kostenlose Nutzung einer Wohung

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gitta.
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Re: kostenlose Nutzung einer Wohung

Beitrag von gitta. » 26.12.18, 21:37

Die Besitzerin der Kartons usw. kann auf ihre Sachen zugreifen, wenn sie sich mit der
Eigentümerin der Wohnung verabredet hat.

Und doch, manchmal kommt es schon vor, dass Leute flüchtig Bekannten Hilfe anbieten.
Gerade im Zeitalter von Social Media kann man sehr schnell mit Leuten "befreundet" sein,
die "nur" die gleichen Interessen haben.

Frau A. hat in diesem fiktiven Fall eine Wohnung, die für 1 Person viel zu groß ist und ist nicht
unmittelbar von Wohnungslosigkeit bedroht, Jobcenter, Wohnungsamt usw. sind nicht involviert.

SusanneBerlin
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Re: kostenlose Nutzung einer Wohung

Beitrag von SusanneBerlin » 26.12.18, 22:45

Sie widersprechen sich.
gitta. hat geschrieben: Jetzt ist ein Jahr vergangen und Frau A. wohnt noch immer in einer kleinen Übergangswohnung und hat noch immer keine ausreichend große Wohnung gefunden,
Frau A. hat in diesem fiktiven Fall eine Wohnung, die für 1 Person viel zu groß ist und ist nicht
unmittelbar von Wohnungslosigkeit bedroht,
Grüße, Susanne

Biggi0001
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Re: kostenlose Nutzung einer Wohung

Beitrag von Biggi0001 » 27.12.18, 02:30

Wie auch immer, hat der Leihegewährer durchaus das Recht, sein Eigentum nun wieder selbst benutzen zu wollen, speziell, da hier auch wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen (Vermietung!)

Ob Frau A's Wohnung jetzt groß oder klein ist, spielt keine Rolle, es ist Zeit für sie, den Kram entweder in ihrer kleinen oder großen Wohnung abzustellen, oder ihrerseits eine andere, ggf zu bezahlende, Möglichkeit zu finden, das Zeugs abzuladen. Es stünde ihr ja theoretisch frei, mit Frau B einen Mietvertrag über die Wohnung abzuschließen, wenn Frau B das möchte - und angemessene Miete zu zahlen... Dann kann sie ihren Kram weiter dort stehen lassen.
Verba docent, exempla trahunt et quae nocent, docent.

winterspaziergang
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Re: kostenlose Nutzung einer Wohung

Beitrag von winterspaziergang » 27.12.18, 08:38

gitta. hat geschrieben:Die Besitzerin der Kartons usw. kann auf ihre Sachen zugreifen, wenn sie sich mit der
Eigentümerin der Wohnung verabredet hat.
na dann
gitta. hat geschrieben:Und doch, manchmal kommt es schon vor, dass Leute flüchtig Bekannten Hilfe anbieten.
Gerade im Zeitalter von Social Media kann man sehr schnell mit Leuten "befreundet" sein,
die "nur" die gleichen Interessen haben.
aha
gitta. hat geschrieben:Frau A. hat in diesem fiktiven Fall eine Wohnung, die für 1 Person viel zu groß ist und ist nicht
unmittelbar von Wohnungslosigkeit bedroht, Jobcenter, Wohnungsamt usw. sind nicht involviert.
hat mit der Frage zwar nichts mehr zu tun, denn es ist egal, ob Frau B. von Wohnungslosigkeit bedroht ist oder nicht, hier geht es ja nach der Darstellung um ein paar Kisten und die gehören nicht zur BG von Frau B. und ein Amt wird einen auch nicht auffordern, einen Mietvertrag mit jemand abzuschließen, weil dieser ein paar Kartons irgendwo untergestellt hat.

Also
Frau B. hat nach der Darlegung keinen Mietvertrag.
Sie hat nach der Darlegung offenbar auch keine Leihe.
Sie hat in einer Wohnung, zu der sie keinen Zugang hat und die sie auch nie im Besitz hatte, ein paar Kartons untergestellt.
Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, diese Kartons abholen zu lassen oder sie anderweitig auf Kosten der Besitzerin- der Kartons- einzulagern. Hierzu gehören natürlich vorab ein paar Schritte, wie Aufforderung mit Fristsetzung use.

