Extreme Lärmbelästigung durch Nachbarn - und niemand hilft

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Sora
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Extreme Lärmbelästigung durch Nachbarn - und niemand hilft

Beitrag von Sora »

Hallo alle zusammen.

Die SuFu hat zwar ergeben, dass es zu diesem Thema schon einen Thread gibt, aber ich möchte mein Anliegen trotzdem einmal vortragen. Ich hoffe, das ist okay.

Es ist so: Ich wohne in einer größeren Wohnanlage und habe seit Ewigkeiten Stress mit den Nachbarn. Da werden regelmäßig laute Homepartys gefeiert, mit lauter Musik, viel Gebrüll und das, obwohl da ein Kleinkind mit lebt. Das Thema ist gerade wieder ganz aktuell. Heute war die Musik tagsüber so laut, dass ich es selbst mit Oropax noch laut und deutlich gehört habe.

Grundsätzlich ist mir klar, dass die gesetzliche Nachtruhe nur zwischen 22 und 6 Uhr gilt und dass man Krach tagsüber an sich ertragen muss. ABER: Bin ich wirklich gezwungen, derart laute Musik zu dulden? Gerade am Wochenende, wenn man als Vollzeit-Berufstätige eigentlich entspannen und sich erholen will? Es ist unterm Strich eben immer noch ein Wohnhaus und keine Disco.

Mit den Nachbarn selbst kann man nicht reden. Als Reaktion darauf wird die Musik nur noch lauter gedreht. Das interessiert die herzlich wenig, ob sie andere belästigen oder nicht. Rücksichtnahme ist da wirklich ein Fremdwort. Den Vermieter interessiert es genau so wenig (und das, obwohl ich schon seit über einem Jahr die Miete kürze wegen Lärmbelästigung), Polizei ebenfalls gerufen, die interessiert es aber auch nicht (schieben es auf den Vermieter bzw. die Wohnungsverwaltung). Nun sitze ich also hier, ertrage das seit über zwei Jahren (!), bin nervlich völlig am Ende und weiß nicht, wohin.

Ich will unbedingt raus hier. Ich MUSS raus hier. Ich werde wahnsinnig. Die Zustände sind einfach nicht mehr tragbar. Ich komme völlig erschöpft von der Arbeit und bin schon total angespannt, bevor ich die Wohnung überhaupt betreten habe, weil ich nicht weiß, ob wieder Krach ist oder nicht. Das ist so absolut kein Zustand mehr.

Nun habe ich aber auch das Problem, dass ich in Berlin lebe und hier ne Wohnung zu finden ist bekanntermaßen nicht gerade einfach. Ich hatte eigentlich eine Zusage für eine Wohnung, die ich zum 01.01. beziehen sollte (war ein Privatvermieter). Der hat seine Zusage allerdings sofort zurück gezogen, als er erfahren hat, dass ich Raucher bin - und das, obwohl ich ihm versichert habe, dass ich nicht in der Wohnung rauche. Tja... und nun stehe ich da und finde keine Wohnung. Ich bin halt alleine, habe also nur mein eigenes Einkommen zur Verfügung und kriege hier nicht einmal mehr eine 1-Zimmer-Wohnung (trotz Mietschuldenfreiheitsbescheinigung und einwandfreier Schufa), weil die Wohnungen mit einem durchschnittlichen Vollzeiteinkommen kaum noch zu bezahlen sind (und wenn doch, schlagen sich natürlich haufenweise Leute darum).

Frage: Gibt es nicht irgendein Hintertürchen, über das ich bevorzugt und möglichst schnell eine andere Wohnung anmieten kann? Ich gucke fast täglich nach Wohnungsangeboten und frage jede nur erdenkliche Wohnung an, die passen könnte, aber ich kriege immer nur Absagen. Dass sich in meiner aktuellen Wohnung bzgl. Lärm nochmal etwas zum Positiven verändern sollte, wage ich zu bezweifeln und ich bin mit den Nerven inzwischen so weit am Ende, dass sich inzwischen auch körperliche Beschwerden bemerkbar machen und ich hier nur noch raus will. Irgendwas muss sich da doch tun lassen? :-(

Bin für jeden Ratschlag dankbar.

