Mieterhöhung

Moderator: FDR-Team

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cobalt
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Mieterhöhung

Beitrag von cobalt »

Hallo zusammen.

Hier ein theoretischer Fall:

Ein Vermieter möchte die Miete erhöhen. Mietvertrag von 2011. Es wurde noch nie die Miete erhöht.
Aktuelle Miete: 6 € / qm
Mietspiegel: 8,50 € / qm

Mieter geht zum Rechtsanwalt und daraufhin bekommt der Vermieter einen Brief: Mieterhöhung wird nicht angenommen, weil die Wohnung "schlecht belichtet" ist.

Wie schätzt ihr die Rechtslage ein?

ktown
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Re: Mieterhöhung

Beitrag von ktown »

Moment ich justiere noch.
Zuletzt geändert von ktown am 23.06.20, 22:25, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Link korrigiert
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Jutta
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Re: Mieterhöhung

Beitrag von Jutta »

cobalt hat geschrieben:
23.06.20, 17:40
Aktuelle Miete: 6 € / qm
Mietspiegel: 8,50 € / qm
Das würde ich mal interpretieren, dass die Mieterhöhung maximal um 20 % also auf 7,20 € / qm ausgesprochen wurde.
Das läßt doch genug Spielraum, auch für etliche Abschläge wegen schlechter Belichtung etc. bis zu den genannten 8,50 € / qm oder?

Ratschlag (wie immer): erst Haus und Grund und danach Rechtsanwalt befragen oder sogar beauftragen.
Gruß
Jutta

cobalt
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Re: Mieterhöhung

Beitrag von cobalt »

Hallo Jutta,

Es waren 15%. Danke für den Tipp mit Haus u Grund.
Angenommen der Mietspiegel sagt maximal 6,70 €.

Wie siehst du in diesem theoretischen Fall die Situation?

ExDevil67
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Re: Mieterhöhung

Beitrag von ExDevil67 »

cobalt hat geschrieben:
23.06.20, 20:04
Wie siehst du in diesem theoretischen Fall die Situation?
Ich warte noch meine neue Glaskugel. Ich vermute mal das es zur Belichtung der Wohnung noch keine gefestigte Rechtssprechung geben wird bzw die nicht einfach 1:1 auf die eigene Belichtungssituation übertragen werden kann.

@ktown, dein Link ist anscheinend veraltet.

winterspaziergang
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Re: Mieterhöhung

Beitrag von winterspaziergang »

cobalt hat geschrieben:
23.06.20, 17:40

Mieter geht zum Rechtsanwalt und daraufhin bekommt der Vermieter einen Brief: Mieterhöhung wird nicht angenommen, weil die Wohnung "schlecht belichtet" ist.

Wie schätzt ihr die Rechtslage ein?
Dass der Vermieter sich (wie schon genannt) ebenfalls rechtlichen Beistand suchen kann und wenn alles stimmig und der Widerspruch des Mieters nicht haltbar ist, die Erhöhung einklagen kann.

Das ist die allgemeine Rechtslage.

ktown
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Re: Mieterhöhung

Beitrag von ktown »

@Exdevil67: Danke für den Hinweis. Hab mir gleich mal eine neue Maschine besorgt. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Froggel
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Re: Mieterhöhung

Beitrag von Froggel »

Wenn der Mieter die Wohnung so schlecht belichtet angemietet hat, ist das als Normalzustand anzusehen und verhindert keine Mieterhöhung. Möglicherweise kann deswegen nicht ganz bis an die genannte Miete des Mietspiegels gegangen werden, aber eine Erhöhung ist nicht per se ausgeschlossen. Ob diese schlechte Belichtung, die oftmals ja nur einem subjektiven Eindruck geschuldet ist (gibt es eine gesetzliche Mindesthelligkeit, die in einer Wohnung vorhanden sein muss?), einen Richter überzeugt, ist auch fraglich.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

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Re: Mieterhöhung

Beitrag von Tastenspitz »

DIN 5034-1 könnte als Maßstab herangezogen werden.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

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Re: Mieterhöhung

Beitrag von Zafilutsche »

Ich finde die Aussage/Feststellung/Quantifizierung "schlechte Belichtung" als extrem wage, um daraus irgendetwas ableiten zu wollen.
Etwas mehr "Fleisch" müßte m.E. schon vom Mieter herangetragen werden.
Bei manchen Staaten gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat. [Freiheit f. Assange]

ktown
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Re: Mieterhöhung

Beitrag von ktown »

Der Ansatz könnte, wie Froggel schon andeutete, deswegen fehlschlagen, weil man die Wohnung so angemietet hat.
Tastenspitz hat geschrieben:
24.06.20, 06:30
DIN 5034-1 könnte als Maßstab herangezogen werden.
Vermutlich weniger. Sie könnte vielleicht belegen, dass gewisse Grenzwerte unterschritten wurden. Dies wären aber baunebenrechtliche Erwägungen und haben keinen Einfluss auf die Zulässigkeit einer Mieterhöhung.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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