Kündigung wegen Eigenbedarf

Moderator: FDR-Team

Heiko Rönsch
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 10
Registriert: 11.09.18, 06:58

Kündigung wegen Eigenbedarf

Beitrag von Heiko Rönsch » 11.09.18, 07:23

Hallo,
wir wurden von unserem Vermieter wegen Eigenbedarf gekündigt.
Als Grund gab er an das er zum Pflegefall wurde, und er möchte das seine Tochter ihn öfter besuchen soll, und dann bei ihm übernachten kann auch eine evtl. Pflegekraft solle evtl. bei ihm wohnen.
Bevor er diese Kündigung ausgesprochen hat wollte er aber die Wohnung verkaufen, als ich dies im Internet erfahren habe, habe ich ihm massiv druck gemacht, das er doch die Mängel die ich schon seit Jahren zur Beseitigung anmahne, endlich auch beseitigen soll.
Daraufhin hat er mir eine Mail geschickt, aus der hervor geht das er sich darum kümmere just drei Tage später kam dann die Kündigung von seinem Anwalt.
Wir einigten uns dann das wir nicht renovieren müssen, da wir ja die Wohnung seiner Zeit auch unrenoviert übernommen haben . Er bestand aber darauf das alle grellen Farben mit weißer Farbe überstrichen werden müssen.
Bei der Übergabe der Wohnung hat er sehr krank getan, so als könne er kaum laufen, er sagte dann zum Hausverwalter das er nicht alles aufschreiben müsse, da alle Tapeten ohnehin abgerissen werden und die Wohnung komplett umgebaut werde.
Jetzt sehe ich den Herren fast täglich wie er selbst an dem Umbau aktiv mit arbeitet . ( Maurer / Putzarbeiten, Verlege platten schneiden und verlegen, Bohr und säge arbeiten etc.
Ist hier eine Kündigung wie oben genannt rechtens ?, wie ist hier die Rechtslage ?

Tastenspitz
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 19642
Registriert: 05.07.07, 07:27
Wohnort: Daheim

Re: Kündigung wegen Eigenbedarf

Beitrag von Tastenspitz » 11.09.18, 07:32

Nur weil es dem Vermieter jetzt besser geht, möchten sie die Kündigung anfechten?
Das ist ziemlich dünnes Eis..... :|
Letztlich ist es aber so, dass man eine Eigenbedarfskündigung wohl nur mit einem Fachanwalt angreifen sollte. Dieser wird sich alles ansehen können, was dort (speziell von seinem Kollegen) vorliegt.
Das kann ein Forum nicht leisten.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21873
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Kündigung wegen Eigenbedarf

Beitrag von ktown » 11.09.18, 07:42

Liebes FDR-Mitglied,

wie Sie sicher in unserer Juriquette (=Forenregeln) gelesen haben, darf hier keine individuelle Rechtsberatung in einem konkreten Fall erfolgen. Sie helfen dem Forum und erleichtern dem Moderatoren-Team die Arbeit, wenn Sie eine Fragestellung zur allgemeinen Rechtslage herausarbeiten, die für Sie von Relevanz ist.

Weitere Konkretisierungen zur unseren Forenregeln finden sich neben der Juriquette in der Moderationsleitline oder in dem Beitrag "Was ist erlaubt"?

Fragen dazu können Sie jederzeit im Forum für Mitgliederinformation u. Support stellen.

Wenn sie eine individuelle Beratung wünschen, dann hilft ihnen diese Seite.

ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 4883
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Kündigung wegen Eigenbedarf

Beitrag von ExDevil67 » 11.09.18, 07:43

Tastenspitz hat geschrieben:Nur weil es dem Vermieter jetzt besser geht, möchten sie die Kündigung anfechten?
Das ist ziemlich dünnes Eis..... :|
Dünn ja, aber zumindest ein guter Hinweis das man den Immobilienmarkt im Blick behalten sollten. Eventuell wird das Eis ja tragfähig wenn die Wohnung zeitnah wieder am Markt angeboten wird.
Aber auch dann gilt der Hinweis von Tastenspitz, ab zum Anwalt.

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21873
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Kündigung wegen Eigenbedarf

Beitrag von ktown » 11.09.18, 07:43

Bei der Sachverhaltsschilderung liegt der Verdacht nahe, dass der Vermieter mit im Haus wohnt und es sich nur um eine vermietete Wohnung im Haus handelt.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Heiko Rönsch
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 10
Registriert: 11.09.18, 06:58

Re: Kündigung wegen Eigenbedarf

Beitrag von Heiko Rönsch » 11.09.18, 08:50

Nun ja, es ging dem Vermieter 2 Tage nach der Übergabe schon wesentlich besser, war wohl ne Wunderheilung.
Ich bin nur eine Straße weiter gezogen, daher sehe ich ihn fast jeden Tag .
Aber vielleicht ist es besser abzuwarten, ob die Wohnung demnächst wieder angeboten wird.

ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 4883
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Kündigung wegen Eigenbedarf

Beitrag von ExDevil67 » 11.09.18, 09:06

ktown hat geschrieben:Bei der Sachverhaltsschilderung liegt der Verdacht nahe, dass der Vermieter mit im Haus wohnt und es sich nur um eine vermietete Wohnung im Haus handelt.
Dann hätte der Vermieter aber auch vereinfacht nach §573a BGB kündigen können, was für ihn deutlich risikoärmer ist als ein vorgetäuschter Eigenbedarf. Und für eine Einliegerwohnung wird man wohl kaum einen Verwalter beauftragen.

Heiko Rönsch
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 10
Registriert: 11.09.18, 06:58

Re: Kündigung wegen Eigenbedarf

Beitrag von Heiko Rönsch » 11.09.18, 09:13

Es handelt sich um eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus ( 8 Wohneinheiten), und der Vermieter wohnt noch nicht im Haus, er baut gerade um .

winterspaziergang
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6974
Registriert: 16.11.13, 14:23

Re: Kündigung wegen Eigenbedarf

Beitrag von winterspaziergang » 11.09.18, 11:12

Heiko Rönsch hat geschrieben: Bevor er diese Kündigung ausgesprochen hat wollte er aber die Wohnung verkaufen, als ich dies im Internet erfahren habe, habe ich ihm massiv druck gemacht, das er doch die Mängel die ich schon seit Jahren zur Beseitigung anmahne, endlich auch beseitigen soll.
Der Zusammenhang ist unklar.

Heiko Rönsch
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 10
Registriert: 11.09.18, 06:58

Re: Kündigung wegen Eigenbedarf

Beitrag von Heiko Rönsch » 11.09.18, 11:20

was ist da denn unklar ???????
Die Wohnung hatte Mängel, Heizung lässt sich nicht regulieren, Türen verzogen und undicht, Fenster undicht .
Das habe ich immer wieder als Mangel der zu beheben ist angemahnt, als ich dann erfahren habe das die Wohnung zum Verkauf steht habe ich den Druck erhöht das die Mängel abgestellt werden.
Als Reaktion vom Vermieter kam dann die Kündigung wegen Eigenbedarf . Was ist denn daran unklar ?????

fragenfueralle
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 606
Registriert: 12.04.05, 16:44
Wohnort: Krefeld

Re: Kündigung wegen Eigenbedarf

Beitrag von fragenfueralle » 11.09.18, 11:26

winterspaziergang hat geschrieben: Der Zusammenhang ist unklar.
Ganz und gar nicht:
der Mieter erfährt aus der Zeitung, dass 'seine' Wohnung auf dem Wohnungsmarkt zum Kauf angeboten wird.
Daraufhin mahnt der Mieter beim Vermieter überfällige Mangelbeseitigungen an.
Drei Tage später erhält der Mieter eine Kündigung 'seiner' Wohnung wegen Eigenbedarf.

Was denn nun? Verkauf der Wohnung auf dem Wohnungsmarkt oder Eigenbedarf?

Nach dem Auszug des Mieters wird die Wohnung saniert. Unklar, ob für den Eigenbedarf oder für einen Käufer.
Heiko Rönsch hat geschrieben: Ist hier eine Kündigung wie oben genannt rechtens ?...
Meiner Meinung nach nicht, wenn der Eigentümer die vermietete Wohnung für Jedermann zum Kauf anbietet und den Eigenbedarf nicht umsetzt.
Es könnte sein, dass er die Wohnung verkauft mit der Auflage auf eigenes Wohnrecht, oder das der Tochter. Ob das so noch Eigenbedarf darstellt kann ich nicht beurteilen.
Ich vermute, dass er nach dem Einzug die Wohnung durchaus verkaufen darf, muss aber darin wohnen bleiben, sonst würde er dem eigenen Bedarf dort zu wohnen widersprechen und die Eigenbedarfskündigung so unterlaufen.
Viele Menschen hinterlassen Spuren.
Nur wenige hinterlassen Eindrücke.

Manche aber hinterlassen nur beim Eindrücken Spuren.

winterspaziergang
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6974
Registriert: 16.11.13, 14:23

Re: Kündigung wegen Eigenbedarf

Beitrag von winterspaziergang » 11.09.18, 11:51

fragenfueralle hat geschrieben:
winterspaziergang hat geschrieben: Der Zusammenhang ist unklar.
Ganz und gar nicht:
der Mieter erfährt aus der Zeitung, dass 'seine' Wohnung auf dem Wohnungsmarkt zum Kauf angeboten wird.
Daraufhin mahnt der Mieter beim Vermieter überfällige Mangelbeseitigungen an.
ja, das stand nicht in Frage. Aber wozu macht der Mieter "massiv Druck", nachdem er erfährt, dass seine Wohnung verkauft werden soll.

