Erbengemeinschaft - Mietkaution

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anubis-re
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Erbengemeinschaft - Mietkaution

Beitrag von anubis-re »

Guten Tag!
Wie sieht bei uns die Rechtslage aus wenn:
ein Mieter gekündigt hat, jedoch noch vor Beendigung der Mietzeit verstirbt.
Die Erben räumen die Wohnung und übergeben die Wohnungsschlüssel (Mitte März), der Heizungsverbrauch wird abgelesen.
Nun steht die Mietkaution noch aus. Der Vermieter zahlt nicht aus, weil die Nebenkostenabrechnung von der Ablesefirma immer erst zur Mitte des Jahres erstellt wird. (Juli immer noch nicht da) und er dadurch sichersellen will, daß er die zu erwartende Nachzahlung auch wirklich erhält.
Der verstorbene Mieter hatte jedoch in den vergangengen Jahren immer eine Gutschrift erhalten - keine Nebenkostennachzahlung.

Die Erbengemeinschaft von 7 Personen hat einen Erbschein erstellen lassen müssen (Forderung der Bank)und will das Girokonto und das Sparbuch auflösen. Von der Bank wird dafür pro Person eine Bearbeitungsgebühr von 15.-- € erhoben plus die montl. Kontoführungsgebühr von 5.50 €. Eigentlich ruht das Konto, da keine Einnahmen oder Ausgaben mehr transferiert werden. Um das Wenige zu "retten" müßten die Konten aufgelöst werden. Das Kautionskonto würde durch das Verhalten des Vermieters später aufgelöst werden und es wird von der Bank dann nochmals 7 x 15.-- € Bearbeitungsgebühr berechnet. Kann die Erbengemeinschaft diesen Betrag von 105.-- € dem Vermieter anrechnen?
Es wurde dem Vermieter mehrmals zugesichert, daß die Nebenkostenabrechnung bezahlt wird. Die Auszahlung der Kaution wird trotzdem vorerst verweigert, da der Vermieter sagt, er kennt den Sprecher der Erbengemeinschaft nicht.
So laufen Monat für Monat die Kontoführungsgebühren auf.
Kann die Erbengemeinschaft auch eine Forderung an den Vermieter stellen?

Ganz schön verzwickt, nicht wahr!
Danke schon mal,
Regina

Karsten
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Beitrag von Karsten »

Der Mieter hat eine Kaution zu leisten und die (oder zumindest ein Teil davon) kann so lange zurück gehalten werden, bis alle Forderungen beglichen sind. Wenn das was kostet, dann hat das der Mieter zu zahlen. Wie kommen jetzt die Erben auf die Idee, die Kaution können einfach durch ein 'Versprechen' ersetzt werden und sie hätten obendrein ein Recht auf vorzeitige Auszahlung? wieso sollte plötzlich der Vermieter dafür zahlen, wenn er sein Recht in Anspruch nimmt?

Wer richtet denn so ein teures Kautionskonto ein? 5,50€ pro Monat für ein Sparbuch?? :shock: - Kontobewegungen auf dem Kautionskonto? Der Mieter hatte doch darauf gar keinen Zugriff? :?
[size=75]Es heißt Frist, nicht Frits, auch nicht First, sondern Frist, Frist, Frist, Frist, Frsit... Ich lern's nicht mehr.[/size]

anubis-re
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Beitrag von anubis-re »

Hallo Karsten!

Es handelt sich hierbei um insgesamt 3 Konten: 1 Girokonto (Renteneingang)
1 Sparbuch und das Mietkautionssparbuch. Für das Auflösen des Girokontos und des Sparbuches berechnet die Bank 7 x 15 €. Wenn wir das Kautionssparbuch gleich mitauflösen berechnet diese Summe die Bank nur 1 x.
Wenn es aber später aufgelöst wird, dann berechnet die Bank nochmals 7 x 15 € dafür.
Wenn wir warten, bis die Abrechnung da ist, kostet es monatl. die Kontoführungsgebühr und weil keine Rente mehr darauf überwiesen wird, Überziehungsgebühr.
Gruß Regina

SpecialAgentCooper
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Beitrag von SpecialAgentCooper »

Dem Vermieter ist m. E. kein Vorwurf zu machen, der kann wohl am Allerwenigsten für den Sterbefall und den dadurch entstandenen Aufwand.
Man hätte die Erbschaft ja auch ausschlagen können, wenn das ganze so furchtbar unwirtschaftlich ist.
„Die Welt wird immer absurder. Nur ich bin weiter Katholik und Atheist. Gott sei Dank!“ (Luis B.)

anubis-re
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Beitrag von anubis-re »

Besten Dank,
für die rasche Information.
Wenn man das halt immer vorher wüßte......

Gruß Regina

khmlev
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Beitrag von khmlev »

Allerdings wäre zu prüfen, ob die Bank hier nicht zu hohe Gebühren erhebt. Das Konto wird ja nicht 7x aufgelöst, sondern nur einmal. Insoweit sind m.E. auch nur einmal die Kontoauflösungsgebühren je Konto zu zahlen.
Das ist dann aber ein Fall für das Verbraucher-Forum.
Gruß
khmlev
- out of order -

Jutta
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Beitrag von Jutta »

Mal eine Überlegung für eine praktische Lösung:

Man könnte den Vermieter fragen, ob er die Kaution auszahlt, wenn die Erbengemeinschaft ihm vorher den gleichen Betrag in bar / per Überweisung zahlt.
Der Vermieter hat die gleiche Sicherheit wie zuvor, die Erbengemeinschaft kann die Bankgebühren sparen und sobald die Abrechnung erfolgt, zahlt der Vermieter an die Erbengemeinschaft aus.
(Sinnvollerweise übernimmt es der "Sprecher" der Erbengemeinschaft, damit der Vermieter es möglichst einfach hat und auch mitmacht).
Gruß
Jutta

Karsten
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Beitrag von Karsten »

Ich halte für gänzlich undenkbar, dass die Auflösung eines Sparbuchs 100 Euro kosten soll. Ich bin mir sicher, hier wurde etwas falsch verstanden. Mehr als 10 Euro kostet sowas nicht und das ist schon viel.
[size=75]Es heißt Frist, nicht Frits, auch nicht First, sondern Frist, Frist, Frist, Frist, Frsit... Ich lern's nicht mehr.[/size]

SpecialAgentCooper
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Beitrag von SpecialAgentCooper »

Nur so am Rande:
Der Erbschein war beantragt worden, weil ein privatschriftliches Testament oder gesetzliche Erbfolge vorlage? Es lag also keine notarielle Verfügung von Todes wegen vor?
„Die Welt wird immer absurder. Nur ich bin weiter Katholik und Atheist. Gott sei Dank!“ (Luis B.)

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