LG,
Sora

SusanneBerlin
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Re: Extreme Lärmbelästigung durch Nachbarn - und niemand hil

Beitrag von SusanneBerlin »

Hallo,

ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit einem durchschnittlichen Einkommen bei "jeder erdenklichen Wohnung" eine Absage bekommt. In den begehrten Innenstadtlagen ist es tatsächlich schwierig was bezahlbares zu bekommen, das mag zutreffen. Aber wenn die derzeitige Wohnsituation so unerträglich ist, würde ich doch lieber in einen der nicht so überteuerten und begehrten Bezirke ziehen und einen längeren Fahrtweg auf mich nehmen.
Grüße, Susanne

Sora
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Re: Extreme Lärmbelästigung durch Nachbarn - und niemand hil

Beitrag von Sora »

Ich suche überhaupt nicht in "begehrter Innenstadtlage", sondern in den Randbezirken. Nun muss man natürlich auch bedenken, dass ich nicht unbedingt im Ghetto wohnen will, aber ich suche halt eben auch nicht in den noblen Villenvierteln, sondern in den Bereichen, wo halt eher die "Normalen" wohnen. Besagtes Problem bleibt aber bestehen.

LG,
Sora

winterspaziergang
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Re: Extreme Lärmbelästigung durch Nachbarn - und niemand hil

Beitrag von winterspaziergang »

Sora hat geschrieben:
Frage: Gibt es nicht irgendein Hintertürchen, über das ich bevorzugt und möglichst schnell eine andere Wohnung anmieten kann?
Da der Hintergrund der Wohnungssuche ausführlich geschildert wurde: Der ist für die neue Wohnungssuche nicht von Bedeutung. Zur Bevorzugung bei Neuanmietung dürfte es keine rechtlichen Möglichkeiten geben.

lerchenzunge
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Re: Extreme Lärmbelästigung durch Nachbarn - und niemand hil

Beitrag von lerchenzunge »

Was mir angesichts der Schilderung der Sachlage unklar ist: Sie schrieben
Ich wohne in einer größeren Wohnanlage
In einer größeren Wohnanlage gibt es doch auch noch andere Nachbarn. Was sagen die denn zum Lärm? Stört die das nicht, nehmen diese den Lärm nicht wahr? Wenn die Nachbarn sich nicht daran stören, dann erstaunt es nicht, dass weder Polizei noch Vermieter tätig werden, dann ist Ihre Lärmempfindlichkeit offenbar überdurchschnittlich. Das ist kein Vorwurf, das ist nicht Ihre Schuld, das ist auch kein Fehler.
Aber es sollte Ihnen bewusst sein, damit Sie nicht erneut in eine solche Situation hineingeraten.

Im übrigen muss ich mich aber auch dem hier anschliessen:
ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit einem durchschnittlichen Einkommen bei "jeder erdenklichen Wohnung" eine Absage bekommt
Vielleicht muss man den Suchradius erweitern, vielleicht ein bis zwei Stunden einfache Fahrt Pendeln in Kauf nehmen, aber das machen Millionen andere Arbeitnehmer auch, das ist keine Notsituation.

Sie schreiben, dass Sie in Berlin leben. S-Bahnen fahren bis Strausberg, Erkner, Königs Wusterhausen, Oranienburg, Blankenfelde, Henningsdorf. Es gibt gute, schnelle RE-Verbindungen nach Frankfurt/Oder, Brandenburg, Dessau, Eberswalde... Orte und Regionen, in denen Wohnungen massenweise leerstehen! (das ist übrigens nicht einfach so dahingesagt, ich selbst lebe in Dessau, weniger hundert Meter vom Bahnhof entfernt und arbeite regelmäßig im Berliner Büro unserer Firma, die Strecke kann man problemlos pendeln)

Baden1957
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Re: Extreme Lärmbelästigung durch Nachbarn - und niemand hil

Beitrag von Baden1957 »

Hallo,

neben der gesetzlichen Nachtruhe gibt es in den allermeisten Bundesländern und Kommunen immer noch die Mittagsruhe, welche uneinheitlich zwischen 12.00 bis 14.00 h , teilweise 12.30 - 13.30 etc. geregelt ist; Auskunft erteilt die Stadt- oder Kreisverwaltung.

In den Wohnanlagen ist i.d.R. durch eine Hausordnung die Ruhezeiten geregelt, diese gilt ohne Ausnahme.
Gibt es in der Stadt die entsprechende Mittagsruhe, ist diese einzuhalten und bei Verstoß kann die Polizei oder Ordnungsamt tätig werden.

Wenn der Vermieter trotz Mietminderung "über Monate" nicht reagiert, kann eine erhöhte Mietminderung durchgeführt werden.

Die Mietproblematik in Berlin ist mir persönlich bekannt, dort ist Wohnraum tatsächlich "problematisch".

