Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Moderator: FDR-Team

barbara müller
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Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von barbara müller »

Hi, in die Fassade sind Verblendrahmen vor allen Fenstern eingesetzt, die keine Verbindung zu den Fensterrahmen haben. Diese Verblendrahmen sollen gestrichen werden und die Hausverwaltung verlangt nun, dass dies von den jeweiligen Wohnungen aus geschehen soll.
Dem Maler soll ein freiwilliger Mieter als Gehilfe dienen. Letzteren will schonmal niemand in die Wohnung lassen.
Das Haus hat 8 Stockwerke und die gesamte Fassade, ohne diese Verblendrahmen, wurde vor wenigen Wochen komplett gestrichen.
Das Haus war dazu komplett eingerüstet.
Fragt nicht warum das alles nicht in einem Aufwasch geschah, niemand weiss es!
Ist das nun eine unzumutbare Belästigung der Mieter und ist es überhaupt rechtens, dass das nun so gehandhabt werden soll?
Gäbe es dazu Urteile und/oder Gesetzestexte?
Mit Dank und Grüßen, b.m.

ktown
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von ktown »

Es ist auf jedenfall sau gefährlich und verboten.

Sollten die Arbeiten so durchgeführt werden, reicht ein Anruf bei der Berufgenossenschaft und die Arbeiten werden sofort eingestellt.
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Karsten
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von Karsten »

Es mag tatsächjlich so sein, dass die Berufsgenossenschaft da Etwas einzuwenden hätte. Das betrifft aber nur die und den Maler.
Die Frage hier lautete aber, ob es sich hier um eine unzumutbare Belästigung des Mieters handelt.
Der Mieter hätte zu begründen, was an dem aus dem Fenster hängender Maler für ihn unzumutbar sein soll. Die Tatsache, dass diese Arbeiten mit anderen Hilfsmitteln einfacher, und für den Maler vielleicht auch sicherer hätten erledigt werden können, ist kein Argument, denn das zu beurteilen steht ihm schlicht nicht zu. Der Vermieter muss die Mieter nicht erstmal darüber befragen, welche Arbeitsmethoden SIE für die sinnigsten halten.
Hier bleibt es einfach dabei, dass der Mieter Instanhaltungsarbeiten zu dulden hat.

karli
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von karli »

barbara müller hat geschrieben:Dem Maler soll ein freiwilliger Mieter als Gehilfe dienen. Letzteren will schonmal niemand in die Wohnung lassen.
Im Grunde kann sich der Mieter die Erfüllungsgehilfen des Vermieters nicht aussuchen.
Er hat die Massnahme zu dulden.
Hier stellt sich allerdings die Frage welchen Status der helfende Mieter hier einnimmt.
Nachbarschaftshilfe tät ich mal ausschliessen.
Und da Vermieter und Maler höchstwahrscheinlich Gewerbetreibende sind, könnte das verdächtig nach Schwarzarbeit riechen!
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
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RM
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von RM »

karli hat geschrieben: Hier stellt sich allerdings die Frage welchen Status der helfende Mieter hier einnimmt.
Nachbarschaftshilfe tät ich mal ausschliessen.
Und da Vermieter und Maler höchstwahrscheinlich Gewerbetreibende sind, könnte das verdächtig nach Schwarzarbeit riechen!
Die Frage nach den Status mag sich jeder stellen, den es etwas angeht. Der Mieter ist es jedenfalls nicht... und verdächtig riecht daran ohne jegliche Kenntnis des Sachverhalts überhaupt nichts.

ktown
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von ktown »

Karsten hat geschrieben:Es mag tatsächjlich so sein, dass die Berufsgenossenschaft da Etwas einzuwenden hätte. Das betrifft aber nur die und den Maler.
Das sehe ich etwas anders. Ich weiß nicht wie es sich verhält, wenn ich als Mieter Kenntnis darüber habe, dass hier unsachgemäß mit den Unfallverhütungsvorschriften umgegangen wird.
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FelixSt
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von FelixSt »

Ich bin auch der Meinung, dass es nicht Aufgabe des Mieters ist, die berufsgenossenschaftlich auferlegten Unfallverhütungsvorschrifte zu kontrollieren oder gar aufgrund von deren vermeintlicher Missachtung die Arbeiten zu untersagen. Viel interessanter finde ich die Tatsache, dass hier ein Mensch, mit dem man sich offenbar persönlich überworfen hat, in die Wohnung gelassen werden soll, damit dieser dem Maler das Farbeimerchen anreicht. Zwar kann der Mieter sich den Gehilfen nicht aussuchen - in der Art, dass ihm eine Auswahl präsentiert wird - jedoch kann ich mir nicht vorstellen, dass er den Aufenthalt so eines Typs zu dulden hat, wenn es begründbare, in der Person des Gehilfen liegende Vorbehalte gibt.
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

barbara müller
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von barbara müller »

[quote="Karsten"]Es mag tatsächjlich so sein, dass die Berufsgenossenschaft da Etwas einzuwenden hätte. Das betrifft aber nur die und den Maler.
Die Frage hier lautete aber, ob es sich hier um eine unzumutbare Belästigung des Mieters handelt.
Der Mieter hätte zu begründen, was an dem aus dem Fenster hängender Maler für ihn unzumutbar sein soll.

