... und dann noch von der Polizei geschlagen

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gmmg
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... und dann noch von der Polizei geschlagen

Beitrag von gmmg » 12.07.18, 11:15

https://www.tagesspiegel.de/berlin/berl ... 78268.html

https://www.tagesspiegel.de/politik/ang ... 93830.html

Interessanterweise liest man beim Professor nichts von einer Anzeige wegen Widerstands.

Man darf gespannt sein, ob und in welchem Fall hier Polizisten zur Rechenschaft gezogen werden.

FelixSt
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Re: ... und dann noch von der Polizei geschlagen

Beitrag von FelixSt » 12.07.18, 11:23

15 bis 20 Polizisten samt Hund als Helfer für einen Sicherheitsdienst, ausgelöst durch einen einzelnen Wildpinkler. Das sieht Berlin wieder mal ähnlich.

Ist die Berliner Polizei jetzt auch in Bonn zuständig?

gmmg
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Re: ... und dann noch von der Polizei geschlagen

Beitrag von gmmg » 12.07.18, 12:02

Die rücken in Berlin gern wie im Kriegsfall aus und fühlen sich wohl auch so. Mitunter sind auch beim Einsatz einelner Beamter bedauernswerte Kollateralschäden zu verzeichnen.

Ich kenne jetzt keine Untersuchung, welche die Herkunft von Polizisten in Hinblick auf ihre Gewaltanfälligkeit beleuchtet. Aber es spricht vieles dafür, dass es starke Zusammenhänge mit der Herkunft des polizeilichen Gegenübers gibt.
https://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/rassismus-bei-der-polizei-100.html hat geschrieben:Alexander Bosch, Polizeiexperte, Amnesty International: „Es sind keine bedauerlichen Einzelfälle, sondern wir sehen deutliche Anzeichen dafür, dass es in der Polizei einen strukturellen, also sogenannten institutionellen Rassismus gibt.

Charon-
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Re: ... und dann noch von der Polizei geschlagen

Beitrag von Charon- » 12.07.18, 13:16

gmmg hat geschrieben:Man darf gespannt sein, ob und in welchem Fall hier Polizisten zur Rechenschaft gezogen werden.
Ist das jetzt wieder ein Fall, wo nach einer Woche aus drei unschuldigen minderjährigen Flüchtlingen, die von der Polizei brutal geschlagen wurden, dann vier schwerkriminelle, bewaffnete Erwachsene werden?
Um der allgemeinen Sprachverwirrung des Siezens entgegenzuwirken, biete ich jedem Nutzer das dänische Umgangsduzen an.

Evariste
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Re: ... und dann noch von der Polizei geschlagen

Beitrag von Evariste » 12.07.18, 15:57

Charon- hat geschrieben:
gmmg hat geschrieben:Man darf gespannt sein, ob und in welchem Fall hier Polizisten zur Rechenschaft gezogen werden.
Ist das jetzt wieder ein Fall, wo nach einer Woche aus drei unschuldigen minderjährigen Flüchtlingen, die von der Polizei brutal geschlagen wurden, dann vier schwerkriminelle, bewaffnete Erwachsene werden?
Haben Sie die Artikel überhaupt gelesen? Ich sehe gerade, die Geschichte wurde auch von der Jerusalem Post aufgegriffen...

Tom Ate
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Re: ... und dann noch von der Polizei geschlagen

Beitrag von Tom Ate » 12.07.18, 16:33

Das Verhalten der in Hooligan-Manier auftretenden Sicherheitsleute gegenüber dem dunkelhäutigen jungen Mann sei offensichtlich rassistisch motiviert gewesen.
Das Präsidium schildert nach Rückfrage bei beteiligten Beamten eine andere Version: Die Einsatzzentrale habe gleich mehrere Anrufe wegen des Vorfalls erhalten. Es sei um ein vom Sicherheitsdienst verhängtes Hausverbot gegen einen „volljährigen, aggressiven Gast“ der Feier gegangen. „Ethnie, Phänotypus oder andere Merkmale“ seien „irrelevant, es sei denn, sie begründen die Tat“. Der Hund sei nach Aussage der beteiligten Beamten „mit aufgesetztem Beißkorb“ eingesetzt worden, und einige filmende und drängelnde Gäste seien zum Gehen aufgefordert worden, um „eine mögliche Befreiung des Tatverdächtigen durch Partygäste zu vermeiden und die stark emotionalisierte Situation zu beruhigen“.

