Schaden durch Rolltor zur Tiefgarage

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flambee
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Schaden durch Rolltor zur Tiefgarage

Beitrag von flambee » 16.12.18, 22:16

Hallo Team,
bin ich hier richtig, was mit einem Schaden, verursacht durch das Rolltor zur Tiefgarage zu tun hat?
Für mich eigentlich ein ganz klarer Fall. Mein Vermieter hat es der Versicherung übergeben und die lehnen jegliche Zahlung ab.
Am 18.7. diesen Jahres wollte ich mit meinem PKW in die Tiefgarage einfahren und plötzlich krachte mir das Rolltor aufs Dach und hinterliess einen riesigen Krater. Ich hatte eine Beifahrerin im Auto, die das ganze bestätigen konnte. Information an den Vermieter ging sofort raus und dann gab es nur noch Funkstille.
Inzwischen liess ich in einer Fachwerkstatt einen Kostenvoranschlag herstellen, der sich auf ca. 4000.-€ beläuft.
Jetzt habe ich meine Unterlagen einem Anwalt übergeben und bekam gestern einen Brief von der Versicherung, den ich nicht zu deuten vermag. Die Schadenersatzforderung wurde geprüft und als unbegründet abgetan.

Wortlaut: Es können nur Maßnahmen zur Verkehrssicherung verlangt werden,die sich bei objektiver Betrachtung als notwendig erweisen. Die dabei einzuhaltende Sorgfaltspflicht richtet sich nach dem Grundsatz der Zumutbarkeit und nicht nach der vielfach vertretenen Meinung, dass es keinerlei Unfallrisiko ohne Haftpflichtigen geben dürfe.
Nach unseren Informationen lag an diesem Tag kein Defekt vor.
Eine konkrete Ursache des Schadenfalles konnte nicht festgestellt werden.
Anhaltspunkte dafür,dass der Versicherungsnehmer die ihm obliegende Verkehrssicherungspflicht verletzt hat liegen nicht vor, noch kann man ihm schuldhaftes Tun und Unterlassen vorwerfen.
Aus diesem Grund werden Ersatzansprüche nicht anerkannt.

Können Sie mir bitte definieren, was das Ganze bedeutet?
Freundliche Grüsse Flambee

FelixSt
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Re: Schaden durch Rolltor zur Tiefgarage

Beitrag von FelixSt » 16.12.18, 22:34

Sie haben bereits einen Anwalt mit der Sache betraut, wollen aber doch lieber hier im Forum beraten werden?!
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

SusanneBerlin
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Re: Schaden durch Rolltor zur Tiefgarage

Beitrag von SusanneBerlin » 16.12.18, 22:34

Hallo,

das Schreiben der Versicherung bedeutet inhaltlich:
Die Haftpflichtversicherung des Vermieters will keinen Schadensersatz zahlen, weil man an dem Tor keinen Defekt finden konnte und dem Vermieter keinen Fehler nachweisen kann. Die Benutzer der Tiefgarage müssen selber auch ein bißchen aufpassen (Sorgfaltspflicht), es ist nicht zwingend geboten dass ein mit Fahrzeugen befahrbarer Tor "idiotensicher" ist.
Grüße, Susanne

ktown
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Re: Schaden durch Rolltor zur Tiefgarage

Beitrag von ktown » 17.12.18, 07:53

Man kann noch was anderes raus lesen:

"shit happens" ärgerlich....kann aber vorkommen
oder auch

"that's life" nicht alles ist über eine Versicherung abgedeckt und gehört zum allgemeinen Lebensrisiko.

