Vermieter will besprochene Modernisierung nicht zahlen

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jimmyone
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Vermieter will besprochene Modernisierung nicht zahlen

Beitrag von jimmyone »

Hallo Zusammen,

ein Vermieter A und ein Mieter B sprechen über den alten Zustand eines Badezimmers.
Mieter B hätte das gerne modernisiert. Vermieter A hat sich im Gespräch offen für die Modernisierung gezeigt, aber darauf hingewiesen, das Arbeiten nur von Fachbetrieben durchgeführt werden sollen. Mieter B hat eine Firma, die ihm der Vermieter A genannt hat angerufen, ein Angebot erstellen lassen und das dann beauftragt.

Das Badezimmer ist sehr schön geworden.

Der Vermieter A verweigert jedoch die Zahlung unter Hinweis das er den Auftrag nicht erteilt habe. Das ergibt nun einen Streit in dem sich der Vermieter A so positioniert, das er lediglich einer Modernisierung nicht im Weg stehen würde und lediglich der baulichen Veränderung zugestimmt habe.

Tatsächlich steht in einer E-Mail das auch so, das er der baulichen Veränderung eines neuen Badezimmers zustimmt.

Der Mieter B ist allerdings der Meinung, das er die Kosten nicht zu tragen hat, weil das Bad ja dem Vermieter gehört und für den Mieter B auch nicht erkennbar war aus der Konversation, das er die Kosten selbst zu tragen habe. Der Meiter B kann die Kosten aufgrund der Höhe von 25.000 € auch gar nicht zahlen.

Wie ist in so einem Fall die Situation?
FM
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Re: Vermieter will besprochene Modernisierung nicht zahlen

Beitrag von FM »

Hängt vom Wortlaut der Vereinbarungen ab. Der Handwerker wird sich an den halten, der den Auftrag erteilt hat. Ob dieser seinerseits einen Anspruch gegen seinen Vermieter hat, muss nicht der Handwerker feststellen.
ExDevil67
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Re: Vermieter will besprochene Modernisierung nicht zahlen

Beitrag von ExDevil67 »

FM hat geschrieben: 27.03.24, 11:05 Der Handwerker wird sich an den halten, der den Auftrag erteilt hat. Ob dieser seinerseits einen Anspruch gegen seinen Vermieter hat, muss nicht der Handwerker feststellen.
Und muss ihn auch nicht interessieren. Der Handwerker hat einen Auftraggeber und der hat zu zahlen.
lottchen
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Re: Vermieter will besprochene Modernisierung nicht zahlen

Beitrag von lottchen »

Der Vermieter hat gesagt: Ich empfehle Dir eine Firma, die kannst Du beauftragen und ich bezahle das? Das Angebot musst Du mir vorher nicht zeigen und ich muss es auch nicht bestätigen? Mach mal!?
Und eine Modernisierungsankündigung, wo dem Mieter mitgeteilt wird, was er zukünftig wegen der Modernisierung an Mehrmiete zahlen muss die gab es auch nicht? Der Mieter ist davon ausgegangen, dass der Vermieter ein Menschenfreund ist, der den Mieter mit keinerlei Kosten deswegen belasten wird?
Evariste
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Re: Vermieter will besprochene Modernisierung nicht zahlen

Beitrag von Evariste »

jimmyone hat geschrieben: 27.03.24, 10:12 Mieter B hätte das gerne modernisiert. Vermieter A hat sich im Gespräch offen für die Modernisierung gezeigt, aber darauf hingewiesen, das Arbeiten nur von Fachbetrieben durchgeführt werden sollen. Mieter B hat eine Firma, die ihm der Vermieter A genannt hat angerufen, ein Angebot erstellen lassen und das dann beauftragt.
Das klingt nicht so, als ob es eine klare Vereinbarung gab, dass der Vermieter die Kosten trägt.
jimmyone hat geschrieben: 27.03.24, 10:12 das er die Kosten nicht zu tragen hat, weil das Bad ja dem Vermieter gehört und für den Mieter B auch nicht erkennbar war aus der Konversation, das er die Kosten selbst zu tragen habe.
Einen Grundsatz, dass alle Verbesserungen am Mietobjekt vom Vermieter zu tragen sind, gibt es nicht. Sondern wenn der Vermieter die Kosten übernehmen soll, dann muss das explizit vereinbart werden.


