neue Wohnung - späterer Verkauf

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evesmum
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neue Wohnung - späterer Verkauf

Beitrag von evesmum » 03.03.10, 20:59

Hallo,

nehmen wir an, Familie A will umziehen und findet eine Wohnung in einem leerstehenden Haus, die gut gefällt.
Die VM hatte die Absicht das Haus zu verkaufen, ist aber durchaus auch daran interessiert zu vermieten (vermutlich weil sich kein Käufer findet). Das Haus soll dafür in 3 Wohnungen aufgeteilt werden.

Familie A müsste in der Wohnung eine Menge renovieren, wäre dazu aber auch bereit, da VM mit der Miete entgegen kommt.
Für die anderen beiden Wohnungen gibt es bisher noch keine Mieter.

Familie A fragt sich jetzt was passiert, wenn VM keine Mieter für die anderen Whg. findet und sich doch noch für einen Verkauf entscheidet.
Angenommen, es findet sich also doch noch ein Käufer, trotz der dann vorhandenen Mieter in der einen Whg., dann kann dieser ja mit Sicherheit Eigenbedarf anmelden, und die Mieter müssten mit einer Frist von ein paar Monaten raus, richtig?

Da aber ja nunmal die nicht ganz billige Renovierung ansteht, wollen die Mieter dieses Risiko ungern eingehen.
Gibt es eine Möglichkeit sich abzusichern? Bspw. Kündigungsverzicht des VM für einen gewissen Zeitraum? Und müsste sich ein Nachbesitzer daran halten?

Danke für Antworten.

Karsten
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Beitrag von Karsten » 03.03.10, 21:13

Ja. Das müsste er. Der Käufer tritt mit allen Rechten und Pflichten in den Vertrag ein.
[size=75]Es heißt Frist, nicht Frits, auch nicht First, sondern Frist, Frist, Frist, Frist, Frsit... Ich lern's nicht mehr.[/size]

Adamar
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Beitrag von Adamar » 03.03.10, 21:15

Grundsätzlich tritt ein Käufer einer Immobilie mit vermieteten Wohnungen anstelle des Vorbesitzers in die Rolle des Vermieters ein, d.h. er übernimmt die bis dato geschlossenen Mietverträge erst einmal unverändert.

Aber es bleibt ihm trotzdem unbenommen, die Immobilie vollumfänglich eigen zu nutzen. D.h. wenn der neue Besitzer das Haus selbst bewohnen will, darf er den Mietvertrag (unter Berücksichtigung der Fristen) kündigen.

hambre
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Beitrag von hambre » 04.03.10, 10:25

Absichern kann man das aber mit einem Kündigungsausschluss. Die Höchstfrist für einen Kündigungsausschluss von 4 Jahren gilt nur für den Mieter. Der Vermieter darf im Mietvertrag auch deutlich länger auf sein Kündigungsrecht (z.B. wegen Eigenbedarf)verzichten. Daher solte folgende Klausel in den Mietvertrag aufgenommen werden:
Der Vermieter verzichtet bis zum xx.xx.xxxx auf sein Recht zur ordentlichen Kündigung nach § 573 Abs. 2 Nr. 2 und 3 BGB

Ein Käufer tritt in den Mietvertrag ein und muss den vereinbarten Kündigungsausschluss daher ebenfalls beachten. So ein vertraglich vereinbarter Kündigungsausschluss kann nur dann ausgehebelt werden, wenn das Haus zwangsversteigert wird.

Bei einer geplanten Aufteilung in Eigentumswohnungen ist aber wahrscheinlich ohnehin geplant, die Wohnungen einzeln zu verkaufen.

pOtH
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Re: neue Wohnung - späterer Verkauf

Beitrag von pOtH » 04.03.10, 11:27

evesmum hat geschrieben:Das Haus soll dafür in 3 Wohnungen aufgeteilt werden.
Was soll "aufgeteilt" bedeuten? Die Frage zielt auf §577a BGB ab - Siehe http://dejure.org/gesetze/BGB/577a.html

evesmum
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Beitrag von evesmum » 08.03.10, 08:00

Danke für die hilfreichen Antworten.

"Aufgeteilt" soll nur bedeuten, daß aus derzeit 2 Wohnungen 3 Wohnungen gemacht werden, da die VM meint, daß sie für eine große Wohnung schlechter Mieter bekommt als für 2 kleinere.

Aber mit dem Kündigungsausschluß wären wir ja dann halbwegs auf der sicheren Seite.

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