Mietvertrag auf beide....Kündigung

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Megazicklein
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Mietvertrag auf beide....Kündigung

Beitrag von Megazicklein »

Hallo liebes Forum,

Folgende Frage.

Der Freund meiner Tochter trennt sich von ihr. Mietvertrag läuft auf beide..da es so eskaliert ist, ist sie seid heute bei uns und will die Wohnung kündigen. Kann sie das ohne Probleme, oder gilt die Kündigung dann für Beide?

Danke,

Liebe Grüße
Megazicklein

Froggel
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Re: Mietvertrag auf beide....Kündigung

Beitrag von Froggel »

Das funktioniert so nicht. Ein Mietvertrag kann nur von beiden gemeinsam gekündigt werden. Sie könnte allerdings mit dem Vermieter sprechen und ihn fragen, ob er sie allein aus dem Mietvertrag entlassen würde. Wenn ja, sollte sie es sich schriftlich geben lassen. Verpflichtet ist er dazu allerdings nicht. Immerhin kann er, obwohl ein Part nicht mehr in der Wohnung wohnt, trotzdem das Geld von diesem fordern, sollte der dort wohnhaft bleibende Part nicht mehr zahlen. Durch die Unterschrift ist sie weiterhin gebunden.
Es empfiehlt sich, einmal diesen Text durchzulesen.
Ich bin kein Jurist.
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questionable content
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Re: Mietvertrag auf beide....Kündigung

Beitrag von questionable content »

Froggel hat geschrieben:Das funktioniert so nicht. Ein Mietvertrag kann nur von beiden gemeinsam gekündigt werden. Sie könnte allerdings mit dem Vermieter sprechen und ihn fragen, ob er sie allein aus dem Mietvertrag entlassen würde. Wenn ja, sollte sie es sich schriftlich geben lassen. Verpflichtet ist er dazu allerdings nicht. Immerhin kann er, obwohl ein Part nicht mehr in der Wohnung wohnt, trotzdem das Geld von diesem fordern, sollte der dort wohnhaft bleibende Part nicht mehr zahlen. Durch die Unterschrift ist sie weiterhin gebunden.
Auch das funktioniert nicht ohne die Zustimmung von Vermieter und zweitem Mieter.

Generell ist es schlicht so, dass der andere Mieter verpflichtet ist, mitzukündigen, falls einer der gemeinsamen Mieter das verlangt. Falls er das dann nicht macht, bleibt nur die Klage auf Zustimmung zur Kündigung (oder eine Änderung des Mietvertrags mit Zustimmung aller Beteiligten).
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.

Klaus4711
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Re: Mietvertrag auf beide....Kündigung

Beitrag von Klaus4711 »

Eine Frage dazu, auf die Zukunft gerichtet:

Könnte man in den Mietvertrag individuell aufnehmen, das auch eine Mietparter alleine den Mietvertrag - mit Wirkung für beide Mieter - kündigen kann?

Oder können die beiden Mieter untereinander eine solche Vereinbarung wirksam schliessen (die vielleicht erst 20 Jahre später greift).

ExDevil67
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Re: Mietvertrag auf beide....Kündigung

Beitrag von ExDevil67 »

Als Mieter würde ich so einer Klausel, egal ob im Vertrag oder vereinbart zwischen den Mietern, nicht zustimmen. Folge wäre ja das Mieter1 wirksam für beide kündigen könnte und Mieter2 im Extremfall erst davon erfährt wenn der Vermieter zur Übergabe vor der Tür steht.
Gut, das würde natürlich erfordern das ich als Mieter1 mich dann unauffindbar aus dem Staub mache damit die finanziellen Folgen nicht auf mich zurückfallen. Aber wenn es darum geht dem Ex eins auszuwischen, werden einige erstaunlich kreativ.

SusanneBerlin
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Re: Mietvertrag auf beide....Kündigung

Beitrag von SusanneBerlin »

AlsVermieter würde ich mich auf so eine Klausel auch nicht einlassen. Denn der Vermieter hat dann das Problem, dass er den unwissenden verbleibenden Mieter, der gar nichts von der Kündigung weiß, aus der Wohnung zu bekommen. Bzw. der verbleibende Part kann sich alleine die Miete nicht leusten und, hat aber auch noch keine neue Wohnung, bleibt alo erstmal drin wohnen aber zahlt keine Miete oder nur teilweise. Eine Räumungsklage kostet den Vermieter einen vierstelligen Betrag.
Grüße, Susanne

Klaus4711
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Re: Mietvertrag auf beide....Kündigung

Beitrag von Klaus4711 »

I
SusanneBerlin hat geschrieben:AlsVermieter würde ich mich auf so eine Klausel auch nicht einlassen. Denn der Vermieter hat dann das Problem, dass er den unwissenden verbleibenden Mieter, der gar nichts von der Kündigung weiß, aus der Wohnung zu bekommen. Bzw. der verbleibende Part kann sich alleine die Miete nicht leusten und, hat aber auch noch keine neue Wohnung, bleibt alo erstmal drin wohnen aber zahlt keine Miete oder nur teilweise. Eine Räumungsklage kostet den Vermieter einen vierstelligen Betrag.
Das kann dem Vermieter aber doch auch passieren, wenn beide zusammen gekündigt haben.