—————————————————————————————————
Als er auf ihre Zurufe hin nicht stehen geblieben sei und sich gewehrt habe, hätten ihn Polizisten überwältigt, fixiert u
Auch Zeugen und Unbeteiligte können zur Aufklärung durch die Polizei angehalten und befragt werden. Rechtlich müssen sie anhalten, hält man nicht an und geht die Polizei wie hier irrtümlich davon aus, dass es der Täter ist, kann es schmerzhaft werden.

gmmg
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Re: ... und dann noch von der Polizei geschlagen

Beitrag von gmmg » 12.07.18, 16:34

Charon- hat geschrieben:Ist das jetzt wieder ein Fall, wo nach einer Woche aus drei unschuldigen minderjährigen Flüchtlingen, die von der Polizei brutal geschlagen wurden, dann vier schwerkriminelle, bewaffnete Erwachsene werden?
Wer hat behauptet, dass es sich dort um Minderjährige gehandelt hat? Macht sich ein Behördenvertreter nicht wie jeder andere strafbar, wenn er Betroffene allesamt als schwerkriminell verunglimpft? War 13:16 Uhr wieder zufällig Pause in der Dienststube, oder kommt der Steuerzahler auch noch für solche Propaganda auf?
Tom Ate hat geschrieben:Auch Zeugen und Unbeteiligte können zur Aufklärung durch die Polizei angehalten und befragt werden. Rechtlich müssen sie anhalten, hält man nicht an und geht die Polizei wie hier irrtümlich davon aus, dass es der Täter ist, kann es schmerzhaft werden.
Na, das kannst du wohl nicht ignorieren. In's Gesicht schlagen gehört also zum üblichen Handwerk dieser Truppe. Warum sich dann die Bonner Polizeipräsidentin gleich mal entschuldigt hat, wenn doch alles richtig gelaufen sein soll? Normalerweise dauert das viele Jahre, wenn überhaupt.

Mit der Herkunft der Betroffenen hat das alles ganz sicher nichts zu tun, versichert die PR-Abteilung.
Das Präsidium schildert nach Rückfrage bei beteiligten Beamten eine andere Version...
Unabhängige Zeugen sind meist die bessere Wahl als die einer Truppe, die sich im Korpsgeist einig ist. Und wo bleiben Bodycams? Die bräuchte es noch nicht einmal, wenn die Uniformierten vor Ort nicht wie so häufig Handys beschlagnehmen und Beweismittel unterdrücken.

Charon-
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Re: ... und dann noch von der Polizei geschlagen

Beitrag von Charon- » 13.07.18, 07:18

gmmg hat geschrieben:Wer hat behauptet, dass es sich dort um Minderjährige gehandelt hat?
Den Bezug zu der WG für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Lichtenberg nicht verstanden? Macht ja auch nichts, ist ja schon mehrere Wochen her, interessiert ja schon gar nicht mehr, was da eigentlich los war.
gmmg hat geschrieben:War 13:16 Uhr wieder zufällig Pause in der Dienststube, oder kommt der Steuerzahler auch noch für solche Propaganda auf?
Klar, jeder der dich kritisiert, muss vom Amt sein :lachen: :kopfstreichel:
gmmg hat geschrieben:Warum sich dann die Bonner Polizeipräsidentin gleich mal entschuldigt hat, wenn doch alles richtig gelaufen sein soll?
Es ist ja nunmal nicht alles richtig gelaufen, die Polizei sah den Betroffenen irrtümlich als Täter, das ist nun mal ein Fehler und eine Entschuldigung ist angebracht. Wäre genau das gleiche, wenn der Professor stehengeblieben wäre und von den Polizisten als Verdächtiger befragt worden wäre, auch dann wäre eine Entschuldigung angebracht gewesen. Wenn dem Professor tatsächlich ins Gesicht geschlagen wurde, ist das natürlich auch Körperverletzung, aber da laufen ja auch schon Ermittlungen.
gmmg hat geschrieben:wenn die Uniformierten vor Ort nicht wie so häufig Handys beschlagnehmen und Beweismittel unterdrücken.
Richtig, und wenn dann die ersten Videos in den Social Media auftreten, auf denen Festnahmen gefilmt werden, ist der Aufschrei wieder groß, warum die Polizei die Privatsphäre der Verhafteten nicht geschützt hat.
Aber ich bin völlig bei dir, Bodycams halte ich für sinnvoll.
Um der allgemeinen Sprachverwirrung des Siezens entgegenzuwirken, biete ich jedem Nutzer das dänische Umgangsduzen an.

