Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Moderator: FDR-Team

FOseloff
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von FOseloff »

Karsten hat geschrieben:
Unzumutbar, weil die Arbeiten nicht im Zusammenhang mit der angemieteten Wohnung stehen sondern Teile umfassen, die ausserhalb der Wohnung liegen, dem direkten Zugriff des Mieters entzogen sind, er/sie dafür aber den Zugang über seine Wohnung dulden und dafür u.U. sogar Urlaub nehmen muss oder eine Vertrauensperson damit beauftragen muss.
Das ist jetzt aber schlichter Unfug.
Ich denke eher, dass es unglücklich formuliert und kein Unfug ist.

Unstreitig ist, dass ein Mieter Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen zu dulden hat. Wie aber bereits geschrieben, hat ein Mieter keine Mitwirkungspflicht. Das wäre aber hier gegeben, wenn der Mieter seine Wohnung zur Verfügung stellen soll, damit Instandhaltungsmaßnahmen außerhalb seiner Wohnung durchgeführt werden sollen. Anders gesagt: wenn ein Treppenhaus renoviert wird, dann muss ein Mieter seine Wohnung schliesslich auch nicht zur Verfügung stellen, damit die Maler Strom und Wasser entnehmen können, um den Speis anzurühren und/oder ihre Pinsel auszuwaschen.

Wie bereits durch das Bundesverfassungsgericht festgestellt, hat ein Mieter das Recht, in seiner Wohnung in Ruhe gelassen zu werden.
 
Ich kann nicht alles wissen, doch ich kann alles lernen.
 

Karsten
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von Karsten »

Nach dieser Logik wäre ein Mieter niemals verpflichtet, irgendeinen Handwerker in seine Wohnung zu lassen; schließlich wäre dann das schlichte Öffnen der Haustür eine 'Mitwirkung'. Das ist nun wirklicher Unfug. Der Mieter hat den Handwerker rein zu lassen, damit er seine Arbeit machen kann. Das ist keine Mitwirkung, das ist die geschuldete Duldung. Und genau da endet sein Recht, in Ruhe gelassen zu werden.

@ Oktavia: Was soll das? Ist hier irgendwo von einem Fachmann die Rede, der einen Laien vor Gefahren schützen will? Hier maßt sich ein simpler Laie an, darüber entscheiden zu wollen, wie Fachleute ihre Arbeit zu machen haben.
- Mal abgesehen davon ist die genannte "Fachleuterechtsprechung" nicht mal als Suchbegriff bekannt. :D - willst du eventuell auf eine Garantenstellung hinaus?

Ist aber auch wurscht. Die Aufsicht über die Einhaltung von Unfallverhütungsvorschriften obliegt in jedem Fall nicht irgendwelchen dritten Personen. Da können wir uns sicher sein. Und erst recht stellen sie keine Rechtfertigung für einen Mieter dar, die Erfüllung seiner Pflichten zu verweigern.

FOseloff
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von FOseloff »

Karsten hat geschrieben:Der Mieter hat den Handwerker rein zu lassen, damit er seine Arbeit machen kann.
Ja, für Arbeiten innerhalb der Wohnung!
 
Ich kann nicht alles wissen, doch ich kann alles lernen.
 

Oktavia
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von Oktavia »

Karsten hat geschrieben:Was soll das? Ist hier irgendwo von einem Fachmann die Rede, der einen Laien vor Gefahren schützen will?
Wenn sich ein "Fachmann" bei mir ungesichert aus dem Fenster hinge und ich ihn nicht davon abbrächte, dann riefe ich die Polizei :wink: Dazu müsste ich nicht Fachkraft für Schwerkraft sein :devil: ich bin faul und hätt kein Bock den Matsch aufzufeudeln :engel:

Die Frage mit dem Gehilfen ist eine weitere spannende Frage. Muss man wirklich jede Person in die Wohnung lassen weil der VM die engagiert hat? Stalker, Ex-Freund mit Näherungsverbot, jemand der schon andere Straftaten gegen den Wohnungsbesitzer begangen hat?
"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw

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barbara müller
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von barbara müller »

Karsten hat geschrieben:
Unzumutbar, weil die Arbeiten nicht im Zusammenhang mit der angemieteten Wohnung stehen sondern Teile umfassen, die ausserhalb der Wohnung liegen, dem direkten Zugriff des Mieters entzogen sind, er/sie dafür aber den Zugang über seine Wohnung dulden und dafür u.U. sogar Urlaub nehmen muss oder eine Vertrauensperson damit beauftragen muss.
Das ist jetzt aber schlichter Unfug. Selbstverständlich stehen auch Fassaden- oder Malarbeiten an der Außenfassade im "Zusammenhang" mit der Mietsache. Noch absurder ist die Idee, diese Dinge müßten dem 'direkten Zugriff' des Mieters unterliegen, damit der Vermieter sie instandhalten darf. Vom Mieter zu dulden sind alle Maßnahmen, die für die Instandhaltung des gesamten Gebäudes, nicht nur der Wohnung des Mieters, notwendig sind.
Diese Ansicht legt eigentlich nur nahe, dass man selbst Vermieter ist.
Und wenn man schon derartige Behauptungen aufstellt, dann doch bitte mit rechtskonformen Angaben, dies dies belegen. :roll:

Klar muss man alle Maßnahmen dulden aber keine Fassadenarbeiten in einem 8stöckingen Mietshaus von den jeweiligen Wohnungen aus, welches zuvor eingerüstet war zwecks Fassade streichen und weil dieses Gerüst wegen der Dusseligkeit der Hausverwaltung abgebaut wurde um unmittelbar darauf auf die geschilderte Idee zu kommen.

Drobsi
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Re: Fassade streichen von der Mietwohnung aus.

Beitrag von Drobsi »

Man muss die Unfallverhütungsvorschriften nicht kennen um beurteilen zu können, dass wenn sich jemand im 8ten Stock ohne Sicherungsmaßnahmen aus den Fenster hangelt um irgendwas zu streichen, derjenige sich damit in Lebensgefahr begibt.
Wenn ein Busfahrer sich stark alkoholisiert an das Steuer setzt, dann kann man das auch nicht mit "Naja, der ist ja ein Fachmann. Der weiß was er tut." abtun.

Ich würde in beiden Fällen handeln und im schlimmsten Fall die Polizei rufen. Bei dem Maler würde ich sogar noch 1-2 Fotos von dem Akrobatenakt machen um mein handeln im nachhinein rechtfertigen zu können.

Wenn jedoch der Maler sich mit einem Gurt irgendwo befestigt, dann kann man als Laie nicht mehr beurteilen, ob diese Sicherungsmaßnahme ausreichend ist.

Den freiwilligen Helfer würde ich ebenfalls nicht in die Wohnung lassen. Ich würde den Maler rein lassen und dem helfendem Nachbarn den Zugang verwehren. Der ist schließlich eine Privatperson und hat mit der Malerfirma nichts am Hut. Da würde ich es auf einen Streit mit der Hausverwaltung ankommen lassen. Auf die Argumentation der Hausverwaltung , warum gerade der Nachbar und nicht ein vorhandener Hausmeister als Gehilfe fungiert, wäre ich gespannt.
Zumal ich mir gut vorstellen kann, dass es kritisch für die Hausverwaltung werden könnte, wenn diese Privatperson bei dieser Tätigkeit verunfallt.
Ist das nun eine unzumutbare Belästigung der Mieter und ist es überhaupt rechtens, dass das nun so gehandhabt werden soll?
Wenn es der einzig gangbare Weg ist die Wohnung des Mieters zu betreten um diese Arbeiten durchzuführen, dann muss es der Mieter mMn dulden. Ob da vorher ein Gerüst stand, oder nicht ist hier irrelevant.

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