Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinschaft

Moderator: FDR-Team

hambre
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von hambre »

Alle sind es hier zufrieden.
Offenbar nicht, sonst würde hier in diesem Forum nicht so eine Frage gestellt werden.
Die WG funktioniert, insbesondere der Mieterwechsel.
Offenbar nicht, sonst würde hier in diesem Forum nicht so eine Frage gestellt werden.
Einzige Ausnahme ist die ungerechte Miethöhe.
Und die Frage, wer das Risiko eines Leerstandes zu tragen hat.
Weshalb sie hier partout völlig unnötigen Streit mit dem Vermieter vom Zaun brechen wollen erschliesst sich mir nicht.
Weil der es sich bislang sehr einfach gemacht hat und sich die Rosinen der beiden Varianten gemeinschaftlicher Mietvertrag und Einzelmietvertrag herausgepickt hat.
Ist das Deine einzige Begründung, warum von einem gemeinschaftlichen Mietvertrag auszugehen ist?
Und einen Streit deswegen als unnötig zu bezeichnen, weil man ihn mit einem freiwilligen Griff ins eigene Portemonnaie lösen kann, halte ich auch nicht für zielführend.
Es ist eben eine studentische WG, wie zigtausend andere auch.
Eben nicht. Das Vertragsverhältnis zwischen den Beteiligten ist sehr ungewöhnlich und unklar.
Es gibt auch tausende einzeln vermietete Zimmer.
Die meisten Vermieter entscheiden sich bewusst für das eine oder das andere Modell. Hier gibt es aber irgendwie ein Mischmasch.

Und wenn man schon die Auffassung vertritt, dass es sich doch um einen gemeinschaftlichen Mietvertrag handelt, dann bitte konsequent. Das hätte insbesondere für Mieter D folgende unangenehme Folgen:
- die Kündigung von Mieter D ist unwirksam
- Mieter D muss die Miete so lange weiter zahlen, bis ein Nachmieter gefunden ist
- Mieter D ist für die Stellung eines Nachmieters verantwortlich und nicht Mieter A, B, C oder der Vermieter.
- Der von Mieter D zu stellende Nachmieter muss zu den bisherigen Bedingungen in den Mietvertrag einsteigen
- Es gibt gar keine rechtliche Veranlassung für A, B und C etwas an der eigenen Miethöhe zu verändern
- Wenn Mieter D diese Folgen nicht tragen will, dann muss er die Auflösung der GbR (WG) verlangen, was letztlich heißt, dass alle 4 Mieter kündigen müssen.

Wenn man keinen Streit will, gibt es natürlich immer die Möglichkeit auf seine Rechte zu verzichten. Das kostet dann eben Geld für diejenigen, die den Streit vermeiden wollen.
Dazu gibt es eine mindestens 30 Jahre alte, sehr gefestigte Rechtsprechung, hier sind ein paar Urt. gelistet:
Die alle voraussetzen, dass es klar ist, dass es sich um einen gemeinschaftlichen Mietvertrag handelt. Die Klarheit herrscht hier nicht.

Aber wenn ich Deine Antwort @freemont richtig interpretiere, dann sollte diese Frage (siehe Ausgangsfrage)
Oder kann der Vermieter auf die in allen vier Mietverträgen benannte Gesamtmiete bestehen und von Mieter A zusätzlich 30€ monatlich verlangen, wenn er die Miete für Zimmer D der geringen Größe entsprechend anpasst?

wie folgt beantwortet werden:

Völlig egal, weil es besser ist, dass Ihr keinen Streit mit dem Vermieter anfangt. Selbst wenn der Vermieter dieses Recht nicht hätte, sollten A, B und C doch besser die 30€ aus eigener Tasche übernehmen.

Sorry, dass ich das jetzt so deutlich sagen muss: Eine derartige Antwort ist einfach unangemessen.

freemont
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von freemont »

hambre hat geschrieben:...

Sorry, dass ich das jetzt so deutlich sagen muss: Eine derartige Antwort ist einfach unangemessen.
Oh weh, oh weh, da werden Sie mit leben müssen.

Die WG hier müsste aber mit den Folgen leben, die Ihre Auffassung bedeuten würde.

hambre
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von hambre »

freemont hat geschrieben:Die WG hier müsste aber mit den Folgen leben, die Ihre Auffassung bedeuten würde.
Der Fragesteller macht sich jedenfalls Sorgen darüber, dass er mit den Folgen Deiner Auffassung leben muss.

freemont
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von freemont »

hambre hat geschrieben:
freemont hat geschrieben:Die WG hier müsste aber mit den Folgen leben, die Ihre Auffassung bedeuten würde.
Der Fragesteller macht sich jedenfalls Sorgen darüber, dass er mit den Folgen Deiner Auffassung leben muss.
Na ja, das ist ja nun schlicht dummes Geschwätz.

