Mitbewohnerin mit Psychose

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leni23
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Mitbewohnerin mit Psychose

Beitrag von leni23 »

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind vier Studenten in einer Wohngemeinschaft. Wir sind alle Hauptmieter und haben einen Vertrag in dem steht "in der Vereinbarung verzichten wir auf ein vorzeitiges Kündigungsrecht vor dem 31.10.2020 (höchstens zulässig für 4 Jahre). In einem weiteren Zimmer wohnt eine weitere Bewohnerin. Sie steht nicht im Mietvertrag und wir haben sie mehrfach schriftlich und mündlich gebeten auszuziehen. Wir haben keinen Untermietvertrag mit ihr aber sie zahlt und Miete, da wir sonst ihre Kosten tragen müssten und die Vermieter uns nicht helfen wollen. Das Problem ist, dass sie an einer paranoiden Schizophrenie leidet: sie stellt nachts den Strom an und aus, ruft laut, geht ständig rein und raus und terrorisiert uns. Wir können in der Wohnung nicht mehr schlafen und haben Angst vor ihr. Leider reicht es für eine Einweisung in die Psychiatrie laut Polizei nicht aus. Wir würden sie gerne aus der Wohnung rausbekommen oder selbst früher aus dem Vertrag rauskommen. Die Vermieter sind nicht kulant und wollen uns nicht helfen. Wir haben gelesen, dass man ein sofortiges Kündigungsrecht bei schlimmen Zuständen hat. Da sie aber nicht direkt Mieterin ist, sind wir uns unsicher, ob das zutrifft. Sonst hätten wir noch Schimmel und fehlende Feuermelder und Fluchtwege zu bemängeln. Hat jemand eine Idee, was wir machen können? Wie sieht die Rechtslage aus?
Ich freue mich auf eine Antwort
Hoffnungsvolle Grüße
Leni :engel:

lottchen
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Re: Mitbewohnerin mit Psychose

Beitrag von lottchen »

An wen zahlt sie Miete? Mit wem hat sie einen Mietvertrag? Wer hat sie reingelassen? Wer hat festgelegt, dass sie dieses Zimmer bekommt? Und die 4-er WG hat die gesamte Wohnung gemietet oder nur 4 Zimmer davon + anteilig Flur/Küche/Bad und die 5.Bewohnerin "geerbt" oder wie? Mir ist die Konstellation nicht ganz klar.

Wenn ihr die Wohnung komplett gemietet habt und die Vermieter euch diese Person aufs Auge gedrückt haben sollten - wenn das kein Grund für eine fristlose Kündigung ist, was dann? Habt ihr von dieser Konstellation gewußt als ihr den Vertrag unterschrieben habt / als ihr eingezogen seid?
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FM
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Re: Mitbewohnerin mit Psychose

Beitrag von FM »

Der Beschreibung nach hat sie einen mündlichen und wahrscheinlich unbefristeten (Unter-)Mietvertrag mit den vier Hauptmietern abgeschlossen. Die Beschreibung mag aber unvollständig sein.

Eine krankheitsbedingte Kündigung könnte schon längere Zeit dauern, zumal im Mietrecht nach dem Kündigungsverfahren noch das Räumungsverfahren kommt. Also man denkt da eher nicht im Zeitraum von Wochen sondern wenn man optimistisch ist von Monaten.

Rolf22
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Re: Mitbewohnerin mit Psychose

Beitrag von Rolf22 »

Leider reicht es für eine Einweisung in die Psychiatrie laut Polizei nicht aus.
Das entscheidet nicht die Polizei, sondern ein Arzt. Wenn es einmal zu schlimm wird, würde ich einen Notarzt rufen, was auch im Sinne der Erkrankten wäre, da man diese Symptome medikamentös behandeln kann.

winterspaziergang
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Re: Mitbewohnerin mit Psychose

Beitrag von winterspaziergang »

leni23 hat geschrieben:
05.02.20, 20:31
... In einem weiteren Zimmer wohnt eine weitere Bewohnerin. Sie steht nicht im Mietvertrag und wir haben sie mehrfach schriftlich und mündlich gebeten auszuziehen. Wir haben keinen Untermietvertrag mit ihr aber sie zahlt und Miete, da wir sonst ihre Kosten tragen müssten und die Vermieter uns nicht helfen wollen.
und wo kommt die Dame her? sie steht nicht im eigenen Mietvertrag, aber wie kann man sich das vorstellen? Ist die Wohnung 5 Zimmer KB und man hat einen MV mit 4 Zimmern und KB-Mitbenutzung? hat man bei der Besichtigung gewusst, dass das ein weiteres Zimmer mit Mitbewohnerin existiert?
und was heißt, "sie zahlt Miete, da wir sonst ihre Kosten tragen müssten"? man muss natürlich Miete zahlen, wenn man irgendwo wohnt.
Andererseits muss man keine Miete für ein 5. Zimmer tragen, wenn man laut Mietvertrag nur 4 Zimmer angemietet hat.

