Enkel befristet aufgenommen - wie vertraglich absichern

Moderator: FDR-Team

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Baden1957
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Enkel befristet aufgenommen - wie vertraglich absichern

Beitrag von Baden1957 »

Hallo Wissende,

Großmutter Alice hat ihre 17 3/4 Jahren jungen Enkel Pepe zur Vermeidung der Obdachlosigkeit vorläufig aufgenommen und ihm das in ihrer Eigentums-Wohnung als Büro genutzte Zimmer vorläufig überlassen.
Grund: Pepe flog aus einer Qualifizierungsmaßnahme der Bundesagentur für Arbeit und unverzüglich auch aus der Wohnung seiner Mutter.
Da Pepe im Jahr 2014 als Heimkind in einem Jugendheim an Wochenenden auf "Einkaufstour" ging, wurde er vom Jugendschöffengericht zu einem 3-wöchigen Dauerarrest verurteilt, den er derzeit absitzt.

Pepe wird in 6 Wochen 18 Jahre alt.
Pepe hat ALG-2 beantragt, das Jugendamt hat die Notwendigkeit bestätigt, dass Pepe nicht mehr bei seiner Mutter wohnen kann.

Da die Wohnung von Oma Alice keine Meßgeräte hat, werden die Nebenkosten pro Person berechnet.
Für Oma Alice erhöhen sich die Kosten um ca. 80€ pro Monat.
Oma Alice wird auch nur die 80 € mtl. berechnen.

Über die berufliche Zukunft wird nach Pfingsten zwischen dem Arbeitsamt, dem Jobcenter und Pepe entschieden.
Oma Alice ist nicht in der Lage, Pepe auf Dauer oder auch nur für mehrere Monate in ihrer Wohnung wohnen zu lassen, dazu sind die Charaktere der Beide extrem unterschiedlich.

Das JC möchte einen Nachweis/Vertrag über die "Wohungsmiete", welche Pepe zu zahlen hat.

Um Oma Alice davor zu bewahren, dass Pepe sich auf ein "kündbares"Dauer"Mietverhältnis berufen könnte, sucht Oma eine Möglichkeit, dies "vertraglich" zu regeln.

Gedanke 1) Mietverhältnis über möbliertes Zimmer, welches in der Wohnung des Vermieters sich befindet, schriftlich.
Gedanke 2) Duldung für die Dauer von max. 3 Monaten, schriftlich vereinbart.
Gedanke 3) Lediglich schriftliche Kostenübernahme aufgrund der vorläufigen Aufnahme und keine schriftliche Erklärung eines Mietverhältnisses.

Es ist möglich, dass Pepe eine 2-3jährige Ausbildung über die BA vermittelt bekommt; für Oma Alice wäre dies nicht vorstellbar, ihn so lange in der Wohnung zu haben, zumal Pepe sich auch mit dem Lebenspartner nicht versteht.

Hinweise, Tipps, Gedanke herzlich willkommen :oops:

lG
Hinweise erfolgen ausschließlich aufgrund eines vorgetragenen Sachverhaltes und nicht aufgrund von Vermutungen; je detaillierter der Sachverhalt ist, desto zutreffender können die Hinweise sein.

ratlose mama
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Re: Enkel befristet aufgenommen - wie vertraglich absichern

Beitrag von ratlose mama »

Warum nimmt die Oma ihn denn überhaupt auf?

Pepe ist noch minderjährig, das JA ist der Meinung, dass er nicht zu Mutter zurück soll/kann, also ist auch das JA dafür zuständig dafür zu sorgen ,dass er ein Dach über dem Kopf hat

Karsten
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Re: Enkel befristet aufgenommen - wie vertraglich absichern

Beitrag von Karsten »

Oma sollte sich im Klaren sein, dass es wurscht ist, ob die Summe, die sie von Pepe verlangt, gerade die Kosten deckt oder eventuell sogar darunter liegt. Wenn er überhaupt etwas zahlt, dann ist das ein Mietverhältnis.

Arcos
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Re: Enkel befristet aufgenommen - wie vertraglich absichern

Beitrag von Arcos »

Meiner Meinung nach sollte man in der Tat den Ball ans Jugendamt zurückspielen -
die sollen ihn irgendwo unterbringen. Schliesslich werden genug Kinder vom JA aus Familien
genommen, die durchaus bei Verwandten unterkommen könnten, aber
das ist ein anderes Thema.

Einer alten Dame ist so ein "Enkel" m.E. nicht zumutbar und sie wird allergrößte Mühe haben,
diesen wieder loszuwerden, Vertrag hin oder her.

Da die Mutter sich rauszieht, kann das auch die Oma ohne schlechtes Gewissen tun.
Gruß Arcos

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