Was Sie oben vertreten haben ist z.T. schlicht falsch. Meine Beiträge ignorieren Sie und legen mir stattdessen Aussagen in den Mund, die ich nie getroffen habe. Mit solchen Leuten muss ich mich nicht unterhalten.

Das spielt in München. München. Ein WG-Zimmer für 200 EUR. Sogar wenn Sie recht hätten, wie dumm müsste man sein es sich mit diesem Vermieter zu verderben.

Auf die Idee kann nur ein bürokratischer Fanatiker kommen. Nicht Jedem ist es 500 EUR wert, nur damit er dann "Recht" hat.

hambre
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von hambre »

Was soll denn jetzt diese Beschimpfung? Das ist doch total unter Deinem Niveau.

Das spielt nicht in München (siehe Beitrag des TE vom 21.06. 17:14 Uhr), sonst wäre es ja wohl auch kein Problem ein 12m²-Zimmer in einer WG für 194€ neu zu vermieten.
Nicht Jedem ist es 500 EUR wert, nur damit er dann "Recht" hat.
Wie kommst Du denn jetzt darauf, dass das 500€ kosten könnte? Natürlich soll mein Vorschlag dazu führen, dass der TE Geld spart und das kann er damit auch.

Ich kann ja nicht dafür, dass Du die o.g. Bemerkung des TE nicht richtig gelesen oder nicht verstanden hast.
Was Sie oben vertreten haben ist z.T. schlicht falsch.
Ich würde gerne Deine Rechtsauffassung dazu hören, die ich in anderen Themen sehr schätze.
Dazu kam aber bislang gar nichts.

SusanneBerlin
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von SusanneBerlin »

Hallo,
Jeder bekommt bei Einzug ein eigenes Exemplar für seine Unterlagen, in dem neben der Gesamtmiete auch nochmals der eigene Anteil vermerkt ist. Dieser wird nur vom einziehenden Mieter und vom Vermieter unterschrieben. Vorne drauf steht Wohnraummietvertrag zwischen [Vermieter] und [Mieter] sowie "WG-Mitbewohner (Siehe Anlage)". Außerdem enthält der Mietvertrag den Paragraphen Personenmehrheit als Mieter: "Sind mehrere Personen Mieter [...], so haften sie für alle Verpflichtungen aus dem Mietverhältnis als Gesamtschuldner". Soweit alles klar.

In der Anlage sind dann Kaltmiete und Nebenkosten pro Mieter aufgeschlüsselt,(...)
Ich konnte jetzt nicht rauslesen, ob in den Einzelmietverträgen oder in der Anlage für den jeweiligen Mieter die Namen der Mitbewohner aufgeführt sind.

Jedenfalls, in beiden Fällen kann doch kein Vertrag geschlossen werden, in dem man sich verpflichtet, für die Mietanteile unbekannter späterer Mitbewohner zu haften. Das geht nur, wenn die WG als Gesamtheit aller Mitglieder gemeinschaftlich die gesamte Wohnung mietet und in Eigenregie an später dazukommende Mitbewohner untervermietet. Dann kann die WG aber entscheiden, wie hoch die einzelnen Anteile sind und welcher Preis von dem Untermieter verlangt wird, der VM bekommt die vereinbarte Gesamtmiete.
Oder eben in der Version, dass bei einem Mitbewohnerwechsel jedesmal ein neuer gemeinschaftlicher Vertrag aller Mitbewohner mit dem Vermieter geschlossen wird.
Dieser Auslegung des gemeinschaftlichen Mietvertrags über die gesamte Wohnung stehen aber die vom VM ausgegebenen Mietverträge über einzelne Zimmer zu einem vom VM festgelegten Preis entgegen.


Fall 1: Die Namen der Mitbewohner stehen im Vertrag oder in der Anlage. Dann sollten sich die verbleibenden WG-Mitglieder jeder eine Kopie der vom Vermieter ausgestellten Kündigungsbestätigung des ausziehenden Mitbewohners besorgen. Dann ist klar, dass die Mitbewohner nur untereinander für die Mitanteile haften und nicht für einen neu dazukommenden Mitbewohner. Auch für das freigewordene Zimmer kann der VM nichts verlangen, denn dieses Zimmer ist gekündigt und unterliegt somit nicht mehr dem Vertrag. Die Änderung des Vertrags durch Kündigung und somit Reduzierung um ein Zimmer wurde vom VM akzeptiert.

Fall 2: die Namen der Mitbewohner stehen weder im Vertrag noch in der Anlage. Dann ist mMn. die Haftungsübernahme für später dazukommende Mitbewohner wegen der Unklarheit für wen man haftet, unwirksam.


