Fristlose Kündigung und Vertrag für neue Wohnung

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lottchen
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Fristlose Kündigung und Vertrag für neue Wohnung

Beitrag von lottchen » 04.07.19, 16:37

Vermieter V hat mit Mieter M ein Mietverhältnis für Wohnung W1 laufen. V schließt mit M einen Vertrag für eine andere (größere) seiner Wohnungen W2 ab Tag X ab. Das Mietverhältnis für die 1.Wohnung soll enden wenn das für die zweite Wohnung beginnt. Kurz vor Tag X gerät M mit der Zahlung von 2 Monatsmieten in Rückstand. V kündigt daraufhin fristlos und weigert sich auch, die Schlüssel für W2 zu übergeben. Er fordert sogar Schadensersatz von M weil er sich für W2 jetzt erst einmal einen neuen Mieter suchen muss und Mietausfall/Zusatzkosten haben wird und er W1 nur über eine Räumungsklage zurückbekommen wird.
Ist diese Schadensersatzforderung berechtigt? Hat M rechtlich irgendeine Chance, doch die Schlüssel für WE2 zu bekommen? Die beiden Verträge sind nicht miteinander verbunden und gegen den 2.Vertrag hat M hat ja (noch) nicht verstoßen.
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SusanneBerlin
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Re: Fristlose Kündigung und Vertrag für neue Wohnung

Beitrag von SusanneBerlin » 04.07.19, 16:49

Hallo,

welcher Kündigungsgrund steht in der Kündigung für W2?
Grüße, Susanne

lottchen
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Re: Fristlose Kündigung und Vertrag für neue Wohnung

Beitrag von lottchen » 04.07.19, 17:27

Noch keiner. Es gibt noch keine Kündigung. V hat nur verlauten lassen, dass er unter diesen Umständen auf keinen Fall die Schlüssel übergeben wird.
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SusanneBerlin
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Re: Fristlose Kündigung und Vertrag für neue Wohnung

Beitrag von SusanneBerlin » 04.07.19, 17:32

lottchen hat geschrieben:
04.07.19, 17:27
Noch keiner. Es gibt noch keine Kündigung. V hat nur verlauten lassen, dass er unter diesen Umständen auf keinen Fall die Schlüssel übergeben wird.
Kann man irgendwie verstehen.
Grüße, Susanne

lottchen
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Re: Fristlose Kündigung und Vertrag für neue Wohnung

Beitrag von lottchen » 04.07.19, 18:50

Klar kann man das verstehen. Meine Frage ist ob so ein Verhalten tatsächlich auch rechtens wäre wenn es nach dem Gesetz / der Rechtssprechung geht.
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Froggel
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Re: Fristlose Kündigung und Vertrag für neue Wohnung

Beitrag von Froggel » 04.07.19, 19:36

In dem Fall müssten m.E. beide Verträge außerordentlich fristlos gekündigt werden. Zwar ist von den fehlenden zwei Monatsmieten nur eine Wohnung betroffen, aber es handelt sich in beiden Fällen um die gleichen Vertragspartner. Diese Kündigungen hätten allerdings keinen Bestand, wenn der Mieter die fehlenden zwei Monatsmieten sofort befriedigt.
Dass der Vermieter Schadensersatz für W2 fordern kann, sehe ich allerdings noch nicht. Dieser dürfte erst dann anfallen, wenn der Mieter Wohnung 1 nicht räumt und dadurch Kosten entstehen. Aber das wird ein Anwalt sicherlich besser wissen.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

lottchen
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Re: Fristlose Kündigung und Vertrag für neue Wohnung

Beitrag von lottchen » 04.07.19, 19:42

Froggel hat geschrieben:
04.07.19, 19:36
Dass der Vermieter Schadensersatz für W2 fordern kann, sehe ich allerdings noch nicht.
Wenn das Ganze z.B. 2 Wochen vor Mietbeginn und nicht gerade in München / Hamburg passiert wird der Vermieter zum nächsten 1. keinen anderen Mieter finden. Er wird mindestens 1 oder 2 Monatsmieten verlieren, ggf. Maklerkosten tragen müssen oder Online-Kosten und und und. Ein Schaden entsteht dem Vermieter auf alle Fälle. Die Frage ist ob er den selber tragen muss.
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Re: Fristlose Kündigung und Vertrag für neue Wohnung

Beitrag von Spezi » 04.07.19, 20:09

Kurz vor Tag X gerät M mit der Zahlung von 2 Monatsmieten in Rückstand.
Also ist "kurz" die Bezeichnung für mindesten 30 Tage !
Sind die anderen Angaben auch so präzise ?
Bei fristlosen Kündigungen besteht ein Schadensersatzanspruch für die vereinbarte Vertragsdauer mindestes aber für 3 Monate (normale Kündigungsfrist).
Eine grundlose Zahungsverweigerung der Miete für die eine Wohnung schafft sicherlich eine ausreichende Begründung für eine fristlose Kündigung der anderen Wohnung.
Gruß Spezi

