Nebenkostenabrechnung Verbrauchsermittlung

Moderator: FDR-Team

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Honza
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Nebenkostenabrechnung Verbrauchsermittlung

Beitrag von Honza »

Hallo miteinander,
ich wohne in einem Haus mit 3 Mietparteien, welches über eine Zentralheizung beheizt wird. Eine Mietpartei hat ihren eigenen Strang für die Heizung mit Wärmemengenzähler und taucht in meiner Nebenkostenabrechnung nicht auf.
Mit der anderen Mietpartei teile ich mir einen Strang für die Heizung folgendermaßen:

Es gibt einen Wärmemengenzähler der den Gesamtwärmemengenverbrauch für diesen Strang misst und es gibt einen Wärmemengenzähler der den Wärmemengenverbrauch der anderen Mietpartei misst. Für meine Heizkostenabrechnung wird nun die Differenz aus beiden Werten gebildet. Diese Differenz wird nun als meinen Wärmemengenverbrauch angesehen.

Ist diese Methode für die Ermittlung des Wärmemengenverbrauchs so zulässig, wie ist hier die Rechtslage?

Mein Kalt- und Warmwasserverbrauch wurde nach der gleichen Methode ermittelt, wie verhält es dabei mit der Rechtslage?


Vielen Dank für eure Antworten!

RM
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Re: Nebenkostenabrechnung Verbrauchsermittlung

Beitrag von RM »

Honza hat geschrieben: Ist diese Methode für die Ermittlung des Wärmemengenverbrauchs so zulässig, wie ist hier die Rechtslage?

Mein Kalt- und Warmwasserverbrauch wurde nach der gleichen Methode ermittelt, wie verhält es dabei mit der Rechtslage?
Eine Differenzmessung ist keine ordnungsgemäße Verbrauchserfassung.

Bevor jetzt der Aufstand geprobt wird, sollte man sich aber erst mal Gedanken darüber machen, was man überhaupt erreichen kann.
Gegen eine vermutlich geringe Einsparung bei den Verbrauchskosten durch eine korrekte Verbrauchserfassungwerden deutlich höhere "Gerechtigkeitskosten" durch zusätzliche Zähler und Ablesungen stehen.
Vom Gefühl her würde ich mal sagen, dass es für einen Mieter bestenfalls ein Nullsummenspiel wird und der andere dabei draufzahlt.

Honza
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Re: Nebenkostenabrechnung Verbrauchsermittlung

Beitrag von Honza »

Nunja, ich wohne noch nicht solange in dem Haus. Der erste Abrechnungszeitraum ging über ein halbes Jahr, da erschienen mir die Verbrauchskosten für die Heizung plausibel. Für den jetzigen Zeitraum (Abrechnungzeitraum über ein Jahr) erhöhten sie sich ungewöhnlich stark. Nun ergibt sich die Frage: Liegt es an mir? Liegt es daran, dass dieses Ergebnis durch den Wechsel des Wärmemengenzählers zustande kam? Irgendein anderes Problem, z.B. Ablesefehler?

Ich habe nun das Problem, das ich nicht sagen kann was ich verbraucht habe. Es kann nur geschlussfolgert werden, dass ich den Rest verbraucht habe, der von der Gesamtwärmemenge übriggeblieben ist.

Strider
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Re: Nebenkostenabrechnung Verbrauchsermittlung

Beitrag von Strider »

Der Gesamtwärmezähler wird wohl korrekt arbeiten, bei dem anderen wird es vermutlich so sein das dieser nicht korrekt arbeitet und weniger zählt. Ist bei Wasseruhren in der Regel auch so. Also wird hier der Mieter ohne Zähler mehr zahlen, wie RM schon sagte. Aber die Summe dürfte ziemlich gering sein und wenn man dagegen rechnet das die Miete für so ein Zähler auf den Mieter umgelegt werden kann, ebenso wie die Kosten fürs Ablesen. Ist er deutlich besser dran mit dieser kleinen Abweichung als mit den anderen Kosten.

