Nachbar zerstört das Verhältnis des Mieters zum Vermieter

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richardpon
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Nachbar zerstört das Verhältnis des Mieters zum Vermieter

Beitrag von richardpon »

Hallo,

lässt sich ein Unterlassungsanspruch und ggf. auch ein Schadensersatzanspruch begründen, wenn ein Nachbar ständig den Mietvertrag eines Dritten gefährdet – weil er ihn nicht leiden kann?

Angenommen ein Nachbar eines Vermieters erzählt Lügen über seinen Mieter, so dass der Vermieter dem Mieter kündigt.

Lass mich ein Beispiel erfinden:

Es geht nicht um offensichtliche Lügen, wo man z.B. etwas erfindet, was nicht passiert ist, sondern Tatsachen so darstellt, als würden sie eine Gefahr darstellen und der Vermieter darauf reinfällt.

Ein Beispiel ist mir eingefallen:

Der Mieter eines Hauses stapelt an einer Garagenwand geschnittenes Brennholz für den Kamin.

Nun behauptet der Nachbar, dass das Holz an der Garage eine Gefahr des Brandes darstellen würde. Es könnte entzündet werden und das Feuer dann auf sein Haus übergreifen. Er fordert den Mieter und den Vermieter dazu auf, das Brennholz von der Garagenwand zu entfernen.

Daraufhin fällt der Vermieter auf diesen Schwachsinn rein. Glaubt, dass da tatsächlich eine Brandgefahr vorliegt und fordert vom Mieter das Brennholz zu beseitigen.

Der Mieter weigert sich. Der Vermieter fordert wieder. Der Mieter weigert sich weiterhin. Der Vermieter kündigt den Mietvertrag fristlos. Der Mieter zieht nicht aus. Der Vermieter klagt auf Räumung und verliert vor Gericht.

Wie auch immer das Urteil ausging, ist das Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter versaut und der Mieter wird wohl kaum noch länger dort wohnen bleiben. Letztlich hat der Nachbar mit seinen Behauptungen erreicht, dass der Mieter Kosten und Umstände hatte.

Wie kann der Mieter gegen einen solchen Nachbarn vorgehen, um dieses Verhalten zu stoppen?

Normalerweise entsteht so ein Verhalten nicht auf einen Schlag, sondern über Monate oder Jahre. Ein böswilliger Nachbar fängt erst an kleinere Sachen dem Vermieter zu erzählen. Z.B. Die Mülltonnen würden angeblich stinken, obwohl es nicht stimmt. Dann geht es weiter, mit „schlecht oder nicht Schneegeschippt“, obwohl es den ganzen Tag schneite und der Mieter erst nach dem Ende des Schneefalls zur Räumung verpflichtet war. Sowas steigert sich, bis irgendwann der Vermieter sagt, der Nachbar beschwert sich ständig. Da muss was dran sein. Der Mieter muss raus. Passiert wohl nicht selten.

Wie stoppt man dieses Verhalten von solchen Nachbarn bereits in der Anfangsphase?

Unterlassungsklage, sobald man von der ersten Lüge bzw. von der ersten Konstruktion einer mutmaßlichen Gefahrenlage, die dem Vermieter mitgeteilt wurde, erfahren hat?

Wäre auch ein Schadensersatzanspruch denkbar?

Letztlich ist es eine Störung eines Mietverhältnisses und die Einmischung in ein Mietverhältnis.

Wie kann man rechtlich dagegen vorgehen? Ich weiß, dass es vermutlich nicht einfach ist und unser Rechtssystem da nicht viel zu bieten hat. Deshalb frage ich auch hier. Käme ggf. die relativ neue Strafnorm des Stalkings / der Nachstellung in Betracht?

Danke für Eure Antworten.

Grüße
Richard
FM
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Re: Nachbar zerstört das Verhältnis des Mieters zum Vermieter

Beitrag von FM »

richardpon hat geschrieben: 27.07.22, 21:50 Der Mieter eines Hauses stapelt an einer Garagenwand geschnittenes Brennholz für den Kamin.

Nun behauptet der Nachbar, dass das Holz an der Garage eine Gefahr des Brandes darstellen würde. Es könnte entzündet werden und das Feuer dann auf sein Haus übergreifen. Er fordert den Mieter und den Vermieter dazu auf, das Brennholz von der Garagenwand zu entfernen.

Daraufhin fällt der Vermieter auf diesen Schwachsinn rein. Glaubt, dass da tatsächlich eine Brandgefahr vorliegt und fordert vom Mieter das Brennholz zu beseitigen.
Wenn das Holz tatsächlich dort gestapelt war, war das keine Lüge im Sinne einer falschen Tatsachenbehauptung. Sondern nur eine laienhafte und vielleicht falsche Risikobewertung. Ob der Vermieter sich dieser Bewertung anschließt, bleibt ihm überlassen. Wenn er deshalb kündigen will, wird ggf. das Gutachten eines Sachverständigen zur Brandgefahr notwendig sein. Aber das ist dann eine Sache die Mieter und Vermieter betrifft (auch wer das Gutachten und die sonstigen Verfahrenskosten am Ende tragen muss), nicht den Nachbarn der lediglich eine zutreffende Tatsache (da ist Holz) erwähnt hat und vermutlich gar nicht behauptete, er selbst wäre Sachverständiger für die diese Risikobewertung, sondern eben nur eine Vermutung äußerte.

Wenn ich zu einem Nachbarn sage "der Baum schaut aber schon sehr morsch aus, der könnte vielleicht bei einem Sturm umfallen" muss ich dazu auch nicht vorher ein Gutachten besorgen.
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