Rechnung auf Mieter umgeschrieben und von Kaution abgezogen

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mÖre
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Rechnung auf Mieter umgeschrieben und von Kaution abgezogen

Beitrag von mÖre » 13.09.18, 12:45

Hallo ich brauche mal wieder Eure Tips

Im Fall soll es um eine Kaution geben, an der der Mieter seit über 1,5 Jahren ständig Probleme mit dem ehemaligen Vermieter hat.

Folgende Vorgeschichte: Der Vermieter bzw eine kirchliche Gemeinschaft hat zum Verwalten des Wohnobjektes eine Verwalterin eingesetzt, die die Mietangelegehnheit geregelt hat.
Nun hatte der Mieter einmal einen Wasserschaden gehabt. Ein Wasserboiler, der bereits zum Zeitpunkt des Einzugs in der Wohnung war, da die Wohnung in der Küche lediglich einen Kaltwasseranschluss hatte. Dieser Boiler ist dann einmal geplatzt.
In der Wohnung darunter hat sich daraufhin die Tapete gelöst und es wurde ein Maler geauftragt die Decke neu zu Tapezieren+Streichen (keine anderen Sachschäden)

Bereits frühzeitig hat die Verwalterin versichert - leider ständig nur mündlich, da der Mieter natürlich auf diese Aussagen vertraut hat - dass der Schaden zulasten des Vermieters geht. Begründet damit, dass der Boiler zur Warmwasserversorgung der Wohnung gehört. Für den Mieter war damit zunächst alles in Ordnung. Sehr lange Zeit später, sicherlich 1 Jahr später, wurde der Mieter über einige Ecken darauf hingewiesen, dass die Malerrechnung noch nicht beglichen wurde. Daraufhin entbrannte ein Streit zwischen Mieter-Verwalterin-Vermieter, wer denn nun den Schaden tragen müsse. Der Mieter verwies auf die Aussage der Verwalterin, die weiterhin darauf setzte auf den oben Beschrieben Fall setzte - der Vermieter jedoch wollte dem Mieter die Schuld geben.

Weitere Zeit später wurde ein Termin vereinbart, wo sich Vermieter, Verwalterin und eine Klempnerfirma beim Mieter trafen- Resultat war, dass die Wasseramatur nicht für einen Boilerbetrieb geeignet war. Dies ist nachvollziehbar, allerdings hatte der Mieter zum Zeitpunkt des Schadens diese Garnitür bzw diese Küche noch gar nicht bessessen, sondern nutzte noch ein Spühlbecken von den Vormietern, die diese Spühlbecken<>Boiler konstruktion jahrelang problem nutzten. (Diese Garnitur schien generell für den Boilerbetrieb zu sein- an der neuen Küche des Mieters wurde nie ein Boiler genutzt, da aufgrund einer Spühlmaschiene eh kein Warmwasser (aus dem Hahn) benötigt wurde. Am Wasserhahn war lediglich Kaltwasser angeschlossen).
Zu diesem Zeitpunkt lag der Schaden bereits über ein Jahr in der Vergangenheit. Der Mieter hat die Küche gebraucht erstanden, hat also keinen Kaufnachweis oÄ, wann die Küche getauscht wurde. Über den inzwischen extrem langen Streitverlauf war es auch nicht möglich exakte Zeiten zu bestimmen.

Daraufhin wurde wieder einmal gesagt, dass es Vermietersache war. Der Mieter dachte, dass nun endlich Ruhe sei.
Beim Auszug des Mieters wurde die Wohnung durch die Verwalterin ohne Mängel übergeben und die Rückzahlung der (vollständigen) Kaution zugesichert.
Wieder einmal vergingen 1,5 Jahre, in denen nichts passiert ist. Die Auszahlung wurde mit der Begründung, dass damit etzwaige Nebenkostenrückzahlungen gedeckelt werden müssen, ausgeschlagen, bis die Nebenkostenabrechnung durch sei. Der Mieter selbst ist exakt zum Jahreswechsel ausgezogen, hat die Wohnung in den 3 Monaten Kündigungsfrist überhaupt nicht mehr genutzt und damit auch gar keine Nebenkosten erzeugt - diese natürlich aber mit der noch anhaltenden Miete gezahlt. Zudem generell in der Wohnzeit alljährlich einen hohen Nebenkostenbetrag zurückerhalten, weil die Vorrauszahlung stehts höher war, als der Verbrauch.

Nun hat es dem Mieter einmal wieder gereicht und er ist noch einmal mit der Verwalterin in Kontakt getreten. Diese hat inzwischen das Haus abgelegt, da auch sie starke Probleme mit dem Vermieter hatte.
Es kam ans Licht, dass der Vermieter nicht mit der Wohnungsübergabe zufrieden war (zB abgetretenes Parkett, was jedoch eh zu den normalen Abnutungserscheinungen zählt) und wollte dieses dem ehemaligen Mieter auch noch ankreisen, wo dieser jedoch ganz schnell den Wind aus den Segeln nahm - die Wohnungsübergabe wurde ohne Mängel unterzeichnet.
Der Mieter stand daraufhin nur noch mit dem Vermieter in Kontakt, welcher - telefonisch - zusicherte, das mit der ehemaligen Verwalterin zu klären etc pp. Jedenfalls wurde dann - telefonisch - die Rückzahlung der [vollständigen] Kaution zugerichert.

