Eingehende Briefe nach Auszug

Moderator: FDR-Team

Benutzer50
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 64
Registriert: 25.06.16, 07:49

Eingehende Briefe nach Auszug

Beitrag von Benutzer50 » 04.12.18, 06:36

Hallo,

man ist umgezogen und hat überall seine neue Adresse angegeben. Nun sind vielleicht noch Briefe an die alte Adresse unterwegs, oder es kommt durch irgendwelche anderen Gründe dazu, dass in den nächsten Wochen noch etwas dorthin geschickt wird. Das Problem ist, dass an dem Gemeinschaftsbriefkasten keine Namen stehen und die Sachen immer 100% dort eingeworfen werden, wenn sie dorthin adressiert wurden.


Ist der Vermieter dann verpflichtet, den ehemaligen Mieter zu benachrichtigen? Darf er die Briefe entsorgen, unabhängig von dem Inhalt? Wie wird so etwas geregelt?

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21776
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Eingehende Briefe nach Auszug

Beitrag von ktown » 04.12.18, 07:19

Sowas nennt sich Nachsendeauftrag und kann bei allen Zustellern eingerichtet werden.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Rolf22
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1484
Registriert: 03.06.05, 07:31

Re: Eingehende Briefe nach Auszug

Beitrag von Rolf22 » 04.12.18, 08:42

@ktown: Vollkommen richtig, aber da der Fragesteller das nicht getan hat...
Ist der Vermieter dann verpflichtet, den ehemaligen Mieter zu benachrichtigen?


Nein.
Darf er die Briefe entsorgen, unabhängig von dem Inhalt?
Ebenfalls nein.
Wie wird so etwas geregelt?
Falls der Vermieter nett ist und die neue Adresse kennt, dann schreibt er diese mit dem Hinweis "Verzogen nach..." auf den Umschlag und wirft den Brief in den nächsten Briefkasten. Falls er die Adresse nicht kennt, lautet der Hinweis sinngemäß "unbekannt verzogen. Zurück an Absender."

Benutzer50
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 64
Registriert: 25.06.16, 07:49

Re: Eingehende Briefe nach Auszug

Beitrag von Benutzer50 » 01.01.19, 14:39

Nun geht es nicht um einen Brief, sondern um ein kleines Päckchen, welches vor dem Umzug bestellt wurde und entweder nachträglich an der Adresse entgegengenommen oder im Briefkasten eingeworfen wurde. Das war schon am 15.12. und ich wurde bis heute von niemandem benachrichtig. Ich bin davon ausgegangen, dass die Annahme verweigert wird.


Zählen hier nun die gleichen Fakten?


Was ist, wenn niemand etwas von einem Paket wissen will, oder ich es geöffnet vorfinde, es weggeworfen wurde, was weiß ich? Wie regelt man so etwas? Ich möchte mich diese Woche drum kümmern und für die entsprechenden Fälle vorbereitet sein.

Danke für Ratschläge.

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16199
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Eingehende Briefe nach Auszug

Beitrag von SusanneBerlin » 01.01.19, 15:15

Nun geht es nicht um einen Brief, sondern um ein kleines Päckchen
Zählen hier nun die gleichen Fakten?
Ja.
Was ist, wenn niemand etwas von einem Paket wissen will, oder ich es geöffnet vorfinde, es weggeworfen wurde, was weiß ich? Wie regelt man so etwas? Ich möchte mich diese Woche drum kümmern und für die entsprechenden Fälle vorbereitet sein.
Ein Paket wird vom Paketzusteller des gelb-roten Paketdienstes nur gegen Unterschruft ausgehändigt. Wenn Person A nicht für das Paket unterschrieben hat, haftet sie auch nicht für das Abhandenkommen. Person A könnte den Absender informieren, dass das Paket nicht angekommen ist und die neue Adresse mitteilen.
Grüße, Susanne

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21776
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Eingehende Briefe nach Auszug

Beitrag von ktown » 01.01.19, 16:41

Benutzer50 hat geschrieben:Nun geht es nicht um einen Brief, sondern um ein kleines Päckchen,
Das macht keinen Unterschied. Auch hier kann ein Nachsendeauftrag eingestellt werden.
Wurde dies getan, steht der Zusteller primär in der Verantwortung. Sollte es sich um eine B2C Versand handeln, dann siehe die Ausführungen von SusanneBerlin.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16199
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Eingehende Briefe nach Auszug