War ja auch nur die Frage ob das rechtlich geht :) Wenn nicht ist ja jeder verrückt, der einen gemeinsammen Mietvertrag unterschreibt... das kann ja richtig teuer werden wenn der andere Mieter Unsinn macht.

lottchen
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Re: Mietvertrag auf beide....Kündigung

Beitrag von lottchen »

In ca. 15 Jahren, die ich mit solchen Verträgen zu tun habe (wenn einer kündigt führt der andere das Mietverhältnis alleine fort) hatte ich noch nie den Fall, dass plötzlich und für ihn völlig überraschend der andere Mieter in der Wohnung wohnen blieb und allein für die Miete aufkommen musste. Üblicherweise unterschreibt der verbleibende Mieter auch auf der Kündigung des anderen mit und bestätigt damit, dass er davon Kenntnis hat. Dann ist ja auch mehr als klar, dass er nicht die Absicht hat, auch zu kündigen. Meist kommunizieren die Mieter ja auch beide vor der Kündigung noch mit Vermieter/Verwalter. Und selbst die zerstrittensten Paare bekommen es irgendwie hin, sich im eigenen Interesse dahingehend auch zu einigen (einer bleibt oder beide kündigen). Klar ist eine solche Formulierung im Mietvertrag auch ein Risiko für den Vermieter. Aber meiner Erfahrung nach ist das nicht groß. Ich hatte dahingehend jedenfalls noch nie (zusätzlichen) Ärger.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

Spezi
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Re: Mietvertrag auf beide....Kündigung

Beitrag von Spezi »

Üblicherweise unterschreibt der verbleibende Mieter auch auf der Kündigung des anderen mit und bestätigt damit, dass er davon Kenntnis hat. Dann ist ja auch mehr als klar, dass er nicht die Absicht hat, auch zu kündigen.
Was ist das denn für eine Auslegung ?
So wie der Satz da steht ist er total daneben und falsch.

Es mag sein, dass ein verbleibender Mieter eine solche Erklärung abgeben will (warum eigenltich ? ),
dann schreibt er aber deutlich wie er sich die Forstsetzung des Mietverhältnisses vorstellt.
Gruß Spezi

ExDevil67
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Re: Mietvertrag auf beide....Kündigung

Beitrag von ExDevil67 »

Spezi hat geschrieben:
Üblicherweise unterschreibt der verbleibende Mieter auch auf der Kündigung des anderen mit und bestätigt damit, dass er davon Kenntnis hat. Dann ist ja auch mehr als klar, dass er nicht die Absicht hat, auch zu kündigen.
Was ist das denn für eine Auslegung ?
So wie der Satz da steht ist er total daneben und falsch.

Es mag sein, dass ein verbleibender Mieter eine solche Erklärung abgeben will (warum eigenltich ? ),
dann schreibt er aber deutlich wie er sich die Forstsetzung des Mietverhältnisses vorstellt.
Richtig. Ein Mietvertrag mit mehreren Mietern kann nur von diesen gemeinsam gekündigt werden. Das Konstrukt "wir kündigen, aber ich bleibe" gibt's formal nicht. Dazu wird entweder ein neuer Vertrag zwischen dem Vermieter und dem bleibewilligen Mieter geschlossen oder beide Mieter und Vermieter unterschreiben eine Vertragsänderung das ab Datum XY Mieter X aus dem Vertrag ausscheidet.
Davon ab mag es natürlich in der Praxis auch abweichende pragmatische Lösungen geben, aber wenn das schief geht steht einer der Beteiligten ganz gewaltig im Regen und muss ggf eine für ihn günstigere Auslegung über konkludentes Handeln der anderen Beteiligten nachweisen.

lottchen
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Re: Mietvertrag auf beide....Kündigung

Beitrag von lottchen »

Wenn im Vertrag von 2 Mietern steht, dass bei Kündigung einer Mietpartei die verbleibende Partei den Vertrag allein weiterführt - warum soll es nicht möglich sein, das zu vereinbaren? Mieter 1 kündigt mit 3-monatiger Frist und Mieter 2 schreibt auf der Kündigung von Mieter 1 (oder auf einem extra Schreiben), dass ihm diese Kündigung bekannt ist, er ihr zustimmt und unterschreibt das. Warum soll das nicht gehen? Mieter 2 könnte auch schreiben, dass er nicht einverstanden ist und
a) daher ebenfalls kündigt
b) er mit der Kündigung von Mieter 1 nicht einverstanden ist und davon ausgeht, dass das Mietverhältnis von beiden Mietern fortgesetzt wird.
Bei b) wäre dann die Frage, ob die anfangs genannte vertragliche Vereinbarung tatsächlich gültig ist. Bisher ist in meiner Praxis b) noch nicht eingetroffen, daher kann ich zu dem Thema auch kein Urteil liefern.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