Erfolgreich war oftmals in der Vergangenheit Wohnungsgesuche mit "Belohnungshinweis", in dem ein Mieter für die Vermittlung oder Vermietung einer Wohnung vom Mietinteressenten eine Belohnung angeboten wurde. Wenn dann noch im Inserat darauf hingewiesen würde, das die Belohnung auch an den Vermieter bezahlt würde, kam es oftmals zu Vermietungen, welche über Makler nicht möglich waren.

Lg
Hinweise erfolgen ausschließlich aufgrund eines vorgetragenen Sachverhaltes und nicht aufgrund von Vermutungen; je detaillierter der Sachverhalt ist, desto zutreffender können die Hinweise sein.

windalf
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Re: Extreme Lärmbelästigung durch Nachbarn - und niemand hil

Beitrag von windalf »

Die Mietproblematik in Berlin ist mir persönlich bekannt, dort ist Wohnraum tatsächlich "problematisch".
Naja wenn man nicht zu hohe Ansprüche stellt kann man hier immer noch recht günstig mieten. Der ÖPNV ist sehr gut (so dass auch weite Strecken in kurzer Zeit überwunden werden könne). Das ist eher jammern auch hohem Niveau der Berliner, die gerne sehr zentral in hippen Wohngegenden wohnen möchten...
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Lin-Marron
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Re: Extreme Lärmbelästigung durch Nachbarn - und niemand hil

Beitrag von Lin-Marron »

Also, ich kenne das Problem.
Als erstes würde ich mal ein Lärmprotokoll anlegen (Datum/Uhrzeit und Lautstärke messen, ein Messgerät kann man in jedem Baumarkt kaufen, ab einer bestimmten Zahl ist es einfach Lärmbelästigung), denn es stimmt überhaupt nicht das du diesen Lärm hinnehmen musst nur weil es nicht in die Zeit der Nachtruhe fällt. Das würde ich dem Vermieter ruhig immer wieder schicken. Ich glaube wenn er nichts dagegen tut, kannst du ihm die Miete sogar ganz streichen bzw. einbehalten.
Eine Party ab und zu ist okay, aber das was du beschreibst geht gar nicht.

Die Polizei würde ich ruhig immer wieder rufen, mir die Namen der Polizisten aufschreiben und wenn die nichts tun gleich mal Dienst-Aufsichtsbeschwerde einreichen. Die sind dazu da um dafür zu sorgen das Gesetze eingehalten werden und wenn der Vermieter schon nichts tut, dann müssen die das ja wohl erst recht.

Das Berlin problematisch ist, hab ich auch schon gehört. Eine Freundin von mir hat eine Wohnung in Königswusterhausen (als Studentin) vllt könntest du dich da umschauen? Und meine Tante hat damals in Lichtenrade gewohnt und da sollen die Mieten wohl auch nicht so hoch sein ist aber eine schöne ruhige Gegend.

Ansonsten kann ich dir nur raten zu einem Anwalt zu gehen, denn leider hat der Mieterschutzbund (bei mir zumindest) auch keinen Finger krumm gemacht und trotzdem Beiträge kassiert.

nordlicht02
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Re: Extreme Lärmbelästigung durch Nachbarn - und niemand hil

Beitrag von nordlicht02 »

Lin-Marron hat geschrieben: Die Polizei würde ich ruhig immer wieder rufen, mir die Namen der Polizisten aufschreiben und wenn die nichts tun gleich mal Dienst-Aufsichtsbeschwerde einreichen. Die sind dazu da um dafür zu sorgen das Gesetze eingehalten werden und wenn der Vermieter schon nichts tut, dann müssen die das ja wohl erst recht.
Im Regelfall aber nicht, solange das Ordnungsamt erreichbar ist - dann sind nämlich dessen Mitarbeiter zuständig und nicht die Polizei. :shock:
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

Sora
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Re: Extreme Lärmbelästigung durch Nachbarn - und niemand hil

Beitrag von Sora »

@ Lerchenzunge: Um ehrlich zu sein, habe ich mir die Frage auch schon gestellt, ob es nicht auch andere Mieter gibt, die sich daran stören. Das Ding ist halt: In der Nacht von Samstag auf Sonntag ging die Musik bis morgens um 6. Ohne Unterbrechung und halt so laut, dass ich es selbst mit Oropax noch hören konnte (zumindest den Bass). Es kann also unmöglich sein, dass das außer mir niemand gehört hat und bei einer solchen Lautstärke denke ich auch nicht, dass man mir eine Überempfindlichkeit bzgl. Lärm vorwerfen kann. Besagte Nachbarn lassen auch ständig ihren Müll im Hausflur stehen und zumindest da hat denen schon einmal jemand einen anonymen Zettel an die Tür geklebt und dazu aufgefordert, den Müll weg zu räumen. Es hieß auch, die Hausverwaltung wäre informiert. Was passiert? Müll steht noch immer mit Regelmäßigkeit tagelang im Hausflur. Insofern nehme ich an, dass es sich mit der lauten Musik ähnlich verhält. Es ist kein Geheimnis, dass man mit besagten Nachbarn nicht vernünftig reden kann, insofern geht der Weg hier meistens dann direkt über die Hausverwaltung, die aber eben auch nichts macht.

