Schaden an Mietinventar

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PyramSo
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Schaden an Mietinventar

Beitrag von PyramSo »

Moin

Nehmen wir mal an, Mieter M zieht mit Freundin F in eine leere Wohnung ...

... bis auf eine 08/15-Spanplatten-Spüle als einzigem Inventar.

Man nehme weiterhin an, F bringe was besseres als Gesamtküche mit und lasse dies, als sich was besseres als Freund mit besserer Küche findet, auch einfach da zur Verwendung durch M.
Daher stehe diese schon damals nicht mehr taufrische Spüle nun schon gut 20 Jahre im Keller rum und würde eigentlich nur Staub ansetzen ... Jedenfalls theoretisch ...
I. Aber wie ist das eigentlich, wenn diese dort zu Schaden käme?
1. durch M, wenn er aneckt,
2. durch das böse Fehlerteufelchen im brechenden Wasserrohr,
3. durch VM bei daran anschließenden Arbeiten im Keller?
a. Entsteht bei diesem Teil überhaupt noch ein nennenswerter Schaden? Sprich: Was sind übliche Abschreibungsfristen?
Von einem Nullwert ggfs. abgesehen mal rein rechtstheoretisch betrachtet:
b. Wer hat den Schaden, M oder VM?
c. Wer hat ihn bei 1.-3. zu bezahlen bzw. welche Versicherung wäre eigentlich zuständig?
d. Wer hat sie ggfs. wann zu entsorgen?
II. Macht es bei b.-d. einen Unterschied bzw. welchen, ob sie in der Wohnung oder im Keller steht bei Schäden nach 1.-3. oder wie sie im Keller steht (normal, auf der Seite, ...)?

Froggel
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Re: Schaden an Mietinventar

Beitrag von Froggel »

Da eine 08/15-Spanplattenspüle kaum eine höhere Lebenserwartung als diese 20 Jahre haben dürfte, die sie im Keller steht, gibt es auch keinen bezifferbaren Schaden, der ersetzt werden müsste. Ist die Spüle schadhaft und dieses ist durch den Mieter passiert, hat der Vermieter allerhöchstens einen Anspruch auf eine ebenso alte benutzte Spüle. Keinesfalls braucht der Mieter eine neue Spüle bezahlen, weil der Vermieter dadurch in eine bessere Lage kommen würde als mit einer alten gleichwertigen (= 0 €) Spüle. Schäden, die nicht der Mieter zu verantworten hat, braucht er sowieso nicht bezahlen. Will man das versicherungstechnisch regeln lassen, ist die Haftpflichtversicherung des Schädigenden zuständig. Die wird auch unberechtigte Ansprüche abwehren.
Da die Spüle dem Vermieter gehört, hat dieser sie auch zu entsorgen. Wann bleibt ihm überlassen. Der Mieter ist lediglich dazu verpflichtet, die Kücheneinrichtung der Freundin F zu entsorgen. Im Idealfall einigt sich der Mieter mit dem Vermieter darauf, dass die Küche drin bleibt und er nur die Spüle entsorgt.
Wo eine Spüle aufgehoben wird ist unerheblich. Wenn sie nicht benutzt wird, ist es durchaus üblich, sie im Keller zu lagern. Der Mieter ist nur dazu verpflichtet, sie pfleglich zu behandeln. Das ändert auch nichts an der Verantwortlichkeit für eventuelle Schäden.
Ich bin kein Jurist.
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PyramSo
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Re: Schaden an Mietinventar

Beitrag von PyramSo »

Froggel hat geschrieben:
20.08.20, 20:39
Da eine 08/15-Spanplattenspüle kaum eine höhere Lebenserwartung als diese 20 Jahre haben dürfte, die sie im Keller steht, gibt es auch keinen bezifferbaren Schaden, der ersetzt werden müsste. Ist die Spüle schadhaft und dieses ist durch den Mieter passiert, hat der Vermieter allerhöchstens einen Anspruch auf eine ebenso alte benutzte Spüle. Keinesfalls braucht der Mieter eine neue Spüle bezahlen, weil der Vermieter dadurch in eine bessere Lage kommen würde als mit einer alten gleichwertigen (= 0 €) Spüle. Schäden, die nicht der Mieter zu verantworten hat, braucht er sowieso nicht bezahlen. Will man das versicherungstechnisch regeln lassen, ist die Haftpflichtversicherung des Schädigenden zuständig. Die wird auch unberechtigte Ansprüche abwehren.
VIele googelbae Bsp. beziehen sich auf Geräte und Böden, Möbel finden sich nicht so oft, hier immerhin
"Einbauküche ca. 15 – 25 Jahre, Küchen in einfacher Qualität können eine geringere Lebensdauer haben."
Wert also 0,-

Theoretisch könnte ich wohl meine Hausrat damit belästigen bei Schäden nach 2.

