Gleichstellung in weiter Ferne

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Celestro
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Re: Gleichstellung in weiter Ferne

Beitrag von Celestro » 15.07.19, 12:36

windalf hat geschrieben:
15.07.19, 11:35
Das macht die Sache dann ja nur komplizierter, weil man dann ja bewerten muss, welche Arbeit hochwertiger bzw. hochpreisiger ist um zu einer fairen Aufteilung zu kommen.
Es steht jedem Paar frei, aus Einfachheitsgründen eben auch ALLE Arbeiten in 50:50 aufzuteilen. Ist aber meiner Erfahrung nach nicht die Realität.

Und mal ernsthaft ... wenn ein Paar hier Stress miteinander hat, dann ist in den meisten Fällen der Streit um diese Dinge auch nur eins von mehreren Symptomen.

windalf
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Re: Gleichstellung in weiter Ferne

Beitrag von windalf » 15.07.19, 21:03

Ist aber meiner Erfahrung nach nicht die Realität.
Für echte Gleichberechtigung ist das aber erforderlich...
Und mal ernsthaft ... wenn ein Paar hier Stress miteinander hat, dann ist in den meisten Fällen der Streit um diese Dinge auch nur eins von mehreren Symptomen.
Es ist dann wohl eher so, dass diese Paar eben nicht versucht (aus welchen Gründen auch immer) Gleichberechtigung zu erreichen.
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Old Piper
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Re: Gleichstellung in weiter Ferne

Beitrag von Old Piper » 16.07.19, 08:45

windalf hat geschrieben:
15.07.19, 21:03
Für echte Gleichberechtigung ist das aber erforderlich...
Da müsste man wohl erst mal definieren, was "echte Gleichberechtigung" überhaupt bedeutet.
Was macht es z.B. für einen Sinn, wenn die Familie vor einem unzerstörbaren Braten sitzt und sich eine undefinierbare Pampe drübergießt, nur weil das Elternteil, das kochen kann, meint, dass im Sinne der Gleichberechtigung diesmal der andere "dran ist" mit der Speisenzubereitung?
Das lässt sich beliebig auf auf jede andere Haushaltsleistung übertragen, die mehr als nur motorische Fähigkeiten erfordert.
MfG
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Re: Gleichstellung in weiter Ferne

Beitrag von Celestro » 16.07.19, 09:16

Old Piper hat geschrieben:
16.07.19, 08:45
Da müsste man wohl erst mal definieren, was "echte Gleichberechtigung" überhaupt bedeutet.
Was macht es z.B. für einen Sinn, wenn die Familie vor einem unzerstörbaren Braten sitzt und sich eine undefinierbare Pampe drübergießt, nur weil das Elternteil, das kochen kann, meint, dass im Sinne der Gleichberechtigung diesmal der andere "dran ist" mit der Speisenzubereitung?
Das lässt sich beliebig auf auf jede andere Haushaltsleistung übertragen, die mehr als nur motorische Fähigkeiten erfordert.
An solchen Fakten ist ein windalf meiner Meinung nach nicht interessiert.

Ich habe vor 20 Jahren mal in einer WG gewohnt. Dem Mitbewohner war "Spülmaschine ein- / ausräumen" ein Graus. Für mich dafür umso mehr, mich ums Badezimmer zu kümmern.

Ergebnis: Ich habe mich um die Spülmaschine gekümmert, er sich ums Badezimmer. Win-Win!

