Strafrechtl. belasteter neuer Mieter im Haus

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bedsitter
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Strafrechtl. belasteter neuer Mieter im Haus

Beitrag von bedsitter » 17.10.19, 19:23

Hallo!

Vor Jahren kam es in einem Mietgebäude zu einer Straftat mit extremer Gewaltbereitschaft und gruppendynamischer Ausdehnung.
Gerichtliche Grundeinschätzung: sinnlose Tat, unpsychologische Motive.
Straftaten: Hausfriedensbruch, illegales Eindringen in die Wohnung, Schädigung der Privatssphäre, Körperverletzung, Tatbeihilfe, psychischer Missbrauch, Bedrohung, etc..
Nun ist einer dieser strafrechtlich belasteten Tätern als neuer Mieter im Gebäude eingezogen.
Was kann ein Mieter und Opfer der damaligen Tat von seinem Verrmieter mietrechtlich erwarten in bezug auf Abwehr und Schutz?
Gibt es überhaupt irgendeinen Anspruch oder Möglichkeit?
In welchem Zeitraum sollte der VM oder auch Mieter am besten handeln?

Danke im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen
bedsitter

Froggel
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Re: Strafrechtl. belasteter neuer Mieter im Haus

Beitrag von Froggel » 17.10.19, 21:02

Solange der strafrechtlich aufgefallene Mieter nicht weiter auffällt, braucht niemand etwas zu unternehmen. Sollte er allerdings wieder auffällig werden, ist es durchaus möglich, dass der Vermieter ihm fristlos kündigt, sofern er dazu gewillt ist. Ansonsten hilft die Polizei - aber eben auch nur, wenn er erneut straffällig wird.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

FM
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Re: Strafrechtl. belasteter neuer Mieter im Haus

Beitrag von FM » 17.10.19, 22:32

Auch ein Vorbestrafter ist nach seiner Haftentlassung berechtigt, eine Wohnung zu bewohnen. Deshalb kann es Vermietern nicht verboten sein, Wohnungen an diese Personengruppe zu vermieten.

Dass der Vermieter deshalb verpflichtet wäre rund um die Uhr Wachpersonal zu beschäftigen, wäre mir nicht bekannt. Da hätte er wohl sogar Probleme, wenn er das bei der Betriebskostenabrechnung auf die Mieter umlegen will.

ktown
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Re: Strafrechtl. belasteter neuer Mieter im Haus

Beitrag von ktown » 18.10.19, 06:30

Ich glaube der TE will hier eher auf die Opfer-Täter Problematik abzielen und das Mietrecht ist hier eher Mittel zum Zweck.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

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Re: Strafrechtl. belasteter neuer Mieter im Haus

Beitrag von FM » 18.10.19, 10:50

Wenn der Vergewaltiger plötzlich im selben Haus wohnt wie das Opfer, wäre das schon problematisch. Ich weiß allerdings nicht, ob da auch nach der Haftentlassung noch ein Kontaktverbot möglich ist, evtl. auch eine Bewährungsauflage bei vorzeitiger Entlassung.

Damit hat aber der Vermieter nichts zu tun.

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Re: Strafrechtl. belasteter neuer Mieter im Haus

Beitrag von Tastenspitz » 18.10.19, 14:14

ktown hat geschrieben:
18.10.19, 06:30
Ich glaube der TE will hier eher auf die Opfer-Täter Problematik abzielen und das Mietrecht ist hier eher Mittel zum Zweck.
Dann sollte man das vllt. auch nicht weiter hier im Mietrecht lassen, wenn denn dem so ist.
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Re: Strafrechtl. belasteter neuer Mieter im Haus

Beitrag von ktown » 18.10.19, 17:42

Tastenspitz hat geschrieben:
18.10.19, 14:14
ktown hat geschrieben:
18.10.19, 06:30
Ich glaube der TE will hier eher auf die Opfer-Täter Problematik abzielen und das Mietrecht ist hier eher Mittel zum Zweck.
Dann sollte man das vllt. auch nicht weiter hier im Mietrecht lassen, wenn denn dem so ist.
Naja. Noch hat sich das Opfer nicht geäußert.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
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bedsitter
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Re: Strafrechtl. belasteter neuer Mieter im Haus

Beitrag von bedsitter » 19.10.19, 17:09

Hallo!

