Mitmieter verstirbt

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Andreas_J
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Mitmieter verstirbt

Beitrag von Andreas_J »

Vermieter A vermietet eine Wohnung an B. Da B sich in keinem Angestelltenverhältnis befindet und somit keine Gehaltsabrechnungen vorweisen kann, bzw. unregelmäßige Einkünfte bezieht, wünscht der Vermieter zu seiner Sicherheit, dass B’s Mutter als Mitmieterin im Mietvertrag aufgeführt wird. Kann A seinem Mieter kündigen (pünktliche Mietzahlungen, positive Schufa-Auskunft und störungsfreies Mietverhältnis vorausgesetzt), wenn dessen Mutter verstirbt?
Zuletzt geändert von Andreas_J am 30.12.20, 17:07, insgesamt 1-mal geändert.
Celestro
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Re: Mitmieter verstirbt

Beitrag von Celestro »

A ist doch der Vermieter ... also bitte die Fragen am Ende korrigieren.
Elektrikör
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Re: Mitmieter verstirbt

Beitrag von Elektrikör »

Hallo,
Andreas_J hat geschrieben: 30.12.20, 16:21 Vermieter A vermietet eine Wohnung an B. Da B sich in keinem Angestelltenverhältnis befindet und somit keine Gehaltsabrechnungen vorweisen kann, bzw. unregelmäßige Einkünfte bezieht, wünscht der Vermieter zu seiner Sicherheit, dass B’s Mutter als Mitmieterin im Mietvertrag aufgeführt wird. Kann A seinem Vermieter kündigen (pünktliche Mietzahlungen, positive Schufa-Auskunft und störungsfreies Mietverhältnis vorausgesetzt), wenn dessen Mutter verstirbt?

Wenn die Mutter des M stirbt, kann der VM nicht kündigen.

Wenn ein Ehepaar eine Wohnung gemietet hat und einer der beiden stirbt, wäre das doch die gleiche Situation, oder?
Wieso sollte der VM da kündigen können?


MfG
Alles hier von mir geschriebene stellt meine persönlichGanzFürMichAlleineMeinung dar
Falls in einer Antwort Fragen stehen, ist es ungemein hilfreich, wenn der Fragesteller diese auch beantwortet
Froggel
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Re: Mitmieter verstirbt

Beitrag von Froggel »

Das gleiche Szenario wäre es doch, wenn ein Ehepaar gemeinsam einen Mietvertrag unterschreibt und dann derjenige verstirbt, der das Gehalt nach Hause bringt. Die Erbin bzw. der Erbe kann durchaus ohne Unterschrift einer toten Person den Mietvertrag kündigen. Vermieterseitig funktioniert das jedoch nur, wenn der verbleibende Mieter die Mietzahlung nicht mehr leistet, da der Erbe im Vertrag automatisch an die Stelle des Verstorbenen tritt.

Edit: Elektrokör war schneller :lol:
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -
Andreas_J
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Re: Mitmieter verstirbt

Beitrag von Andreas_J »

Celestro hat geschrieben: 30.12.20, 16:26 A ist doch der Vermieter ... also bitte die Fragen am Ende korrigieren.
Danke und sorry.
hambre
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Re: Mitmieter verstirbt

Beitrag von hambre »

Wenn die Mutter von A stirbt, dann wird A aufgrund von § 563a BGB alleiniger Mieter. Der § 563a BGB gewährt in so einem Fall nur dem Mieter nicht jedoch dem Vermieter ein Sonderkündigungsrecht.
PyramSo
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Re: Mitmieter verstirbt

Beitrag von PyramSo »

Obacht, Fußangel?

Für den Todesfall bei Mietverträgen gibt es 3 §§:
§ 563
§ 563a
§ 564
Ersterer Eintrittsrecht für familiäre oder partnerliche Mitbewohner mit evtl. VM-Kündigungsrecht
Letzterer bzgl. Erben, auch evtl. VM-Kündigungsrecht
Nur der mittlerere ohne evtl. VM-Kündigungsrecht.
Allerdings steht da "Sind mehrere Personen im Sinne des § 563 gemeinsam Mieter"
Wenn ich den TE richtig interpretiere, war die Mutter "nur" Mitmieterin, aber nicht Mitbewohnerin und somit kein gemeinsamer Mieter "im Sinne des § 563"?!
Lauert da evtl. eine Falle?
Froggel
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Re: Mitmieter verstirbt

Beitrag von Froggel »

