Grundsteuer darf 1:1 an Mieter weiterberechnet werden?

Moderator: FDR-Team

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maramara
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Grundsteuer darf 1:1 an Mieter weiterberechnet werden?

Beitrag von maramara »

Hallo,

darf die Grundsteuer vom Vermieter 1:1 auf den Mieter umgelegt werden oder gibt es da max. Höchstgrenzen?

Dankeschön.

GLG

ktown
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Re: Grundsteuer darf 1:1 an Mieter weiterberechnet werden?

Beitrag von ktown »

Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Spezi
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Re: Grundsteuer darf 1:1 an Mieter weiterberechnet werden?

Beitrag von Spezi »

Zur Klarstellung:
Auf alle Mieter bedeutet nicht nur auf die Wohnungsmieter.
Wenn auch der Vermieter im Hause wohnt oder es Geschäftsräume gibt, sind alle Nutzungen zu berücksichtigen und der Wohungsmieter hat nur den Anteil der Grundsteuer entsprechend seiner Nutzfläche oder einem anderen Verteilerschlüssel ( z.B.wenn höhere Grundsteuer für Gewerberaum anfällt) zu tragen.
Gruß Spezi

ktown
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Re: Grundsteuer darf 1:1 an Mieter weiterberechnet werden?

Beitrag von ktown »

Kommt beim Google Ergebnis was anderes raus? :wink:
Der TE spricht hier von einem Mieter. Also ist es entweder ein Haus das hier vermietet wurde oder, wie schon selbst ausführten, ein Wohnung in einem Haus, indem der Vermieter selbst wohnt.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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lottchen
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Re: Grundsteuer darf 1:1 an Mieter weiterberechnet werden?

Beitrag von lottchen »

Es gibt keine umlegbaren Höchstgrenzen. Wenn es ein Einzelbescheid ist (für eine Wohn- oder Gewerbeeinheit) wird das umgelegt, was drauf steht. Wenn es ein Bescheid für ein komplettes Haus ist müsste man schauen, ob das Haus nur aus Wohnungen besteht (dann wird üblicherweise nach m² umgelegt) oder wenn es einen höheren Gewerbeanteil gibt (größer 10 Prozent) dann müssen Gewerbeanteil und Wohnungsanteil herausgerechnet werden und jeder Betrag wird dann auf seine jeweilige "Gruppe an Mietern" umgelegt.
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RM
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Re: Grundsteuer darf 1:1 an Mieter weiterberechnet werden?

Beitrag von RM »

lottchen hat geschrieben:
29.06.20, 09:48
... wenn es einen höheren Gewerbeanteil gibt (größer 10 Prozent) dann müssen Gewerbeanteil und Wohnungsanteil herausgerechnet werden und jeder Betrag wird dann auf seine jeweilige "Gruppe an Mietern" umgelegt.
Habe ich was verpasst?

Letzte mir bekannte höchstrichterliche Entscheidung ist BGH, Urteil vom 8. März 2006 - VIII ZR 78/05.
Nach dieser Entscheidung ist eine Vorabaufteilung von Kosten keineswegs per se erforderlich. Es wird zunächst festzustellen sein, ob durch eine Gewerbenutzung eine ins Gewicht fallende Mehrbelastung der Wohnraummieter entstehen würde. Ist dies nicht der Fall, ist eine Vorabaufteilung nicht zwingend.

lottchen
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Re: Grundsteuer darf 1:1 an Mieter weiterberechnet werden?

Beitrag von lottchen »

Ich kenne keine Meßbescheide, wo Gewerbe nicht bedeutend teurer ist als Wohnen. Aber Du hast Recht, möglicherweise gibt es Fälle, wo das nicht so ist. Dann muss man eben vorher schauen, ob es unterschiedliche Belastungen für Wohnen/Gewerbe gibt. Ich weiß nur, dass bei unter 10% Gewerbeanteil dieser vernachlässigt wird und das Haus bei der Berechnung so behandelt wird als gäbe es das Gewerbe nicht. Also muss man in diesen Fällen auch nicht unterscheiden zwischen Wohnen/Gewerbe.
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cmd.dea
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Re: Grundsteuer darf 1:1 an Mieter weiterberechnet werden?

Beitrag von cmd.dea »

BGH Urteil vom 10.5.2017 - VIII ZR 79/16: Grundsätzlich kein Vorwegabzug der Grundsteuer bei gemischt genutzten Grundstücken (Gewerbe und Wohnraum).

lottchen
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Re: Grundsteuer darf 1:1 an Mieter weiterberechnet werden?

Beitrag von lottchen »

Danke für das Urteil. Kannte ich so noch nicht.
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