RM
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Re: Nebenkostenabrechnung Verbrauchsermittlung

Beitrag von RM »

Honza hat geschrieben:Nun ergibt sich die Frage: Liegt es an mir? Liegt es daran, dass dieses Ergebnis durch den Wechsel des Wärmemengenzählers zustande kam? Irgendein anderes Problem, z.B. Ablesefehler?
Warum kommt eigentlich fast niemand von allein darauf, dass die wichtigste Einflussgröße für die Heizkosten schlicht und einfach die Außentemperatur ist?

Honza
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Re: Nebenkostenabrechnung Verbrauchsermittlung

Beitrag von Honza »

Du hast recht, die wichtigste Einflußgröße ist die Außentemperatur. Wenn nun annimmt, dass der Verlauf der Außentemperatur über die einzelnen Abrechnungzeiträume ähnlich ist, dann müssten auch die Heizkosten ähnlich sein. Hier im konkreten Fall ist das nun aber nicht der Fall. Also muß ein anderer Faktor (oder mehrere) hier eine Rolle spielen.
Wenn ich nun meinen eigenen Zähler hätte der den ungewöhnlich erhöhten Verbrauch anzeigt, wäre klar dass ich die Energie verbraten habe. So aber steht die Ursache offen im Raum und ich bekomme automatisch den Restverbrauch aufgebügelt, egal ob ich dafür verantwortlich bin oder nicht.

Welche Ursachen könnten denn noch zu einem erhöhten Verbrauch geführt haben?

Viele Grüße

hambre
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Re: Nebenkostenabrechnung Verbrauchsermittlung

Beitrag von hambre »

Eine Mietpartei hat ihren eigenen Strang für die Heizung mit Wärmemengenzähler und taucht in meiner Nebenkostenabrechnung nicht auf.
Dann ist die Abrechnung schon aus diesem Grunde fehlerhaft. Es muss zwar nicht der Ablesewert in Deiner Abrechnung auftauchen, sehr wohl aber aber die Gesamtkosten und auch der Gesamtverbrauch.
Welche Ursachen könnten denn noch zu einem erhöhten Verbrauch geführt haben?
1. Die Messtoleranzen der Zähler. Eine Toleranz von 10% ist dabei zulässig.
2. Wärmeverluste zwischen Hauptzähler und Zwischenzähler. Die gehen bei so einer Berechnung komplett zu Deinen Lasten.

zu. 1.: Nehmen wir an, es wurden insgesamt 10.000kWh verbraucht und jeder verbraucht gleich viel. Außerdem hat der Gesamtzähler eine Toleranz von +10% und der Einzelzähler eine Toleranz von -10%. Dann würde der Gesamtzähler 7.332kWh anzeigen und der Einzelzähler 3.000kWh. Für Dich ergäbe sich daraus ein verbrauch von 4.332kWh, also 44% mehr als bei Deinem Nachbarn, der genauso viel verbraucht hat wie Du.

Honza
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Re: Nebenkostenabrechnung Verbrauchsermittlung

Beitrag von Honza »

Hallo hambre,

vielen Dank für das Beispiel.

Leider kann ich den Rechengang nicht so recht nachvollziehen. Könntest du diesen noch näher erläutern? Wenn der Gesamtzähler 10% mehr durchläßt als er anzeigt, wäre doch bei einem Verbrauch von 10.000 kWh der Anzeigewert 9.091 kWh und nicht 7.332 kWh, oder?
hambre hat geschrieben:Dann ist die Abrechnung schon aus diesem Grunde fehlerhaft. Es muss zwar nicht der Ablesewert in Deiner Abrechnung auftauchen, sehr wohl aber aber die Gesamtkosten und auch der Gesamtverbrauch.
Die Gesamtkosten und der Gesamtverbrauch der Heizung sind in der Abrechnung aufgeführt.

@all
Bislang wurde nur der Verbrauch der Heizung betrachtet. Dort ist also die Verbrauchsermittlung nach der Differenzmethode nicht zulässig. Wie verhält es sich aber bei der Verbrauchsermittlung des Warm- und Kaltwassers? Wäre dort die Differenzmethode zur Ermittlung der Verbräuche zulässig?


Vielen Dank

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