Ich sehe beim Lesen, ich habe vllt. etwas verwirrt, es ist auch nicht so einfach zu beschreiben, sorry.
Die Täter kamen von Aussen als Polizeiflüchtige in das Miethaus und hatten für Jahre das Haus besetzt, sich aber favorisierend in eine Mieträumlichkeit einer Person vermehrt niedergelassen.
Es war ein schlimmer Tatort, die Mieterin der Wohnung hatte viel zu leiden.
In dieser Zeit ist ein junger Mann in das Mietgebäude 2x kurzfristig für 3-4 Monate in die Nebenwohnung eingezogen, weil der eigentliche Mieter wegen Krankheit kaum dort wohnte. Ob das mit dem Vermieter vertraglich abgeklärt, oder es nur ein Wohnen über die Einigung mit dem Mieter der ein Bekannter war gewesen ist, weiß ich nicht genau.
Der Tatort war auf jeden Fall immer noch die ganze Zeit aktiv.
Dieser junge Mann ließ sich in den Tatort sinnlos hineinziehen und verletzte die Mieterin, deren Wohnung favorisiert besetzt wurde immer wieder schwer, auch gegenüber ermittelnder anwesender Polizei und Richterschaft.
Er wirkte sehr aggressiv, jung, verwirrt, auch für sich genommen.
Natürlich gab es eine Gefährlichkeit für alle Beteiligten, aber jeder Mensch ist rechtlich verpflichtet Bedrohungen selber auszuhalten und kann nicht einfach auf jemanden der schon schlechter gestellt ist einfach herumschlagen.
Zur Information: das Haus hat 4 Mietwohunungen und 4 Gewerberäumlichkeiten.
Jetzt ist dieser junge Mann in die Wohnung dauerhaft eingezogen. Das Häftlinge auch wohnen dürfen, weiß ich auch. Nur darf ein VM so eine Person natürlich auch ablehnen, ohne konkrete Nennung von Gründen, sofern man das denn dann weiß oder erinnert.
Meine Frage trotzdem:
Wenn eine Straftat in dem eigenen Mietgebäude des Vermieters von einer Person mitaufgebaut worden ist, die dort schon mal kurz wohnte, und es jetzt dauerhaft anstrebt, ist dann der Vermieter gegenüber der restlichen Mietgemeinschaft rechtlich in irgendeiner Form schutzpflichtig? Der Vermieter weiß in dem Sinne ja, dass der Täter/der Wohnungsanwärter in dem eigenen Gebäude und gegenüber der eigenen Mieterschaft straffällig geworden ist.
Ist sowas zumutbar?
Wichtig ist hier die Betonung darauf, dass es sich nicht um einen Privatfall handelte, der allein gegen eine Person verlaufen ist.

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Re: Strafrechtl. belasteter neuer Mieter im Haus

Beitrag von SusanneBerlin » 19.10.19, 17:18

Schon die ersten Absätze sind wieder so verworren geschrieben, dass er mehr Fragen aufwirft als Antworten gegeben werden können.
bedsitter hat geschrieben:Die Täter kamen von Aussen als Polizeiflüchtige in das Miethaus und hatten für Jahre das Haus besetzt, sich aber favorisierend in eine Mieträumlichkeit einer Person vermehrt niedergelassen.
Es war ein schlimmer Tatort, die Mieterin der Wohnung hatte viel zu leiden.
Wollen Sie damit sagen, die Mieterin wurde jahrelang in ihrer eigenen Wohnung gefangengehalten ohne Kontakt mit der Außenwelt, oder fällt es Ihnen immer noch schwer zu beschreiben, was eigentlich vorgefallen ist?

Wenn die Polizeiflüchtlinge in der Nachbarwohnung der leidenden Mieterin waren, woran genau hatte sie zu leiden?

War es Lärm, Radau, Pöbeleien, Bedrohungen? Mit was wurde gedroht?

Als "Tatort" bezeichnet man den Ort, an dem eine Straftat oder ein Verbrechen begangen wurde, z.B. Mord, Totschlag, Einbruch. Was davon wurde an diesem Tatort begangen?
bedsitter hat geschrieben:Wenn eine Straftat in dem eigenen Mietgebäude des Vermieters von einer Person mitaufgebaut worden ist,
Schreiben Sie doch die Fakten und nicht bloß nebulöse Andeutungen. Um welche Straftaten geht es?

Unter "eine Straftat wurde aufgebaut, und eine Person hat dabei mitgemacht die Straftat aufzubauen" kann ich mir nichts vorstellen.

Was soll das sein: "eine Straftat aufbauen" ????


Qas meinen Sie mit "Polizeiflüchtlinge"? Meinen Sie Personen, die mit Strafbefehl gesucht wurden, die zur Fahndung ausgeschrieben waren?
Der Tatort war auf jeden Fall immer noch die ganze Zeit aktiv.
Aha, der Tatort war aktiv? Nur haben Sie immer noch mit keinem Wort verraten, was passiert ist.

