Auszug, merkürdige Forderung der Vermieters

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Goldi3007
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Auszug, merkürdige Forderung der Vermieters

Beitrag von Goldi3007 »

Hallo,
Vorwort:
Wir sind vor 2 Monaten aus unserer Whg ausgezogen, da es an fast allen Fenstern gezogen hat.
Das problem haben wir auch dem Vermieter geschildert, das daraufhin sagte, dass wir dann halt mehr heizen sollen.
Unsere Heizung und der Heizlüfter waren ständig an und trotzdem wurde kein zimmer wärmer als 19 Grad.
Wir hätten evtl. Die Miete mindern können, sind dann aber weil wir keinen Ärger wollten lieber ausgezogen.
Die Whg war unrenoviert als wir eingezogen sind. Der vermieter hat gesagt, dass sie es immer so handhaben, dass der neue Mieter sich alles so streicht wie er möchte...
3wochen vor Mietende hat der Vermieter gesagt, dass wir alles streichen müssen.




Das Problem jetzt:
Die Dachlucke aus Holz hatten die Vormieter in einem braunton gestrichen, die wir nicht mitgestrichen haben bei der Endrenovierung. Dafür hat er eine Malerfirma beauftragt und uns die Rechnung geschickt.
Hätten wir die Lucke streichen müssen oder zählt sowas zu türen.


Dann hatten wir die Fliegengitter versehentlich vergessen abzureissen. Das entfernen hat er auch durch eine Firma machen lassen und uns dafür die Rechnung geschickt. Dazu hat er gesagt das da Farbflecken an den Rahmen waren.




Ich habe das übergabeprotokoll nicht unterschrieben.
Wie ist die Rechtslage?
Ich würde mich super froh wenn ihr mir helfen könnt.

webelch
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Re: Auszug, merkürdige Forderung der Vermieters

Beitrag von webelch »

was war denn vertraglich vereinbart?

Goldi3007
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Re: Auszug, merkürdige Forderung der Vermieters

Beitrag von Goldi3007 »

Wohnung muss in neutraler farbe gestrichen sein und besenrein. Das habe ich auch alles gemacht.

Karsten
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Re: Auszug, merkürdige Forderung der Vermieters

Beitrag von Karsten »

webelch wollte da schon genauere Angaben. Im Grundsatz hat der Mieter nämlich keine Schönheitsreparaturen auszuführen. Das hat er nur dann, wenn das auch wirksam (!) im Vertrag vereinbart wurde. Ob diese Vereinbarung aber wirklich wirksam ist, hängt vom genauen Wortlaut der Vereinbarung ab. Hier ist meine, und wohl auch webelchs Vermutung, dass es keine wirksame Renovierungsklausel gibt.

webelch
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Re: Auszug, merkürdige Forderung der Vermieters

Beitrag von webelch »

ja, mich würde der genaue wortlaut aus dem vertrag interessieren.

denn
Goldi3007 hat geschrieben:Die Whg war unrenoviert als wir eingezogen sind. Der vermieter hat gesagt, dass sie es immer so handhaben, dass der neue Mieter sich alles so streicht wie er möchte...
beisst sich mit
Goldi3007 hat geschrieben:Wohnung muss in neutraler farbe gestrichen sein und besenrein.
und dachluken haben damit erstmal gar nichts zu tun.

Goldi3007
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Re: Auszug, merkürdige Forderung der Vermieters

Beitrag von Goldi3007 »

1.Der Mieter ist verpflichtet, ohne besondere Aufforderung die laufenden Schönheitsreparaturen auf eigene kosten vorzunehmen.
2. Die Schönheitsreparaturen umfassen das tapezieren und sämtliche Innenanstriche einschließlich der Innenseiten aller Außenfenster und Außentüren, soweit es sich nicht um Kunststoff-, Aluminium oder ähnliche Elemente handelt


Sämtliche Schönheitsreparaturen sind fachgerecht durchzuführen.
Z.B. dürfen Tapeten, Raufaser und ähnliche belege nicht überklebt werden; Fenster, Türen und Fußleisten müssen vor der Lackierung vorgestrichen sein; Stoßstellen und Unebenheiten sind auszuspachteln;Heizkörper und Rohrleitungen sind nur mit Heizkörperfarbe zu streichen.

Sind bei mietende die Schönheitsreparaturen fällig, sind diese regelmäßig in heller Farbe und/oder mit hellen Tapeten durchzuführen. Raufaser und Strukturtapeten dürfen nur mit einer nicht füllenden Dispersionsfarbe oder einer Farbe gleicher art und güte gestrichen werden.