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Re: Gleichstellung in weiter Ferne

Beitrag von Old Piper » 17.07.19, 06:34

Celestro hat geschrieben:
16.07.19, 09:16
Win-Win!
Eben!
Gleichberechtigung ist, wenn alle gleich zufrieden oder auch unzufrieden sind.
Starre Regelungen verhindern sowas meist.
MfG
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Re: Gleichstellung in weiter Ferne

Beitrag von windalf » 17.07.19, 10:32

Gleichberechtigung ist, wenn alle gleich zufrieden oder auch unzufrieden sind.
Na das ist die bisher eigenartigste Definition von Gleichberechtigung die ich je gehört habe. Für mich waren das bisher eher gleiche Rechte und gleiche Pflichten. ALso wenn die Hausfrau zufrieden damit ist allet zu putzen und dem Ehemann das Bier auf die Couch zu bringen, dann ist die also schon gleichberechtigt...
Starre Regelungen verhindern sowas meist.
Das ist dann (eine andere Diskussion) die Diskussion ob Gleichberechtigung etwas Gutes oder Schlechtes ist (wie zum Beispiel auch das AGG). Man muss sich halt zuerst man entscheiden was man will und sich dann konsequent dran halten
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Gleichstellung in weiter Ferne

Beitrag von Celestro » 17.07.19, 10:42

windalf hat geschrieben:
17.07.19, 10:32
ALso wenn die Hausfrau zufrieden damit ist allet zu putzen und dem Ehemann das Bier auf die Couch zu bringen, dann ist die also schon gleichberechtigt...
Die Wahrscheinlichkeit, daß diese Hausfrau damit zufrieden ist, würde ich ungefähr bei 0,00000 ansetzen. Man sollte bedenken ... nicht jeder, der sich mit etwas abfindet oder nicht gegen etwas vorgeht, ist deshalb gleich damit zufrieden.

Abgesehen davon würde ich aber auch sagen, daß die hier geschilderte Definition von "beide sind damit zufrieden" für eine Gleichberechtigung nicht taugt.

Andererseits ist die Gleichberechtigung nicht deswegen gleich "unecht", weil sich die meisten Paare die Arbeiten eben anders aufteilen. Die nach Ihrer Idee "echte Gleichberechtigung" würde ja auch nur mit extremer Bürokratie funktionieren.

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Re: Gleichstellung in weiter Ferne

Beitrag von windalf » 17.07.19, 13:28

Andererseits ist die Gleichberechtigung nicht deswegen gleich "unecht", weil sich die meisten Paare die Arbeiten eben anders aufteilen.
Das würde ich auch nicht behaupten. Nur müsste man dann fairer Weise die Arbeiten entsprechend Qualifikation bewerten. Es ist wohl zum Beispiel eine deutlich hochwertigere Arbeit eine neue Steckdose zu setzen als den Boden zu wischen...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Gleichstellung in weiter Ferne

Beitrag von Celestro » 17.07.19, 13:36

windalf hat geschrieben:
17.07.19, 13:28
Nur müsste man dann fairer Weise die Arbeiten entsprechend Qualifikation bewerten. Es ist wohl zum Beispiel eine deutlich hochwertigere Arbeit eine neue Steckdose zu setzen als den Boden zu wischen...
Das ist Ihre Ansicht, die ich nicht unbedingt teile. Für einen ausgebildeten Elektriker wäre z.B. das Setzen einer Steckdose eine Leichtigkeit. Warum sollte eine Ehefrau dafür ggf. das ganze Haus wischen?

Was fair ist und was nicht, kann man daher mMn nicht pauschal beurteilen, sondern müsste das unter Berücksichtigung der jeweiligen Personen ausmachen.

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Re: Gleichstellung in weiter Ferne

Beitrag von windalf » 17.07.19, 16:29

Das ist Ihre Ansicht, die ich nicht unbedingt teile. Für einen ausgebildeten Elektriker wäre z.B. das Setzen einer Steckdose eine Leichtigkeit. Warum sollte eine Ehefrau dafür ggf. das ganze Haus wischen?
Weil die Putzfrau die du rufst und dir das ganze Haus wischt dafür 40 EUR nimmt und der Elektriker für das setzten der Steckdose mit Anfahrt auch gern mal 200...
Was fair ist und was nicht, kann man daher mMn nicht pauschal beurteilen, sondern müsste das unter Berücksichtigung der jeweiligen Personen ausmachen.
Am fairsten erscheint es mir sich da, sich immer nach Marktpreisen für entsprechende Dienstleistungen umzusehen. Wenn man es nicht selbst macht, dann muss man ja jemand anderen beauftragen. Wenn das halt richtig teuer ist, dann ist halt die entsprechende Arbeit wenn man diese selbst macht auch entsprechend mehr wert.
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Gleichstellung in weiter Ferne

