Mieterin "überfällt" Vermieter mit "Forderungen"

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Was weiß ich?
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Mieterin "überfällt" Vermieter mit "Forderungen"

Beitrag von Was weiß ich? »

Vermietung einer Wohnung steht an. Interessentin erkundigt sich, ob ggf. eine Rutsche und/oder ein Spielhaus aufgestellt werden könnten. Vermieter antwortet, dass der (öffentliche) Spielplatz direkt am Grundstück anhängt und dafür nicht die Notwendigkeit bestünde. Mieterin zieht ein und bringt die besagten Spielgeräte bereits mit. Vorher kein Wort davon gesagt, dass sie diese Spielgeräte bereits hat. Wie soll sich der Vermieter verhalten? Eigentlich möchte er so viele Geräte nicht auf seinem Rasen haben. Muss er das Aufstellen der Geräte erlauben?
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SusanneBerlin
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Re: Mieterin "überfällt" Vermieter mit "Forderungen"

Beitrag von SusanneBerlin »

Wurde der Garten überhaupt mitvermietet oder nur die (Mit-) Nutzung gestattet?

Grüße, Susanne
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Was weiß ich?
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Re: Mieterin "überfällt" Vermieter mit "Forderungen"

Beitrag von Was weiß ich? »

Es wurde nur die Mitnutzung vereinbart.
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Strider
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Re: Mieterin "überfällt" Vermieter mit "Forderungen"

Beitrag von Strider »

Dann kann der VM das aufstellen der Geräte verbieten oder die Mitnutzung komplett untersagen.

Was weiß ich?
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Re: Mieterin "überfällt" Vermieter mit "Forderungen"

Beitrag von Was weiß ich? »

Danke für die Antwort! Bin auch etwas "geplättet". Nach der erste Aussage: "Ich habe 1 Fahrrad und Gartenmöbel, kann ich die irgendwo unterstellen?" erfolgt soeben die "Ernüchterung". Es wurden noch div. Gartengeräte und -möbel, Rasenmäher, 1 komplette Spielburg mit Turm, Sandkasten und Rutsche, div. Kinderfahrgeräte (Fahrräder, Bobbycar etc.) Kisten von Outdoor-Spielsachen, Blumenkübel, Vogelhaus etc. - die Liste ist endlos lang mitgebracht. Wir wissen überhaupt nicht wohin mit den ganzen Sachen, da wir einen "voll ausgestatteten Garten" haben. Ich weiß echt nicht, wie ich mich da "nett" verhalten soll.
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winterspaziergang
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Re: Mieterin "überfällt" Vermieter mit "Forderungen"

Beitrag von winterspaziergang »

Was weiß ich? hat geschrieben:Danke für die Antwort! Bin auch etwas "geplättet". Nach der erste Aussage: "Ich habe 1 Fahrrad und Gartenmöbel, kann ich die irgendwo unterstellen?" erfolgt soeben die "Ernüchterung". Es wurden noch div. Gartengeräte und -möbel, Rasenmäher, 1 komplette Spielburg mit Turm, Sandkasten und Rutsche, div. Kinderfahrgeräte (Fahrräder, Bobbycar etc.) Kisten von Outdoor-Spielsachen, Blumenkübel, Vogelhaus etc. - die Liste ist endlos lang mitgebracht. Wir wissen überhaupt nicht wohin mit den ganzen Sachen, da wir einen "voll ausgestatteten Garten" haben. Ich weiß echt nicht, wie ich mich da "nett" verhalten soll.
Sachlich auf das Missverständnis auf Seiten der Mieterin verweisen und nachdrücklich darum "bitten", dass die Sachen wieder entfern werden mögen. Auf keine Diskussion einlassen. Wohin mit den Sachen ist nicht Ihr Problem.
Und netter gehts auch nicht, wenn sie nicht Ihren Garten in einen Spiel- und Abstellplatz verwandeln lassen wollen.

FM
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Re: Mieterin "überfällt" Vermieter mit "Forderungen"

Beitrag von FM »

Es gibt allerdings baurechtliche Vorschriften, nach denen ein Wohngebäudereigentümer Spielfläche zur Verfügung stellen muss. Welche das genau sind, dürfte je nach Land unterschiedlich sein, auch je nach Fall. Ein nahegelegener öffentlicher Spielplatz muss nicht unbedingt dazu führen, dass dies entfällt.

Insofern könnte (könnte!) es sogar sein, dass der Vermieter froh sein muss wenn die Mieterin eigene Spielgeräte mitbringt und nicht von ihm verlangt, welche auf seine Kosten und Gefahr aufzustellen.

winterspaziergang
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Re: Mieterin "überfällt" Vermieter mit "Forderungen"

Beitrag von winterspaziergang »

FM hat geschrieben:Es gibt allerdings baurechtliche Vorschriften, nach denen ein Wohngebäudereigentümer Spielfläche zur Verfügung stellen muss. Welche das genau sind, dürfte je nach Land unterschiedlich sein, auch je nach Fall. Ein nahegelegener öffentlicher Spielplatz muss nicht unbedingt dazu führen, dass dies entfällt.

Insofern könnte (könnte!) es sogar sein, dass der Vermieter froh sein muss wenn die Mieterin eigene Spielgeräte mitbringt und nicht von ihm verlangt, welche auf seine Kosten und Gefahr aufzustellen.
Das höre ich zum ersten Mal :shock:
Wie lautet diese Vorschrift?
wie ist es dann in Einklang zu bringen, wenn in Wohnanlagen wunderbare Grünflächen nicht mal betreten werden dürfen, geschweige denn darauf gespielt werden darf?
Oder dass Gärten vorhanden sind, aber nicht zur Mitbenutzung überlassen werden?

