Mieterhöhung hinnehmen?

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marlis77
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Mieterhöhung hinnehmen?

Beitrag von marlis77 » 27.11.19, 06:53

Guten Tag,
der Vermieter einer Mniladenfläche hat 17 Jahre lang die Nettomiete plus Mehrwertsteuer - laut Mietvertrag - erhalten.
Nun kündigt er an, dass ein neuer Mietvertrag erstellt wird, in dem Brutto = Netto ist. Das heißt, die ursprüngliche Bruttomiete ist der Mietzins.
Frage: Ist das einfach so zu handhaben? Der Vorsteuerabzug des Mieters fällt weg als großer Nachteil für den Mieter und der Vermieter hat
enorm höhere Einnahmen durch den Wegfall der Umsatzsteuerabführung.
Danke für Antworten
Marlieschen

Tastenspitz
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Mieterhöhung hinnehmen?

Beitrag von Tastenspitz » 27.11.19, 07:20

Eher was fürs Steuerrecht....
Man darf vermuten, der Vermieter hat sein Gewerbe aufgegeben und die Einnahmen sind daher unter den Freibetrag gesunken.
Dann ist es letztlich eine Mieterhöhung um 19%.
Bei Gewerbemietflächen ist man im Wesentlichen frei was die Erhöhungen anbelangt, insofern muss man eben verhandeln oder ausziehen wenn es zu teuer ist.
Zu prüfen ist dann auch die Kündigungsfrist.
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ExDevil67
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Re: Mieterhöhung hinnehmen?

Beitrag von ExDevil67 » 27.11.19, 07:21

Wir reden also über einen Gewerbemietvertrag? Was steht im Vertrag zu Änderungen der Miete drin?

Bzw, gewerbliche Verträge werden afaik üblicherweise befristet geschlossen. Könnte es evtl sein das der aktuelle Vertrag ausläuft und keine Verlängerungsoption besteht / von einer Seite gezogen werden soll?
Dann kann einem durchaus der Vermieter einen neuen Vertrag mit veränderten Konditionen anbieten.

winterspaziergang
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Re: Mieterhöhung hinnehmen?

Beitrag von winterspaziergang » 27.11.19, 07:29

marlis77 hat geschrieben:
27.11.19, 06:53
Guten Tag,
der Vermieter einer Mniladenfläche hat 17 Jahre lang die Nettomiete plus Mehrwertsteuer - laut Mietvertrag - erhalten.
Nun kündigt er an, dass ein neuer Mietvertrag erstellt wird, in dem Brutto = Netto ist. Das heißt, die ursprüngliche Bruttomiete ist der Mietzins.
Frage: Ist das einfach so zu handhaben? Der Vorsteuerabzug des Mieters fällt weg als großer Nachteil für den Mieter und der Vermieter hat
enorm höhere Einnahmen durch den Wegfall der Umsatzsteuerabführung.
Danke für Antworten
Marlieschen
Mietrecht/Gewerbemietvertrag: Wie genannt. Die befristeten Verträge können selbstverständlich bei Weitervermietung zu einer Mieterhöhung führen. Da wäre der Mieter einer "Miniladenfläche" je nach Region bislang gut gefahren, wenn er 17 Jahren lang die gleiche Miete hatte.

Der große Nachteil des Mieters ist etwas unverständlich, denn die Miete stellt doch weiter absetzbare Betriebskosten dar.
Der Vermieter hat nach Abzug der Steuern einen etwas höheren Gewinn, richtig. Aus dem Grund möchte er die Miete erhöhen.

ExDevil67
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Re: Mieterhöhung hinnehmen?

Beitrag von ExDevil67 » 27.11.19, 09:10

winterspaziergang hat geschrieben:
27.11.19, 07:29
Der große Nachteil des Mieters ist etwas unverständlich, denn die Miete stellt doch weiter absetzbare Betriebskosten dar.
Naja, es sind aber zusätzliche Kosten die refinanziert werden wollen. Bisher war ein Teil der Miete durch den Vorsteuerabzug nur ein durchlaufender Posten. Je nach Ertragslage und Miethöhe kann auch das eng werden jetzt für den Mieter.

winterspaziergang
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Re: Mieterhöhung hinnehmen?