:arrow: Was ist eine darüber hinaus gehende Frage zum Mietrecht :?:

Charon-
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Re: kostenlose Nutzung einer Wohung

Beitrag von Charon- » 27.12.18, 10:50

winterspaziergang hat geschrieben:Frau B. hat nach der Darlegung keinen Mietvertrag.
Sie hat nach der Darlegung offenbar auch keine Leihe.
Ich überlege gerade: Kann, bei einem angenommenen unentgeltlichen Verwahrvertrag, die Verwahrerin die Eigentümerin der Dinge in Verzug setzen, Schadensersatz in Form von Entgelt fordern, die Sachen verkaufen, und dann die Schadensersatzforderungen der Eigentümerin mit den eigenen Schadensersatzforderungen aufrechnen?
Um der allgemeinen Sprachverwirrung des Siezens entgegenzuwirken, biete ich jedem Nutzer das dänische Umgangsduzen an.

Spezi
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Re: kostenlose Nutzung einer Wohung

Beitrag von Spezi » 27.12.18, 11:08

Wieso soll Voraussetzung für eine Besitzstörung sein dass man selbst darauf Zugriff hat ?.
Nach welcher Rechtsgrundlage darf denn ein Dritter darauf zugreifen ?
Gruß Spezi

zimtrecht
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Re: kostenlose Nutzung einer Wohung

Beitrag von zimtrecht » 27.12.18, 12:04

Spezi hat geschrieben:Wieso soll Voraussetzung für eine Besitzstörung sein dass man selbst darauf Zugriff hat ?.
Besitz (lat. possessio) bezeichnet in der juristischen Fachsprache die tatsächliche Herrschaft über eine Sache. „Besitz“ bedeutet also, dass jemand tatsächlich über eine Sache verfügt, sie in seiner Gewalt hat.
https://de.wikipedia.org/wiki/Besitz

Ohne Besitz wohl keine Besitzstörung, oder?

SusanneBerlin
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kostenloses Lagern von Kartons

Beitrag von SusanneBerlin » 27.12.18, 12:30

Es begann alles mit einem irreführenden threadtitel....
gutta. hat geschrieben:kostenlose Nutzung einer Wohung
Unter "Nutzung einer Wohnung" versteht man aber normalerweise, dass die Nutzung darin besteht, dass der Nutzer in der Wohnung wohnt (§ 100 BGB) oder zumindest in der Verfügungsgewalt über die Wohnung ist (also im Besitz der Wohnung), auch wenn der Nutzer die Wohnung anderweitig nutzt, also nicht zum Wohnen.

Frau A wurde aber kein Besitz über die Wohnung eingeräumt. Frau B (die Eigentümerin der Wohnung) hat Frau A lediglich erlaubt, einige Kartons abzustellen. Frau A bekam keine Schlüssel zur Wohnung.

Es handelt sich also rechtlich um eine kostenlose Verwahrung dieser Kartons (§§ 688 bis 700 BGB) und nicht um eine kostenlose Nutzung (Leihe) einer Wohnung.
Grüße, Susanne

winterspaziergang
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Re: kostenlose Nutzung einer Wohung

Beitrag von winterspaziergang » 27.12.18, 18:33

Spezi hat geschrieben:Wieso soll Voraussetzung für eine Besitzstörung sein dass man selbst darauf Zugriff hat ?.
Nach welcher Rechtsgrundlage darf denn ein Dritter darauf zugreifen ?
Umgekehrt: Nach welcher Rechtsgrundlage hat man Besitz von einer Immobilie, nur, weil der Eigentümer und Besitzer (?) erlaubt, dass man ein paar Kartons unterstellt und man zu keinem Zeitpunkt Besitz von der Wohnung hatte?
Es begann alles mit einem irreführenden threadtitel....
so ist es. Hinzu die Frage im Mietrecht. Beides irreführend.

Mittlerweile ist aber deutlich geworden, dass die Wohnung nie in Nutzung war und diese auch nie erlaubt wurde.

Die Frage lautet nach der nachlautenden Darstellung: "ich habe einer Bekannten erlaubt, ein paar Kiste in eine meiner Immobilien zu stellen, sie holt das nun nicht ab, was kann ich tun?"

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