Hausverkauf, Besichtigung - merkwürdige Interessenten

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freemont
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Re: Hausverkauf, Besichtigung - merkwürdige Interessenten

Beitrag von freemont »

SusanneBerlin hat geschrieben:
freemont hat geschrieben:
Eine Option wäre: Sie ziehen ins EG, aber nur unter der Bedingung, daß künftig eine Kündigung wegen Eigenbedarf ausgeschlossen ist.
Er will ja nicht ins EG. ...

Ich weiss, noch nicht?

winterspaziergang
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Re: Hausverkauf, Besichtigung - merkwürdige Interessenten

Beitrag von winterspaziergang »

inline hat geschrieben:
Selbst wenn das erworbene Objekt kleiner ist als das, daß der neuer Eigentümer und Vermieter derzeit bewohnt, so hindert ihn das nicht an einer Eigenbedarfskündigung.
Dann könnte ich ja in das Obergeschoss seines jetzigen Wohnojektes/bzw. Haushälfte einziehen.
Wohin der Eigentümer[ (= der sein Geld ausgegeben und etwas gekauft hat) in seinem erworbenen Eigentum zieht, bestimmt nicht der zufällig darin wohnende Mieter (=der Geld ausgibt, um fremdes Eigentum nutzen zu dürfen)

Hier wird scheinbar mit sehr unterschiedlichem Maß gemessen.
Ich denke wie Groß das Maß jeweils ist, entscheidet letztendlich der Richter.
ja, das wird es! Der eine hat nämlich Besitz, während der andere lediglich das Eigentum des anderes gegen Gebühr (=Miete) nutzt.
Das Maß ist, dass der Eigentümer nicht komplett enteignet werden kann und soll. Es gibt bereits Urteile, dass weder Mieter noch ein Gericht entscheiden können, wie viel Platz dem Eigentümer in seinem Eigentum zustehen soll und wie groß die Wohnung sein darf, die der Eigentümer für sich und seine Familie nutzt.
Wie verhält es sich, wenn der Eigenbedarf schon vor dem Hauskauf angekündigt wird, wenn noch ein Mieter drin ist.
Hat dann nicht der Eigenbedarf des Mieters ein vorrecht?
Der Mieter hat keinen Eigenbedarf im gleichen juristischen Sinn wie der Vermieter/Eigentümer. Daher hat er kein Vorrecht.
Man darf sich Immobilien kaufen, weil sie einem gefallen und darin einziehen möchte.
Gefragt wurde auch ob ich ins Untergeschoss ziehe. Doch das können die knicken, bei der Aussicht bzw. vor den hohen Zäunen der Nachbarn käme ich mir ja vor wie im Gefängnis.
Auf diese und ähnliche Befindlichkeiten wird im Mietrecht zum Glück keine Rücksicht genommen.

inline
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Re: Hausverkauf, Besichtigung - merkwürdige Interessenten

Beitrag von inline »

SusanneBerlin hat geschrieben:
freemont hat geschrieben:Eine Option wäre: Sie ziehen ins EG, aber nur unter der Bedingung, daß künftig eine Kündigung wegen Eigenbedarf ausgeschlossen ist. Das müsste mit dem "alten" Vermieter mietvertraglich geregelt werden, daran ist dann auch der "Neue" unbefristet gebunden, § 566, Kauf bricht nicht Miete. Auch Miethöhe, künftige Mieterhöhungen sind dann Verhandlungsmasse.

Dann wären es hoffentlich alle zufrieden und Sie hätten so lange Sie da wohnen möchten Ihre Ruhe
Er will ja nicht ins EG. ...
Nicht er sondern sie will nicht ins Erdgeschoss.

Der Grund ist folgender:
Die Nachbarn (mehrere waren beteiligt) haben am Grundstücksrand rundum hohe Zäune gesetzt, abgehackte Bäume gepflanzt und auch noch einen schäbigen anmutenden Holzverschlag gebaut. Hier versteht sich scheinbar irgendwie keiner mit keinem.
Selbst die Vermieterin, die zwar in einer anderen Stadt wohnt, ist mit dem potentiellen Käufer und Nachbar eigentlich Spinnefeind. Er hatte auch mal von ihr aus Grundstücksbetretungsverbot. Vermutlich wegen dem Hausdeal bzw. dem Geld im Blick hat sich das Blatt wieder geändert ;)

Die Hecke ist ja ok aber der Rest ist kein schöner Ausblick und im Erdgeschoss ist es mir so auch zu dunkel.
Ich bin aber Kompromissbereit. Die Nachbarn reißen ihre Zäune ab, roden die misslungenen Tannen oder was auch immer es ist. Dann wäre noch der komische Holzverschlag/Holzhütte abzutragen, so dass die Sonne auch unten mal eine Chance hat.