Unzumutbar, weil die Arbeiten nicht im Zusammenhang mit der angemieteten Wohnung stehen sondern Teile umfassen, die ausserhalb der Wohnung liegen, dem direkten Zugriff des Mieters entzogen sind, er/sie dafür aber den Zugang über seine Wohnung dulden und dafür u.U. sogar Urlaub nehmen muss oder eine Vertrauensperson damit beauftragen muss.

ktown
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von ktown »

FelixSt hat geschrieben:Ich bin auch der Meinung, dass es nicht Aufgabe des Mieters ist, die berufsgenossenschaftlich auferlegten Unfallverhütungsvorschrifte zu kontrollieren oder gar aufgrund von deren vermeintlicher Missachtung die Arbeiten zu untersagen.
Das war auch nicht mein Ansinnen. Aber wie verhält es sich, nach einem Unfall, wenn der Mieter von der unregulären Arbeitssituation wusste?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Froggel
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von Froggel »

Der Mieter muss zwar Erhaltungsmaßnahmen an der Mietsache dulden (§ 555a BGB) - und diese sind für ihn insoweit auch zumutbar, sofern andere Maßnahmen (erneute Einrüstung) unverhältnismäßig teuer sind. Aber ihn trifft keinerlei Mitwirkungspflicht an der Erhaltungsmaßnahme, d.h. wenn der Erfüllungsgehilfe des Vermieters (in diesem Fall der Maler) eine weitere Person z.B. zur Personensicherung braucht, muss er diese mitbringen.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

FelixSt
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von FelixSt »

ktown hat geschrieben: Aber wie verhält es sich, nach einem Unfall, wenn der Mieter von der unregulären Arbeitssituation wusste?
Das kann ich zwar konkret nicht beantworten, aber wir haben es hier doch mit erwachsenen Menschen zu tun, von denen derjenige, der gegen die UVV verstößt, mindestens einschlägig ausgebildeter Handwerksgeselle, wenn nicht sogar -meister ist. Von daher vermute ich, dass der Mieter komplett aus dem Schneider ist, da er keine Verantwortung trägt.

Wenn ich einen gelernten Schlosser beauftrage, mein Treppengeländer zu schweißen, er sich dabei in meiner Gegenwart die Finger verbrennt oder die Augen verblitzt, dann kann mir doch ernsthaft niemand einen juristisch zu meinen Ungunsten verwertbaren Vorwurf machen, ich hätte den Fachmann warnen oder ihn davon abhalten sollen, so leichtfertig zu arbeiten.
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ktown
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von ktown »

Hhhhmmm stimmt 8)
Ich vermute eh, dass der Maler auf dem Absatz kehrt machen wird, wenn er sieht wie er arbeiten soll. :wink:
Es ist ja nicht mit streichen getan. Bei korrekter Arbeit müssten die angrenzenden Bauteile abgeklebt werden und wie man das machen soll aus einem geöffneten Fenster, dass weis ich nicht.
Ich bitte den TE darum, dass er hierüber Bildmaterial erstellt. :wink:
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Karsten
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von Karsten »

Unzumutbar, weil die Arbeiten nicht im Zusammenhang mit der angemieteten Wohnung stehen sondern Teile umfassen, die ausserhalb der Wohnung liegen, dem direkten Zugriff des Mieters entzogen sind, er/sie dafür aber den Zugang über seine Wohnung dulden und dafür u.U. sogar Urlaub nehmen muss oder eine Vertrauensperson damit beauftragen muss.
Das ist jetzt aber schlichter Unfug. Selbstverständlich stehen auch Fassaden- oder Malarbeiten an der Außenfassade im "Zusammenhang" mit der Mietsache. Noch absurder ist die Idee, diese Dinge müßten dem 'direkten Zugriff' des Mieters unterliegen, damit der Vermieter sie instandhalten darf. Vom Mieter zu dulden sind alle Maßnahmen, die für die Instandhaltung des gesamten Gebäudes, nicht nur der Wohnung des Mieters, notwendig sind.

Karsten
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von Karsten »

Das war auch nicht mein Ansinnen. Aber wie verhält es sich, nach einem Unfall, wenn der Mieter von der unregulären Arbeitssituation wusste?
Nichts verhält sich da. Wer für die Einhaltung der jeweiligen Regeln zuständig ist, steht in genau diesen Regeln. Und fremde Personen fallen sicher nicht darunter.

Oktavia
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von Oktavia »

Karsten hat geschrieben:Nichts verhält sich da. Wer für die Einhaltung der jeweiligen Regeln zuständig ist, steht in genau diesen Regeln. Und fremde Personen fallen sicher nicht darunter.
ICh würde ja auch sagen dass erwachsene HandwerkerInnen für sich selbst verantwortlich sind allerdings gibt es da die "Fachleuterechtsprechung". Ein Kfz Meister der zufällig mitbekommt dass jemand ohne funktionierende Bremse losfahren will kann Probleme beklommen genau wie ein Architekt der schwere Mängel auf einer Baustelle sieht mit der er nix zu tun hat. In diesem Fall mag das anders gelagert sein.
Als Mieter würde ich mich weigern so gefährliche Arbeiten aus meiner Wohnung heraus zuzulassen. Noch mehr wenn ich auch für die Gehwegreinigung zuständig wäre :twisted:
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George Bernard Shaw

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