ExDevil67
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Re: Mietvertrag auf beide....Kündigung

Beitrag von ExDevil67 »

Die Frage bei so einer Klausel wäre, könnte der bleibewillige Mieter die fällige Miete auch künftig allein tragen? Die Frage wird man aber bei Vertragsabschluss nicht sicher beantworten können, da keiner weiß wann diese Klausel ggf Wirkung entfaltet und wie dann die Lebensumstände sind.
Und als Vermieter, warum sollte ich den Mietern die Möglichkeit geben so einfach davonzukommen? Aus Vermietersicht wäre der Extremfall das der solvente Mieter kündigt und mich mit einem Mieter "sitzen lässt" der sich die Wohnung nicht leisten kann und bei dem auch per Mahnbescheid nix zu holen ist.

Spezi
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Re: Mietvertrag auf beide....Kündigung

Beitrag von Spezi »

Wenn im Vertrag von 2 Mietern steht, dass bei Kündigung einer Mietpartei die verbleibende Partei den Vertrag allein weiterführt - warum soll es nicht möglich sein, das zu vereinbaren?
@lottchen
Man kann sich den Sachverhalt natürlich so zurecht beigen, dass die Antwort wieder paßt !
Nur war von einer solchen Klausel im Beitrag vom 8.11.18 11.15 nichts zu lesen.

Und welcher Vermieter vereinbart denn dass ein Mieter (der finanziell am wichtigste) einseitig aussteigen kann ?
Gruß Spezi

SusanneBerlin
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Re: Mietvertrag auf beide....Kündigung

Beitrag von SusanneBerlin »

lottchen hat geschrieben:Wenn im Vertrag von 2 Mietern steht, dass bei Kündigung einer Mietpartei die verbleibende Partei den Vertrag allein weiterführt - warum soll es nicht möglich sein, das zu vereinbaren? Mieter 1 kündigt mit 3-monatiger Frist und Mieter 2 schreibt auf der Kündigung von Mieter 1 (oder auf einem extra Schreiben), dass ihm diese Kündigung bekannt ist, er ihr zustimmt und unterschreibt das. Warum soll das nicht gehen? Mieter 2 könnte auch schreiben, dass er nicht einverstanden ist und
a) daher ebenfalls kündigt
b) er mit der Kündigung von Mieter 1 nicht einverstanden ist und davon ausgeht, dass das Mietverhältnis von beiden Mietern fortgesetzt wird.
Bei b) wäre dann die Frage, ob die anfangs genannte vertragliche Vereinbarung tatsächlich gültig ist. Bisher ist in meiner Praxis b) noch nicht eingetroffen, daher kann ich zu dem Thema auch kein Urteil liefern.
Möglich ist das schon, dass die beiden Mieter sich gegenseitig bevollmächtigen, Willenserklärungen gegenüber dem Vermieter auch jeweils im Namen des anderen abzugeben.

Eine nochmalige eine Erklärung des zweiten Mieters, ob er mit der Kündigung einverstanden ist oder nicht einverstanden ist wäre dann unnötig.


Wieso dann also die Möglichkeit einräumen, der eine Mitmieter könnte gegen die Kündigungserklärung des anderen Mitmieters ein "Veto" aussprechen.
Dann kann man es doch gleich dabei belassen, dass die Mieter nur gemeinsam kündigen können und der fortsetzungwillige Mieter sich an den Vermieter wendet zwecks Abschluss eines Mietvertrags als alleiniger Mieter. Dies beinhaltet für alle Parteien die gesetzlich vorgesehene Rechtssicherheit. Sie schreiben ja selbst, Sie hatten Fall b) noch nicht und falls dieser Fall eintreffen sollte, wüssten Sie nicht welches die rechtlichen Folgen sind. Also wieso sollte man eine Vereinbarung formulieren, die auslegungswürdig ist und die Rechtsfolge unklar ist?
Grüße, Susanne

Spezi
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Re: Mietvertrag auf beide....Kündigung

Beitrag von Spezi »

Möglich ist das schon, dass die beiden Mieter sich gegenseitig bevollmächtigen, Willenserklärungen gegenüber dem Vermieter auch jeweils im Namen des anderen abzugeben.
Nur heißt es in den mir bekannten Mietverträgen mit einer Vollmachtsklausel aus gutem Grunde aber, dass genau Kündigungen (und auch mehr) ausgenommen sind.
In dem Fall hier ist von einer Bevollmächtigung ja auch gar nicht die Rede.
Gruß Spezi

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