Modernisierung / Schichtarbeit und Zutritt zur Wohnung

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spsln
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Modernisierung / Schichtarbeit und Zutritt zur Wohnung

Beitrag von spsln » 11.03.18, 04:37

Hallo,

bei meiner Suche habe ich leider nichts passendes gefunden.

Folgender fiktiver Fall:

Vermieter V hat seinem Mieter M gegenüber angekündigt, die Heizung im gesamten Haus modernisieren zu wollen. Dazu sollen über einem Monat Arbeiten im Haus allgemein und über zehn Tage in direkt in der Wohnung des M erfolgen. M arbeitet Vollzeit im Schichtdienst, ist also auch auf Schlaf tagsüber angewiesen. Zudem möchte M die Wohnung zu einem Zeitpunkt zwei Monate nach Ende der Modernisierungsmaßnahmen ohnehin kündigen.

1. Kann M mit Hinweis auf die Schichtarbeit und die ohnehin beabsichtigte Kündigung der Wohnung den Modernisierungsmaßnahmen widersprechen?

2. In welchem Maße muss M den Zutritt zur Wohnung gewähren? Wegen der Berufstätigkeit kann M in dem Zeitraum nicht frei nehmen und den ganzen Tag in der Wohnung sein. Es gibt auch keine Vertrauensperson die das übernehmen könnte. Den ganzen Tag die Wohnung unbeaufsichtigt offen stehen zu lassen scheidet aus Sicht von M aus.

Vielen Dank!

SusanneBerlin
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Re: Modernisierung / Schichtarbeit und Zutritt zur Wohnung

Beitrag von SusanneBerlin » 11.03.18, 08:34

Hallo,

der Mieter kann den Vermieter nicht verbieten, die Heizubgsanlage zu modernisieren. Ob die Arbeiten in der eigenen Wohnung erst nach dem Auszug erfolgen können wenn die Wohnung ohnehin leer steht, könnte der Mieter mit dem Vermieter besprechen. Der Vermieter wird aber dann zur Planungssicherheit die konkrete Kündigung haben wollen, nicht nur die Absicht des Mieters eventuell umzuziehen.
Grüße, Susanne

winterspaziergang
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Re: Modernisierung / Schichtarbeit und Zutritt zur Wohnung

Beitrag von winterspaziergang » 11.03.18, 08:49

spsln hat geschrieben:
1. Kann M mit Hinweis auf die Schichtarbeit und die ohnehin beabsichtigte Kündigung der Wohnung den Modernisierungsmaßnahmen widersprechen?
Die Schichtarbeit würde bedeuten, dass der VM nie modernisieren oder andere Arbeiten durchführen könnte, daher kann man widersprechen, aber es dürfte wenig nutzen.
Thema Kündigung: Wieso kündigt der Mieter nicht zum gewünschten Zeitpunkt? Man kann heute auch für einen Termin in 6 Monaten oder später kündigen. Danach mit dem VM reden, ob es möglich ist, dass die Arbeiten in der dann leer stehenden Wohnung durchgeführt werden können.
2. In welchem Maße muss M den Zutritt zur Wohnung gewähren?
sofern ein berechtigtes Interesse des VM besteht. Das ist bei einer Messung, Instandsetzung, Modernisierung o.a. regelmäßig gegeben.
Wegen der Berufstätigkeit kann M in dem Zeitraum nicht frei nehmen und den ganzen Tag in der Wohnung sein. Es gibt auch keine Vertrauensperson die das übernehmen könnte. Den ganzen Tag die Wohnung unbeaufsichtigt offen stehen zu lassen scheidet aus Sicht von M aus.
wenn frei nehmen, Vertrauensperson und Wohnung offen stehen lassen ausscheiden, muss der M bei einer formal korrekten Modernisierung und bestehender Bewohnbarkeit der Wohnung in der Zeit, selbst schauen, wie er das anders regelt

spsln
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Re: Modernisierung / Schichtarbeit und Zutritt zur Wohnung

Beitrag von spsln » 11.03.18, 10:03

Erstmal vielen Dank für die Antworten.
wenn frei nehmen, Vertrauensperson und Wohnung offen stehen lassen ausscheiden, muss der M bei einer formal korrekten Modernisierung und bestehender Bewohnbarkeit der Wohnung in der Zeit, selbst schauen, wie er das anders regelt
Ist es denn tatsächlich so, dass das in der alleinigen Verantwortung von M liegt? M würde den Schlüssel ja auch dem V geben wenn dieser die Haftung übernimmt bzw. sicherstellt, dass die Wohnung in der Abwesenheit von M jederzeit gegen unbefugten Zutritt gesichert ist. Zu erwarten, dass sich M mit einem Vorlauf von nur vier Monaten eine ganze Woche frei nimmt (und es ja nicht gesagt ist, dass diese Woche dann auch tatsächlich reicht) scheint mir unangemessen.

