Mieterhöhung um 15%

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lottchen
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Re: Mieterhöhung um 15%

Beitrag von lottchen » 01.11.18, 16:22

Also mein Laminat ist 18Jahre alt und außer ein paar Kleinigkeiten noch sehr gut in Schuss... Ein Mieterhöhungsverlangen hat nichts, aber auch gar nichts mit eventuellen Mängeln der Wohnung zu tun. Hat man wirkliche Mängel, kann man die Miete mindern. Die Mieterhöhung wäre trotzdem fällig, wenn sie vom Vermieter richtig begründet ist. Und nur weil 14 Jahre lang in einer Wohnung nichts gemacht wurde heißt dass doch noch lange nicht, dass ein Reparaturrückstau entstanden ist (kann ich von meiner Wohnung jedenfalls nicht behaupten). Ich habe auch gerade ein Mieterhöhungsverlangen bekommen, das dritte in 18 Jahren. Und wir haben hier einen qualifizierten Mietspiegel auf den man sich berufen kann. Diesmal um die 11% (den ersten Versuch hatte ich abgeschmettert weil an der Berechnung absolut nichts stimmte und beim 2. Versuch wurde dann um 10€ erhöht). Habe lange überlegt, ob ich Einspruch einlege (schließlich kenne ich die Punkte, wo man ansetzen muss), bei mir wurde ein bißchen über den Mittelwert erhöht, noch weit weg vom oberen Spannwert. Die Argumente, warum überhaupt über den Mittelwert gegangen wurde waren eher ein Witz und somit an sich eigentlich angreifbar. Aber ich weiß, was in meiner Gegend bei einer Neuvermietung verlangt wird. Das sind ca. 3€/m² mehr als das was von mir jetzt verlangt wird. Und das Risiko, dass mich der Richter auslacht bei den vorgelegten Zahlen ist mir eindeutig zu hoch. Man muss auch irgendwo fair gegenüber dem Vermieter sein. Nicht mal 15% in 18 Jahren - ich werde keinen Einspruch einlegen.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

Evariste
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Re: Mieterhöhung um 15%

Beitrag von Evariste » 01.11.18, 19:21

winterspaziergang hat geschrieben: kommt es auf den Zustand an und wenn der ziemlich hinüber ist, ob das am Laminat oder am Mieter liegt.
Googeln sie mal nach "lebensdauer laminat". Wenn der Boden nach 14 Jahren hinüber ist, dann fällt das auf jeden Fall unter "normale Abnutzung".
Man bemerke: Die Renovierungspflicht des Mieters ist nur wirksam, wenn auf den Zustand der Wohnung Bezug genommen wird, der Vermieter soll aber ein intaktes Laminat ersetzen, weil der Kalender das Jahr 2018 schreibt?
Nein, natürlich nicht. Aber nach 14 Jahren ist in der Regel das Ende der Lebensdauer erreicht, auch bei pfleglicher Behandlung. Ich bezweifle mal, dass der Boden noch besonders gut aussieht.
Und wenn man ein bisschen fies ist, schreibt man die entsprechende Aufforderung (mit Fristsetzung!) in das gleiche Schreiben, mit dem man der Mieterhöhung zustimmt.
das ist nicht fies, sondern Kindergarten
Naja, man könnte es so formulieren, dass man dem Vermieter anbietet, auf die Forderung zu verzichten, wenn er seinerseits auf die Mieterhöhung verzichtet. Geben und Nehmen. 8)

So eine Laminatbodenerneuerung ist nicht ganz billig, weil der Vermieter ja immer noch in der Wohnung wohnt. Zimmer müssen leergeräumt und nach der Maßnahme wieder eingeräumt werden, unter Umständen muss Mobiliar vorübergehend eingelagert werden. Das kostet - und die Kosten hat der Vermieter zu tragen.

TG
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Re: Mieterhöhung um 15%

Beitrag von TG » 01.11.18, 21:58

So eine Laminatbodenerneuerung ist nicht ganz billig, weil der Vermieter ja immer noch in der Wohnung wohnt. Zimmer müssen leergeräumt und nach der Maßnahme wieder eingeräumt werden, unter Umständen muss Mobiliar vorübergehend eingelagert werden. Das kostet - und die Kosten hat der Vermieter zu tragen.


Interessante Ideen! Darüber kann nachgedacht werden :D
Gruß TG

winterspaziergang
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Re: Mieterhöhung um 15%

Beitrag von winterspaziergang » 01.11.18, 22:05

TG hat geschrieben:So eine Laminatbodenerneuerung ist nicht ganz billig, weil der Vermieter ja immer noch in der Wohnung wohnt. Zimmer müssen leergeräumt und nach der Maßnahme wieder eingeräumt werden, unter Umständen muss Mobiliar vorübergehend eingelagert werden. Das kostet - und die Kosten hat der Vermieter zu tragen.


Interessante Ideen! Darüber kann nachgedacht werden :D
Da google doch so ein netter Freund ist, schaue man einfach mal, wann der VM verpflichtet ist, ein Laminat in einer bewohnten Einheit zu erneuern, das offenbar trotz seiner 14 Jahre keinen Anlass gegeben hat, es erneuern zu müssen . Der Mieter hat kein Anrecht auf eine stets neuwertige Wohnung.
Evariste hat geschrieben: Naja, man könnte es so formulieren, dass man dem Vermieter anbietet, auf die Forderung zu verzichten, wenn er seinerseits auf die Mieterhöhung verzichtet. Geben und Nehmen. 8)
Dass hier das Forum Recht ist, haben Sie aber schon mitbekommen?

Da ist die sachliche Frage, wie man die Wirksamkeit einer Mieterhöhung prüfen kann und wann eine ME nicht wirksam wäre. Alles andere, auch wenn man es jetzt "geben und nehmen" nennt, dass man auf einmal mit irgendwelchen angeblichen Mängeln ankommt und droht, bleibt Kindergarten.

Nach 14 Jahren kann der VM durchaus wirksam erhöhen. Der konkrete Einzelfall und ob das Laminat so abgewohnt ist, dass es die Wohnqualität deutlich beeinträchtigt, kann nur vor Ort geprüft werden.

:liegestuhl:

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