Hier einige Informationen zu dem Thema: https://www.mietrecht.org/modernisierun ... ch-mieter/
Wohnwertverbesserung begründet allein keinen Entschädigungsanspruch
...
Selbst wenn der Vermieter die Baumaßnahme gebilligt hat, beinhaltet seine Zustimmung noch nicht seine Verpflichtung, im Fall des Auszugs die Ein- oder Umbauten zu übernehmen oder im Fall der Übernahme dem Mieter einen finanziellen Ausgleich zu zahlen.
...
Noch schwieriger wird die Situation, wenn der Mieter eine Baumaßnahme (Ein- oder Umbau) vornimmt und eine so enge Verbindung mit der Mietsache entsteht, dass die Entfernung aus tatsächlichen Gründen nicht mehr möglich ist. Beispiele: Neuverfliesung des Badezimmers, Verlegung eines Parkettbodens, Einbau eines Kachelofens.
Durch die feste Verbindung wird eine bewegliche Sache nämlich wesentlicher Bestandteil des Grundstücks. In der Folge erstreckt sich das Eigentum an dem Grundstück auch auf diese Sache (§ 946 BGB). Ein Entschädigungsanspruch steht dem Mieter nur zu, wenn er die Baumaßnahme mit dem Vermieter ausdrücklich abgestimmt und eine Entschädigungszahlung vereinbart hat.
Der "normale" Weg wäre, dass der Vermieter die FIrma beauftragt (auch aus haftungsrechtlichen Gründen sinnvoll) und die Kosten für die Maßnahme trägt, außer es wurde was anderes vereinbart. In dem Fall kann der Vermieter aber die Kosten für die Modernisierung auf die Miete umlegen, diese würde sich dann um 11% von 25.000 Euro = 229, 17 Euro monatlich erhöhen.
ExDevil67
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Re: Vermieter will besprochene Modernisierung nicht zahlen

Beitrag von ExDevil67 »

Evariste hat geschrieben: 27.03.24, 12:58 Der "normale" Weg wäre, dass der Vermieter die FIrma beauftragt (auch aus haftungsrechtlichen Gründen sinnvoll) und die Kosten für die Maßnahme trägt, außer es wurde was anderes vereinbart. In dem Fall kann der Vermieter aber die Kosten für die Modernisierung auf die Miete umlegen, diese würde sich dann um 11% von 25.000 Euro = 229, 17 Euro monatlich erhöhen.
Cave,
jimmyone hat geschrieben: 27.03.24, 10:12 ein Vermieter A und ein Mieter B sprechen über den alten Zustand eines Badezimmers.
klingt jetzt als wäre das alte Badezimmer schon etwas länger drin gewesen und entsprechend in die Jahre gekommen.
Wäre in dem Fall nicht zu rechnen was unter die übliche Abnutzung und Wiederherstellung des Ursprungszustandes fällt und was eine echte Modernisierung ist? Sprich den Tausch alte 08/15-Baumarkt-Dusche gegen neue 08/15-Baumarkt-Dusche zahlt der Vermieter während bei alte Dusche wird zu High-End-Whirlpool nur die Preisdifferenz und ggf erhöhter Aufwand für den Einbau umlagefähig ist?
Evariste
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Re: Vermieter will besprochene Modernisierung nicht zahlen

Beitrag von Evariste »

ExDevil67 hat geschrieben: 27.03.24, 13:59 Wäre in dem Fall nicht zu rechnen was unter die übliche Abnutzung und Wiederherstellung des Ursprungszustandes fällt und was eine echte Modernisierung ist? Sprich den Tausch alte 08/15-Baumarkt-Dusche gegen neue 08/15-Baumarkt-Dusche zahlt der Vermieter während bei alte Dusche wird zu High-End-Whirlpool nur die Preisdifferenz und ggf erhöhter Aufwand für den Einbau umlagefähig ist?
Stimmt. Im Extremfall war die Renovierung sowieso überfällig und der Vermieter hat sich eine Menge Kosten erspart. :(
jimmyone
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Re: Vermieter will besprochene Modernisierung nicht zahlen

Beitrag von jimmyone »

Heißt das der Vermieter war sowieso verpflichtet, das zu machen?
Kann man das nachlesen, das er eine solche Pflicht hat? Sonst heißt es ja oft, gemietet wie gesehen.
Evariste
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Re: Vermieter will besprochene Modernisierung nicht zahlen

Beitrag von Evariste »

Der Einwurf von ExDevil67 bezieht sich vor allem auf solche Szenarien, wo der Mieter schon lange da wohnt. Das Bad war vielleicht einmal neu und kommt jetzt in die Jahre - dann ist irgendwann der Vermieter gefragt.
FM
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Re: Vermieter will besprochene Modernisierung nicht zahlen

Beitrag von FM »

Das sind jetzt schon sehr gewagte Schlussfolgerungen aus der bloßen Bezeichnung "alt".
MGH
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Re: Vermieter will besprochene Modernisierung nicht zahlen

Beitrag von MGH »

uns selbst bei einem "wäre verpfichtet gewesen"... das ja schon nicht sicher ist, hätte der Mieter der Vermieter mit Frist usw. auffordern und ggf mahnen müssen, bevor ein Anspruch entseht, die Ausführung selbst zu beauftragen und die Kosten als Ersatzvornahme den Vermieter in Rechnung zu stellen.