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Re: Fristlose Kündigung und Vertrag für neue Wohnung

Beitrag von WHKD2000 » 06.07.19, 13:59

lottchen hat geschrieben:
04.07.19, 16:37
weil er sich für W2 jetzt erst einmal einen neuen Mieter suchen muss und Mietausfall/Zusatzkosten haben wird und er W1 nur über eine Räumungsklage zurückbekommen wird.
Ist diese Schadensersatzforderung berechtigt? Hat M rechtlich irgendeine Chance, doch die Schlüssel für WE2 zu bekommen? Die beiden Verträge sind nicht miteinander verbunden und gegen den 2.Vertrag hat M hat ja (noch) nicht verstoßen.
kommt darauf an,ob V noch Zeit hat,sich für W2 einen M zu suchen.So 3-4 Wochen solltens schon sein.Regreß für Maklerkosten sehe ich nicht begründet.

:shock: :shock:
Aber schon komischer SV: M zieht aus W1 nicht aus,deshalb kommt die Räumungsklage ins Spiel,will aber von V den Schlüssel für W2?? :lachen:

lottchen
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Re: Fristlose Kündigung und Vertrag für neue Wohnung

Beitrag von lottchen » 06.07.19, 14:17

WHKD2000 hat geschrieben:
06.07.19, 13:59
Aber schon komischer SV: M zieht aus W1 nicht aus,deshalb kommt die Räumungsklage ins Spiel,will aber von V den Schlüssel für W2?? :lachen:
Was ist daran komisch? Und nicht vergessen wir behandeln hier theoretische Fälle :D . M braucht unbedingt eine größere Wohnung und auf der Straße sitzen will die Familie ja erst recht nicht. Problem ist der finanzielle Engpaß. Wenn M die Schlüssel für W2 hätte könnte er W1 räumen und zurückgeben. Räumungsklage könnte damit vermieden werden. Für die neue Wohnung wird von Anfang an die Miete ordentlich bezahlt (nehmen wir mal an) und für die Mietrückstände von W1 könnte man eine Ratenzahlung vereinbaren. So sieht M das. Das geht aber nur wenn V mitspielt (entweder freiwillig oder weil er muss und ob er muss, also die Schlüssel von W2 übergeben muss, ist ja die Frage in diesem Thread).
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SusanneBerlin
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Re: Fristlose Kündigung und Vertrag für neue Wohnung

Beitrag von SusanneBerlin » 06.07.19, 14:42

Es kommt darauf an, ob man dem VM plausibel machen kann, dass das Geld für die Miete W1 fehlt, aber die (vermutlich höhere) Miete für W2 bezahlt werden kann.

Bei einem finanziellen Engpass den Vermieter als unfreiwilligen "Überbrückungskreditgeber" zu benutzen indem man einfach 2 Mietzahlungen auslässt ist in dieser Situation, wo man in eine größere Wohnung beim selben Vermieter wechseln möchte, mit das Dümmste was man machen kann. Da nützt es auch nicht viel, die Abzahlung der Mietschulden in Raten anzubieten. Dass man sich den Überbrückungskredit nicht bei einer Bank geholt hat, ist für den Vermieter ein Hinweis mehr, dass der Mieter vermutlich bereits hoffnungslos überschuldet ist, da gehen beim VM die Warnlampen an und das motiviert den VM eben nicht gerade, dem Mieter die größere, teurere Wohnung W2 zu geben.

Der Gegenbeweis erbringt der Mieter am einfachsten, indem er unverzüglich die ausstehenden Mieten bezahlt. Ansonsten wird es sehr schwer den Vermieter zu überzeugen, dass sich der Mieter die Wohnung W2 leisten kann.
Zuletzt geändert von SusanneBerlin am 06.07.19, 14:57, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße, Susanne

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Re: Fristlose Kündigung und Vertrag für neue Wohnung

Beitrag von winterspaziergang » 06.07.19, 14:51

lottchen hat geschrieben:
06.07.19, 14:17
WHKD2000 hat geschrieben:
06.07.19, 13:59
Aber schon komischer SV: M zieht aus W1 nicht aus,deshalb kommt die Räumungsklage ins Spiel,will aber von V den Schlüssel für W2?? :lachen:
Was ist daran komisch? Und nicht vergessen wir behandeln hier theoretische Fälle :D . M braucht unbedingt eine größere Wohnung und auf der Straße sitzen will die Familie ja erst recht nicht. Problem ist der finanzielle Engpaß.