Bei einem Rohrbruch gäbe es sonst in der Regel keinen wirklichen Schädiger. Interessant wäre dann die Frage, wie es sich bei einem solchen Rohrbruch ohne HausratV mit Schäden am an M vermieteten VM-Eigentum verhielte bzw. ob der VM einen Anspruch hätte, dass M das bei seiner HausratV einreicht.
Froggel hat geschrieben:
20.08.20, 20:39
Da die Spüle dem Vermieter gehört, hat dieser sie auch zu entsorgen. Wann bleibt ihm überlassen.
Das klingt schon mal gut. Mal angenommen, es wäre ein Schaden nach 2. und der VM hätte auf entsprechende Fragen nicht reagiert, will aber zur Beseitigung eines Schadens nach 2. den Kellerverschlag leergeräumt haben, kann M das Teil dann einfach drin stehen lassen und ihm schreiben, er möge es gerne selbst bis dahin entsorgen odwr anderweitig unterbringen oder einen Schaden 3. riskieren?
Froggel hat geschrieben:
20.08.20, 20:39
Wo eine Spüle aufgehoben wird ist unerheblich. Wenn sie nicht benutzt wird, ist es durchaus üblich, sie im Keller zu lagern. Der Mieter ist nur dazu verpflichtet, sie pfleglich zu behandeln. Das ändert auch nichts an der Verantwortlichkeit für eventuelle Schäden.
Bei diesem VM weiß man nie, auf was der für Ideen kommt, weil gaaaanz unten im Keller ist natürlich das Risiko größer, dass sich Wassermengen sammeln (Es sei auch das 3. Ereignis der Art 2. in den > 20 Jahren ...), wie kann man da nur unverantwortlich auf die Idee kommen, Möbel aus Spanplatten im Keller zu lagern, das sei doch keine pflegliche Behandlung ... :roll:

Froggel
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Re: Schaden an Mietinventar

Beitrag von Froggel »

PyramSo hat geschrieben:
21.08.20, 19:07
ob der VM einen Anspruch hätte, dass M das bei seiner HausratV einreicht.
Es gibt keinen Anspruch vom VM, dass der M etwas bei seiner HausratV einreicht, der M kann sich auch selbst darum kümmern. Allerdings frage ich mich, welchen Schaden der VM anmelden will bei einem Wert = 0 €? Ich würde es als Mieter so halten, dass ich in einem Kleinanzeigenportal nach einer zu verschenkenden Spüle Ausschau halten würde. Das findet sich immer wieder mal. Dann kann die andere in den Sperrmüll. Damit wäre auch dem Ersatz Genüge getan. Grundsätzlich ist aber bei einem Rohrbruch bei in Mieterräumen (also auch im mitgemieteten Keller) gelagerten Möbeln die Hausrat des Mieters zuständig, egal wer nun an dem Rohrbruch schuld oder eben nicht schuld ist.
PyramSo hat geschrieben:
21.08.20, 19:07
Mal angenommen, es wäre ein Schaden nach 2. und der VM hätte auf entsprechende Fragen nicht reagiert, will aber zur Beseitigung eines Schadens nach 2. den Kellerverschlag leergeräumt haben,
Der Mieter hat zwar eine Mitwirkungspflicht, wenn es um Reparaturarbeiten geht, die geht aber lediglich so weit, dass er dem Vermieter bzw. seinen Bevollmächtigten und Handwerkern Zugang zu den Räumlichkeiten gewähren muss. Räumen muss er also gar nichts. Nun ist es zumindest in eigenem Interesse, seine eigenen Sachen nicht von anderen ausräumen zu lassen, um Schäden zu vermeiden, aber verpflichtet dazu ist er nicht. Folglich muss er auch nicht das Eigentum des Vermieters wegräumen.
PyramSo hat geschrieben:
21.08.20, 19:07
Bei diesem VM weiß man nie, auf was der für Ideen kommt, weil gaaaanz unten im Keller ist natürlich das Risiko größer, dass sich Wassermengen sammeln
Nein. Wenn der Keller mitvermietet ist, muss er auch nutzbar sein. Das ist er nicht, wenn der Mieter mit Wassereinbruch rechnen muss, sodass seine Sachen Schaden nehmen würden. Anders sähe das nur aus, wenn der Mieter bereits bei Mietbeginn von einem feuchten Keller gewusst hätte und der Vermieter ihn darauf aufmerksam gemacht hätte, keine empfindlichen Sachen im Keller zu lagern.
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PyramSo
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Re: Schaden an Mietinventar

Beitrag von PyramSo »

