Heizung/Duschen nicht möglich!

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gmmg
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Re: Heizung/Duschen nicht möglich!

Beitrag von gmmg » 24.01.19, 13:49

ktown hat geschrieben:Das gmmg anscheinend der Meinung ist, dass Anwälte grundsätzlich nur Halsabschneider sind, ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass er den Weg zum Anwalt als völlig unnötig erachtet.
Das hast nun du gesagt, ich habe derartiges nicht behauptet.

ktown
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Re: Heizung/Duschen nicht möglich!

Beitrag von ktown » 24.01.19, 13:56

gmmg hat geschrieben:
ktown hat geschrieben:Das gmmg anscheinend der Meinung ist, dass Anwälte grundsätzlich nur Halsabschneider sind, ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass er den Weg zum Anwalt als völlig unnötig erachtet.
Das hast nun du gesagt, ich habe derartiges nicht behauptet.
Wenn meine Schlussfolgerungen aus zahlreichen Statements Ihrerseits falsch waren, dann möchte ich mich entschuldigen.
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webmaster76
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Re: Heizung/Duschen nicht möglich!

Beitrag von webmaster76 » 24.01.19, 15:27

windalf hat geschrieben:Mit den Anwälten ist es das gleiche Problem. Und gmmg merkt imho zu recht an, dass man ggf. ohne Anwalt eine für sich bessere Lösung herausholen kann.
Kurz OT: das Spiel mit dem Steuerberater habe ich ähnlich gespielt. Er dachte, er macht es viel besser. Mein Angebot: Das was er mehr rausholt minus meine Nettokosten für seine Dienste = sein Gewinn. Wollte er dann auf einmal nicht mehr mitspielen (zumindest hätte ich dabei Freizeit gewonnen).

Es geht hier ja nicht darum, dass der Mieter sofort zum Anwalt rennen soll, wenn mal die Heizung ausfällt. Klar führt der erst Weg zum Vermieter. Aber was hat der Mieter bisher erreicht? Er hat den Vermieter informiert, ist wieder mit der Hausaufgabe Kostenvoranschläge nach Hause, hat diese völlig umsonst erstellen lassen (weil alles zu teuer), duscht seit vielen Tagen im Eiswasser und sitzt bei 5 Grad vor dem TV und zahlt weiterhin die volle Miete. Den Vermieter juckt das alles nicht, er bekommt ja brav sein Geld.

Welche Alternativen bleiben:
1. bis ins Frühjahr so aushalten
2. ausziehen
3. etwas unternehmen

Und 3. sollte halt sinnvollerweise mit einem Fachmann erfolgen, da man gerade beim Thema Mietminderung viele Fehler machen kann (was am Ende viel höhere Kosten produziert, wenn sich der Vermieter klagefreudig zeigt).

BTW kann man sich gegen die möderischen Kosten von Anwälten, Gerichten und Gutachtern über eine RSV absichern.

windalf
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Re: Heizung/Duschen nicht möglich!

Beitrag von windalf » 24.01.19, 15:51

Den Vermieter juckt das alles nicht, er bekommt ja brav sein Geld.
Ist das so? Vielleicht ist dem ja nicht klar, dass beträchtliche Folgeschäden an seinem Eigentum drohen, wenn er nichts weiter unternimmt...
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Heizung/Duschen nicht möglich!

Beitrag von ktown » 24.01.19, 16:04

windalf hat geschrieben:
Den Vermieter juckt das alles nicht, er bekommt ja brav sein Geld.
Ist das so? Vielleicht ist dem ja nicht klar, dass beträchtliche Folgeschäden an seinem Eigentum drohen, wenn er nichts weiter unternimmt...
Na den Schuldigen hat er ja schon im Visier. :wink:
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Re: Heizung/Duschen nicht möglich!

Beitrag von gmmg » 26.01.19, 10:15

ktown hat geschrieben:
gmmg hat geschrieben:
ktown hat geschrieben:Das gmmg anscheinend der Meinung ist, dass Anwälte grundsätzlich nur Halsabschneider sind, ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass er den Weg zum Anwalt als völlig unnötig erachtet.
Das hast nun du gesagt, ich habe derartiges nicht behauptet.
Wenn meine Schlussfolgerungen aus zahlreichen Statements Ihrerseits falsch waren, dann möchte ich mich entschuldigen.
Ich habe mich nicht ein einziges Mal dahingehend geäußert, dass Anwälte Halsabschneider wären. Das ist keine Entschuldigung, sondern fortgesetzte Unterstellung. Wie trollig.

Etienne777
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Re: Heizung/Duschen nicht möglich!

