Steckdosen Altbau

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SweetyBLN
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Steckdosen Altbau

Beitrag von SweetyBLN »

Angenommen der Mieter bekommt in der Küche nach einen Schaden neue Stromleitungen und Steckdosen.

Aktuell sind vorhanden
1 Steckdose Unterputz an der Tür
2 Steckdosen aufputz für Waschmaschine und Geschirrspüler
1 5er Steckerleiste auf den Fliesen gechraubt und Stromkabel überfliest
1 3er Steckdose auf der anderen Seite an die Küchenrückwand aufs Holz geschraubt dessen Stromkabel hinter dem Holz dann verschwinden.

Alles so übernommen damals.

Auf was muss der Mieter achten, dass der VM ihn nicht heimlich eine Modernisierung durch unterschiebt?

Zählen die Stecker leisten als eine Steckdose oder die Anzahl der Steckplätze?

Würde VM die 5er Leiste weg machen und dafür nur eine Dose setzen, hätte der Mieter 4 Steckplätze weniger. Genau so wie auch bei der 3er Leiste.

Oder kann der VM soviel Steckdosen wie es Steckplätze aktuell gibt, legen ohne das eine Modernisierung ist?

Ein Betrieb von mehreren Geäten wie Waschmaschine, Staubsauerg und sogar 2 Bautrockner waren problemlos möglich!

karli
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Re: Steckdosen Altbau

Beitrag von karli »

SweetyBLN hat geschrieben:Angenommen der Mieter bekommt in der Küche nach einen Schaden neue Stromleitungen und Steckdosen.
Was ist denn beschädigt, die Steckdosen oder wurde irgend etwas anderes beschädigt und die Steckdosen werden einfach im Rahmen notwendiger Instandsetzungsarbeiten mit erneuert?
1 5er Steckerleiste auf den Fliesen gechraubt und Stromkabel überfliest
1 3er Steckdose auf der anderen Seite an die Küchenrückwand aufs Holz geschraubt dessen Stromkabel hinter dem Holz dann verschwinden.
Das dürfte so, von einem Fachmann sicher nicht neu installiert werden.
Der Mieter hätte meiner Ansicht nach Anspruch auf die Anzahl von Steckdosen, die bei Mietbeginn vorhanden waren.
Die Neuinstallation auf dem Stand der Technik dürfte eine Modernisierung sein.
Falls die Neuinstallation aufgrund des erwähnten Schadens notwendig ist, wäre der entsprechende Anteil möglicherweise nicht als Modernisierung zu werten.
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
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SweetyBLN
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Re: Steckdosen Altbau

Beitrag von SweetyBLN »

Der VM möchte nach einem Wasserschaden die Elektrik gleich neu machen.
Im Flur ist es notwendig, da alles aufputz ist. Im Zuge dessen will er Küche mitmachen.
Aber das hat nix mit dem Wasserschaden zu tun.

Das der Fachmann die Steckerleiste nicht mehr rauf schraubt habe ich mir auch gedacht.
In der Küche sind incl Steckerleisten die fest montiert sind, 5 Steckdosen.
Würde man die Steckplätze der Leisten mit zählen, dann mehr.
Zuzüglich will er den Stromzähler gegen einen mit Display austauschen und einen Schrank bauen lassen wo Sicherung und Zähler drin sind.
Wäre das eine Modernisierung wenn ein Zähler mit Display eingebaut wird?

karli
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Re: Steckdosen Altbau

Beitrag von karli »

SweetyBLN hat geschrieben:Aber das hat nix mit dem Wasserschaden zu tun.
Dann würde ich von einer Modernisierung ausgehen.
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
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Spezi
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Re: Steckdosen Altbau

Beitrag von Spezi »

Wenn es Modernisierungen geben soll, müssen diese auch als Modernisierung angekündigt werden.
( § 555a bis 555f BGB )
Gruß Spezi

Froggel
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Re: Steckdosen Altbau

Beitrag von Froggel »

:roll: Und was hat Ihnen an den Antworten in diesem Thread nicht gefallen, dass Sie unbedingt einen neuen zum gleichen Sachverhalt aufmachen müssen?
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

karli
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Re: Steckdosen Altbau

Beitrag von karli »

Spezi hat geschrieben:Wenn es Modernisierungen geben soll, müssen diese auch als Modernisierung angekündigt werden.
( § 555a bis 555f BGB )
Denk ich eher nicht.
§ 555c.4 BGB hat geschrieben:Die Absätze 1 bis 3 gelten nicht für Modernisierungsmaßnahmen, die nur mit einer unerheblichen Einwirkung auf die Mietsache verbunden sind und nur zu einer unerheblichen Mieterhöhung führen.
Hier ist vermutlich eine Instandsetzungsmassnahme zu dulden.
SweetyBLN hat geschrieben:Der VM möchte nach einem Wasserschaden die Elektrik gleich neu machen.
Im Flur ist es notwendig, da alles aufputz ist. Im Zuge dessen will er Küche mitmachen.
Aber das hat nix mit dem Wasserschaden zu tun.
Die Mehrbelastung für den Mieter dürfte eher unerheblich sein.
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SweetyBLN
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Re: Steckdosen Altbau