Beitrag von SusanneBerlin » 01.01.19, 17:45

Das Nachsenden von Päckchen und Paketen muss beim gelben Postdienstleister als Zusatzleistung durch Ankreuzen im Nachsendeauftrag extra beauftragt werden und kostet dann 6,99€ pro nachgesandter Sendung. Wird das nicht angekreuzt, gehen Päckchen und Pakete bei einem aktiven Nachsendeauftrag zurück an den Absender.
Grüße, Susanne

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21776
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Eingehende Briefe nach Auszug

Beitrag von ktown » 01.01.19, 17:55

SusanneBerlin hat geschrieben:Das Nachsenden von Päckchen und Paketen muss beim gelben Postdienstleister als Zusatzleistung durch Ankreuzen im Nachsendeauftrag extra beauftragt werden und kostet dann 6,99€ pro nachgesandter Sendung. Wird das nicht angekreuzt, gehen Päckchen und Pakete bei einem aktiven Nachsendeauftrag zurück an den Absender.
Aber sie gehen zurück. Was sie hier wohl nicht gemacht hatten. Ob das nun am fehlenden Nachsendauftrag oder ein der Qualität der heutigen Zusteller lag, ist noch offen. :wink:
Wichtig für den TE ist, dass weder Exvermieter noch Exnachbarn zu irgendwas verpflichtet sind (außer dem Verbot der Entsorgung).
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 17017
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Eingehende Briefe nach Auszug

Beitrag von FM » 01.01.19, 17:58

Wenn bei mir Sachen falsch eingeworfen werden und der echte Empfänger nicht ein direkter Nachbar ist, streiche ich die Empfängeradresse immer durch, schreibe daneben "unbekannt" und werfe es in einen gelben Postbriefkasten. Dann geht es wohl zurück an den Absender.

Bei einem Päckchen schwierig, wenn es nicht in den Schlitz passt. Ich würde mich aber auch nicht als verpflichtet betrachten, extra bis zur ca. 2 km entfernten Postfiliale zu fahren und mich da 10 Minuten in die Warteschlange zu stellen.

Bei persönlicher Übergabe durch den Zusteller wird man natürlich sagen, bin ich nicht, der wohnt auch nicht hier.

Altbauer
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 591
Registriert: 10.12.14, 17:47

Re: Eingehende Briefe nach Auszug

Beitrag von Altbauer » 01.01.19, 18:14

SusanneBerlin hat geschrieben:Das Nachsenden von Päckchen und Paketen muss beim gelben Postdienstleister als Zusatzleistung durch Ankreuzen im Nachsendeauftrag extra beauftragt werden und kostet dann 6,99€ pro nachgesandter Sendung. Wird das nicht angekreuzt, gehen Päckchen und Pakete bei einem aktiven Nachsendeauftrag zurück an den Absender.
Es gibt außer der gelben Post noch andere Briefbeförderungsunternehmen.
Ich selbst habe schon mal einen Brief von einem Gericht bekommen, der mit so einem Unternehmen als einfacher Brief
verschickt wurde.

Muss man jetzt einen Nachsendeauftrag bei allen denkbaren Unternehmen stellen ?

FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 17017
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Eingehende Briefe nach Auszug

Beitrag von FM » 01.01.19, 18:57

Altbauer hat geschrieben: Ich selbst habe schon mal einen Brief von einem Gericht bekommen, der mit so einem Unternehmen als einfacher Brief
verschickt wurde.

Muss man jetzt einen Nachsendeauftrag bei allen denkbaren Unternehmen stellen ?
Normaler Weise geht der Brief dann einfach zurück an den Absender und dieser weiß, daß er es eben anders versuchen muß.

Hier war allerdings die Besonderheit:
Das Problem ist, dass an dem Gemeinschaftsbriefkasten keine Namen stehen und die Sachen immer 100% dort eingeworfen werden, wenn sie dorthin adressiert wurden.
Diese Situation hat der Fragesteller aber selbst (mit) verursacht. Da geht der Zusteller natürlich, so lange ihm niemand etwas anderes sagt, davon aus, daß dies der richtige Briefkasten ist. Man hätte ja auch alle Namen auf den Briefkasten schreiben können und dann eben jeweils wieder entfernen, wenn jemand auszieht.

