Ist eine Event-Reservierung verbindlich?

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SusanneBerlin
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Re: Ist eine Event-Reservierung verbindlich?

Beitrag von SusanneBerlin » 16.05.19, 21:29

Kann der Veranstalter somit die Zahlung der Miete trotz Stornierung verlangen, ohne das dies davor irgendwo mitgeteilt wurde?
Eine Stornierungsmöglichkeit ist ein freiwilliges Angebot des Vermieters. Bietet er keine Stornierungsmöglichkeit an, dann gibt es keine. Man kann dann nicht einfach, ohne Zustimmung des Vertragspartners sagen: "Nee, doch nicht. Ich storniere."
Grüße, Susanne

cherokee
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Re: Ist eine Event-Reservierung verbindlich?

Beitrag von cherokee » 21.05.19, 09:09

Wie sieht es aber aus, wenn der Clubbetreiber an dem Tag an einen anderen vermietet oder selber den Club an diesem Tag betreibt? Dann dürfte die Miete doch hinfällig sein, oder?

Froggel
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Re: Ist eine Event-Reservierung verbindlich?

Beitrag von Froggel » 21.05.19, 09:58

cherokee hat geschrieben:
21.05.19, 09:09
Wie sieht es aber aus, wenn der Clubbetreiber an dem Tag an einen anderen vermietet oder selber den Club an diesem Tag betreibt? Dann dürfte die Miete doch hinfällig sein, oder?
Kommt darauf an. Der Clubbetreiber ist nicht dazu verpflichtet, von einem Folgemieter die gleiche Miete zu verlangen. Erhält er dadurch eine geringere Miete, hat er ja immer noch einen Schaden.
§ 537 BGB Entrichtung der Miete bei persönlicher Verhinderung des Mieters

(1) 1 Der Mieter wird von der Entrichtung der Miete nicht dadurch befreit, dass er durch einen in seiner Person liegenden Grund an der Ausübung seines Gebrauchsrechts gehindert wird. 2 Der Vermieter muss sich jedoch den Wert der ersparten Aufwendungen sowie derjenigen Vorteile anrechnen lassen, die er aus einer anderweitigen Verwertung des Gebrauchs erlangt.
Der Vermieter muss sich also die Vorteile anrechnen lassen, die bei einer anderweitigen Verwendung des Gebrauchs erzielt werden. Hat er durch die Weitervermietung oder aber durch eigene Nutzung keinen wirtschaftlichen Nachteil, dürfte er auch keinen Schadensersatz fordern. Er müsste einen eventuell entgangenen Gewinn nachweisen können.
Ich bin kein Jurist.
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SusanneBerlin
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Re: Ist eine Event-Reservierung verbindlich?

Beitrag von SusanneBerlin » 21.05.19, 10:15

Froggel hat geschrieben:Kommt darauf an. Der Clubbetreiber ist nicht dazu verpflichtet, von einem Folgemieter die gleiche Miete zu verlangen. Erhält er dadurch eine geringere Miete, hat er ja immer noch einen Schaden.
Naja, ich sehe das zwiespältig. Klar, wenn der potentielle Mieter sagt: "XXX € ist mein Maximum, sonst kann ich mir die Miete nicht leisten oder ich gehe dann woandershin wo ich den Raum günstiger bekomme", dann hat der Clubbetreiber sein möglichstes versucht, den Ausfallschaden zu verringern.

Wenn der Betreiber aber dem Ersatzmieter völlig unbegründet einen Nachlass gibt oder "für ein Appel und ein Ei" vermietet, nur um dem abgesprungenen Mieter eins auszuwischen und die Differnenz von diesem zu verlangen, dann sehe ich da ein ungerechtfertigtes, bewußt schädigendes Verhalten. Da hat der Vermieter die Schadensminderungspflicht aus § 254 Abs 2 BGB nicht beachtet und keinen Anspruch auf den entgangenen Gewinn, da selbst verursacht.
Grüße, Susanne

winterspaziergang
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Re: Ist eine Event-Reservierung verbindlich?

Beitrag von winterspaziergang » 21.05.19, 12:08

SusanneBerlin hat geschrieben:
21.05.19, 10:15
Froggel hat geschrieben:Kommt darauf an. Der Clubbetreiber ist nicht dazu verpflichtet, von einem Folgemieter die gleiche Miete zu verlangen. Erhält er dadurch eine geringere Miete, hat er ja immer noch einen Schaden.
Naja, ich sehe das zwiespältig. Klar, wenn der potentielle Mieter sagt: "XXX € ist mein Maximum, sonst kann ich mir die Miete nicht leisten oder ich gehe dann woandershin wo ich den Raum günstiger bekomme", dann hat der Clubbetreiber sein möglichstes versucht, den Ausfallschaden zu verringern.