Beitrag von Etienne777 » 26.01.19, 13:01

Bei so vielen Bedenken empfehle ich dem Mieter eine pragmatische Lösung. Er kann die komplette Kaltmiete und Heizkosten (nicht aber die übrigen Betriebskosten) einbehalten, bis der Mangel abgestellt ist. Sodann heizt er so gut das möglich ist mit E-Heizgeräten seine Wohnung und führt ein Protokoll über die Leistungsaufnahme der einzelnen Geräte und ihre Laufzeit pro Tag. So läßt sich am Ende errechnen, welchen Stromverbrauch und somit welche Kosten dadurch dem Mieter entstanden.

Wenn die Heizung des Hauses wieder funktioniert, endet das Zurückbehaltungsrecht des Mieters, er müßte das Geld sodann an den Vermieter nachzahlen. Vorher rechnet er seine Stromkosten aus und zieht diese von dem Nachzahlbetrag ab. Dazu erklärt er dem Vermieter zeitgleich die Aufrechnung der Stromkosten mit dem nachzuzahlenden Mietbetrag. Bis hierhin geht der Mieter kein Risiko ein.

Für Einschränkungen durch das fehlende WW würde ich von 10 bis 15% Minderung der Miete ausgehen, nicht oder nicht ausreichend über die elektrische Notheizung beheizbare Wohnflächen würde ich ins Verhältnis zur gemieteten Gesamtwohnfläche setzen und eine entsprechende Minderung ermitteln. Diese Minderung erklärt man neben der Zurückbehaltung der Miete dem Vermieter so früh wie möglich. Über die Höhe der Minderung könnte Dissens bestehen, aber sicherlich nicht insgesamt, sondern allenfalls über einen Teilbetrag. Das Risiko für den Mieter ist überschaubar. Den Minderungsbetrag zieht der Mieter ebenfalls von der Nachzahlung der Miete ab. Der VM erhält am Ende also die einbehaltene Miete abzüglich der Stromkosten und abzüglich des Betrages der Minderung der Miete.

So ist einerseits Druck auf den VM ausgeübt, den Mangel schnell abzustellen, andererseits aber kein wirkliches Risiko eingegangen.
Aus technischen Gründen befindet sich die Signatur
auf der Rückseite dieses Beitrags.

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Re: Heizung/Duschen nicht möglich!

Beitrag von gmmg » 27.01.19, 13:32

Überhaupt keine Miete zu bezahlen ist sehr gewagt, insbesondere wenn der Wohnraum weiterhin nutzbar ist und genutzt wird.
M.E. ist der sichere Weg, wenn keine Verständigung möglich sein sollte, "unter Vorbehalt einer angemessenen Rückforderung" zu zahlen, d.h. das so schriftlich mitzuteilen. So hat es uns jedenfalls eine Mietrechts-Anwältin bei Beeinträchtigungen durch Baumaßnahmen geraten. Ich weiss ja nicht, auf welchen Erfahrungen die hiesigen Vielschreiber aufbauen.

Etienne777
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Re: Heizung/Duschen nicht möglich!

Beitrag von Etienne777 » 27.01.19, 17:02

Der Rat der Frau Anwältin ist abwegig, denn eine Zahlung unter Vorbehalt hat keine Erfüllungswirkung und ist somit zu betrachten wie keine Zahlung. Die Leistung würde in dieser Form dem VM nicht so angeboten sein, wie sie zu bewirken ist (§ 294 BGB). Der VM wird mangels Bestimmtheit des Vorbehalts nicht einmal in die Lage versetzt zu erkennen, welcher Teil der Zahlung von dem Vorbehalt erfaßt sein soll und welcher nicht. Auch ist nicht ersichtlich, ob die Beweislast für das Bestehen der Schuld dem Gläubiger aufgebrummt werden soll. Das Beispiel zeigt, daß die Konsultation eines Anwalts nicht zwangsläufig auch zu einer einwandfreien Beratung führen muß.

Jedenfalls ist man mit einer Zahlung unter Vorbehalt vor einer Kündigung wegen Mietschulden nicht geschützt, anders als bei der Ausübung des gesetzlichen Rechts auf Zurückbehaltung. Die Ausübung des Zurückbehaltungsrechts muß dem VM mitgeteilt werden, darum habe ich das auch so geschrieben. Jedoch kann man nicht eine geleistete Zahlung, selbst wenn sie unter Vorbehalt erfolgt ist, in eine Zurückbehaltung uminterpretieren, denn eine Zahlung ist gerade keine Zurückbehaltung, sondern das genaue Gegenteil.
Aus technischen Gründen befindet sich die Signatur
auf der Rückseite dieses Beitrags.

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