Mehraufwendungsaufwand

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saya
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Mehraufwendungsaufwand

Beitrag von saya » 22.10.18, 15:39

nehmen wir mal an, X will eine neue Wohnung mieten.
Der Vermieter will 130,- euro Mehraufwendungsaufwand (wegen erneuter Vermietung in kurzer Zeit, für Zeit und Kostenaufwand, Maklerprovision, Fahrgeld, ... usw) verlangen, sofern der Mietdauer nur 1 oder unter 1 Jahr dauern würde.

Ist das rechtens ? Wieso ?

ktown
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Re: Mehraufwendungsaufwand

Beitrag von ktown » 22.10.18, 15:46

saya hat geschrieben:Ist das rechtens ? Wieso ?
Meines Erachtens gehört das zum Lebensrisiko wie die Möglichkeit, dass ein Mieter auch kurz nach Anmietung wieder ausziehen muss. Ich denke kaum, dass eine entsprechende Vertragsklausel zulässig ist.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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SusanneBerlin
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Re: Mehraufwendungsaufwand

Beitrag von SusanneBerlin » 22.10.18, 15:56

Hat der Mieter die Wahl zwischen einem Mietvertrag ohne Mindestmietzeit und mit Mindestmietzeit? Und ohne Mindestmietzeit ist die Monatskaltmiete um 130€ höher oder wie ist es gemeint?

Oder ist der "Mehraufwendungsaufwand" einmalig zu bezahlen und der Mieter bekommt die 130€ zurück wenn 1 Jahr Mietzeit überschritten ist?
Grüße, Susanne

saya
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Re: Mehraufwendungsaufwand

Beitrag von saya » 23.10.18, 09:30

gedacht ist eine Vereinbarung im Vorfeld, dass der Mieter 130,- zahlt, für den Fall dass der Mieter nach 1 kurzem Jahr
kündigt, der Mietvertrag nicht verlängert wird. Es sei denn seinerseits würde er akzeptablen Nachmieter bringen, sodass
teure Annoncen, Maklerprovision usw. entfallen.

ktown
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Re: Mehraufwendungsaufwand

Beitrag von ktown » 23.10.18, 09:41

Heißt, dass der Vertrag primär auf 1 Jahr begrenzt ist.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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freemont
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Re: Mehraufwendungsaufwand

Beitrag von freemont » 23.10.18, 09:53

saya hat geschrieben:gedacht ist eine Vereinbarung im Vorfeld, dass der Mieter 130,- zahlt, für den Fall dass der Mieter nach 1 kurzem Jahr
kündigt, der Mietvertrag nicht verlängert wird. Es sei denn seinerseits würde er akzeptablen Nachmieter bringen, sodass
teure Annoncen, Maklerprovision usw. entfallen.
Das wäre ja letztendlich nichts anderes als eine Vertragsstrafe.
§ 555
Unwirksamkeit einer Vertragsstrafe

Eine Vereinbarung, durch die sich der Vermieter eine Vertragsstrafe vom Mieter versprechen lässt, ist unwirksam.
Parallel würden §§ 307, 308 Nr. 7, 309 Nr. 6 BGB zur Nichtigkeit führen.

Falls der Mieter das Geld vor Abschluss des MV zahlen soll, wäre das eine Zahlung ohne Rechtsgrund, die der Mieter zurückfordern könnte.

saya
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Re: Mehraufwendungsaufwand

Beitrag von saya » 23.10.18, 11:06

ok danke.

also stattdessen wäre das zulässige Kündigungsverbot zu vereinbaren.

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