Frage zu Vorlaufzeiten bei Modernisierung und Mietminderung

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LegeVindice
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Frage zu Vorlaufzeiten bei Modernisierung und Mietminderung

Beitrag von LegeVindice » 18.09.18, 14:57

Guten Tag,

mal angenommen ein Haus mit Sechs Parteien (4 Eigentümer bewohnen selbst, 2 Eigentümer haben ihre Wohnung vermietet) soll energetisch modernisiert werden. Die Modernisierung umfasst:
- Vollwärmedämmung auf der Fassade
- Kernbohrungen durch die Gebäudeaußenwand zur Feuchtigkeitsregulierung
- Neue Fenster
- neue Rolladenkästen
- Dämmung der Keller- und Garagendecken im untersten Geschoss

Das Gesamtprojekt wurde rechtzeitig schriftlich angekündigt und ursprünglich auf einen Zeitraum von etwa ca. 1,5 Monate angesetzt. Die Bauarbeiten verzögern sich regelmäßig um jeweils 2-3 Wochen. Ursprünglich hätte es Anfang August losgehen sollen und bis Mitte September abgeschlossen. Anfang August wurden nur die Fenster getauscht. Ansonsten wurde bis Mitte September noch das Gerüst gestellt, die restlichen Arbeiten sollen also in kürze losgehen.

Seitens der Hausverwaltung wurde zu Beginn darüber informiert, in welchem Zeitraum welche Gewerke bearbeitet werden sollen. Dieser Zeitplan wurde dann öfter mal angepasst. Auf dem Zeitplan war der Hinweis vermerkt, dass sich die Handwerker mit jeder Partei persönlich in Verbindung setzen und individuelle Termine absprechen um Zugang zu den Räumlichkeiten zu erhalten.

Im Haus ist fast jede Partei berufstätig und tagsüber nicht zu Hause. Es fällt also vielen Bewohnern/Parteien nicht gerade einfach, Gewehr bei Fuß zu stehen wenn die Handwerker Zugang wollen. Für das Gesamtprojekt sind natürlich auch unterschiedliche Firmen beauftragt, die wahrscheinlich zu unterschiedlichen Terminen ins Haus wollen.

Darüber hinaus haben alle Parteien ihre Urlaubs- und sonstigen Planungen, als auch Absprachen mit dem Arbeitgeber um flexibel zu sein auf den Monat August und September ausgelegt. Das heißt in fast jeder Wohnung stehen seit Anfang August verrückte Möbel usw. kreuz und quer in den Wohnungen, weil jeder Zeit Zugang für z.B. die Kernlochbohrungen hätte benötigt werden müssen. Außerdem sind seit Anfang August sämtliche Keller und Garagen nicht oder nur eingeschränkt nutzbar, weil Zugang für Isolationsarbeiten gewehrt werden sollte.

Konkret bezieht sich die Fragen auf die Mietparteien, eine Antwort für die Eigentümerparteien wäre aber auch interessant:

- Mit wie viel Tagen oder Wochen Vorlaufzeit muss die Hausverwaltung oder der Handwerker bei voll berufstätigen Haushalten konkrete Arbeiten/Termine ankündigen?

- Besteht seitens der Hausverwaltung/Planungsbüro eine Pflicht, die Termine der Handwerke möglichst zu koordinieren, dass der Mieter nicht jeden zweiten Tag anwesend sein muss (die Mieter möchten keine Fremden ohne Aufsicht in ihrer Wohnung haben)?

- Ist Mietminderung in diesem Fall angebracht? Wenn ja, woran kann man die Höhe festmachen?


Ich konnte bei meiner Recherche leider nur allgemeine Aussagen zu kleinen Instandsetzungsarbeiten und den Hinweis finden, dass es bei Modernisierungsarbeiten andere Regelungen gibt. Konkrete Aussagen zu so einem Sachverhalt - und vor allem auch zu den Umständen der andauernden Verzögerung - hab ich aber leider nicht finden können.

Vielen Dank für Antworten.

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