Nun hat mich gerade eine Firma zurück gerufen. Ich hatte mich auf eine Wohnung beworben und es hieß erst, ich möchte doch aufgrund der hohen Nachfrage zunächst eine Mieterselbstauskunft ausfüllen und erst dann würde man entscheiden, ob ich in die engere Wahl komme und mir die Wohnung ansehen darf. Das allein fand ich schon etwas strange, aber es kommt noch besser. Nun rief mich heute eine Frau an, die wohl so eine Art Vermittlungsagentur darstellt. Die hat mich jetzt nochmal nach persönlichen Dingen gefragt (Anschrift, aktueller Arbeitgeber, Nettoeinkommen ect.) und sagte mir, es würde sich dann noch ein Außendienstmitarbeiter bei mir melden, der ein persönliches Gespräch mit mir vereinbaren möchte. Der rief nun tatsächlich gerade an und will mich ernsthaft erst persönlich kennen lernen, bevor man sich dazu entscheidet, ob ich die Wohnung sehen darf oder nicht. Ähm.... hallo?! Ist das noch normal? Ich meine, dass sich auf eine Wohnung unzählige Interessenten melden, ist ja keine Seltenheit, aber ein solches Auswahlverfahren habe ich auch noch nie erlebt (und ich suche seit über einem Jahr...). Ich bin grad ehrlich gesagt ein wenig skeptisch. Klar, die Vermieter wollen wissen, wen sie sich da ins Boot holen. Kann ich auch verstehen? Aber SO? Ich hab mit dem Außendienstmitarbeiter jetzt für Freitag einen Termin in meiner Mittagspause festgesetzt und ich soll die letzten drei Gehaltsabrechnungen mitbringen. Findet ihr das normal? Ich gebe zu, es macht mich irgendwie doch ein wenig misstrauisch (ohne denen jetzt irgendwas unterstellen zu wollen).

@ Lin-Marron: Was die Polizei betrifft, isses halt so, dass sie den Moment, wenn sie vorbei kommen, dann schon für Ruhe sorgen. Aber es interessiert die betreffenden Personen langfristig nicht. Kaum sind die Polizisten abgezischt, geht's weiter. Es hieß halt mal von einem, man könne ja ggf. über weitere Schritte nachdenken, wenn sich nichts ändert, schob es am Ende dann aber eben doch wieder auf den Verantwortungsbereich der Wohnungsverwaltung.

Soweit ich weiß (korrigiert mich, wenn ich damit falsch liege), ist bei "Wiederholungstätern" irgendwann auch eine Anzeige angemessen, aber ob das so den Erfolg haben würde? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. So weit würde ich es am liebsten auch gar nicht kommen lassen. Wichtiger wäre mir eigentlich die Frage, ob es bei der Anmietung einer neuen Wohnung nicht irgendwelche Hintertürchen gibt, aber diese Frage wurde ja schon ausreichend beantwortet. Am Sonntag seh ich mir eine Wohnung außerhalb von Berlin an. Vielleicht klappt es ja da dann endlich mal. :-/

nordlicht02
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Re: Extreme Lärmbelästigung durch Nachbarn - und niemand hil

Beitrag von nordlicht02 »

Sora hat geschrieben:Findet ihr das normal?
Ja.
Solange eine hohe Nachfrage nach Wohnungen besteht, kann ein Vermieter eben sehr gründlich auswählen und auch Bedingungen stellen.
Man kann natürlich eine Selbstauskunft oder die Gehaltsabrechnung verweigern. Nur wird man sich dann weiter nach einer infrage kommenden Wohnung umsehen müssen.
Nennt sich Marktwirtschaft und Vertragsfreiheit.
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einewiekeine2010
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Re: Extreme Lärmbelästigung durch Nachbarn - und niemand hil

Beitrag von einewiekeine2010 »

Um ehrlich zu sein, habe ich mir die Frage auch schon gestellt, ob es nicht auch andere Mieter gibt, die sich daran stören.
Aber auf die Idee deine Nachbarn mal direkt zu fragen bist du noch nicht gekommen?