Ich sehe hier ein erhebliches Kommunikationsproblem... Vermieter stimmt zu, das der Mieter auf eigene Rechnung was ändert, soweit dies fachgerecht ausgeführt wird.

Mieter sollte m. E. zukünftig konkreter nachfragen, wenn es Interpretationsspielräume gibt... und wenn nicht ganz klar eine Kostenübernahme vereinbart ist, diese schriftlich geben lassen.
FM
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Re: Vermieter will besprochene Modernisierung nicht zahlen

Beitrag von FM »

Und noch ein denkbares Ergebnis wäre: die vielleicht notwendige Renovierung über den Vermieter wäre für 3.000 Euro machbar gewesen, die restlichen 22.000 Euro sind Privatvergnügen des Mieters.
ExDevil67
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Re: Vermieter will besprochene Modernisierung nicht zahlen

Beitrag von ExDevil67 »

Evariste hat geschrieben: 27.03.24, 17:37 Der Einwurf von ExDevil67 bezieht sich vor allem auf solche Szenarien, wo der Mieter schon lange da wohnt. Das Bad war vielleicht einmal neu und kommt jetzt in die Jahre - dann ist irgendwann der Vermieter gefragt.
Aber das ist doch afaik keine Bedingung das der gleiche Mieter schon x Jahre in der Wohnung wohnt. Sonst müsste ja kein Vermieter das 40 Jahre alte Bad auf eigene Kostenerneuern nur weil er bevorzugt an Studenten vermietet die nie lange bleiben.
Evariste
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Re: Vermieter will besprochene Modernisierung nicht zahlen

Beitrag von Evariste »

MGH hat geschrieben: 27.03.24, 19:11 uns selbst bei einem "wäre verpfichtet gewesen"... das ja schon nicht sicher ist, hätte der Mieter der Vermieter mit Frist usw. auffordern und ggf mahnen müssen, bevor ein Anspruch entseht, die Ausführung selbst zu beauftragen und die Kosten als Ersatzvornahme den Vermieter in Rechnung zu stellen.
Ja, das ist eine voreilige Schlussfolgerung von seiten des TE...

Um das noch einmal aufzudröseln:
- Ich hatte geschrieben, dass der Vermieter, wenn er die Kosten trägt, diese vermittels der 11%-Regelung auf die Miete umlegen kann.
- ExDevil67 hatte dagegen den - richtigen - Einwand vorgebracht, dass der Vermieter nur die "echten" Kosten einer Modernisierung auf die Miete umlegen kann. Bei der Modernisierung eines alten Bades erspart sich die Vermieter natürlich auch diverse Aufwendungen für Instandhaltungsmaßnahmen, die sowieso angefallen wären. Diese Aufwendungen sind bereits durch die reguläre Miete abgedeckt, dürfen also auch nicht auf den Mieter umgelegt werden.

Nehmen wir z. B. an, das Bad wäre ca. 25-30 Jahre alt, dann hat es das Ende seiner Lebensdauer erreicht und eine komplette Sanierung ist fällig. Die Kosten einer derartigen Sanierung darf der Vermieter nicht auf die Miete aufschlagen. Diese Kosten können auch durchaus erheblch sein:
In Deutschland liegen die Durchschnittskosten für eine Badsanierung pro m² normalerweise zwischen 900 € und 3.500 €. Für ein Bad mit einer durchschnittlichen Größe von 8 m² fallen somit Kosten von 7.200 € bis 28.000 € an.
(https://www.drklein.de/badsanierung.htm ... rkerkosten.)

Im Ergebnis trägt der Mieter dann z. B. nur die Kosten für besonders hochwertige Armaturen oder Duschwände, die vorher nicht da waren, Aber z. B. die Kosten für die neuen Fliesen, die natürlich viel schöner als die alten abgewohnten Fliesen sind, eben weil sie neu sind, eher nicht - jedenfalls solange es sich um "normale" Fliesen handelt und nicht um irgendwelche Luxusausführungen.

Das alles hilft aber dem Mieter jetzt nicht mehr, dazu hätte man vorher eine Vereinbarung mit dem Vermieter treffen müssen. Ein Anspruch auf eine nachträgliche (Teil-)Erstattung der Kosten ergibt sich daraus nicht.
lottchen
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Re: Vermieter will besprochene Modernisierung nicht zahlen

Beitrag von lottchen »

ExDevil67 hat geschrieben: 27.03.24, 22:22Sonst müsste ja kein Vermieter das 40 Jahre alte Bad auf eigene Kostenerneuern nur weil er bevorzugt an Studenten vermietet die nie lange bleiben.
Na ja, genausowenig kann ein Student aber einziehen und dann nach ein paar Monaten vom Vermieter eine Modernisierung verlangen weil ihm jetzt aufgefallen ist, dass das Bad uralt ist. In dieser Situation würde ich schon von "vertragsgemäßen Zustand" sprechen. Wenn man das als Mieter nicht will dann kann man diese Bruchbude nicht anmieten.
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