3.Die Schönheitsreparaturen sind fällig und durchzuführen, wenn art und weise der jeweiligen Dekoration und/oder das konkrete Wohnverhalten und damit der grad der Abnutzung der Wohnung es erfordern. Die Schönheitsreparaturen sind während der Mietzeit üblicherweise nach Ablauf folgender Zeiträume seit Mietbeginn oder nach Durchführung der letzten Schönheitsreparaturen auszuführen: in Küchen, Bädern, duschen alle 5 Jahre, in Wohn- und Schlafräumen, Fluren, dielen, Toiletten alle 8 Jahre, in anderen räumen ( wie z.B. Boden-, Keller-, abstell- und Hobbyräumen sowie Garagen) alle 10 Jahre, sowie sämtliche Lackierarbeiten alle 10 Jahre.


Die fristen dienen der Orientierung und können sich nach Maßgabe des Satzes 1 verlängern oder verkürzen.

4. Der Mieter ist für den Umfang der im laufe der Mietzeit ausgeführten Schönheitsreparaturen beweispflichtig. der Vermieter kann Schadensersatz verlangen, wenn der Mieter die fälligen Schönheitsreparaturen nicht durchführt und ihm hierfür eine Frist gesetzt wurde oder eine Fristsetzung nach den gesetzlichen vorschriften entbehrlich war.
5. Der Mieter ist ei Beendigung des Mietverhältnisses zur Zahlung eines angemessenen Anteils der kosten für noch nicht fällige Schönheitsreparaturen entsprechend ziffer 3 verpflichtet, sofern er eine renovierte Whg übernommen hat und seit beginn des Mietverhältnisses oder seit den letzten Schönheitsreparaturen während des Mietverhältnisses ein Zeitraum von mehr als einem Jahr abgelaufen ist. Grundlage ist ein Kostenvoranschlag eines vom Vermieter auszuwählenden, anerkannten Malerfachgeschäfts. der Mieter ist berechtigt, einen eigenen Kostenvoranschlag eines anerkannten Malerbetriebes vorzulegen.


die Kostenbeteiligung des Mieters wird unter Berücksichtigung der tatsächlichen Abnutzung der Wohnung und der Frist nach ziffer 3 ermittelt. dazu wird die Frist nach ziffer 3 und die der Abnutzung der Wohnung entsprechende fiktiv angenommene Wohndauer- nicht die tatsächliche Wohndauer- ins Verhältnis gesetzt

der Mieter kann die Erstattung des Kostenanteils abwenden, indem er die Schönheitreparaturen selbst fachgerecht durchführt.










Nach Ablauf der Mietsache ist die Mietsache wieder sauber und unbeschädigt zurück zugeben.

Einzugsrenovierungsarbeiten bzw weitere Schönheitsreparaturen führen die Mieter auf eigene Regie aus.

Ich hoffe, dass das die richtigen Infos sind. =)

Strider
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Re: Auszug, merkürdige Forderung der Vermieters

Beitrag von Strider »

Die Klausel sieht schwer wirksam aus. Hat der VM eine Nachfrist gesetzt? Die bemängelte Lucke dürfte wohl unter Schönheitsreparaturen fallen und somit muss dem Mieter die Chance gegeben werden nach zu bessern. Gibt der VM keine Nachfrist, sondern lässt den Spass gleich beseitigen, dann bleibt er auf den Kosten sitzen.

Die Fliegengitter fallen nicht unter die Klausel, aber dennoch gilt das gleiche wie für die Lucke. Der VM hätte eine Frist setzen müssen in der der Mieter die Mietereinbauten entfernt.

Wurde allerdings in beiden Fällen eine Frist gesetzt und der Mieter hat diese nicht eingehalten oder gleich gesagt er macht es nicht, dann sind die Forderungen des VMs natürlich in Ordnung.

FOseloff
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Re: Auszug, merkürdige Forderung der Vermieters

Beitrag von FOseloff »

Strider hat geschrieben:Die Klausel sieht schwer wirksam aus.
Nö.
5. Der Mieter ist ei Beendigung des Mietverhältnisses zur Zahlung eines angemessenen Anteils der kosten für noch nicht fällige Schönheitsreparaturen entsprechend ziffer 3 verpflichtet, sofern er eine renovierte Whg übernommen hat und seit beginn des Mietverhältnisses oder seit den letzten Schönheitsreparaturen während des Mietverhältnisses ein Zeitraum von mehr als einem Jahr abgelaufen ist.
Der Mieter hat eine unrenovierte Wohnung übernommen. Das schonmal vorweg.

Ferner wird der Mieter bedingungslos zu einem Kostenanteil verpflichtet, wenn seit der letzten Schönheitsreparatur mehr als 1 Jahr vergangen ist.
 
Ich kann nicht alles wissen, doch ich kann alles lernen.
 

Goldi3007
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Re: Auszug, merkürdige Forderung der Vermieters

Beitrag von Goldi3007 »

Vielen Dank für die Antworten.
Ist es denn sicher, dass ich die Dachbodenlucke hätte streichen müssen?
Die besteht aus Holz und war schon beim Einzug gestrichen.
Wir sind am 31.. Augezogen und der neue Mieter am 1. ein. Wir haben keineen Termin o.ä. Bekommen um nachzubessern.

