Eigenbedarfskündigung zulässig

Moderator: FDR-Team

Antworten
Christian_K
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 289
Registriert: 16.11.06, 14:15

Eigenbedarfskündigung zulässig

Beitrag von Christian_K »

Ehepaar im Rentenalter besitzt eine ETW im 1. Stock mit einer relativ "schwierigen" Treppe, da schmal und gewunden.
Beide sind gehtechnisch eingeschränkt, Ehemann hat GdB 50.

Geplant sei nun der Kauf einer ETW im Erdgeschoss gelegen. Diese ist (zu einem Preis deutlich unter der marktüblichen Miete) vermietet. Der Mieter hat schon signalisiert, nicht ausziehen zu wollen.

Ist in diesem Fall eine Eigenbedarfskündigung überhaupt möglich? Wenn ja, gäbe es Besonderheiten bei den Kündigungsfristen?

Bekannt ist, dass eine Kündigung erst nach Eintragung ins Grundbuch möglich wäre. Es würde auch zuerst eine gütliche Einigung angestrebt (sprich Übernahme der Maklerkosten und großzügiger "Umzugskostenzuschuss").
Die Frage zielt darauf ab, wenn es doch zur Konfrontation käme.

Vielen Dank für alle Meinungen und Einschätzungen :D
_______________________________________________
LG
Chris

99 % der Computerfehler sitzen vor dem Bildschirm.

Strider
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 14275
Registriert: 13.09.04, 17:14

Re: Eigenbedarfskündigung zulässig

Beitrag von Strider »

Natürlich ist eine Eigenbedarfskündigung möglich. Je nach dem was mit der anderen Wohnung passieren soll, müsste die vielleicht dem Mieter angeboten werden zur Miete. Genaueres kann ein Anwalt für Mietrecht sagen, der kann auch über die Kündigungsfristen informieren. Es sollte aber in jeden Fall ein Anwalt beauftragt werden, denn gerade bei Eigenbedarfskündigungen kann sehr viel falsch gemacht werden.

Christian_K
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 289
Registriert: 16.11.06, 14:15

Re: Eigenbedarfskündigung zulässig

Beitrag von Christian_K »

Danke für die Antwort.

Mir ging es vor allem darum, ob das Vorhandensein einer eigenen ETW der Eigenbedarfskündigung entgegenstehen könnte.

Da dem ja offenbar nicht so ist, werde ich zuerst die "stressfreiere" Variante mit der finanziellen Unterstützung vorschlagen, um den freiwilligen Auszug schmackhaft zu machen.
Wenn das nicht klappt sollte das Geld dann auch besser in einen Fachanwalt investiert werden.
_______________________________________________
LG
Chris

99 % der Computerfehler sitzen vor dem Bildschirm.

FOseloff
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1336
Registriert: 31.12.12, 09:49
Wohnort: Schwelm, NRW

Re: Eigenbedarfskündigung zulässig

Beitrag von FOseloff »

Strider hat geschrieben:Natürlich ist eine Eigenbedarfskündigung möglich. Je nach dem was mit der anderen Wohnung passieren soll, müsste die vielleicht dem Mieter angeboten werden zur Miete.
Nein. Die Anbietpflicht eines Vermieters beschränkt sich auf (selbst bewohnte) Wohnungen, die zum Zeitpunkt der Kündigung frei sind oder bis zum Ablauf des Mietverhältnisses frei werden.

Das ist hier nicht der Fall. Die Wohnung im 1. Stock wird erst frei, wenn der Mieter die Wohnung im Erdgeschoss geräumt zurückgegeben hat. Erst dann kann das Rentnerehepaar die Wohnung im EG beziehen und erst dann, also nach Mietende, wird die Wohnung im 1. Stock frei.

Ferner muss ein Vermieter eine freie Wohnung nur anbieten, wenn sie auch zur weiteren Vermietung vorgesehen ist. Will der Vermieter diese Wohnung nicht weiter vermieten, dann muss er sie auch nicht anbieten.

Die Frage ist, ob das Rentnerehepaar Vermieter werden will. Sie sind bereit, für den derzeitigen Mieter im EG die Maklerkosten und einen großzügigen Umzugskostenzuschuss zu zahlen. Alternativ könnte man dem Mieter im EG anbieten, seinen Hausrat für einen Monat einzulagern und in einem Hotel zu wohnen, um dann die Wohnung im 1. Stock zu beziehen. Hier müsste das Ehepaar dann kalkulieren, was günstiger ist.
 
Ich kann nicht alles wissen, doch ich kann alles lernen.
 

Antworten