Teilweise Untervermietung - notwendige Angaben an Vermieter?

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Justica
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Teilweise Untervermietung - notwendige Angaben an Vermieter?

Beitrag von Justica »

Folgende, wie immer rein hypothetische Konstellation:

Ein Mieter möchte seine Wohnung teilweise untervermieten.
Er bittet den Vermieter um Einverständnis und benennt:
    Die avisierten Untermieter mit Name, Anschrift und Geburtsdatum.
      Er benennt als Grund die vorübergehenden Abwesenheit vom eigentlichen Wohnort aus beruflichen Gründen.

      Der Vermieter erfragt nun wiederum:
        Den konkreten beruflichen Grund -> wie konkret hat der Mieter hier zu werden, inwiefern ist der genannte Grund zu pauschal?
          Den Zeitraum der Untervermietung -> inwiefern muss hier überhaupt ein Zeitraum festgelegt werden?
            Die Ausweisnummern der Untermieter -> sind diese tatsächlich zu nennen? Mwn. nicht (siehe Punkt 4 https://www.berliner-mieterverein.de/ma ... mmten-Form)
              Welcher konkrete Teil der Wohnung untervermietet werden soll -> inwiefern ist dieser konkret zu benennen? Meines Wissens nach ist dies nicht erforderlich, siehe Punkt 2: https://www.berliner-mieterverein.de/re ... mieter.htm

              Ist hier auch nur irgendeine dieser Rückfragen berechtigt? So weit ich mich belesen konnte nicht, es sei denn, meine Funde sind veraltet.

              Danke!
              lottchen
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              Re: Teilweise Untervermietung - notwendige Angaben an Vermieter?

              Beitrag von lottchen »

              Welche dieser Rückfragen genau erlaubt ist kann ich nicht sagen. Aber eine Untervermietung ist nun mal genehmigungspflichtig. Bei bestimmten Konstalltionen muss der Vermieter nicht zustimmen. Der Vermieter kann auch nein sagen, wenn die Untervermietung für den Mieter nicht erforderlich ist (weil er sonst die Wohnung nicht halten kann) oder wenn der Mieter die gesamte Wohnung untervermieten will. Handelt es sich um eine 1-Raum-Wohnung dann wird es schwierig zu erklären, was genau von der Wohnung man denn nun untervermieten will.
              Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!
              Froggel
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              Re: Teilweise Untervermietung - notwendige Angaben an Vermieter?

              Beitrag von Froggel »

              Na ja, der Vermieter kann Angaben zur Identifikation des Untermieters verlangen, folglich darf er die Vorlage eines Personalausweises fordern – so wie auch vom Mieter (siehe hier). Er könnte sogar eine Personalausweiskopie verlangen (war bis 2018 untersagt) – und daraus geht die Nummer sowieso hervor, oder er schreibt die Ausweisnummer einfach ab.

              Was den beruflichen Grund und die Dauer angeht ... gibt es denn irgendeinen Grund, das dem Vermieter zu verweigern? Es geht um sein Eigentum, da darf er schon erfahren, wer wie lange dort wohnt, allein schon aus Planungssicherheit. Dementsprechend ist zumindest die Dauer ein wichtiger Punkt. Natürlich geht es den Vermieter nichts an, welche Tätigkeit der Mieter genau ausführt, aber es wäre schon sinnvoll, konkret anzugeben, wohin es gehen soll, damit der Vermieter sehen kann, dass der Mieter ein berechtigtes Interesse hat, die Wohnung unterzuvermieten.

              Die Frage nach dem konkreten Teil der Wohnung soll sicherlich dazu dienen, sich zu vergewissern, dass der Mieter nicht die gesamte Wohnung vermietet. Passiert dieses nämlich, hat der Untermieter gegenüber dem Hauptmieter den gleichen Kündigungsschutz wie der Mieter gegen den Vermieter. Das könnte das gesamte Mietverhältnis verkomplizieren und darauf muss sich ein Vermieter nicht einlassen. Darf der Untermieter dagegen z.B. einen Raum nicht nutzen (üblicherweise den, in dem der Mieter seine persönlichen Dinge lagert), gelten die Kündigungsgesetze bezüglich selbst genutztem Wohnraum.

              Natürlich kann man sich als Mieter querstellen und sämtliche Angaben verweigern. Dann muss man halt klagen, wenn er die Untervermietung nicht erlaubt. Oder aber man kommt dem Vermieter so weit entgegen, wie man es vertreten kann.
              Für die Untervermietung muss der Hauptmieter weiterhin ausgewiesene Flächen in der Wohnung für sich nutzen (beim Auslandsaufenthalt beispielsweise ein Zimmer zur Zwischenlagerung von privaten Gegenständen oder Möbeln). Die Untervermietung eines Ein-Raum-Apartments ist daher strittig und im Einzelfall gerichtlich zu entscheiden. Während ein jüngeres Urteil des Amtsgerichts Berlin-Mitte zum Beispiel die Untervermietung einer Ein-Zimmer-Wohnung (26.11.2020 – 25 C 16/20) als rechtens einstufte, fiel ein früheres Urteil gegenteilig aus.
              Quelle
              Ich bin kein Jurist.
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