Beitrag von SweetyBLN »

Froggel hat geschrieben::roll: Und was hat Ihnen an den Antworten in diesem Thread nicht gefallen, dass Sie unbedingt einen neuen zum gleichen Sachverhalt aufmachen müssen?
Da haben Sie sicherlich Recht. Entschuldigung.
Aber meine Frage hier bezieht sich auch wenn unglücklich ausgedrückt auf die Anzahl der Steckdosen die gelegt bzw ersetzt werden sollen.

Durch den Wasserschaden ist nur der Pfusch im Flur aus der Vergangenheit ans Tageslicht gekommen. Nach entfernen der Wandverkleidung liegen 3 adrige Leitungen alle aufputz.Die Verkelidung musste entfernt werden weil die Wand dahinter nass war.

Im Zuge dessen will VM die Küche gleich mit elektrik versorgen. Dort sind aber überall schon 3adrige Kabel.
Mieter möchte nun nicht verschaukelt werden wenn VM alles unterputzt legt und in Küche neue Leitungen reinschlitzt ins Mauerwerk.
Aktuell hat Mieter im Flur eine Steckdose (bleibt auch so)
Küche 5 Steckdosen wo 2 davon ausgeschraubte Merfachsteckerleisten sind.

Ich habe mal gelesen, dass wenn er keine Modernisierung ankündigt und es einfach macht, dass er die Miete dann erst nach 9 Monaten erhöhen kann.

Ist ein neuer Sicherungskasten mit einen Stromzähler mit Digitaldisplay eine Modernisierung? (kein Smartmeter bzw intilligenter Stromzähler) dafür müsste er laut meiner Recherche die ganze Wohnung machen das es nützlich ist

karli
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Re: Steckdosen Altbau

Beitrag von karli »

SweetyBLN hat geschrieben:Ich habe mal gelesen, dass wenn er keine Modernisierung ankündigt und es einfach macht, dass er die Miete dann erst nach 9 Monaten erhöhen kann.
Stimmt! Wobei ich mich ja schon Frage, welch horrende Mieterhöhung du erwartest?
§ 559 BGB hat geschrieben:Hat der Vermieter Modernisierungsmaßnahmen im Sinne des § 555b Nummer 1, 3, 4, 5 oder 6 durchgeführt, so kann er die jährliche Miete um 11 Prozent der für die Wohnung aufgewendeten Kosten erhöhen.
Nun wollmer mal rechnen.
Wenn die Modernisierung, sagen wir mal 1000 € kostet, kann der Vermieter davon maximal 11% pro Jahr auf den Mieter umlegen.
11% von 1000,- sind 110,- verteilt auf 12 Monate sind € 9,17 Mieterhöhung pro Monat.
Mal ganz davon abgesehen, dass der Vermieter überhaupt nicht um die Modernisierung herumkommt, denn Er würde für die hahnebüchene Installation spätestens dann in die Haftung genommen werden, wenn dadurch jemand zu Schaden kommt.
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Froggel
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Re: Steckdosen Altbau

Beitrag von Froggel »

karli hat geschrieben:Wenn die Modernisierung, sagen wir mal 1000 € kostet,
Ja wenn. Eine Erneuerung der Leitungen ist immer noch eine Instandhaltungsmaßnahme. Nun kommt der Clou: Sollte der Vermieter mehr Steckdosen einbauen lassen als bereits vorhanden, ist dieses dann vielleicht eine Modernisierung, aber der Vermieter muss die Kosten für die Instandhaltungsmaßnahmen von der Gesamtsumme abziehen. Was dann noch davon bleibt, könnte er zur Mieterhöhung nutzen. Was also bleibt, sind die Kosten für zusätzliche Steckdosen und deren Einbau.
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Re: Steckdosen Altbau

Beitrag von Trockeneis »

Nur mal nebenbei bemerkt: Die bisher vorhandene Installation ist hoch kriminell. An eine solche Mehrfachleiste mehr als einen Großverbraucher anzuschließen ist brandgefährlich !!! in unserer Nachbarschaft ist gerade ein derart ausgestattet Haus abgebrannt, eine Tote !!

Der TE sollte froh sein, wenn der Vermieter jetzt alles saniert.... Das die Miete etwas steigt ist da Nebensache.

