Ist der Verzicht auf "Höflichkeit" in Schreiben strafbar?

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Benutzer50
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Ist der Verzicht auf "Höflichkeit" in Schreiben strafbar?

Beitrag von Benutzer50 » 08.08.18, 11:24

Darf man bei Menschen die man nicht mag das "Sehr geehrt" und "Mit freundlichen Grüßen" ganz weglassen? Bzw. macht so etwas ein Schreiben vielleicht sogar unwirksam?

Je nach Satzaufbau soll es schließlich sogar gerichtlich als Beleidigung anerkannt werden, wenn man fremde Menschen duzt.

hawethie
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Re: Ist der Verzicht auf "Höflichkeit" in Schreiben strafbar

Beitrag von hawethie » 08.08.18, 11:59

Hi,
Anrede und Gruß muss nicht - ist auch nicht strafbar. Duzen kann schon anders aussehen.

Hier bei uns gilt: je unhöflicher ich angeschrieben werde, desto höflicher wird geantwortet - das bringt die zur Weißglut.
Also: Schreiben enthält "A..loch, P..sser, Idiot...." dann antworte ich: "Für Ihr (überaus) freundliches Schreiben vom...."
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.

Hr. Freitag
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Re: Ist der Verzicht auf "Höflichkeit" in Schreiben strafbar

Beitrag von Hr. Freitag » 08.08.18, 12:25

Benutzer50 hat geschrieben:Ist der Verzicht auf "Höflichkeit" in Schreiben strafbar?
:lachen:
Benutzer50 hat geschrieben:Darf man bei Menschen die man nicht mag das "Sehr geehrt" und "Mit freundlichen Grüßen" ganz weglassen?
:lachen: :lachen:
Benutzer50 hat geschrieben:macht so etwas ein Schreiben vielleicht sogar unwirksam?
:lachen: :lachen: :lachen:
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nordlicht02
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Re: Ist der Verzicht auf "Höflichkeit" in Schreiben strafbar

Beitrag von nordlicht02 » 08.08.18, 14:25

Man könnte als Schlussformel auch das althergebrachte "Hochachtungsvoll" nehmen, welches heute vielfach mit "Leck mich am A..." interpretiert wird. :mrgreen:

Ansonsten schließe ich mich Hr. Freitag an und setze noch einen drauf: :lachen: :lachen: :lachen: :lachen:
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

Hr. Freitag
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Re: Ist der Verzicht auf "Höflichkeit" in Schreiben strafbar

Beitrag von Hr. Freitag » 08.08.18, 15:43

Sehr geehrtes Nordlicht,

haben Sie recht herzlichen Dank für Ihr freundliches Schreiben und Ihre kenntnisreichen Anmerkungen.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Hr. Freitag :lachen: :lachen: :lachen: :lachen: :lachen:
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Mueck
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Re: Ist der Verzicht auf "Höflichkeit" in Schreiben strafbar

Beitrag von Mueck » 08.08.18, 16:01

Abs. * Müller, M-Str. 1, 12345 Ort

An das Ordnungsamt O
S-Straße 0815, 12345 Ort

Gegen den Bescheid vom x.x.x Az yyyy widerspreche ich hiermit.
... dürfte unhöflich, aber formal korrekt sein, schlimmstenfalls sogar ohne Unterschrift ...
Abs. * Müller, M-Str. 1, 12345 Ort

An das Ordnungsamt O
S-Straße 0815, 12345 Ort

Hallo Arschloch

Gegen den Bescheid vom x.x.x Az yyyy widerspreche ich hiermit.
Wir sehen uns vor Gericht wieder!
Dürfte weiterhin ebenso als Widerspruch formal korrekt und sicherlich zweifach zutreffend sein ... :mrgreen:

Hr. Freitag
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Re: Ist der Verzicht auf "Höflichkeit" in Schreiben strafbar

Beitrag von Hr. Freitag » 08.08.18, 16:09

Mueck hat geschrieben:Gegen den Bescheid vom x.x.x Az yyyy widerspreche ich hiermit.
Ganz schlecht... Man widerspricht nicht gegen einen Bescheid, man widerspricht einem Bescheid. Das Schreiben wäre daher u.U.
Benutzer50 hat geschrieben:sogar unwirksam
:shock:
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Deputy
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Re: Ist der Verzicht auf "Höflichkeit" in Schreiben strafbar

Beitrag von Deputy » 08.08.18, 17:13

Und wenn die betroffenen Person, um die es Benutzer50 geht, hier mitliest und genauso drauf ist, dann fragt sie anschließend ob sie Benutzer50 anzeigen kann, da der ihr eine Straftat anhängen wollte :roll:

Michael A. Schaffrath
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Re: Ist der Verzicht auf "Höflichkeit" in Schreiben strafbar

Beitrag von Michael A. Schaffrath » 13.08.18, 12:21

Hr. Freitag hat geschrieben:
Mueck hat geschrieben:Gegen den Bescheid vom x.x.x Az yyyy widerspreche ich hiermit.
Ganz schlecht... Man widerspricht nicht gegen einen Bescheid, man widerspricht einem Bescheid. Das Schreiben wäre daher u.U.
Benutzer50 hat geschrieben:sogar unwirksam
:shock:
:lachen: :lachen: :lachen: :lachen: :lachen: :lachen:

Wohl kaum. Erstens bedarf es keiner Zauberworte und zweitens sind Anträge verständig auszulegen und es ist ja klar, was gemeint war.

Eher ist wegen der Beleidigung Vorsicht geboten. Es wurde AFAIK schon geurteilt, daß überlange und offenkundig grob beleidigende Anträge nicht komplett gelesen werden müssen. Also nach dem Motto, wenn vor dem eigentlichen Antrag erst mal 3 Absätze Beleidigungen stehen, ist der Bearbeiter nicht verpflichtet, weiterzulesen, ob sich evtl. unter dem ganzen Geseier noch ein Antrag versteckt.
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Biber: Nö, war nur M.A.S. Aber hier im Forum ist das schon ziemlich dicht dran.

Chabos wissen, wer der M.A.S. ist.

Mueck
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Re: Ist der Verzicht auf "Höflichkeit" in Schreiben strafbar

Beitrag von Mueck » 13.08.18, 13:39

Michael A. Schaffrath hat geschrieben:Es wurde AFAIK schon geurteilt, daß überlange ... Anträge nicht komplett gelesen werden müssen.
Da würden mich als Vielschreiber mal Details interessieren ... :shock:

Michael A. Schaffrath
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Re: Ist der Verzicht auf "Höflichkeit" in Schreiben strafbar

Beitrag von Michael A. Schaffrath » 17.08.18, 09:43

Müßte ich mal meine Quellen absuchen, das habe ich vor 5+ Jahren gelesen...

Aber gemeint sind damit eher solche querulatorischen, Bibelumfang erreichenden Schriftsätze, in denen von der Legitimität des Staates bis zur Menschenrechtssituation in Ost-Südwestfalen alles umfangreich in Zweifel gezogen wird.

Ein bloß detailreicher Schriftsatz fällt nicht darunter. ;)
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