Da will man einmal was gutes für die Umwelt tun...

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windalf
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Da will man einmal was gutes für die Umwelt tun...

Beitrag von windalf » 27.05.19, 10:19

... und wird ausbremst ohne Ende.

Ausgangssituation: Photovoltaikanlage mit Eigenverbrauch auf Dach. 20 Jahre alte Erdgasheizung

Idee: Einbau einer Brennstoffzellenheizung. Im Winter wo die Photovoltaikanlage dann nichts abwirft, wird dann umweltfreundlich neben dem Heizen Strom erzeugt statt den aus dem Kohlekraftwerk zu beziehen.

Das Problem (Von Steuer und Förderungswirrwar und diversen Wetten auf Strom-/Gaspreisentwicklungen, Lebensdauern usw mal abgesehen). Alle Installateure sagen ich baue Ihnen ein was Sie wollen (zumindest die Heizung). Der Stromnetzbetreiber muss das am Ende aber abnehmen. Da müssen wir uns dann noch einen Elektriker suchen...

Der Stromnetzbetreiber selbst ist mit der Frage aber überfordert und möchte keiner Lösung zustimmen wie man diese Konstellation messtechnisch abbilden könnte.

Mir würde da eine 4 Zählerlösung einfallen. Im Moment ist halt einmal Generator und einmal Bezugs/Verbrauchszähler. Das Ganze könnte man ja um einen weiteren Generator und einen Zähler für die Differenzmessung erweitern. Oder aber eben was anderes was der Stromnetzbetreiber sich da in seiner Weisheit einfallen lassen möchte...

Da wird von der Politik immer schön wegen CO2-Sparen gejammert. Einer der größten/schlimmsten Umweltsündenblöcke ist die Heizungsnummer. Will man dann aber mal Technik verbauen die einen ordentlichen Beitrag leistet, dann liegen da mehr (administrative und nicht technische) Steine als Hilfen im Weg. Kein Wunder, dass sich das niemand einbauen lässt, wenn a) im Handwerk niemand weiß wie es ganzheitlich geht und b) der Staat das Ganze nicht entsprechend durchdrückt.

Am Telefon bekam ich eben allen ernstes die Antwort (nachdem ich mindestens 5 Mal weitergeleitet wurde von Dumpfbacken die da zwar arbeiten aber nicht mal ansatzweise verstanden habe worum es geht) ich wäre der Erste der so etwas überhaupt vor hat und daher gibt es dazu auch überhaupt noch gar nichts. Alle anderen vor mir wurden wohl vermutlich auch abgewimmelt...

Eine Freude dann vermutlich auch sich einen Steuerberater zu suchen, der das dann abbilden soll (bzw. im Vorfeld sagen soll welche Abbildung steuerrechtlich unproblematisch ist), wenn noch nichtmal die Pfosten an der Hotline des Stromnetzbetreibers wissen, was im Detail technisch zu tun wäre..
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

FM
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Re: Da will man einmal was gutes für die Umwelt tun...

Beitrag von FM » 27.05.19, 11:56

Solche Fragen stellt man doch nicht per Telefon.

Dig
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Re: Da will man einmal was gutes für die Umwelt tun...

Beitrag von Dig » 27.05.19, 12:11

@Windalf: Diese Erfahrungen mussten wir auch machen. Ich möchte den Bearbeitern hier keine Inkompetenz unterstellen, aber sie sind mit dem Thema einfach überfordert. Die rechtlichen Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahren sehr geändert. Und das nicht zum Guten.
Ich kann da nur das intensive Selbsstudium von Foren empfehlen. Mit dem Wissen geht man dann zu den entsprechenden Sachbearbeitern beim Amt bzw. Energieversorger. Bei uns haben sie sich dann meist auf unsere Vorschläge eingelassen. War am wenigsten Arbeit für sie. ;)

Ich gehe davon aus, sie wollen ein Mini-Blockheizkraftwerk (BHKW) installieren und keine Brennstoffzellenheizung. 8) Schauen sie hier unbedingt nach den Erfahrungen in diversen Foren. Zudem würde ich einen Vollwartungsvertrag empfehlen. Bei uns wurden Teile im doppelten Wert des Wartungsvertrages getauscht. In den ersten sechs Jahren.
Eine Amortisationsrechnung haben sie schon gemacht? Der Verkauf des erzeugten Stromes rechnet sich eigentlich nicht.