Drei Tage später erhält der Mieter eine Kündigung 'seiner' Wohnung wegen Eigenbedarf.

Was denn nun? Verkauf der Wohnung auf dem Wohnungsmarkt oder Eigenbedarf?
dass das unlauter anmutet stand nicht in Frage

@TE
vielleicht erstmal die Bemerkung in Ruhe lesen, um den in den Zusammenhang mit dem Zitat zu verstehen, statt gleich mit Fragezeichen um sich zu werfen.

Im Übrigen stand
Die Wohnung hatte Mängel, Heizung lässt sich nicht regulieren, Türen verzogen und undicht, Fenster undicht .
[/quote]
das weder in Frage, noch kann jemand aus der Ferne wissen, welche Mängel die Wohnung hatte.
Für die Frage, was man bei vermutetem vorgeschobenen Eigenbedarf tun kann, ist es auch unerheblich.

fragenfueralle
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 606
Registriert: 12.04.05, 16:44
Wohnort: Krefeld

Re: Kündigung wegen Eigenbedarf

Beitrag von fragenfueralle » 11.09.18, 12:00

winterspaziergang hat geschrieben:...Aber wozu macht der Mieter "massiv Druck", nachdem er erfährt, dass seine Wohnung verkauft werden soll.
Vielleicht weil er befürchtet, der neue Vermieter macht auch Jahre lang nix.
winterspaziergang hat geschrieben:vielleicht erstmal die Bemerkung in Ruhe lesen, um den in den Zusammenhang mit dem Zitat zu verstehen, statt gleich mit Fragezeichen um sich zu werfen.
Welchen Erkenntnisgewinn für die Beantwortung der Frage des TE's soll das bringen?
winterspaziergang hat geschrieben:Im Übrigen stand
Die Wohnung hatte Mängel, Heizung lässt sich nicht regulieren, Türen verzogen und undicht, Fenster undicht .
das weder in Frage, noch kann jemand aus der Ferne wissen, welche Mängel die Wohnung hatte.
Deshalb stand's ja auch gar nicht im Ausgangspost (der TE schrieb ja schon "Mängel seit Jahren"), sonst hätte der nächste gleich zu Beginn unnötig gefragt, was das nun mit der Frage zu tun hätte:
winterspaziergang hat geschrieben:Für die Frage, was man bei vermutetem vorgeschobenen Eigenbedarf tun kann, ist es auch unerheblich.
Viele Menschen hinterlassen Spuren.
Nur wenige hinterlassen Eindrücke.

Manche aber hinterlassen nur beim Eindrücken Spuren.

winterspaziergang
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6974
Registriert: 16.11.13, 14:23

Re: Kündigung wegen Eigenbedarf

Beitrag von winterspaziergang » 11.09.18, 12:06

fragenfueralle hat geschrieben:
winterspaziergang hat geschrieben:vielleicht erstmal die Bemerkung in Ruhe lesen, um den in den Zusammenhang mit dem Zitat zu verstehen, statt gleich mit Fragezeichen um sich zu werfen.
Welchen Erkenntnisgewinn für die Beantwortung der Frage des TE's soll das bringen?
keinen, aber es ist wohl nicht notwendig auf eine- zugegeben als OT zu kennzeichnende- Anmerkung bzw. Frage, so wie oben zu lesen, zu reagieren.
Die Anmerkung war weder ein Angriff, noch hat sie die Darstellung des TE irgendwie in Frage gestellt.

Zum Sachverhalt selbst: Käme auf den genauen Wortlaut der Kündigung wegen Pflegebedürftigkeit an.

webmaster76
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2451
Registriert: 18.01.05, 10:53

Re: Kündigung wegen Eigenbedarf

Beitrag von webmaster76 » 11.09.18, 12:36

Heiko Rönsch hat geschrieben:Ich bin nur eine Straße weiter gezogen, daher sehe ich ihn fast jeden Tag .
Also dreht sich die Frage doch nicht darum, was man grundsätzlich gegen eine nicht gerechtfertigte Eigenbedarfskündigung tun kann (um in der Wohnung bleiben zu können) sondern mehr, wie man daraus "Kapital schlagen" kann.

Wird ein Mietvertrag wegen eines vorgetäuschten Eigenbedarfs gekündigt, so hat der Mieter i.d.R. einen Schadensersatzanspruch. Siehe dazu: https://www.eigenbedarfskuendigung.com/ ... ensersatz/

Der Mieter sollte regelmäßig auf den gängigen Portalen bzw. in den gängigen Zeitungen nachsehen, ob die Wohnung zum Kauf oder zur Miete angeboten wird. Ist dies zeitnahe der Fall, könnte es sich lohnen, mit anwaltlicher Hilfe einen Schadensersatz geltend zu machen.

Antworten