Drohende Mieterhöhung??

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Gusso
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Drohende Mieterhöhung??

Beitrag von Gusso » 23.04.19, 13:44

Hallo,
ich wohne jetzt seit ca. 2 Jahren in meiner WG, meine Mitbewohner haben ab und an gewechselt.
Wir hatten immer schon Probleme mit der Vermietung bzw. der Verwaltung, erst wollten sie uns den Vertrag direkt beim ersten Mal, ohne drüber zu lesen, unterschreiben lassen und später wollten sie meine ehemaligen Mitbewohner nicht ausziehen lassen.. Das konnte dann nur mit Untermieten geregelt werden.
Nun ist es aber schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden, daher würden wir gern den Vertrag verlängern und drin bleiben..
Ist es ratsamer, die Untermieten zu behalten und den Vertrag so zu belassen wie er ist? Oder sollen die neuen Mieter sozusagen einen eigenen Vertrag aufstellen? dann droht uns aber wohl eine Mieterhöhung, und wer weiß wie hoch die ausfallen wird.. Gibt es da Grenzen? Dürfen die das überhaupt einfach so, auch wenn der Vertrag verlängert wird?
Wie ist die Rechtslage?

SusanneBerlin
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Re: Drohende Mieterhöhung??

Beitrag von SusanneBerlin » 23.04.19, 13:48

Hallo,

aus welchem Grund ist der Vertrag befristet? Möglicherweise ist auch die Befristung unwirkam.

Bei einer WG in der die Bewohner alle paar Monate wechseln, alle zu Hauptmietern zu machen macht es mMn. unnötig kompliziert. Wenn der oder die aktuellen Hauptmieter drin bleiben wollen, ist es doch praktischer mit den neu Einziehenden Untermietverträge zu machen.
Grüße, Susanne

winterspaziergang
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Re: Drohende Mieterhöhung??

Beitrag von winterspaziergang » 23.04.19, 15:34

Gusso hat geschrieben:Hallo,
ich wohne jetzt seit ca. 2 Jahren in meiner WG, meine Mitbewohner haben ab und an gewechselt.
Wir hatten immer schon Probleme mit der Vermietung bzw. der Verwaltung, erst wollten sie uns den Vertrag direkt beim ersten Mal, ohne drüber zu lesen, unterschreiben lassen und später wollten sie meine ehemaligen Mitbewohner nicht ausziehen lassen.. Das konnte dann nur mit Untermieten geregelt werden.
was bedeutet das konkret? Man hat einen Vertrag, in dem Hauptmieter ist und der andere Hauptmieter wohnt nicht mehr dort, alle weiteren Bewohner sind immer wieder neue Untermieter? oder ist man alleiniger Hauptmieter mit lauter Untermietern?
Nun ist es aber schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden, daher würden wir gern den Vertrag verlängern und drin bleiben..
Ist es ratsamer, die Untermieten zu behalten und den Vertrag so zu belassen wie er ist? Oder sollen die neuen Mieter sozusagen einen eigenen Vertrag aufstellen?
Der Mietvertrag muss wirksam befristet sein, das ist schon gefragt worden.
Hier ist aber einiges unklar. Allgemein, um bei der Forenregel zu bleiben: Die "neuen Mieter", Untermieter des Hauptmieters oder künftige Untermieter, können keinen eigenen Vertrag aufstellen, wenn der Vermieter das nicht will.
Wenn das eine übliche Wohnung mit 3-5 Zimmer ist und die ist an den Hauptmieter A vermietet, dann kann der Vermieter gar nicht mit jemand anderes einen weiteren Vertrag eingehen. Einfach in den bestehenden aufnehmen, muss er aber auch nicht.
dann droht uns aber wohl eine Mieterhöhung, und wer weiß wie hoch die ausfallen wird.. Gibt es da Grenzen? Dürfen die das überhaupt einfach so, auch wenn der Vertrag verlängert wird?
Auch hier muss man trennen: Wenn man den Vertag als Hauptmieter A kündigt, dann hat man gekündigt und muss ausziehen. Vorher muss man den Untermietern wirksam gekündigt haben.

Wenn der Vermieter einem einen neuen Vertrag mit den weiteren Mietern B und C- bisher Untermieter- anbietet, dann "verlängert" das nicht den Vertrag, man geht einen neuen ein.

Wenn man einen neuen Vertrag abschließt, weil man die bisherigen Untermieter zu Hauptmieter machen will, kann der Vermieter die ortsübliche Miete nehmen.