Was ist passiert? Wir wissen es immer noch nicht.
die Mieterin, deren Wohnung favorisiert besetzt wurde
Was heißt das denn? Da gingen Leute in ihrer Wohnung ein und aus, die die Mieterin nicht drin haben wollte, und sie lies das geschehen? Wie kamen die rein? Haben die Fremden die Tür eingetreten, und die Mieterin rausgeworfen?
Grüße, Susanne

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Re: Strafrechtl. belasteter neuer Mieter im Haus

Beitrag von bedsitter » 19.10.19, 18:51

SusanneBerlin hat geschrieben:
19.10.19, 17:18
Wollen Sie damit sagen, die Mieterin wurde jahrelang in ihrer eigenen Wohnung gefangengehalten ohne Kontakt mit der Außenwelt, oder fällt es Ihnen immer noch schwer zu beschreiben, was eigentlich vorgefallen ist?
Zum Teil grenzte es auch an eine Gefangenhaltung. Die Mieterin musste ihre 38 qm große Wohnung konstant mit mind. 4-7 Personen teilen und wurde auch von noch mehr Beteiligten (vermutlich andere Polzeiflüchtige) die immer wieder mal hinzukamen bedroht und gequält.
Die Räumlichkeit hätte auch verlassen werden können, nur setzt das eine Alternativunterkunft voraus. Aber das Verlassen der Wohung unterlag auch öfter der Willkür, sie wurde auch verfolgt beim Ausgang.
Die Person wurde die 3. Etage (12-13 m) mind. 40 -50 Mal hinuntergeworfen, körperlich geschlagen, die Freizeitbeschäftigung entzogen, soziale Kontakte waren in der Zeit auch nicht möglich, Audiodateien aus früheren Quälsitzungen vorgesspielt, selbst nachts. Der Geist wurde dissoziiert, die Privatsphäre zerstört. Beziehungen zerschlagen.
Vor allem ging es aber auch um Einbruch, Hausfriedensbruch und illegalem Aufenthalt in einem Mietgebäude.

So komplex wichtig ist die Art der Straftat aber nicht, es geht ums Mietrecht und da um den jetzigen neuen Mieter, der auch mitwirkend war: Körperverletzung, psychisches Quälen, Hausfriedensbruch, sowohl bzgl. der Wohnung als auch in bezug auf das Gebäude selbst.

Eine Straftat aufbauen heißt, der Tat beihelfen und sie unter Umständen zur Erfüllung bringen.
Die Erfüllung betraf vor allem die Bereitstellung einer Unterkunft und nebenher die Bereitstellung einer Mietwohnung in dem Gebäude als weitere Ausweichmöglichkeit, das psychische und physische Misshandeln besonders einer Person die die Mietwohnung zur Verfügung stellen sollte.
Aber auch das partielle psychische und physische Misshandeln Dritter im Umfeld.
Aber in erster Linie waren die Täter mit sich selbst beschäftigt.
Ja, polizeiflüchtig bedeutet: 1.) Stress ausweichen wegen Haftangst, 2.) vor Verhaftung oder Prozessen fliehen, 3.) Ermittlung entgehen, z.B. einer psychologischen Prüfung wegen psychpathologischer Mitbegründung bei den Straftaten, 4.) sonstiges Aussitzen, wegen Rechtsflucht, weil z.B. der nächste Prozess Haft verschieben könnte, 5.) Agressionen und Köperverletzungen einen Raum schaffen zum rechtlichen Angafffen, um den Eindruck zu liefern man würde dabei noch kausal handeln, obwohl es einem im Leben nur noch ums reine Draufhauen geht.

FM
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Re: Strafrechtl. belasteter neuer Mieter im Haus

Beitrag von FM » 19.10.19, 19:24

Ich verstehe das jetzt schon rein sprachlich nicht mehr.

Biggi0001
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Re: Strafrechtl. belasteter neuer Mieter im Haus

Beitrag von Biggi0001 » 25.10.19, 18:13

Immer noch unverständlich.
Die Person wurde die 3. Etage (12-13 m) mind. 40 -50 Mal hinuntergeworfen
Also DAS halte ich für recht unwahrscheinlich.

Es hätte sichrr die Möglichkeit gegeben, die Polizei zu rufen oder kontaktieren -
Aber das Verlassen der Wohung unterlag auch öfter der Willkür, sie wurde auch verfolgt beim Ausgang
Also nicht immer.. Polizeiruf wäre also möglich gewesen...

Für mich hört sich das mit viel Interpretation so an als hätte der (mit in der Wohnung lebende?) Freund oder Partner irgendwelchen anderen Leuten Obdach gegeben und die waren nicht mehr rauszukriegen gewesen, jedenfalls nach Ansicht der Mieterin...

Und nun will dieser Freund eine Wohnung im gleichen Haus beziehen bzw hat es schon.

Ist meine gedankliche Vorstellung soweit evtl korrekt?

Jedenfalls, wenn diese "Straftaten" (ich setze es in Anführungszeichen, weil a) nicht alle geschilderten Vorfälle welche sind) nicht zur Anzeige gebracht worden sind, mit welcher Argumentation will die Mieterin den Zuzug der anderen Person verhindern? Ich sehe da keine Chance.
Verba docent, exempla trahunt et quae nocent, docent.

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