EDIT: Grundsätzlich hat M überhaupt nichts gegen die Arbeiten des V einzuwenden, das ist ja sein gutes Recht.

SusanneBerlin
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Re: Modernisierung / Schichtarbeit und Zutritt zur Wohnung

Beitrag von SusanneBerlin » 11.03.18, 10:22

Wegen der Berufstätigkeit kann M in dem Zeitraum nicht frei nehmen und den ganzen Tag in der Wohnung sein. Es gibt auch keine Vertrauensperson die das übernehmen könnte.
Ja, ist schon klar. Es ist nachvollziehbar, dass sich keine Vertrauensperson findet, die Lust hat 8-10 Stunden täglich an 10 Tagen in einer Wohnung zu verbringen in der die Handwerker zugange sind und entsprechenden Lärm verursachen. Auch wird man so nicht seinen Urlaub verbringen wollen und 10 Urlaubstage opfern. Wann soll der Vermieter also modernisieren? Soll man Mehrfamilienhäuser nur dann modernisieren können, wenn zufällig alle Mietparteien gleichzeitig ausgezogen sind, also nie?

Zumal es auch gar nicht notwendig ist, die Handwerker auch den ganzen Tag beaufsichtigen. Sind Sie vom Fach, können Sie beurteilen, ob alles ordentlich gemacht wird?

Wenn es die Angst um Wertgegenstände und persönliche Dinge ist, in denen die Handwerker herumschnüffeln könnten: die kann man in der Zeit mitnehmen, wegschließen oder woanders unterbringen.
Grüße, Susanne

spsln
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Re: Modernisierung / Schichtarbeit und Zutritt zur Wohnung

Beitrag von spsln » 11.03.18, 10:29

SusanneBerlin hat geschrieben:
Wegen der Berufstätigkeit kann M in dem Zeitraum nicht frei nehmen und den ganzen Tag in der Wohnung sein. Es gibt auch keine Vertrauensperson die das übernehmen könnte.
Ja, ist schon klar. Es ist nachvollziehbar, dass sich keine Vertrauensperson findet, die Lust hat 8-10 Stunden täglich an 10 Tagen in einer Wohnung zu verbringen in der die Handwerker zugange sind und entsprechenden Lärm verursachen. Auch wird man so nicht seinen Urlaub verbringen wollen und 10 Urlaubstage opfern. Wann soll der Vermieter also modernisieren? Soll man Mehrfamilienhäuser nur dann modernisieren können, wenn zufällig alle Mietparteien gleichzeitig ausgezogen sind, also nie?

Zumal es auch gar nicht notwendig ist, die Handwerker auch den ganzen Tag beaufsichtigen. Sind Sie vom Fach, können Sie beurteilen, ob alles ordentlich gemacht wird?

Wenn es die Angst um Wertgegenstände und persönliche Dinge ist, in denen die Handwerker herumschnüffeln könnten: die kann man in der Zeit mitnehmen, wegschließen oder woanders unterbringen.
Es geht darum, dass sicherlich den ganzen Tag die Haus- und Wohnungstür offen stehen und damit jeder zu jeder Zeit einfach in die Wohnung gehen kann. Ich finde das Szenario in einer Großstadt wie Berlin jetzt nicht so konstruiert. Den Vermieter und die Handwerker muss man sicherlich nicht beaufsichtigen.

winterspaziergang
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Re: Modernisierung / Schichtarbeit und Zutritt zur Wohnung

Beitrag von winterspaziergang » 11.03.18, 11:51

spsln hat geschrieben:Erstmal vielen Dank für die Antworten.
wenn frei nehmen, Vertrauensperson und Wohnung offen stehen lassen ausscheiden, muss der M bei einer formal korrekten Modernisierung und bestehender Bewohnbarkeit der Wohnung in der Zeit, selbst schauen, wie er das anders regelt
Ist es denn tatsächlich so, dass das in der alleinigen Verantwortung von M liegt?
wenn er, wie ursprünglich schreibt, dass er
... in dem Zeitraum nicht frei nehmen und den ganzen Tag in der Wohnung sein. Es gibt auch keine Vertrauensperson die das übernehmen könnte. Den ganzen Tag die Wohnung unbeaufsichtigt offen stehen zu lassen scheidet aus Sicht von M aus.
ja