Beitrag von Celestro » 17.07.19, 17:09

windalf hat geschrieben:
17.07.19, 16:29
Am fairsten erscheint es mir sich da, sich immer nach Marktpreisen für entsprechende Dienstleistungen umzusehen. Wenn man es nicht selbst macht, dann muss man ja jemand anderen beauftragen. Wenn das halt richtig teuer ist, dann ist halt die entsprechende Arbeit wenn man diese selbst macht auch entsprechend mehr wert.
Wäre ich eine Frau und Sie mein Ehemann und Sie würden mir mit dieser Argumentation um die Ecke kommen, würde mein Tritt in Ihren Allerwertesten vermutlich für einen Flug zum Mars reichen. :lol:

P.S. das ist nämlich die Blaupause für die Männer, dann doch weiter faul herumzuliegen und die meiste Arbeit den Frauen zu überlassen ...

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Re: Gleichstellung in weiter Ferne

Beitrag von windalf » 17.07.19, 17:16

Wäre ich eine Frau und Sie mein Ehemann und Sie würden mir mit dieser Argumentation um die Ecke kommen, würde mein Tritt in Ihren Allerwertesten vermutlich für einen Flug zum Mars reichen.
Ich habe das Problem ja mit meiner Frau nicht, weil ich die für entsprechende Arbeiten ertüchtigt habe. Da gibt es dann halt auch keinen Streit. Den gab es vor der Ertüchtigung...
P.S. das ist nämlich die Blaupause für die Männer, dann doch weiter faul herumzuliegen und die meiste Arbeit den Frauen zu überlassen ...
Oder aber die Blaupause für die Frauen wie man ganz einfach etwas dagegen tun kann, dass die Männer vermeintlich faul rumliegen. Einfach mal die Rollen tauschen und jeder macht "die typische Arbeit des Anderen"...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Gleichstellung in weiter Ferne

Beitrag von Celestro » 17.07.19, 17:21

windalf hat geschrieben:
17.07.19, 17:16
Ich habe das Problem ja mit meiner Frau nicht, weil ich die für entsprechende Arbeiten ertüchtigt habe. Da gibt es dann halt auch keinen Streit. Den gab es vor der Ertüchtigung...
weil Sie der Meinung waren, Ihre Arbeit sei 5-10 Mal soviel wert, wie die Ihrer Frau. Wundert mich dann auch nicht wirklich .... :wink:
Oder aber die Blaupause für die Frauen wie man ganz einfach etwas dagegen tun kann, dass die Männer vermeintlich faul rumliegen. Einfach mal die Rollen tauschen und jeder macht "die typische Arbeit des Anderen"...
Und wie sieht es jetzt bei Ihnen aus? Alles wird 50:50 geteilt?

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Re: Gleichstellung in weiter Ferne

Beitrag von lottchen » 17.07.19, 18:35

Ich finde man sollte den Zeitfaktor als Umrechnungsfaktor nutzen. 1h Fenster putzen = 1h Zaun reparieren. Und für das, was keiner von beiden machen will wird eben eine Firma beauftragt :mrgreen: .
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

Celestro
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Re: Gleichstellung in weiter Ferne

Beitrag von Celestro » 18.07.19, 10:04

lottchen hat geschrieben:
17.07.19, 18:35
Ich finde man sollte den Zeitfaktor als Umrechnungsfaktor nutzen. 1h Fenster putzen = 1h Zaun reparieren. Und für das, was keiner von beiden machen will wird eben eine Firma beauftragt :mrgreen: .
Bin ich der Einzige, der bei 1:1 keinen Umrechnungsfaktor erkennen kann? :roll:

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