Grundsteuer nachfordern

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-q-
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Grundsteuer nachfordern

Beitrag von -q- » 12.07.18, 12:04

Hallo Zusammen,

folgenden fiktiven Fall möchte ich einmal zur Diskussion stellen:

Ehepaar A mietet privat eine schöne kleine Wohnung an, aus der die Beiden nach ca. 4 Jahren wieder ausziehen.
Ca. 4 Wochen nach dem Auszug erhält das Ehepaar die Abrechnung für das Jahr 2017 mit dem Hinweis des Vermieters, er hätte "ausversehen" die Grundsteuer in den letzten Jahren nicht mit in der Abrechnung aufgeführt und würde diese nachfordern. (Es geht nicht um eine Erhöhung der Grundsteuer.)

Zeitnah (ca. 3 Wochen danach) bekommt da Ehepaar eine Auflistung zugeschickt, indem der
Vermieter die Grundsteuer für die letzten 3 Jahre zurückfordert.

2015 – Berechnung von 6 Monaten = Summe 100 Taler
2016 – Berechnung von 12 Monaten = Summe 300 Taler
2017 – Berechnung von 12 Monaten = Summe 300 Taler

Also zusammen um die 700 Taler mit 2 Wochen Zahlungsfrist.


Nun stellt sich das Ehepaar folgende Fragen:
Sind die geforderten 700 Taler überhaupt rechtens?

Hätte der Vermieter nicht nur für 2017 die Grundsteuer fordern dürfen?

Dadurch, dass das Ehepaar ein Arbeitszimmer steuerlich absetzten kann, konnten sie durch das Versäumnis des Vermieters diese Kosten nicht mit bei der Steuererklärung angeben – können diese „gegengerechnet“ werden.


Vielen Dank im Voraus!

-Q-

lottchen
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Re: Grundsteuer nachfordern

Beitrag von lottchen » 12.07.18, 13:42

-q- hat geschrieben: Hätte der Vermieter nicht nur für 2017 die Grundsteuer fordern dürfen?
Richtig. Wenn der Abrechnungszeitraum immer vom 01.01.-31.12. geht, dann kann der Vermieter bis 31.12.18 die Abrechnung 2017 (wenn schon rausgeschickt) noch korrigieren. Die vorherigen nicht mehr, da ist die Abrechnungsfrist vorbei.
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windalf
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Re: Grundsteuer nachfordern

Beitrag von windalf » 12.07.18, 14:26

lottchen hat geschrieben:
-q- hat geschrieben: Hätte der Vermieter nicht nur für 2017 die Grundsteuer fordern dürfen?
Richtig. Wenn der Abrechnungszeitraum immer vom 01.01.-31.12. geht, dann kann der Vermieter bis 31.12.18 die Abrechnung 2017 (wenn schon rausgeschickt) noch korrigieren. Die vorherigen nicht mehr, da ist die Abrechnungsfrist vorbei.
Ich meine mich zu erinnern es gibt da Ausnahmen für das nachträgliche Abwälzen von Grundsteuern auf Mieter. Ggf. sind auch diverse Vorjahre möglich...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

zimtrecht
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Re: Grundsteuer nachfordern

Beitrag von zimtrecht » 12.07.18, 14:51

windalf hat geschrieben: Ich meine mich zu erinnern es gibt da Ausnahmen für das nachträgliche Abwälzen von Grundsteuern auf Mieter. Ggf. sind auch diverse Vorjahre möglich...
Und dazu gibt es viel zu lesen.... Beispielsweise hier https://www.berliner-mieterverein.de/re ... /01101.htm

lottchen
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Re: Grundsteuer nachfordern

Beitrag von lottchen » 12.07.18, 15:25

In diesem Fall geht es aber nicht um nachträgliche Änderungen in der Höhe der Grundsteuer durch die Gemeinde, sondern darum, dass der Eigentümer schlicht und einfach vergessen hat, diese Kosten überhaupt umzulegen. Und das ist nicht heilbar. Die Bescheide lagen ihm rechtzeitig vor, er hätte die Kosten innerhalb der 12 Monate umlegen können - hat er aber nicht.
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windalf
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Re: Grundsteuer nachfordern

Beitrag von windalf » 12.07.18, 16:13

lottchen hat geschrieben:In diesem Fall geht es aber nicht um nachträgliche Änderungen in der Höhe der Grundsteuer durch die Gemeinde, sondern darum, dass der Eigentümer schlicht und einfach vergessen hat, diese Kosten überhaupt umzulegen. Und das ist nicht heilbar. Die Bescheide lagen ihm rechtzeitig vor, er hätte die Kosten innerhalb der 12 Monate umlegen können - hat er aber nicht.
Ja der Vorteil wenn man richtig liest :mrgreen: Hast natürlich recht
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Grundsteuer nachfordern

Beitrag von -q- » 13.07.18, 07:03

Vielen Dank für die zahlreichen Hinweise.

Das Ehepaar würde sich dann auf BGB Paragraph 556 abs.3 berufen:
"Die Abrechnung ist dem Mieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums mitzuteilen. Nach Ablauf dieser Frist ist die Geltendmachung einer Nachforderung durch den Vermieter ausgeschlossen, es sei denn, der Vermieter hat die verspätete Geltendmachung nicht zu vertreten."

Oder gibt es diesbezüglich noch etwas, was das Ehepaar noch beachten muss/sollte?

Froggel
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Re: Grundsteuer nachfordern

Beitrag von Froggel » 13.07.18, 21:27

Ja, diese Begründung ist Quatsch, denn wenn man sich darauf beruft, meint der Vermieter, in der folgenden Abrechnung die erhöhte Grundsteuer mit einbringen zu können. Das darf er aber nicht. Die Begründung sollte sein, dass die Grundsteuern auf die Gesamtanzahl der Wohnungen aufgeteilt wird und ein Leerstand zwar den Vermieter betrifft, er aber die Kosten für eine leere Wohnung nicht auf die Mieter abwälzen darf. Dazu gibt es sogar Gerichtsurteile.
Hier etwas zum Nachlesen.
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Re: Grundsteuer nachfordern

Beitrag von Evariste » 13.07.18, 22:47

Froggel hat geschrieben:Ja, diese Begründung ist Quatsch, denn wenn man sich darauf beruft, meint der Vermieter, in der folgenden Abrechnung die erhöhte Grundsteuer mit einbringen zu können. Das darf er aber nicht. Die Begründung sollte sein, dass die Grundsteuern auf die Gesamtanzahl der Wohnungen aufgeteilt wird und ein Leerstand zwar den Vermieter betrifft, er aber die Kosten für eine leere Wohnung nicht auf die Mieter abwälzen darf. Dazu gibt es sogar Gerichtsurteile.
Hier etwas zum Nachlesen.
???

Weder geht es um erhöhte Grundsteuer noch um Leerstand, und weitere Abrechnungen dürfte es nach dem Auszug auch nicht mehr geben.

Froggel
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Re: Grundsteuer nachfordern

Beitrag von Froggel » 14.07.18, 01:44

Evariste hat geschrieben:???

Weder geht es um erhöhte Grundsteuer noch um Leerstand, und weitere Abrechnungen dürfte es nach dem Auszug auch nicht mehr geben.
Tschuldigung - ich hatte einen anderen Beitrag im Kopf. Bitte meine Aussage einfach ignorieren :oops:
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