Froggel hat geschrieben:
21.08.20, 21:22
Es gibt keinen Anspruch vom VM, dass der M etwas bei seiner HausratV einreicht, der M kann sich auch selbst darum kümmern. Allerdings frage ich mich, welchen Schaden der VM anmelden will bei einem Wert = 0 €?
Nun ja, für den VM wäre das lohnend wg. Neuwertversicherung ...
Aber ...
Froggel hat geschrieben:
21.08.20, 21:22
Ich würde es als Mieter so halten, dass ich in einem Kleinanzeigenportal nach einer zu verschenkenden Spüle Ausschau halten würde. Das findet sich immer wieder mal. Dann kann die andere in den Sperrmüll. Damit wäre auch dem Ersatz Genüge getan.
... eigentlich will ich gar keinen Ersatz, der dann wieder nur im Weg rumsteht ...
Froggel hat geschrieben:
21.08.20, 21:22
Der Mieter hat zwar eine Mitwirkungspflicht, wenn es um Reparaturarbeiten geht, die geht aber lediglich so weit, dass er dem Vermieter bzw. seinen Bevollmächtigten und Handwerkern Zugang zu den Räumlichkeiten gewähren muss. Räumen muss er also gar nichts.
Ah, danke für den wertvollen Hinweis.
Froggel hat geschrieben:
21.08.20, 21:22
Nun ist es zumindest in eigenem Interesse, seine eigenen Sachen nicht von anderen ausräumen zu lassen, um Schäden zu vermeiden, aber verpflichtet dazu ist er nicht.
Genau. Empfehlenswert und schon weitgehend erledigt, vorm Wiedereinräumen sollte ich dann vielleicht mal schauen, was man besser entrümpeln sollte ... :roll:
Froggel hat geschrieben:
21.08.20, 21:22
Folglich muss er auch nicht das Eigentum des Vermieters wegräumen.
So werde ich es dann wohl auch halten ...
Spüle drin stehen lassen und bei der Spanplatte, die schon immer über dem Verschlag lag, auch nicht rumturnen und die Gräten brechen ... Mein kleiner Hängeschrank ist hoffentlich weit genug von der Arbeitsstelle in spe weg. Das so auch mitteilen.
Froggel hat geschrieben:
21.08.20, 21:22
Nein. Wenn der Keller mitvermietet ist, muss er auch nutzbar sein. Das ist er nicht, wenn der Mieter mit Wassereinbruch rechnen muss, sodass seine Sachen Schaden nehmen würden. Anders sähe das nur aus, wenn der Mieter bereits bei Mietbeginn von einem feuchten Keller gewusst hätte und der Vermieter ihn darauf aufmerksam gemacht hätte, keine empfindlichen Sachen im Keller zu lagern.
Normalerweise ist der Keller ja schon trocken ...
Nach dem ersten Ereignis von glaub 3 in 23 Jahren habe ich aber auf das Lagern empfindlicher Sachen lieber verzichtet und dort fast nur noch wasserfestes wie Fahrräder gelagert :wink:
(... außer der Spüle ... und der Schrank, der übrig war, hängt hoffentlich hoch genug ... :wink: )

Froggel
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Re: Schaden an Mietinventar

Beitrag von Froggel »

PyramSo hat geschrieben:
22.08.20, 16:24
... eigentlich will ich gar keinen Ersatz, der dann wieder nur im Weg rumsteht ...
Es muss ja auch nur ein Ersatz da sein, wenn man auszieht, denn es geht nur darum, dass man die Wohnung so zurückgibt, wie man sie erhalten hat.
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Re: Schaden an Mietinventar

Beitrag von PyramSo »

PyramSo hat geschrieben:
22.08.20, 16:24
Froggel hat geschrieben:
21.08.20, 21:22
Folglich muss er auch nicht das Eigentum des Vermieters wegräumen.
So werde ich es dann wohl auch halten ...
Spüle drin stehen lassen und bei der Spanplatte, die schon immer über dem Verschlag lag, auch nicht rumturnen und die Gräten brechen ...
... zumal da noch 'ne dünne Platte drauf lag und dazwischen hat sich so grünes Zeugs gesammelt, in dessen Wolke ich nicht unbedingt stehen will, wenn ich das runterräumen täte ... :shock:
Froggel hat geschrieben:
22.08.20, 20:31
PyramSo hat geschrieben:
22.08.20, 16:24
... eigentlich will ich gar keinen Ersatz, der dann wieder nur im Weg rumsteht ...
Es muss ja auch nur ein Ersatz da sein, wenn man auszieht, denn es geht nur darum, dass man die Wohnung so zurückgibt, wie man sie erhalten hat.
... aber wenn man das nicht so täte, wäre der Schaden doch eh 0,-, also völlig egal, ob man die mit oder ohne Spüle zurückgäbe, oder?

Froggel
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Re: Schaden an Mietinventar

Beitrag von Froggel »

PyramSo hat geschrieben:
11.09.20, 08:33
... aber wenn man das nicht so täte, wäre der Schaden doch eh 0,-, also völlig egal, ob man die mit oder ohne Spüle zurückgäbe, oder?
Theorie und Praxis. Fragen wir mal so: Wird das Ding im Übergabeprotokoll erwähnt? Dann muss auch eine wieder zurückgegeben werden. Wenn man sich allerdings mit dem Vermieter so einigen kann und das schriftlich bekommt, ist man aus dieser Sache raus.
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