Aber folgendes steht, meiner Meinung nach, auch drin:
Wir wissen nicht ob uns alle Fakten vorlagen.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
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winterspaziergang
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Re: Schaden durch Rolltor zur Tiefgarage

Beitrag von winterspaziergang » 17.12.18, 08:21

flambee hat geschrieben:Hallo Team,
bin ich hier richtig, was mit einem Schaden, verursacht durch das Rolltor zur Tiefgarage zu tun hat?
jein, das hat vielleicht mit Miet- aber mehr mit Versicherungsrecht zu tun.
Für mich eigentlich ein ganz klarer Fall. Mein Vermieter hat es der Versicherung übergeben und die lehnen jegliche Zahlung ab.
Am 18.7. diesen Jahres wollte ich mit meinem PKW in die Tiefgarage einfahren und plötzlich krachte mir das Rolltor aufs Dach und hinterliess einen riesigen Krater.
Das Tor fiel einfach runter oder wie passierte der Schaden?
Nach unseren Informationen lag an diesem Tag kein Defekt vor.
hier dürfte die strittige und entscheidende Frage sein, wie man ohne Defekt erklären kann, dass ein Rolltor einfach zufällt, wenn das der Vorfall war und ob der Eigentümer/seine Versicherung mit Hinweis auf das Lebensrisiko die Haftung ausschließen kann.

[...]
flambee hat geschrieben:Können Sie mir bitte definieren, was das Ganze bedeutet?
Die Versicherung streitet die Haftung des VM ab und will daher nicht die Erstattung übernehmen. Das ist halt deutsches Versicherungsrecht, das sich vom US-Recht erheblich unterscheidet. Dort hat man im Extremfall Erstattungsansprüche, obwohl man selbst dafür verantwortlich ist, dass so ein Rolltor zufällt.

Das Schreiben geht ja heute sicher an den bereits eingeschalteten Anwalt, der das einschätzen und weiteres veranlassen kann.

flambee
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Re: Schaden durch Rolltor zur Tiefgarage

Beitrag von flambee » 17.12.18, 16:42

Hallo,
danke für das "Kopfzerbrechen".
Der Anwalt ist auch mit seinem Latein am Ende, bleibt nur noch das Gericht.
Fakt ist: Ich bezahle für den Stellplatz und verlange dafür eine Absicherung, richtig?
Inzwischen ist mir nun aber klar nach Eueren Aussagen, dass keine Sicherheit für ein positives Urteil besteht.
Und nun?
Mit defektem Dach leben, oder das Risiko zu verlieren, eingehen?!
Warum dann überhaupt eine Versicherung, die ja einen Schaden regulieren soll und die wir auch noch anteilmässig bezahlen müssen.
Jetzt bin ich total verunsichert, wie ich mich verhalten soll.
Gruss Flambee

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Re: Schaden durch Rolltor zur Tiefgarage

Beitrag von ktown » 17.12.18, 17:36

Es wird vermutlich einen Schuldigen geben und wenn es letztlich der indische Stahlarbeiter ist der bei der Produktion eines Bauteile schlecht gearbeitet hat.
Feststellen lässt sich sowas nur indem man Geld in die Hand nimmt. Die Entscheidung ob man das durchzieht kann hier niemand ihnen abnehmen.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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hambre
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Re: Schaden durch Rolltor zur Tiefgarage

Beitrag von hambre » 17.12.18, 21:18

und wenn es letztlich der indische Stahlarbeiter ist der bei der Produktion eines Bauteile schlecht gearbeitet hat.
Dann müsste der Hersteller haften.
Jetzt bin ich total verunsichert, wie ich mich verhalten soll.
Dazu möchte ich auf das Urteil des AG Hamburg vom 12.12.2013 (Az.: 8b C 105/13) verweisen. Wenn es also keine Anhaltspunkte für irgendeinen technischen Fehler gibt oder dafür, dass die Wartung nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurde oder ähnlichem gibt würde ich von einer Klage abraten.

Das Urteil kann sich Dein Anwalt ja auch gerne noch einmal anschauen und mit Dir besprechen.