Karsten
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Re: Auszug, merkürdige Forderung der Vermieters

Beitrag von Karsten »

FOseloff hat geschrieben:
Strider hat geschrieben:Die Klausel sieht schwer wirksam aus.
Nö.
5. Der Mieter ist ei Beendigung des Mietverhältnisses zur Zahlung eines angemessenen Anteils der kosten für noch nicht fällige Schönheitsreparaturen entsprechend ziffer 3 verpflichtet, sofern er eine renovierte Whg übernommen hat und seit beginn des Mietverhältnisses oder seit den letzten Schönheitsreparaturen während des Mietverhältnisses ein Zeitraum von mehr als einem Jahr abgelaufen ist.
Der Mieter hat eine unrenovierte Wohnung übernommen. Das schonmal vorweg.

Ferner wird der Mieter bedingungslos zu einem Kostenanteil verpflichtet, wenn seit der letzten Schönheitsreparatur mehr als 1 Jahr vergangen ist.
Das betrifft aber nur die Abgeltungsklausel, nicht die Renovierungsklausel als solche.

FOseloff
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Re: Auszug, merkürdige Forderung der Vermieters

Beitrag von FOseloff »

Karsten hat geschrieben:Das betrifft aber nur die Abgeltungsklausel, nicht die Renovierungsklausel als solche.
Ja schon. Doch um einer Abgeltung zu entgehen müsste der Mieter laut Klausel eine Renovierung maximal 1 Jahr vor Rückgabe der Wohnung durchgeführt haben auch wenn es der Zustand nicht erforderlich macht.
 
Ich kann nicht alles wissen, doch ich kann alles lernen.
 

winterspaziergang
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Re: Auszug, merkürdige Forderung der Vermieters

Beitrag von winterspaziergang »

Goldi3007 hat geschrieben:Vielen Dank für die Antworten.
Ist es denn sicher, dass ich die Dachbodenlucke hätte streichen müssen?
Die besteht aus Holz und war schon beim Einzug gestrichen.
Wir sind am 31.. Augezogen und der neue Mieter am 1. ein. Wir haben keineen Termin o.ä. Bekommen um nachzubessern.
Wie lange wurde die Wohnung von den Mietern bewohnt? Gibt es ein Übergabeprotokoll bei Einzug?
Aus der Ferne wird sich kaum sicher sagen lassen, was mit der Dachbodenluke ist, aber es klingt eher merkwürdig. Was soll das Ganze denn kosten, einschließlich dem Aufwand ein Fliegengitter zu entfernen :roll: ?

Karsten
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Re: Auszug, merkürdige Forderung der Vermieters

Beitrag von Karsten »

FOseloff hat geschrieben:
Karsten hat geschrieben:Das betrifft aber nur die Abgeltungsklausel, nicht die Renovierungsklausel als solche.
Ja schon. Doch um einer Abgeltung zu entgehen müsste der Mieter laut Klausel eine Renovierung maximal 1 Jahr vor Rückgabe der Wohnung durchgeführt haben auch wenn es der Zustand nicht erforderlich macht.
Wenn eine Renovierung vorausgegangen ist, dann hatte sie deswegen zu erfolgen, weil die Wohnung es nötig hatte. So sagt es der Vertrag. Und frühestens ein Jahr nach so einer notwendigen Renovierung greift die Abgeltung. Ich wüsste nicht, was daran zu bemängeln wäre.

Goldi3007
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Re: Auszug, merkürdige Forderung der Vermieters

Beitrag von Goldi3007 »

2jahre haben wir in der Wohnung gewohnt.
Die Fensterreinigung und das entfernen der Fliegengitter 50€ und das Streichen der Dachbodenlucke 80€.

michelbub
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Re: Auszug, merkürdige Forderung der Vermieters

Beitrag von michelbub »

Goldi3007 hat geschrieben: Das Problem jetzt:
Die Dachlucke aus Holz hatten die Vormieter in einem braunton gestrichen, die wir nicht mitgestrichen haben bei der Endrenovierung. Dafür hat er eine Malerfirma beauftragt und uns die Rechnung geschickt.
Hätten wir die Lucke streichen müssen oder zählt sowas zu türen.


Dann hatten wir die Fliegengitter versehentlich vergessen abzureissen. Das entfernen hat er auch durch eine Firma machen lassen und uns dafür die Rechnung geschickt. Dazu hat er gesagt das da Farbflecken an den Rahmen waren.
Gab es denn eine schriftliche Aufforderung, wie z.B.

Sehr geehrter Mieter,

hiermit fordere ich Sie auf, folgende, noch offene Arbeiten bis zum … durchzuführen:

Sofern Sie diese Arbeiten nicht bis zum … ordnungsgemäß durchgeführt haben, werde ich eine Fachfirma mit der Erledigung dieser Arbeiten beauftragen und Ihnen die hierdurch entstehenden Kosten in Rechnung stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Vermieter

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