.

Die Linke dagegen möchte, das Ehen ohne Kinder nicht mehr so stark profitieren, sondern vielmehr das Geld zu Familien mit Kindern "umverteilen". Dies ist linke Politik.

hambre
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Re: Ist die AfD nun eigentlich Links oder Rechts?

Beitrag von hambre » 25.09.17, 17:11

Wenn aber eine Partei wie AFD oder CDU / CSU in Richtung Familiensplitting tendieren, weil Sie damit Homosexuelle möglichst von den "Geldtöpfen" fernhalten wollen,
Es gibt zahlreiche Gründe für ein Familiensplitting und genauso viele dagegen.

Dass mit einem Familiensplitting Homosexuelle von Geldtöpfen ferngehalten werden sollen habe ich aber noch nie gehört und das kann auch nicht stimmen, da es auch Homosexuelle gibt, die Kinder haben.

Konservativ ist beim Familiensplitting eher, dass es damit leichter fällt, dass die Frau für Kinder und Haushalt da ist. Da die Linken die Förderung so einer Rollenverteilung ablehnen und zudem Gutverdiener überproportional davon profitieren, sind sie gegen ein Familiensplitting.

windalf
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Re: Ist die AfD nun eigentlich Links oder Rechts?

Beitrag von windalf » 25.09.17, 18:29

Wenn Du Dir Deine eigenen Definitionen schaffst, dann gelten die Linken vielleicht auch als Rechts.
Meine Definition ist Umverteilung von dem der es erwirtschaftet hat zu dem der es nicht erwirtschaftet hat ist links (aus welchen Gründen auch immer man das tut). Im Wesentlichen trifft die das fast immer...

Sowas wie Ehegattensplitting ist deshalb aus meiner Sicht zunächst mal nicht Links, weil man in der Ehe beide Partner als eine wirtschaftende Einheit/Person sieht. Tut man das nicht wäre auch Ehegattensplitting links.
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Name4711
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Re: Ist die AfD nun eigentlich Links oder Rechts?

Beitrag von Name4711 » 25.09.17, 20:02

:lachen:
Meine Definition ist Umverteilung von dem der es erwirtschaftet hat zu dem der es nicht erwirtschaftet hat ist links...
Kommunisten würden dann ganz am rechten Rande liegen...

Die wollen nämlich immer zu denen umverteilen, die Alles "erwirtshaftet" haben von denen die nichts "erwirtschaftet" haben - Definition :lachen:

Old Piper
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Re: Ist die AfD nun eigentlich Links oder Rechts?

Beitrag von Old Piper » 26.09.17, 07:47

Mir gehen die Typen am Ar... vorbei.
Ob sie das nun rechts oder links tun, spielt dabei keine Rolle.
MfG
Old Piper
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Behörden- und Gerichtsentscheidungen sind zwar oft recht mäßig, aber meistens rechtmäßig.

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Re: Ist die AfD nun eigentlich Links oder Rechts?

Beitrag von Ronny1958 » 27.09.17, 12:52

Old Piper hat geschrieben:Mir gehen die Typen am Ar... vorbei.
Ob sie das nun rechts oder links tun, spielt dabei keine Rolle.
ThumbsUp mit einer Ergänzung:

Bevor die Typen rechts oder links am Gesäß vorbeigehen, sollten sie vorher die Mitte lecken. :devil:
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

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