Der fiktive Mieter mietet also eine Wohnung, die finanziell über seinen Verhältnissen liegt bzw. zu einem finanziellen Engpass führt. Rechtlich gefragt: Wusste er das vorher?
Wenn M die Schlüssel für W2 hätte könnte er W1 räumen und zurückgeben. Räumungsklage könnte damit vermieden werden. Für die neue Wohnung wird von Anfang an die Miete ordentlich bezahlt (nehmen wir mal an)

das weiß er Vermieter woher? wurde bereits eine Miete entrichtet? und wieso dann nicht erst für die Miete von W1? Eine Doppelzahlung dürfte es ja in der Konstellation nicht geben und selbst wenn: Muss den VM nicht interessieren
Jedenfalls macht die Beteuerung W2 pünktlich zu zahlen keinen Sinn, wenn man W1 noch komplett schuldet
und für die Mietrückstände von W1 könnte man eine Ratenzahlung vereinbaren.

könnte man. Muss man aber nicht. Und der M sollte bedenken, dass rechtlich korrekt eine Ratenzahlung mit Aufschlag entsprechender Verzugszinsen möglich ist
So sieht M das. Das geht aber nur wenn V mitspielt (entweder freiwillig oder weil er muss und ob er muss, also die Schlüssel von W2 übergeben muss, ist ja die Frage in diesem Thread).
Wäre die Frage, wie unabhängig man W2 von W1 und der offenbar nach wie vor berechtigten Kündigung hält.

Altbauer
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Re: Fristlose Kündigung und Vertrag für neue Wohnung

Beitrag von Altbauer » 06.07.19, 14:54

lottchen hat geschrieben:
04.07.19, 16:37
V schließt mit M einen Vertrag für eine andere (größere) seiner Wohnungen W2 ab Tag X ab
Würde ich so verstehen, dass ein Mietvertrag mit dem Vermieter rechtswirksam abgeschlossen wurde.

Kann in so einem Fall der Vermieter überhaupt noch die Wohnungsübergabe verweigern, selbst wenn eindeutig
klar ist, dass der Mieter Zahlungsprobleme hat?

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Re: Fristlose Kündigung und Vertrag für neue Wohnung

Beitrag von WHKD2000 » 06.07.19, 15:14

lottchen hat geschrieben:
06.07.19, 14:17
WHKD2000 hat geschrieben:
06.07.19, 13:59
Aber schon komischer SV: M zieht aus W1 nicht aus,deshalb kommt die Räumungsklage ins Spiel,will aber von V den Schlüssel für W2?? :lachen:
Was ist daran komisch? Und nicht vergessen wir behandeln hier theoretische Fälle :D . M braucht unbedingt eine größere Wohnung und auf der Straße sitzen will die Familie ja erst recht nicht. Problem ist der finanzielle Engpaß. Wenn M die Schlüssel für W2 hätte könnte er W1 räumen und zurückgeben. Räumungsklage könnte damit vermieden werden. Für die neue Wohnung wird von Anfang an die Miete ordentlich bezahlt (nehmen wir mal an) und für die Mietrückstände von W1 könnte man eine Ratenzahlung vereinbaren. So sieht M das. Das geht aber nur wenn V mitspielt (entweder freiwillig oder weil er muss und ob er muss, also die Schlüssel von W2 übergeben muss, ist ja die Frage in diesem Thread).
:shock:
da haben Sie ja schön Inhalt nachgeschoben nach dem Motto "was nicht passt wird passend gemacht "

also ich sage, V muss nicht, aber ich selber muss jetzt mal zum Ansinnen des M meine persönliche Einschätzung
dazugeben, die da lautet : :lachen: :lachen: :lachen: :lachen: :lachen:

winterspaziergang
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Re: Fristlose Kündigung und Vertrag für neue Wohnung

Beitrag von winterspaziergang » 06.07.19, 15:23

Altbauer hat geschrieben:
06.07.19, 14:54
lottchen hat geschrieben:
04.07.19, 16:37
V schließt mit M einen Vertrag für eine andere (größere) seiner Wohnungen W2 ab Tag X ab
Würde ich so verstehen, dass ein Mietvertrag mit dem Vermieter rechtswirksam abgeschlossen wurde.

Kann in so einem Fall der Vermieter überhaupt noch die Wohnungsübergabe verweigern, selbst wenn eindeutig
klar ist, dass der Mieter Zahlungsprobleme hat?
Wenn der fiktive Mieter eine Wohnung mietet, die finanziell über seinen Verhältnissen liegt bzw. zu einem finanziellen Engpass führt und er dies vorher wusste oder wissen musste, könnte man darüber nachdenken, ob er gegenüber dem VM bewusst falsche Angaben gemacht hat (oder wäre es vielleicht Eingehungsbetrug ( :?: ) und der Vertrag W2 damit anfechtbar ist.

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