Zafilutsche
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Re: Steckdosen Altbau

Beitrag von Zafilutsche »

Da ich mit den Rechtsvorschriften der Hausinstallationen leider nicht vertraut bin, wäre aber für mich die Frage (aus Sicht des beauftragten Elektro-Installations-Unternehmers):"In wie Weit" kann ein offensichtlich veraltetes, beschädigtes Hausnetz juristisch korrekt "Instand" gesetzt bzw. "repariert" werden?
M.E. wären die notwendigen Abnahme bzw. Endprüfungen mit einfach ersetzten Steckdosen gar nicht möglich (zumal diese veralteten Bauelemente gar nicht widerbeschafft werden könnten).
Also Formal entfällt für mich die Option "Reparatur". Die umfassenden Tätigkeiten, um das Hausnetz nach dem eingetretenen Sachschaden wieder in Betrieb nehmen zu können und zu dürfen, bedürfte nach meiner Auffassung eher einer Abnahme nach den derzeit gültigen Rechts-Vorschriften.
Anforderungen könnten nach meinen Vorstellungen heute sein: Risikobeurteilung (Schriftlich) Anforderungen an Kabelleitungen - Anschlußpläne, Verlegepläne, Art der Kabelverbindungen, (Geprüfte und gekennzeichnete Bauelemente mit ihren jeweiligen Produktbeschreibungen) Dokumentierte Isolationsprüfungen bzw Messungen; ...)
Und falls die Wohnung gewerblich Vermietet ist (z.B. Wohnungsbaugesellschaft, Immobilienfirma o.ä.) dann kommen m.E. noch weitere Vorschriften zum tragen. Das soll aber nicht hier zum Thema werden.
Aber vielleicht hat hier jemand genauere Kenntnis über die aktuellen Rechtsvorschriften.

Froggel
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Re: Steckdosen Altbau

Beitrag von Froggel »

Ich denke, es geht hier nicht nur um einen einfachen Steckdosenaustausch.
SweetyBLN hat geschrieben:Angenommen der Mieter bekommt in der Küche nach einen Schaden neue Stromleitungen und Steckdosen.
Der beauftragte Elektroinstallateur wird also sämtliche Leitungen austauschen müssen, damit diese den heutigen Standards entsprechen können. Anrechenbar auf eine Mieterhöhung sind aber nur zusätzliche Verlegungen von Leitungen und Steckdosen für den Mieter, weil diese eine Modernisation mit Nutzen für den Mieter darstellen. Alles, was ursprünglich vorhanden war, ist eine Instandsetzung, kann also dem Mieter egal sein, da ihm persönlich kein Mehrwert entsteht (vorher kam Strom aus der Steckdose und hinterher auch - die Art der Installation kann ihm egal sein).
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karli
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Re: Steckdosen Altbau

Beitrag von karli »

Froggel hat geschrieben:Mieterhöhung sind aber nur zusätzliche Verlegungen von Leitungen und Steckdosen für den Mieter, weil diese eine Modernisation mit Nutzen für den Mieter darstellen.
Für eine Modernisierung spielt es keine Rolle, ob der Mieter davon subjektiv einen höheren Nutzen hat als vorher.
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
Achtung: Meine Beiträge können Meinungsäusserungen, Denkanstösse, sowie Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.

PyramSo
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Re: Steckdosen Altbau

Beitrag von PyramSo »

Trockeneis hat geschrieben:Nur mal nebenbei bemerkt: Die bisher vorhandene Installation ist hoch kriminell. An eine solche Mehrfachleiste mehr als einen Großverbraucher anzuschließen ist brandgefährlich !!!
Nach der Beschrebung des TE hängen die beiden Großgeräte an richtigen Dosen und nicht an einer Leiste!
... ob die an getrennten Phasen hängen, könnte man aber bezweifeln, bzw. das evtl. gemeinsame Kabel zu beiden Dosen dick genug ist. Ob das nötig ist, entzieht sich meiner Kenntnis, ist aber auch kein E-Herd ...

M.W.n. kann ein Installateur durchaus auch in Leitungsnetzen nach alten Standards legal Reparaturen ausführen (defekte Dosen wechseln bspw.), ohne dass durch einen "nichtigen" Anlass gleich das ganze Stromnetz erneuert werden muss. Ist bspw. hier für einen schutzleiterlosen Herdanschluss beschrieben als fachmännische Alternative zur tödlichen Installation ...

"4. durch die der Gebrauchswert der Mietsache nachhaltig erhöht wird," könnte man meiner Laienmeinung nach evtl. sehen, wenn mehr Dosen bzw. überhaupt mehr Dosenstandorte verbaut würden (letzteres mit ggs. auch mehr Zuleitungen an mehr Wänden, nicht nur Doppel- statt Einzeldose am alten Dosenstandort) oder wenn mit "dickerem Kabel und dickerer Sicherung" dann auch alle üblichen Geräte parallel statt seriell betrieben werden können. Letzteres ist laut TE ja möglich.

Ob unter "5. durch die die allgemeinen Wohnverhältnisse auf Dauer verbessert werden," auch erhöhte Sicherheit durch 3 statt 2 Leitern erfasst wäre, da hätte ich als Laie meine Zweifel, da auch 2-adrig relativ sicher betrieben werden kann, s.o.

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