Tom Ate
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Re: ... und dann noch von der Polizei geschlagen

Beitrag von Tom Ate » 13.07.18, 17:48

Bodycams wären dann sinnvoll, wenn der Datenschutz angepasst würde und die Dinger ständig filmen.

fool1
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Re: ... und dann noch von der Polizei geschlagen

Beitrag von fool1 » 13.07.18, 19:58

Moin!
gmmg hat geschrieben: War 13:16 Uhr wieder zufällig Pause in der Dienststube, oder kommt der Steuerzahler auch noch für solche Propaganda auf?
Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß es schwierig ist in diesem Forum eventuelle/offensichtliche Fehler der Polizeiarbeit zu erörtern.
Und dies als Teilnehmer auf beiden Seiten.

Aber so etwas bringt doch gar nix :oops: Mit etwas Sachlichkeit wäre wohl allen besser gedient.
Tom Ate hat geschrieben:Bodycams wären dann sinnvoll, wenn der Datenschutz angepasst würde und die Dinger ständig filmen.
Ernsthaft? Hat nicht auch ein deutscher Polizist das Recht auf ein bissel Privatsphäre bei der Arbeit?
Wo du doch des öfteren dagegen warst Polizisten überhaupt bei ihrer Arbeit zu filmen?

Gruss fool1
Nichts ist engherziger als Chauvinismus oder Rassenhaß. Mir sind alle Menschen gleich, überall gibt's Schafsköpfe und für alle habe ich die gleiche Verachtung. Nur keine kleinlichen Vorurteile!
Karl Kraus (1874 - 1936)

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Re: ... und dann noch von der Polizei geschlagen

Beitrag von gmmg » 14.07.18, 00:45

Charon- hat geschrieben:Den Bezug zu der WG für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Lichtenberg nicht verstanden?
Doch natürlich. Aber danke für die Klarstellung, somit gibt es keinen Zweifel, dass sich deine diffamierende Behauptung, es hätte sich bei den Angetroffenen um Schwerkriminelle gehandelt, auf jenen Vorfall und die dort Geschädigten bezieht. Jetzt kannst du dich mal entschuldigen gehen.

FelixSt
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Re: ... und dann noch von der Polizei geschlagen

Beitrag von FelixSt » 14.07.18, 13:05

Na super... Aus Gründen der Neutralität :lachen: ermittelt jetzt die Kölner Polizei... Ich lach mich schlapp... :lachen: :lachen: :lachen: Kölscher Klüngel gegen Bonner Totalversagen... :lol: :lol: :lol:

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Re: ... und dann noch von der Polizei geschlagen

Beitrag von gmmg » 14.07.18, 14:49

https://www.ksta.de/politik/geschlagene ... r-30958500

Der Fall ist ja nun gar nicht so verschieden zu den genannten Vorfällen in Berlin. Auch dort hat die Polizei nach Aussagen von Beteiligten völlig unverhältnismäßig Gewalt angewendet. Aber während in der Hauptstadt die Polizei ihr Vorgehen verteidigt, wird in Bonn sofort reagiert und versucht, die Sache unter irgendwie auszumerzen und unter der Decke zu halten. Sogar die Polizeipräsidentin eilt herbei. Solch ein Fall dürfte ziemlich einzigartig sein.

Dafür hat der Betroffene auch deutliche Worte:
"Der einzige Grund, warum ihn hinterher noch die Polizeipräsidentin aufgesucht habe, sei der Tatsache geschuldet, dass er Professor an einer amerikanischen Universität sei. „Wenn ich nur ein Underdog der deutschen Gesellschaft wäre, würde sich niemand dafür interessieren (und sicher würde auch niemand der Beschwerde glauben schenken)."

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