Ich halte auf jeden Fall ebenfalls die Vermengung von Einzelmietvertrag und Haftung über die Gesamtmiete als WG für unwirksam und tendiere dafür zu plädieren, dass jeder nur ein Zimmer gemietet hat und nur für seinen Mitanteil haftet. Ist aus den Verträgen/Anlagen der jeweiligen Mieter nicht ersichtlich, wer die Mitbewohner sind, würde ich eine Haftung über den jeweiligen Zimmermietpreis hinaus für ausgeschlossen halten. Denn der VM könnte dann in das leerwerdende Zimmer eine x-beliebige Person reinsetzen und würde verlangen, dass die anderen WG-Mitglieder für diese Person haften ohne Einfluss nehmen zu können, wer der Mitbewohner ist.


In beiden Fällen also, kann der VM mAn. nicht verlangen, für ein leeres Zimmer oder einen neu dazukommenden, nicht zahlenden Mitbewohner mitzubezahlen.
Grüße, Susanne

freemont
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von freemont »

SusanneBerlin hat geschrieben:Hallo,
Jeder bekommt bei Einzug ein eigenes Exemplar für seine Unterlagen, in dem neben der Gesamtmiete auch nochmals der eigene Anteil vermerkt ist. Dieser wird nur vom einziehenden Mieter und vom Vermieter unterschrieben. Vorne drauf steht Wohnraummietvertrag zwischen [Vermieter] und [Mieter] sowie "WG-Mitbewohner (Siehe Anlage)". Außerdem enthält der Mietvertrag den Paragraphen Personenmehrheit als Mieter: "Sind mehrere Personen Mieter [...], so haften sie für alle Verpflichtungen aus dem Mietverhältnis als Gesamtschuldner". Soweit alles klar.

In der Anlage sind dann Kaltmiete und Nebenkosten pro Mieter aufgeschlüsselt,(...)
Ich konnte jetzt nicht rauslesen, ob in den Einzelmietverträgen oder in der Anlage für den jeweiligen Mieter die Namen der Mitbewohner aufgeführt sind.

...

Und wie wollen Sie erklären, dass die Gesamtmiete im Vertrag verzeichnet ist? Weshalb wird das als "Wohnraummietvertrag zwischen [Vermieter] und [Mieter] sowie WG-Mitbewohner lt. Anlage" bezeichnet?

Die Leute mit denen man zusammenwohnt kennt man doch. Genau so wie die Leute, die man als Nachfolger ausgesucht und dem Vermieter vorgeschlagen hat. So läuft das doch in dieser WG. Dass hier gar kein Vertrag besteht, weil die Vertragspartner unbekannt sind ist nicht vertretbar.

Das einzige zweifelhafte ist die "Kündigung" mit der sich hier die WGler verabschieden. Bei der studentischen WG muss der Vermieter ja eigentlich nur dem Mieterwechsel zustimmen. Aber wenn sich hier die "Kündigung" aus pragmatischen Gründen eingebürgert hat, lässt das nicht darauf schliessen, dass es 4 unabhängige Einzelverträge gibt.

Allerdings, da haben Sie Recht, die Quoten könnten die WGler hier ohne den Vermieter so anpassen, wie sie möchten. Der würde sich eben u.U. wundern, wenn plötzlich andere Einzel-Beträge überwiesen werden. Erzwingen liesse sich das über A's Kopf hinweg aber nicht.

Nach Ihrer Auffassung könnten die WGler nicht darüber bestimmen, wer dort einzieht. Ob die WG damit so glücklich wäre weiss ich nicht.

SusanneBerlin
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von SusanneBerlin »

Nach Ihrer Auffassung könnten die WGler nicht darüber bestimmen, wer dort einzieht. Ob die WG damit so glücklich wäre weiss ich nicht.
Der Mietvertrag gibt dazu nichts her. Also *können* sowohl die WG als auch der Vermieter.

Der Mietvertrag gibt auch nichts her, dass die WGler ein Vetorecht hätten. Also *kann* die WG wohl nichts dagegen tun wenn der VM an einen neuen Mitbewohner vermietet.


Ich betrachte hier die Rechtslage unabhängig davon, wen das Ergebnis glücklich macht.
Grüße, Susanne

freemont
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Re: Korrektur falsch berechneter Mietanteile in Wohngemeinsc

Beitrag von freemont »

SusanneBerlin hat geschrieben:
Nach Ihrer Auffassung könnten die WGler nicht darüber bestimmen, wer dort einzieht. Ob die WG damit so glücklich wäre weiss ich nicht.
Der Mietvertrag gibt dazu nichts her. Also *können* sowohl die WG als auch der Vermieter.

Der Mietvertrag gibt auch nichts her, dass die WGler ein Vetorecht hätten. Also *kann* die WG wohl nichts dagegen tun wenn der VM an einen neuen Mitbewohner vermietet.

Sie haben offensichtlich überlesen, dass jeder Mieter die Gesamtmiete akzeptiert hat, nicht nur seinen Anteil. Sie gehen auch nicht darauf ein, dass der Vertrag zwischen "[Vermieter] und [Mieter] sowie WG-Mitbewohner" geschlossen wird.

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