Beitrag von winterspaziergang » 27.11.19, 13:25

ExDevil67 hat geschrieben:
27.11.19, 09:10
winterspaziergang hat geschrieben:
27.11.19, 07:29
Der große Nachteil des Mieters ist etwas unverständlich, denn die Miete stellt doch weiter absetzbare Betriebskosten dar.
Naja, es sind aber zusätzliche Kosten die refinanziert werden wollen. Bisher war ein Teil der Miete durch den Vorsteuerabzug nur ein durchlaufender Posten. Je nach Ertragslage und Miethöhe kann auch das eng werden jetzt für den Mieter.
Einen so geringen Umsatz zu haben, dass man keine Mieterhöhung abfangen kann, ist aber nicht das Problem des Vermieters und kein ausreichender Grund eine -soweit gegeben- rechtlich korrekte Mieterhöhung ohne Folgen abzulehnen.

marlis77
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Re: Mieterhöhung hinnehmen?

Beitrag von marlis77 » 27.11.19, 14:20

Im gewerblichen Mietvertrag steht lediglich, dass der dort vereinbarte Mietzins bis 2014 festgeschrieben ist. Insofern war danach alles offen.
Es ging ja hier nicht darum, dass der Vermieter nichts damit zu tun hat, ob die Miete finanziert werden kann, sondern darum, ob eine solche Erhöhung, in diesem Fall für den Mieter um 19% normal und rechtlich möglich ist.

Aus einigen Antworten habe ich entnommen, dass es durchaus normal und im Ermessen des Vermieters ist, wenn nicht andere Punkte des Mietvertrages dagegensprechen.
Vielen Dank dafür.
Und ja, es gibt bei jeder Eintscheidung auch für den Mieter immer 2 Möglichkeiten, aber darum ging es auch nicht.

Marlieschen

Tastenspitz
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Re: Mieterhöhung hinnehmen?

Beitrag von Tastenspitz » 27.11.19, 14:40

marlis77 hat geschrieben:
27.11.19, 14:20
dass der dort vereinbarte Mietzins bis 2014 festgeschrieben ist.
Also mindestens seit 5 Jahren die selbe Miete. Da wundern mich die 19% nicht...
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winterspaziergang
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Re: Mieterhöhung hinnehmen?

Beitrag von winterspaziergang » 27.11.19, 18:06

marlis77 hat geschrieben:
27.11.19, 14:20
Im gewerblichen Mietvertrag steht lediglich, dass der dort vereinbarte Mietzins bis 2014 festgeschrieben ist. Insofern war danach alles offen.
Es ging ja hier nicht darum, dass der Vermieter nichts damit zu tun hat, ob die Miete finanziert werden kann, sondern darum, ob eine solche Erhöhung, in diesem Fall für den Mieter um 19% normal und rechtlich möglich ist.
Der Hinweis auf das Thema Finanzierung ergab sich aus
marlis77 hat geschrieben:
27.11.19, 14:20
Der Vorsteuerabzug des Mieters fällt weg als großer Nachteil für den Mieter und der Vermieter hat
enorm höhere Einnahmen durch den Wegfall der Umsatzsteuerabführung.
Hier vermischte der fiktive Mieter selbst, die mietrechtliche mit der steuerrechtlichen Frage und brachte eine Komponente rein, die mit der rechtlichen Frage nichts zu tun hat

Daher auch
Der große Nachteil des Mieters ist etwas unverständlich, denn die Miete stellt doch weiter absetzbare Betriebskosten dar.
zu
Aus einigen Antworten habe ich entnommen, dass es durchaus normal und im Ermessen des Vermieters ist, wenn nicht andere Punkte des Mietvertrages dagegensprechen.
soweit es Gewerbemietrecht betrifft, ja.

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