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21776
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Eingehende Briefe nach Auszug

Beitrag von ktown » 01.01.19, 21:50

Altbauer hat geschrieben:Muss man jetzt einen Nachsendeauftrag bei allen denkbaren Unternehmen stellen ?
Was heißt muss? Wie sag ich zu meinem Sohn immer: Müssen muss man nur auf dem Klo.

Es wäre von Vorteil, wenn man die üblichen schon einmal abdeckt und das sind ja nicht sooooo viele.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Benutzer50
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 64
Registriert: 25.06.16, 07:49

Re: Eingehende Briefe nach Auszug

Beitrag von Benutzer50 » 04.01.19, 16:17

Ich habe zwischenzeitlich bei dem Hausmeister angerufen und gefragt, ob er mal schauen kann, ob dort im Gemeinschaftsbriefkasten etwas liegt. 2 Tage später habe ich ihn nochmal angerufen und er sagte, dass es jemand aus dem Haus zurückgeschickt hätte. Da habe ich gefragt, wohin denn (meine aktuelle Adresse ist schließlich niemandem bekannt) und ob es etwas gekostet hätte, was er aber nicht wissen will. Das Päckchen passt definitiv nicht in einen Postbriefkasten und es kam aus China.

Was würdet ihr jetzt machen? Auf Verkaufsplattform XY steht immer noch "Zugestellt" und ich habe nie eine Rücksendung beantragt ...

Wenn das jetzt abhanden kommt oder nicht zurückerstattet wird, haftet dann die Person, die es zurückgeschickt hat?
Zuletzt geändert von ktown am 04.01.19, 16:26, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Klarnamen entfernt

FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 17017
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Eingehende Briefe nach Auszug

Beitrag von FM » 04.01.19, 16:26

Wieso sollte der Rücksender haften? Der hat doch völlig korrekt gehandelt, sich sogar mehr engagiert als er musste.

Wenn man bei einer Bestellung eine falsche Lieferadresse angibt ist es schon etwas seltsam auf die Idee zu kommen, ausgerechnet von demjenigen Ersatz zu verlangen der sich nach besten Kräften bemüht den Schaden zu mindern.
dass es jemand aus dem Haus zurückgeschickt hätte. Da habe ich gefragt, wohin denn (meine aktuelle Adresse ist schließlich niemandem bekannt)
"Zurück" bedeutet, an den Absender. Kann schon eine Weile dauern, bis das wieder in China ist.

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16199
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Eingehende Briefe nach Auszug

Beitrag von SusanneBerlin » 04.01.19, 16:35

Benutzer50 hat geschrieben:er sagte, dass es jemand aus dem Haus zurückgeschickt hätte. Da habe ich gefragt, wohin denn (meine aktuelle Adresse ist schließlich niemandem bekannt) und ob es etwas gekostet hätte, was er aber nicht wissen will.
Zurückschicken bedeutet: Man schickt es zurück. Also an den Absender.
Das kostet nichts, man gibt es einfach dem Briefträger wieder mit und sagt, der Adressat wohnt nicht mehr hier.
Das Päckchen passt definitiv nicht in einen Postbriefkasten und es kam aus China.
Ob die Post das Päckchen dann nach China zurücksendet, bin ich überfragt. Es könnte auch passieren, dass die Post das Päckchen vernichtet, vor allem wenn kein Absender ersichtlich ist (und es keinen Nachsendeauftrag gibt).
Was würdet ihr jetzt machen? Auf Verkaufsplattform XY steht immer noch "Zugestellt" und ich habe nie eine Rücksendung beantragt ...
Was meinen Sie mit "Rücksendung beantragt"? Das geht sowieso nicht, dass man eine Rücksendung beantragt (wer soll dann zurücksenden?) Nach deutschem Recht kann man einen Widerruf ausüben, aber zurücksenden muss man die Ware selber und einen chinesischen Versandhändler wird das deutsche Recht nicht interessieren.


Wenn der Vertrag nach deutschem Recht mit der Plattform geschlossen wurde, dann würde ich die Verkaufsplattform darüber informieren, dass nichts angekommen ist und dass der Käufer inzwischen umgezogen ist. Hab ich aber ein paar Beiträge früher auch schon mal geschrieben...
Grüße, Susanne

Antworten