Wenn der Betreiber aber dem Ersatzmieter völlig unbegründet einen Nachlass gibt oder "für ein Appel und ein Ei" vermietet, nur um dem abgesprungenen Mieter eins auszuwischen und die Differnenz von diesem zu verlangen, dann sehe ich da ein ungerechtfertigtes, bewußt schädigendes Verhalten. Da hat der Vermieter die Schadensminderungspflicht aus § 254 Abs 2 BGB nicht beachtet und keinen Anspruch auf den entgangenen Gewinn, da selbst verursacht.
Wenn der Vermieter in den besagten vier Wochen vor dem Termin einem anderen Kunden den Club günstiger anbietet, weil er ihn so kurzfristig sonst schwer vermieten könnte, dann wäre dagegen kaum was auszusetzen.
Der "stornierende" Mieter hätte ja dann immer noch was davon, da er nur noch die Differenz zur ursprünglichen Miete zahlen müsste und nicht alles.

Evariste
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Re: Ist eine Event-Reservierung verbindlich?

Beitrag von Evariste » 21.05.19, 12:43

SusanneBerlin hat geschrieben:
16.05.19, 16:12
Man kann Verträge auch mündlich oder per messenger schließen.
Das ist einerseits richtig, andererseits hat der Clubbetreiber einen Vertrag geschickt und kein Bestätigungsschreiben. Das impliziert doch, dass der Vermieter auch nicht davon ausging, dass es bereits einen gültigen Mietvertrag gibt.

Damit stellt sich die Sache für mich so dar, dass es eigentlich um 2 Verträge geht:
1. Eine mündliche abgeschlossene Vereinbarung (die "Reservierung"), wonach der Termin vorläufig freigehalten wird.
2. Den schriftlichen Mietvertrag, der aber nie unterzeichnet wurde.

Die Reservierung verpflichtet den Mieter m. E. nicht, den Mietvertrag zu unterschreiben, der Mieter kann aber schadenersatzpflichtig sein, wenn er die Reservierung nicht rechtzeitig wieder absagt. Wass hier "rechtzeitig" bedeutet, müsste letzten Endes ein Richter entscheiden, da wohl nichts zwischen den Parteien festgelegt wurde. Mindestens muss dem Mieter die Zeit zugestanden werden, den schriftlichen Vertrag zu prüfen.

SusanneBerlin
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Re: Ist eine Event-Reservierung verbindlich?

Beitrag von SusanneBerlin » 21.05.19, 12:56

Mindestens muss dem Mieter die Zeit zugestanden werden, den schriftlichen Vertrag zu prüfen.
Die Zeitspanne zwischen Zusendung des Vertrags und "Stornierung der Reservierung" teilte der TE nicht mit, es ist nur die Zeitspanne zwischen Stornierung und reserviertem Termin bekannt: 4 Wochen

Anhand der Beiträge des TE klingt es für mich so, als lägen einiges mehr als 7 Tage zwischen Zusendung des Vertrags und Stornierung. Da der TE darauf baute, dass er, solange er keine Unterschrift leistet, auch nicht zur Zahlung verpflichtet ist und er deshalb den Vertrag nicht unterschrieb, nicht um den Vertrag zu prüfen.
Grüße, Susanne

winterspaziergang
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Re: Ist eine Event-Reservierung verbindlich?

Beitrag von winterspaziergang » 21.05.19, 13:00

SusanneBerlin hat geschrieben:
21.05.19, 12:56
Mindestens muss dem Mieter die Zeit zugestanden werden, den schriftlichen Vertrag zu prüfen.
Die Zeitspanne zwischen Zusendung des Vertrags und "Stornierung der Reservierung" teilte der TE nicht mit, es ist nur die Zeitspanne zwischen Stornierung und reserviertem Termin bekannt: 4 Wochen

Anhand der Beiträge des TE klingt es für mich so, als lägen einiges mehr als 7 Tage zwischen Zusendung des Vertrags und Stornierung. Da der TE darauf baute, dass er, solange er keine Unterschrift leistet, auch nicht zur Zahlung verpflichtet ist und er deshalb den Vertrag nicht unterschrieb, nicht um den Vertrag zu prüfen.
Siehe
winterspaziergang hat geschrieben:
16.05.19, 19:38
DJ Schuhsohle hat geschrieben:
welchen Zeitraum umfasst das "kurzfristig"?
die Absage geschah 4 Wochen vor dem Termin der Veranstaltung
Sehr kurzfristig für einen ganzen Club. Wie lange im Voraus war gebucht worden?
Diese Frage wurde nie beantwortet.

Da die einhellige Meinung war, dass der Vertrag einzuhalten und ein kostenloser Storno nicht selbstverständlich ist, mithin die Wunschantwort nicht kam, hat sich der TE offenbar aus dem Thread entfernt.

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