PyramSo hat geschrieben: 30.12.20, 22:53 Obacht, Fußangel?
Nein. Der Vermieter hat hier kein Kündigungsrecht, weil der Sohn ebenso im Vertrag steht und damit bereits Mieter ist und nicht erst als Erbe in den Vertrag eintreten muss. Es ist auch egal, ob die Mutter dort gewohnt hat oder nicht. Man wird nicht dadurch Mieter, weil man in einer Wohnung wohnt, sondern durch die Aufnahme in den Mietvertrag. Der Sohn wohnt bereits dort. Der Vermieter wird deswegen kaum glaubhaft versichern können, dass er in der Person des Mieters einen außerordentlichen Kündigungsgrund sieht, weil dieser dann bereits vor dem Eintritt des Todes vorgelegen haben muss.
Ich bin kein Jurist.
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winterspaziergang
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Re: Mitmieter verstirbt

Beitrag von winterspaziergang »

PyramSo hat geschrieben: 30.12.20, 22:53
Wenn ich den TE richtig interpretiere, war die Mutter "nur" Mitmieterin, aber nicht Mitbewohnerin und somit kein gemeinsamer Mieter "im Sinne des § 563"?!
Lauert da evtl. eine Falle?
wie schon genannt, nein. Das Thema "Mitmieter" oder "gemeinsame Mieter" ist unabhängig davon, ob die beiden auch dort zusammen wohnen.

Um das schon erwähnte Ehepaar heranzuziehen: Man trennt sich, einer zieht aus, man lässt aber alle Verträge weiter laufen, keine Scheidung, nichts, man wohnt nicht mehr zusammen. Dann ist auch nach 20 Jahren der nicht mehr dort wohnende Ehepartner "Mieter" mit allen Rechten und Pflichten.

Der verbleibende Sohn hat einen nach wie vor gültigen Mietvertrag.
PyramSo
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Re: Mitmieter verstirbt

Beitrag von PyramSo »

Froggel hat geschrieben: 31.12.20, 01:40 Man wird nicht dadurch Mieter, weil man in einer Wohnung wohnt,
In § 563 schon ...
Froggel hat geschrieben: 31.12.20, 01:40 Der Vermieter wird deswegen kaum glaubhaft versichern können, dass er in der Person des Mieters einen außerordentlichen Kündigungsgrund sieht, weil dieser dann bereits vor dem Eintritt des Todes vorgelegen haben muss.
Eigentlich hat er schon vorm Einzug vorgelegen, denn der VM bestand ja auf eine solvente Mitmieterin ...

Ich empfände gefühlt eine Kündigung auch als dünnes Eis, wollte nur als Advocatus Diaboli mal auf eine evtl. Stolperfalle in den Formulierungen der §§ hinweisen, auf dass man noch mal genauer abwägen möge, ob der § 563a wirklich uneingeschränkt zutrifft, weil er § 563 referenziert, der halt hier nicht zutrifft ...
winterspaziergang
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Re: Mitmieter verstirbt

Beitrag von winterspaziergang »

PyramSo hat geschrieben: 31.12.20, 16:30
Froggel hat geschrieben: 31.12.20, 01:40 Man wird nicht dadurch Mieter, weil man in einer Wohnung wohnt,
In § 563 schon ...
der hier nicht anwendbar ist, da der fiktive Sohn selbst im MV steht. Außerdem bezieht sich der Einwand von Froggel auf
PyramSo hat geschrieben: 31.12.20, 16:30 Wenn ich den TE richtig interpretiere, war die Mutter "nur" Mitmieterin, aber nicht Mitbewohnerin und somit kein gemeinsamer Mieter "im Sinne des § 563"?!
Lauert da evtl. eine Falle?
Und gemeint war: Ob die Mutter da wohnt oder nicht, sie ist Mieterin wie der Sohn, da beide offenbar im MV stehen
PyramSo hat geschrieben: 31.12.20, 16:30
Froggel hat geschrieben: 31.12.20, 01:40 Der Vermieter wird deswegen kaum glaubhaft versichern können, dass er in der Person des Mieters einen außerordentlichen Kündigungsgrund sieht, weil dieser dann bereits vor dem Eintritt des Todes vorgelegen haben muss.
Eigentlich hat er schon vorm Einzug vorgelegen, denn der VM bestand ja auf eine solvente Mitmieterin ...
wieso sollte er auch kündigen können, nur weil einer aus dem MV verstirbt
PyramSo hat geschrieben: 31.12.20, 16:30Ich empfände gefühlt eine Kündigung auch als dünnes Eis,
nö, sie wäre schlicht unwirksam
PyramSo hat geschrieben: 31.12.20, 16:30wollte nur als Advocatus Diaboli mal auf eine evtl. Stolperfalle in den Formulierungen der §§ hinweisen, auf dass man noch mal genauer abwägen möge, ob der § 563a wirklich uneingeschränkt zutrifft, weil er § 563 referenziert, der halt hier nicht zutrifft ...
welche Stolperfalle bei einem MV in dem beide stehen? Der § 563 gilt damit weder in (1) noch in a oder sonstige Absätze.
Ihn hier reinzubringen verwirrt nur. Einen MV, in dem man bereits Mieter ist, muss man nicht "beerben"
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