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Re: Schaden durch Rolltor zur Tiefgarage

Beitrag von ktown » 17.12.18, 22:08

hambre hat geschrieben:Dann müsste der Hersteller haften.
Sie haben vergessen zwischen meinen Zeilen zu lesen. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: Schaden durch Rolltor zur Tiefgarage

Beitrag von flambee » 17.12.18, 23:40

Danke an alle die mir geholfen haben eine Entscheidung zu treffen.
Ich werde die Füsse stillhalten, obwohl mir das stinkt.......
Bei meinen weiteren Recherchen im Netz und bei den G.-Urteilen war es auch weiterhin unklar, eine Chance zu haben.
Werde morgen das Verfahren absagen.
Habe allerdings 50.-€ für den Kostenvoranschlag und Gebühren für den Anwalt in den Sand gesetzt; aber ich kann ja nichts erzwingen.
Ungerecht ist es trotzdem.
Noch einmal "Danke" und Euch ein schönes Fest.

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Re: Schaden durch Rolltor zur Tiefgarage

Beitrag von ktown » 18.12.18, 07:19

flambee hat geschrieben:Ungerecht ist es trotzdem.
Wieso? Ärgerlich.....ja. Aber ungerecht. Ungerecht wäre, wenn es zwei Rolltore gegeben hätte und der zweite Schadensfall gezahlt worden wäre und der ihriger nicht.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: Schaden durch Rolltor zur Tiefgarage

Beitrag von FelixSt » 18.12.18, 07:23

Wobei mir immer noch nicht so ganz klar ist, wie man sich die Situation vorzustellen hat. Man fährt da so rum und ganz plötzlich schießt das Tor völlig unvermittelt aus heiterem Himmel herunter, um ganz unvermeidbar sofort das PKW-Dach einzudrücken, aber hinterher ist kein technischer Fehler feststellbar?
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Re: Schaden durch Rolltor zur Tiefgarage

Beitrag von winterspaziergang » 18.12.18, 09:20

ktown hat geschrieben:
flambee hat geschrieben:Ungerecht ist es trotzdem.
Wieso? Ärgerlich.....ja. Aber ungerecht. Ungerecht wäre, wenn es zwei Rolltore gegeben hätte und der zweite Schadensfall gezahlt worden wäre und der ihriger nicht.
Nun, ein gewisses Unrecht wäre doch gegeben, wenn man bedenkt, dass die Betriebsgefahr hier nicht gilt, während z.B. in einem anderen vor längerer Zeit diskutierten Fall, ein KFZ-Halter haften musste, weil ein Kind mit seinem Fahrrad auf sein betriebsbereites, aber stehendes Auto gefahren war und dabei verletzt wurde.

und an den TE: Schade, dass die einfache Frage
Das Tor fiel einfach runter oder wie passierte der Schaden?
nicht beantwortet wird

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Re: Schaden durch Rolltor zur Tiefgarage

Beitrag von ktown » 18.12.18, 09:31

winterspaziergang hat geschrieben:Nun, ein gewisses Unrecht wäre doch gegeben, wenn man bedenkt, dass die Betriebsgefahr hier nicht gilt,
Naja in ähnlicher Form gibt es ja schon zahlreiche Urteile für Schäden in Waschstraßen.
Es gibt keine 100% Sicherheit im Leben und der Geschädigte darf ja Geld in die Hand nehmen um feststellen zu lassen, ob es doch einen Schuldigen gibt.
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Re: Schaden durch Rolltor zur Tiefgarage

Beitrag von flambee » 19.12.18, 08:30

Hallo, noch einmal eine Info zum Hergang:
Mit Schlüssel schalten, losfahren und einfahren. An diesem Tag setzte sich beim Einfahren von oben das Rolltor sofort in Bewegung und traf beim fahrenden PKW das Dach. Sonst setzt sich das Tor erst in Bewegung, wenn ich meinen Stellplatz erreicht habe. Genau das ist der Punkt, den es zu beweisen gilt. Da beim Fahrzeug XY das Dach auch noch so hoch liegt war keine Zeit mehr zum Bremsen.
Nach dem Crash ist die Gummilippe am Rolltor verzogen und wurde natürlich auch nicht ausgetauscht.
Alles klar? Habe gestern das Verfahren beendet.
Danke und schöne Weihnachten
Zuletzt geändert von ktown am 19.12.18, 08:34, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Klarnamen entfernt

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