An wen zahlt sie? und auf welcher Grundlage? mit wem hat sie den Mietvertrag?
....Die Vermieter sind nicht kulant und wollen uns nicht helfen. Wir haben gelesen, dass man ein sofortiges Kündigungsrecht bei schlimmen Zuständen hat. Da sie aber nicht direkt Mieterin ist, sind wir uns unsicher, ob das zutrifft.
Man sollte sich beim Mieterbund beraten. Eine Mitbewohnerin, die nachts den Strom ausstellt oder schreit stellt einen Mietmangel dar, den man schriftlich anmahnen sollte. Da geht es nicht um Kulanz.
Sonst hätten wir noch Schimmel und fehlende Feuermelder und Fluchtwege zu bemängeln.
Das wird nicht reichen, denn der Vermieter kann nach Mitteilung, dass der Schimmel da ist und der Feuermelder fehlt, erstmal Abhilfe schaffen dürfen.
Was heißt, die Fluchtwege fehlen? gibt es keine Tür im Haus?
Hat jemand eine Idee, was wir machen können? Wie sieht die Rechtslage aus?
man kann fristlos kündigen und muss die Unzumutbarkeit belegen können, falls es zum Rechtsstreit kommt. Eine Beratung ist zu empfehlen.

lottchen
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Re: Mitbewohnerin mit Psychose

Beitrag von lottchen »

Bevor nicht klar ist, zu wem die 5.Person in welchem Vertragsverhältnis steht und auf wessen Veranlassung sie in der Wohnung ist kommen wir hier nicht weiter. Die Rechtslage kann so oder so sein, je nachdem.
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FM
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Re: Mitbewohnerin mit Psychose

Beitrag von FM »

Rolf22 hat geschrieben:
06.02.20, 05:37
Das entscheidet nicht die Polizei, sondern ein Arzt. Wenn es einmal zu schlimm wird, würde ich einen Notarzt rufen, was auch im Sinne der Erkrankten wäre, da man diese Symptome medikamentös behandeln kann.
Nein, das entscheidet die Patientin selbst oder ein Richter. Ein Arzt höchstens für ganz kurze Dauer in Akutsituationen.

webmaster76
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Re: Mitbewohnerin mit Psychose

Beitrag von webmaster76 »

Ein Mietvertrag kann grundsätzlich durch konkludentes Handeln zustande kommen. Sprich: auch ohne schriftliche Vereinbarung wohnt eine Person in einer Wohnung und zahlt eine übliche Miete dafür. Dann wäre (stillschweigend) ein unbefristetes Mietverhältnis zustande gekommen.

Gibt es nun einen oder mehrere Hauptmieter und eine weitere Mieterin würde dazu kommen, müsste man aus meiner Sicht erst einmal schauen, an wen die neue Mieterin die Miete zahlt. Zahlt sie diese direkt an den Vermieter, würde ich hier eine weitere Hauptmieterin sehen. Zahlt sie dagegen an die Hauptmieter, sehe ich vielmehr einen Untermietvertrag. So oder so dürfte es sehr schwer aber auf jeden Fall langwierig werden, diese weitere Mieterin mit legalen Mitteln aus der Wohnung zu bekommen.

Würde man einen unbefristeten Untermietvertrag annehmen und würden nun die Hauptmieter den Mietvertrag mit dem Vermieter kündigen, könnten die Hauptmieter gegenüber dem Untermieter am Ende sogar schadensersatzpflichtig werden, da sie ab dem Kündigungszeitpunkt den Untermietvertrag nicht mehr erfüllen können.

Bei solch komplexen Sachverhalten empfiehlt es sich dringend, einen Fachmann hinzuzuziehen. Eine Erstberatung kostet meines Wissens nach um die 250€. Eventuell besteht sogar eine RSV, die das abdecken würde.

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