Ich möchte bezweifeln, dass das Gesetz besagt, dass bei Einzug von Kindern, der Garten zum Spielplatz umgestaltet werden muss und der Vermieter zum Kauf von Rutschen verpflichtet werden kann.

Oktavia
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Re: Mieterin "überfällt" Vermieter mit "Forderungen"

Beitrag von Oktavia »

winterspaziergang hat geschrieben:Das höre ich zum ersten Mal
Wie lautet diese Vorschrift?
Es gibt ähnlich wie bei PKW Stellplätzen Vorschriften für Vermieter Spielgelegenheiten auszuweisen. Oft, vor allem in Einfamilienhausgebieten werden Spielplätze von der Kommune gebaut und die Kosten sind in den Grundstückskosten enthalten. Auch in Städten werden Spielplätze von der Kommune gebaut um nicht jeden Hausbesitzer zu zwingen einen eigen anzulegen. Manchmal reichen deshalb auch kleine Spielgelegenheiten für U3 Kinder (Sandkiste...).
Ich wäre als Vermieter vorsichtig das Aufstellen eigener Sachen durch den Mieter im Gemeinschaftsgarten zu erlauben. Immerhin wären da einige Haftungsfragen zu klären. Wer unterhält die Sachen? Wer sorgt für die Sicherheit?
Nett is gut aber aber nicht dann, wenn man am Ende vielleicht der Dumme ist :wink:
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Re: Mieterin "überfällt" Vermieter mit "Forderungen"

Beitrag von khmlev »

In NRW ist das in der Landesbauordnung festgelegt und betrifft Neubauten von Mehrfamilienhäusern und grundsätzlich keine Bestandsbauten. Nach Landesbauordnung NRW kann die Pflicht entfallen, wenn in unmittelbarer Nachbarschaft ein "öffentlicher Spielplatz" angelegt ist.

Allerdings kann nach der Landesbauordnung bei bestehenden Gebäuden die Bereitstellung von Spielflächen für Kleinkinder (bis zum 6. Lebensjahr) verlangt werden, wenn dies die Gesundheit und der Schutz der Kinder erfordern.
Gruß
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Re: Mieterin "überfällt" Vermieter mit "Forderungen"

Beitrag von ktown »

Aber wie schon gesagt. Es ist eine kann Bestimmung. Es liegt also im Ermessensspielraum der zuständigen Behörde und muss im Einzelfall entschieden werden..
Weiterhin kann gesagt werden, dass ein Mieter sich nicht auf diesen § beziehen kann.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: Mieterin "überfällt" Vermieter mit "Forderungen"

Beitrag von Was weiß ich? »

Vielen lieben Dank für die weiteren Antworten. Ihr glaubt gar nicht wie "schlecht" es mir mit der ganzen Sache geht. Sie behauptet die ganze Zeit ich hätte ihr das vor Einzug zugesagt (was aber definitiv nicht stimmt - bin ja noch nicht so "verschroben", dass ich nicht mehr weiß was ich sage). Ich habe ihr jetzt einen Monat Zeit gegeben die Sachen zu entfernen. Besser ist wohl, dass ich das schriftlich machen werde, denn zwischenzeitlich nutzt sie auch den Eingangsbereich um ihren Krempel darin abzustellen. Selbst wenn sie gerade erst eingezogen ist, dann weiß sie ja (auch weil ich es gesagt habe und es im Mietvertrag steht), dass nichts im Hausflur abgestellt werden darf.
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Re: Mieterin "überfällt" Vermieter mit "Forderungen"

Beitrag von ktown »

Was weiß ich? hat geschrieben: Sie behauptet die ganze Zeit ich hätte ihr das vor Einzug zugesagt.
Behaupten kann man viel wenn der Tag lang ist. Letztlich muss sie ihre Behauptungen beweisen können.
Was weiß ich? hat geschrieben: Besser ist wohl, dass ich das schriftlich machen werde,
das sollte immer Grundvoraussetzung sein.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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michelbub
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Re: Mieterin "überfällt" Vermieter mit "Forderungen"

Beitrag von michelbub »

Auf jeden Fall schriftlich....am besten per Einschreiben. Frist von 4 Wochen ist vollkommen genug. Drauf hinweisen dass wenn nicht geräumt wird der Vermieter damit eine Firma beauftragt dessen Kosten die Mieterin zu tragen hat.

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Re: Mieterin "überfällt" Vermieter mit "Forderungen"

Beitrag von Was weiß ich? »

Dieser Einzug der Mieterin ist eine "never ending story". Natürlich hat sie jetzt keine Miete gezahlt. Wie ich nun herausgefunden habe, hatte sie natürlich keinen Nachmieter der früher in ihre Wohnung wollte, sondern sie hatte eine Räumungsklage am Hals und einen Tag später wäre sie geräumt worden. Sie hat auch bereits die vorherige Miete vom Jobcenter bezahlt bekommen, frage mich natürlich warum sie das hier nicht gleich hat weiter fortlaufen lassen. Macht was sie will, spricht grundsätzlich nicht mit mir, antwortet nicht auf Fragen. Ich habe ihr schon alles mögliche schriftlich gegeben, vor allen Dingen will ich das Umzugsunternehmen wissen, da immense Schäden am Treppenhaus - das geht ihr alles am Allerwertesten vorbei.

Kann ich eigentlich ihr Fahrrad und "wertvollere" Gegenstände zunächst konfizieren (soll heißen ich schließe das erst einmal ein, damit sie keinen Zugriff mehr darauf hat) um damit mein Vermieter-Pfandrecht auszuüben bis sie ihre Miete vollständig bezahlt hat?
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