Für den Fall, dass man tatsächlich einen wirksam befristeten Mietvertrag hätte, würde eine Verlängerung natürlich bedeuten, mit den bisherigen Vertragspartnern, zu den bisherigen Konditionen bzw. den Konditionen, die in einem wirksam befristeten Vertrag genannt sein müssten.

Gusso
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Re: Drohende Mieterhöhung??

Beitrag von Gusso » 30.04.19, 13:16

Vielen Dank für die Antworten!
Genau, es gab ursprünglich zwei Hauptmieter, nun nur noch einen Hauptmieter und dazu Untermieter.
Die Befristung erfolgte weil ursprünglich Renovierungsarbeiten angedacht waren, die nun doch langfristig nach hinten geschoben wurden. Dass bei einer Modernisierung die Miete erhöht werden darf ist mir klar. Hierzu direkt noch eine Frage, ich habe nun folgendes gefunden: "Als Obergrenze gelten elf Prozent der Jahresmiete. Für kleinere Modernisierungsarbeiten wie den Einbau einer Klingelanlage oder eines Wasserzählers darf der Vermieter gemäß § 555 c Abs. 4 BGB den Preis für die Wohnung um höchstens 5 % erhöhen." (Quelle). Verstehe ich das richtig, dass die Miete grundsätzlich nicht um mehr als 11% erhöht werden darf?

Es ist im Mietvertrag allerdings nicht festgehalten weswegen die Befristung erfolgt ist. Ist sie damit unwirksam?

cherokee
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Re: Drohende Mieterhöhung??

Beitrag von cherokee » 30.04.19, 13:30

Es dürfen bis zu 11% der Modernisierungskosten (Sanierung und Renovierung gehören nicht dazu) auf die Jahresmiete umgelegt werden. Inzwischen gibt es da eine Aufwendige und eine unkomplizierte Regelung, das betrifft aber nur die Nachweisführung durch den Vermieter. Bei kleinen Erhöhungen und kleinen Maßnahmen muss er weniger Aufwand betreiben.

Tastenspitz
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Re: Drohende Mieterhöhung??

Beitrag von Tastenspitz » 30.04.19, 13:33

cherokee hat geschrieben: Inzwischen gibt es da eine Aufwendige und eine unkomplizierte Regelung,
Es gibt da zwei unterschiedliche Regelungen?
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

SusanneBerlin
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Re: Drohende Mieterhöhung??

Beitrag von SusanneBerlin » 30.04.19, 13:55

Verstehe ich das richtig, dass die Miete grundsätzlich nicht um mehr als 11% erhöht werden darf?
Nein, das ist auf der verlinkten Seite falsch dargestellt.

Die maximal mögliche Mieterhöhung nach einer Modernisierung beträgt nicht 11% der bisherigen Miete, sondern 8% der pro Wohnung angefallenen Modernisierungskosten. Die Seite verlinkt zwar auf den richtigen Gesetzesparagrafen, § 559 BGB gibt aber den Inhalt falsch wieder.
Grüße, Susanne

SusanneBerlin
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Re: Drohende Mieterhöhung??

Beitrag von SusanneBerlin » 30.04.19, 13:57

cherokee hat geschrieben: Inzwischen gibt es da eine Aufwendige und eine unkomplizierte Regelung,
Glaube ich nicht. Steht wahrscheinlich ebenfalls falsch in irgendwelchen schnell zusammengestrickten Seiten im Internet, die vorgeben Mieter zu "informieren", besser gesagt zu desinformieren.
Dann können Sie auch angeben, in welchem Gesetz das steht.
Grüße, Susanne

cherokee
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Re: Drohende Mieterhöhung??

Beitrag von cherokee » 02.05.19, 09:06

Es ist richtig ab dem 1.1.2019 dürfen nur noch 8% der Kosten für Modernisierung auf die Jahresmiete gerechnet werden.
Im § 559 c BGB wird das vereinfachte Verfahren angegeben.
Es gelten Kappungsgrenzen.

Wichtig ist aber klar zwischen Modernisierung und Sanierung und Instandhaltung zu unterscheiden, denn nur Modernisierung darf über diese Regelung abgerechnet werden. Solche Erhöhungen unterliegen auch einer bestimmten Form in der Ankündigung und Abrechnung. Bieten also auch viele Angriffspunkte seitens des Mieters.

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