Handwerker im Wohngebiet lädt lautstark Schutt in Container vor Wohhaus ab.

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Hirnfreund
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Handwerker im Wohngebiet lädt lautstark Schutt in Container vor Wohhaus ab.

Beitrag von Hirnfreund »

Hallo!

Folgender fiktiver Fall:

Herr X wohnt in einem Mehrparteienhaus in einem normalen Wohnviertel zu Miete.
Nun hat der Vermieter, eine große Wohnungsgesellschaft, die Garage unter der Wohnung von X
an einen Fliesenleger vermietet, der regelmäßig und unter großem Lärm Fliesenreste in
einem vor der Garage gestellten Container ablädt. Dies teils schon vor 7.00 Uhr morgens.
Der Container steht nun dauerhaft vor dem Mietshaus (vor der Einfahr der Garage
die der Handwerker gemietet hat).

Es handelt sich jedoch wiegesagt um ein Wohnviertel. Ist die Vermietung der Garage
an einen Handwerker, die dauerhafte Aufstellung eines Containers vor dem Haus sowie
das lärmintensive Abladen von Fliesenresten (Bauschutt?) in diesen Container überhaupt
gestattet?

Herr X. fragt sich, wie er vorgehen will - den Kontakt zum Vermieter hat er bereits gesucht,
dieser weist ihn ab. Herr X fühlt sich durch den Lärm massiv gestört, ebenso von dem
optischen Bild, dass ein Container dauerhaft vor seinem Wohnhaus mit seiner
gemieteten Wohnung steht.

Ich freue mich über Hilfe bei diesem fiktiven Fall.

Vielen Dank!
ktown
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Re: Handwerker im Wohngebiet lädt lautstark Schutt in Container vor Wohhaus ab.

Beitrag von ktown »

Hirnfreund hat geschrieben: 26.08.22, 10:28 normalen Wohnviertel
So etwas gibt es baurechtlich nicht. Es gibt nur ein reines Wohngebiet oder ein allgemeines Wohngebiet. In beiden gilt die Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr.
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FM
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Re: Handwerker im Wohngebiet lädt lautstark Schutt in Container vor Wohhaus ab.

Beitrag von FM »

Wenn dort die Baustelle ist, wird man kaum erwarten können, dass er jedes Fliesenbruchstück vorsichtig per Hand auf den Haufen legt.

Als Betriebsgelände - etwa indem er den Schutt von anderswo gelegenen Baustellen mit dem LKW dorthin fährt und sammelt - wird er es kaum verwenden dürfen. Es sei denn, das wäre baurechtlich und vom Vermieter so genehmigt.
Hirnfreund
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Re: Handwerker im Wohngebiet lädt lautstark Schutt in Container vor Wohhaus ab.

Beitrag von Hirnfreund »

Ja, richtig, es handelt sich um fremden Schutt von Häusern, die rein gar nichts mit dem Haus zu tun haben, vor dem der Container steht.
ktown
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Re: Handwerker im Wohngebiet lädt lautstark Schutt in Container vor Wohhaus ab.

Beitrag von ktown »

Dann meldet man das der Gewerbeaufsicht und der Bauordnungsbehörde und wartet ab was passiert.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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hawethie
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Re: Handwerker im Wohngebiet lädt lautstark Schutt in Container vor Wohhaus ab.

Beitrag von hawethie »

Hirnfreund hat geschrieben: 16.09.22, 23:45 Ja, richtig, es handelt sich um fremden Schutt von Häusern, die rein gar nichts mit dem Haus zu tun haben, vor dem der Container steht.
Wie darf ich ds verstehen? der Fliesenleger bringt den Schutt von irgendwelchen Baustellen nach hause, um ihn dort am nächsten Morgen in den Container zu schmeißen?

NB: Nachtruhe endet um 6
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FM
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Re: Handwerker im Wohngebiet lädt lautstark Schutt in Container vor Wohhaus ab.

Beitrag von FM »

Für Garagen in einer Wohnanlage gilt im Regelfall:

1. sie sind ohne die davor liegende Fläche vermietet (so wie eine Wohnung ohne das Treppenhaus)
2. sie dürfen nur zum Abstellen von Fahrzeugen verwendet werden
3. sie müssen tatsächlich erreichbar sein, also nicht durch Container blockiert
4. sie dienen der privaten, nicht der gewerblichen Nutzung

Das kann sich einerseits aus dem Mietvertrag ergeben (insoweit kann es der Vermieter verlangen), andererseits durch Baurecht (insoweit kann es die Behörde verlangen).

Ein Anspruch der Nachbarn selbst besteht, wenn sie in ihren Rechten verletzt sind, z.B. wegen des Hindernisses ihre eigene Garage nicht mehr erreichen können, oder wenn unzulässiger Lärm entsteht. Da wäre eine einfache Beschwerde beim Vermieter denkbar, eine Mietminderung (wahrscheinlich sehr gering, da der Lärm vielleicht eine Minute am Tag ist), bei Verstoß gegen öffentlich-rechtliche Vorschriften (etwa Lärmschutzsatzung der Kommune) eine Owi-Anzeige.

Natürlich darf man den Handwerker auch direkt ansprechen. Bei einer Anzeige erfährt er ohnehin, vom wem die stammt (da der Anzeigeerstatter als Zeuge benannt wird, das Ordnungsamt wird sich nicht selbst stundenlang auf die Lauer legen). Da ist die Mitteilung "Ich will Sie ja nicht gleich anzeigen, deshalb sage ich es Ihnen erst mal selbst" weniger konfrontativ.
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