Ähm.... hallo?! Ist das noch normal?
Nein, finde ich nicht. Gehaltsbescheinigungen etc. von einem Mietinteressenten zu verlangen, der die Wohnung noch gar nicht gesehen hat, geht in meinen Augen deutlich zu weit, und dürfte auch rechtlich nicht einwandfrei sein. Angebot, Nachfrage, Marktwirtschaft hin oder her. Man darf nicht einfach blind höchstpersönliche Daten erheben, ohne dass der Mietinteressent die Wohnung gesehen hat.
Irgendwo hatte ich mal eine Liste gefunden, welche Daten zu welchem Zeitpunkt von Mietinteressenten verlangt werden dürfen. Leider finde ich die nicht mehr.
Ich vermiete selber Wohnungen auf einem "engen" Wohnungsmarkt, aber das geht zu weit.
Man sollte allerdings bei einer Bewerbung um eine umkämpfte Wohnung schon ein paar Daten von sich preisgeben.
30% der Anfragen auf Wohnungen lauten so oder ähnlich:
"Habe Interesse an Wohnung. Rufen Sie an: 01............"
--> Das landet umgehend im Papierkorb
Während Interessenten, die ein einigermassen aussagekräftiges und höfliches Schreiben zustande bringen, das eine vernünftige Anrede, eine Grußformel am Schluß (mit Namen), die Angabe des Beschäftigungsverhältnisses (unbefristet, Vollzeit, Beruf), Alter und Geschlecht enthält, einen Besichtigungstermin bekommen.

nordlicht02
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Re: Extreme Lärmbelästigung durch Nachbarn - und niemand hil

Beitrag von nordlicht02 »

einewiekeine2010 hat geschrieben: Irgendwo hatte ich mal eine Liste gefunden, welche Daten zu welchem Zeitpunkt von Mietinteressenten verlangt werden dürfen.
Der Vermieter zwingt ja zu nichts. Fragen darf man alles, ob ein Anspruch besteht respektive ob man die gewünschten Auskünfte bekommt, steht auf einem anderen Blatt. Wenn jemand eine Wohnung vermieten will, kann ihm sicherlich niemand vorschreiben, zu welchem Zeitpunkt er die Gehaltsabrechnung eines potentiellen Mieters einsehen möchte. Es steht dem Interessenten ja vollkommen frei, ob er sie vorlegt oder nicht. Und wenn er sie nicht vorlegt, bekommt er die Wohnung eben nicht.
Nebenbei: Die bloße Einsicht in die Unterlagen ist keine Datenerhebung oder -speicherung.
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SusanneBerlin
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Re: Extreme Lärmbelästigung durch Nachbarn - und niemand hil

Beitrag von SusanneBerlin »

Aber SO? Ich hab mit dem Außendienstmitarbeiter jetzt für Freitag einen Termin in meiner Mittagspause festgesetzt und ich soll die letzten drei Gehaltsabrechnungen mitbringen. Findet ihr das normal? Ich gebe zu, es macht mich irgendwie doch ein wenig misstrauisch (ohne denen jetzt irgendwas unterstellen zu wollen).
Freuen Sie sich doch, dass Leute die mangels Arbeitsplatz viel Zeit haben, zuhause den ganzen Tag laut Musik laufen zu lassen, schon im Vorfeld aussortiert werden.

Mit viel Mißtrauen könnte man sich höchstens vorstellen, dass hier unter dem Vorwand der Vermietungsanbahnung ein Vertreter für eine Versicherung oder ähnliches auf Kundenfang geht.
Deshalb mein Rat an Sie: Unterschreiben Sie bei diesem Treffen nichts, auch keine vermeintliche Mieterbewerbung (die kann man auch zusenden), lassen Sie sich eine Visitenkarte mit der Anschrift geben und prüfen Sie alle Dokumente sorgfältig in Ruhe zuhause bzw. lassen Sie noch jemand rechtskundigen gegenlesen, bevor Sie unterschreiben.
Grüße, Susanne

Biggi0001
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Re: Extreme Lärmbelästigung durch Nachbarn - und niemand hil

Beitrag von Biggi0001 »

Wenn Sie in einer größeren Wohnanlage wohnen, fragen Sie doch mal die Verwaltung, ob nicht eine andere Wohnung dort frei ist oder wird.
Verba docent, exempla trahunt et quae nocent, docent.

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