wenn er wiederum
M würde den Schlüssel ja auch dem V geben wenn dieser die Haftung übernimmt bzw. sicherstellt, dass die Wohnung in der Abwesenheit von M jederzeit gegen unbefugten Zutritt gesichert ist.
dann nein.
Aber dann muss der M ja auch keine Lösung suchen, es gibt sie bereits.
Zu erwarten, dass sich M mit einem Vorlauf von nur vier Monaten eine ganze Woche frei nimmt (und es ja nicht gesagt ist, dass diese Woche dann auch tatsächlich reicht) scheint mir unangemessen.
da das niemand erwartet, muss man darüber nicht weiter diskutieren (auch wenn es merkwürdig klingt, dass man sich 4 Monate vorher nicht eine Woche frei nehmen könnte, aber ist auch unerheblich)
EDIT: Grundsätzlich hat M überhaupt nichts gegen die Arbeiten des V einzuwenden, das ist ja sein gutes Recht
.
klang im ersten post etwas anders. Aber so:
Der Mieter kann mit dem Vermieter reden, entweder seine Kündigung ankündigen oder auch konkret kündigen, drum bitten, ob die Arbeiten in seiner Wohnung nicht später ausgeführt werden können ( :arrow: da der Vermieter keine Glaskugel haben dürfte, wird er den Umstand, dass sein Mieter überlegt zu kündigen nicht kennen. Vielleicht würde er von sich aus, das ein oder andere anders planen, die Wohnung u.U. dann sowieso nochmals renovieren o.a.).
Falls nicht, kann der Mieter dem Vermieter den Schlüssel geben und sich versichern lassen, wie für die Sicherheit im Haus gesorgt ist.
Es geht darum, dass sicherlich den ganzen Tag die Haus- und Wohnungstür offen stehen und damit jeder zu jeder Zeit einfach in die Wohnung gehen kann. Ich finde das Szenario in einer Großstadt wie Berlin jetzt nicht so konstruiert.
:?: Wieso sollte bei Heizungsarbeiten die Haustür den ganzen Tag offen stehen? und in der Wohnung sind doch die Handwerker.

spsln
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Re: Modernisierung / Schichtarbeit und Zutritt zur Wohnung

Beitrag von spsln » 11.03.18, 12:18

:?: Wieso sollte bei Heizungsarbeiten die Haustür den ganzen Tag offen stehen? und in der Wohnung sind doch die Handwerker.
Die ziehen vom Nachbarhaus eine neuen Leitung in den Keller und ziehen dann komplett neue Stränge vom Keller nach oben in alle Wohnungen. Sprich ich kann mir nicht vorstellen (und das würde ich auch nicht erwarten), dass beim Material holen jedes Mal ordentlich die Türen auf- und zu gemacht werden.

Also wie gesagt, ich sehe ein, dass M die Arbeiten dulden muss, das ist ja auch okay. Aber andererseits muss der V ja auch dulden, dass die Wohnung immer noch der Lebensmittelpunkt von M ist mit Schlafen/Essen/Entspannen/usw. und der sich nicht einfach für Wochen in Luft auflösen oder einfach woanders hingehen kann zum Leben.

winterspaziergang
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Re: Modernisierung / Schichtarbeit und Zutritt zur Wohnung

Beitrag von winterspaziergang » 11.03.18, 12:37

spsln hat geschrieben:
Also wie gesagt, ich sehe ein, dass M die Arbeiten dulden muss, das ist ja auch okay. Aber andererseits muss der V ja auch dulden, dass die Wohnung immer noch der Lebensmittelpunkt von M ist mit Schlafen/Essen/Entspannen/usw. und der sich nicht einfach für Wochen in Luft auflösen oder einfach woanders hingehen kann zum Leben.
:arrow:
Der Mieter kann mit dem Vermieter reden, entweder seine Kündigung ankündigen oder auch konkret kündigen, drum bitten, ob die Arbeiten in seiner Wohnung nicht später ausgeführt werden können ( :arrow: da der Vermieter keine Glaskugel haben dürfte, wird er den Umstand, dass sein Mieter überlegt zu kündigen nicht kennen. Vielleicht würde er von sich aus, das ein oder andere anders planen, die Wohnung u.U. dann sowieso nochmals renovieren o.a.).
Falls nicht, kann der Mieter dem Vermieter den Schlüssel geben und sich versichern lassen, wie für die Sicherheit im Haus gesorgt ist.
Ansonsten könnte der Umstand, dass die Wohnung nicht zum Schlafen zu nutzen ist, zur Mietminderung berechtigen.

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