Wenn ich mal aus dem Blickwinkel der Jahre - von dem was im Vorfeld so lief - 1 + 1 zusammenziehe, dann vermute ich, der Nachbar der in der anderen DHH wohnt hat schon lange auf die Gelegenheit des Hauskaufs gelauert. Er hat demzufolge aus einer Provokationsstrategie heraus den hohen und (zumindest zu unserer Seite hin) schäbigen Holzverschlag direkt neben der Terrasse der Mietpartei von unten gebaut ,was auch sehr viel Ärger auslöste.

Wie er es geschafft hat dazu die Baugenehmigung zu bekommen, war auch vielen schleierhaft.

Ich war eigentlich immer froh, dass ich im OG damit unmittelbar nichts zu tun hatte.

Ich denke, unter den gegebenen Bedingungen kann keiner von mir verlangen ins EG zu ziehen.
winterspaziergang hat geschrieben:
Gefragt wurde auch ob ich ins Untergeschoss ziehe. Doch das können die knicken, bei der Aussicht bzw. vor den hohen Zäunen der Nachbarn käme ich mir ja vor wie im Gefängnis.

Auf diese und ähnliche Befindlichkeiten wird im Mietrecht zum Glück keine Rücksicht genommen.
Vielleicht ist es ja doch unklug, den Tausch gleich abzulehnen. Habe auch irgendwie den Eindruck, man baut mir eine Zwickmühle.

Ich werde mir bei einem erneutem Angebot eine Besichtigung der anderen Wohnung einräumen. Anschließend werde ich mich ggf. dazu rechtlich beraten lassen.

freemont
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Re: Hausverkauf, Besichtigung - merkwürdige Interessenten

Beitrag von freemont »

inline hat geschrieben: ...
Vielleicht ist es ja doch unklug, den Tausch gleich abzulehnen.
...
Ja, ich würde zumindest reiflich darüber nachdenken. Umzugskosten, Kündigungsschutz, Miethöhe, Schuppen, Hecken etc.pp., höherer Kaufpreis, schnellerer Umbau, kein Rechtsstreit, kein Streß, kein Ärger.

Jetzt haben Sie es in der Hand, noch ist alles verhandelbar. Das setzt freilich Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten voraus.

Wenn Sie sich mal Urteile aus der jüngsten Zeit ansehen, da muss sich ein Vermieter schon sehr ungeschickt anstellen um seinen Eigenbedarf am Ende nicht durchzusetzen und hier droht ja auch noch der § 573a.

inline
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Re: Hausverkauf, Besichtigung - merkwürdige Interessenten

Beitrag von inline »

freemont hat geschrieben:Ja, ich würde zumindest reiflich darüber nachdenken. Umzugskosten, Kündigungsschutz, Miethöhe, Schuppen, Hecken etc.pp., höherer Kaufpreis, schnellerer Umbau, kein Rechtsstreit, kein Streß, kein Ärger.

Jetzt haben Sie es in der Hand, noch ist alles verhandelbar. Das setzt freilich Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten voraus.

Wenn Sie sich mal Urteile aus der jüngsten Zeit ansehen, da muss sich ein Vermieter schon sehr ungeschickt anstellen um seinen Eigenbedarf am Ende nicht durchzusetzen und hier droht ja auch noch der § 573a.
Nun nach dem Besichtigungstermin stellt es sich schon etwas anders dar.

Das mit dem Durchbruch im Dachgeschoss bzw. der Fusion beider DHH im OG geht schon mal wegen der Statik nicht.
Eigenbedarf gibt es bei denen für das ganze Haus bzw. beide DHH auch nicht. Das Nichten und Neffen dafür nicht hinhalten können, war denen auch schon klar ;)
Die potentiellen Käufer würden gerne kernsanieren.
So wie ich das raushören konnte, wollen die danach teurer vermieten.
(Meinen Mietvertrag wollen sie also nicht mitnehmen).
Den Marder auf dem Dach wollen sie auch nicht mitnehmen. Der war auch ein Kernthema. (Da kann man anscheinend gut den Preis mit drücken).

Ob sich unter diesen Umständen Käufer und Verkäufer überhaupt einig werden, ist auch noch eine Frage.

Ich mache jetzt erst mal nichts und warte ab.

FOseloff
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Re: Hausverkauf, Besichtigung - merkwürdige Interessenten

Beitrag von FOseloff »

inline hat geschrieben:Eigenbedarf gibt es bei denen für das ganze Haus bzw. beide DHH auch nicht. Das Nichten und Neffen dafür nicht hinhalten können, war denen auch schon klar ;)
Och. Echt?
 
Ich kann nicht alles wissen, doch ich kann alles lernen.
 

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