Viele Grüße...
Viele Grüße Dig

windalf
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Re: Da will man einmal was gutes für die Umwelt tun...

Beitrag von windalf » 28.05.19, 09:16

Solche Fragen stellt man doch nicht per Telefon.
Bevor ich anfange seitenlange Briefe zu schreiben frage ich erstmal grundsätzliche Rahmenbedingungen per Telefon ab
Ich möchte den Bearbeitern hier keine Inkompetenz unterstellen, aber sie sind mit dem Thema einfach überfordert.
Die sind aber dafür zuständig. Wenn die es nicht wissen ist die (richtige) Antwort ich mach mich schlau und ruf zurück...
Ich gehe davon aus, sie wollen ein Mini-Blockheizkraftwerk (BHKW) installieren und keine Brennstoffzellenheizung.
Naja die Begriffstrennung ist hier recht unscharf. Doch es soll(te) eine "Brennstoffzellenheizung" sein. Aber im Ergebnis ist es ja auch fast egal, ob die Technik dahinter nun ein Motor oder eine Brennstoffzelle ist. Das Problem der "administrativen Abbildung" bleibt das Gleiche...

Ich muss halt am Ende (weil ja das Finanzamt das auch wissen möchte) folgendes alles auseinanderhalten können: Eigenverbrauch Photovoltaik, Eigenverbrauch Strom Heizung, Einspeisung Photovoltaik, Einspeisung Strom Heizung, Strombezug. Interesant dürfte noch sein wenn gleichzeitig verbraucht und eingespeist wird (und von beiden Anlagen gleichzeitig produziert wird) wie genau ist dann zu rechnen bzw. wie müsste eine Schaltung aussehen, die das auch noch abbildet.
Eine Amortisationsrechnung haben sie schon gemacht? Der Verkauf des erzeugten Stromes rechnet sich eigentlich nicht.
Gerechnet habe ich ziemlich viel. Es gibt diverse Variablen/Wetten auf Energieträger und Preisentwicklungen die man da eingehen muss. Die schlimmste ist eigentlich, dass man nicht weiß ob das Teil nur 2 Jahr hält oder 30 Jahre läuft...

Was mir unverständlich ist, ist das mir das schwer gemacht wird so etwas umzusetzen. Eigentlich müsste man mir den Arsch eher hinterhertragen, wenn ich schon bereit bin sowas zu machen...

Die Politik will, dass sich in dem Bereich etwas tut und die Kilmaziele einhalten bekommt es aber nicht auf die Reihe Rahmenbedingungen zu schaffen zu denen Eigentümer bereit sind die entsprechende Technik zu investieren, sondern sorgt mit den aktuellen Rahmenbedingungen eher dafür, dass allen das Leben schwer gemacht wird, die nur kurz anfangen überhaupt darüber nachzudenken in diesen Bereich zu investieren. Frag mal die Heizungsinstallateure. Bestenfalls jeder zweite versteht überhaupt was du von ihm willst und die, die es verstehen raten direkt ab. Administrativ viel zu kompliziert. Machen SIe das blos nicht. Ich baue Ihnen sowas ein aber den Rest müssen Sie selbst machen. Wie das genau geht weiß ich auch nicht...
Nur alleine ein paar EUROs für die Anschaffung dazuschießen und sich dann wundern dass keiner die haben möchte reicht halt nicht. Da schafft man es in Deutschland mal wieder ein richtig gute Technik tot zu bekommen...

Im Ergebnis geht es dann um so wenig EUROs und so viel Zeit die man dann da reinstecken müsste gegenüber der Alternativlösung, dass man sich dann lieber wieder für die einfache die Umwelt weiter stärker schädigenden Lösung entscheidet.

Und dann kommt mir bestimmt wieder so ein ständig flugreisender schwachmaten Hippster um die Ecke und will mir im Supermarkt erzählen ich muss ein schlechster Umweltgewissen haben, weil ich eine Käsepackung in Plastikverpackung gekauft habe...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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