Nun, wieder einmal 3 Monate später, schrieb der Vermieter per eMail, dass die Malerrechnung zulasten der Kaution geht und entsprechend verrechnet wird.
Dazu gab es eine per Hand überkritzelte Malerrechnung, auf der die Rechnungsadresse vom Vermieter auf den ehemaligen Mieter umgeschrieben wurde. Dort vermerkt ist, mit Datum+Unterschrift aus 2016, dass dies aus der Kaution des Mieters bezahlt wird. Dieses Schreiben sah der Mieter nun zum allerersten Mal.

dazu eine frischenfrage - leider nicht aus dem Mietrecht - ist dies überhaupt zulässig? Der Mieter, auf den die Rechnung nun geschrieben wurde, hat nie den Auftrag erteilt. Stand nie mit der Malerfirma in Kontakt. Hatte nie die Möglichkeit Angebote abzuwägen etc. Aller Kontakt erfolgte über die Vermietung bzw den geschädigten Mieter-B in der unteren Wohnung und der Malerfirma.

In den ganzen Telefonaten vor dieser neuen eMail wurde dem Mieter auch immer eine Lösung versprochen, bei der seine volle Kaution wieder bekommt - nur leider natürlich nie schriftlich, weil der Mieter leider dachte, dass nun nach 3(!!)Jahren nach dem Schaden bzw 1,5Jahre nach dem Auszug endlich eine Lösung geschaffen wurde.


Nebenbei wurde dem Mieter natürlich nie eine Möglichkeit gegeben, diesen Schaden über seine eigene Versicherung abzurechnen. Da von Anfang an gesagt wurde, dass der Schaden zulasten des Vermieters geht und es dafür eine Hausversicherung seitens des Vermieters gäbe, hat der Mieter natürlich nie eigene Schritte unternommen dieses versicherungstechnisch selbst zu händeln. Zumal er eben auch nie in irgendeinem Kontakt mit der Malerfirma stand, sondern lediglich bei einem gemeinsammen Termin mal die Rechnung in Papierform kurz sah.


Wie ist die Rechntslage?

ktown
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Re: Rechnung auf Mieter umgeschrieben und von Kaution abgezo

Beitrag von ktown » 13.09.18, 13:13

Da hilft nur eins.
Ab zum Anwalt.

Aber wieso gibt es jetzt doch eine eigene Versicherung?

Guckst du.

Ach ja. Bitte Forenregeln beachten und im Ursprungsthread weiter schreiben.
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Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

mÖre
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Re: Rechnung auf Mieter umgeschrieben und von Kaution abgezo

Beitrag von mÖre » 13.09.18, 13:42

ktown hat geschrieben:Aber wieso gibt es jetzt doch eine eigene Versicherung?
Es gäbe - natürlich über diverse Umwege- vielleicht die Möglichkeit es über eine Exfreundin zu regeln, welche zu dem Zeitpunkt dort mitwohnte (Untermietvertrag) und eine Hausrat hatte. Diese Möglichkeit wurde allerdings wegen der ständigen Verzögerungen und eben der Trennung nie in Betracht gezogen.

Aber danke für den Tipp, dann muss ich wirklich einmal abwägen, ob der Stress und die Anwaldskosten es letztendlich wert sind. Gibt es vielleicht noch einige Tips/Rat womit ich vielleicht ohne Schiedsstelle den Vermieter versuchen kann zu überzeugen?

Und ich hatte gedacht, der einfach heut und auch wegen diesem neu aufgetauchten (2 jahre alten) Schreiben die Lage sich so geändert hat, dass sich n neuer Tread angeboten hätte.

lottchen
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Re: Rechnung auf Mieter umgeschrieben und von Kaution abgezo

Beitrag von lottchen » 13.09.18, 13:51

Ist die letzte Nebenkostenabrechnung denn nun erstellt und beglichen? Hat der Mieter den Teilbetrag der Kaution nun erhalten? Dann dem Vermieter einen Brief per Einwurfeinschreiben schicken mit letzter Fristsetzung zur Zahlung von Summe X (eben dem einbehaltenen Betrag) und der Androhung, was man ansonsten machen würde. Was da wäre entweder selber Mahnbescheid beantragen in der Hoffnung, dass der Vermieter nicht widerspricht oder eben den Betrag mit oder ohne Anwalt einklagen. Um wieviel Geld gehts eigentlich? Man muss natürlich einen Anwalt finden, der diesen wohl recht geringen Betrag einklagt. So wie der Schaden beschrieben ist wäre das ohnehin eine Sache für die Gebäudersachversicherung gewesen, so eine vorhanden (und für die der Mieter dann eh Nebenkosten zahlt).
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

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